Dritte Mannschaft mit schwacher Vorstellung in Weiden

Am 22.2.2026 trat unsere Dritte in der Kreisliga 1 zum Auswärtspiel gegen die zweite Mannschaft des SK Weiden 07 an. Nachdem in der Runde zuvor Neustadt/Luhe die Stammspieler 1-6 aufgeboten hatte überraschten uns diesmal die Weidener, die keinen der auf 1-6 gesetzten Spieler in der Aufstellung hatten. Zudem waren die Personalprobleme so groß, dass auch noch Brett 6 unbesetzt blieb. Bitter für Florian Süß, der extra aus Augsburg angereist war, aber beruhigend für uns, schon mal mit einer Führung in das Match gehen zu können.

Zunächst entwickelten sich die Partien ganz passabel für uns, aber am Ende sollte es nur zu einem bitteren Unentschieden reichen.

An Brett 5 konnte unser Nachwuchsspieler Maximilian Warziwoda mit Weiß schon aus der Eröffnung heraus eine gute Stellung erreichen, nachdem ihm sein Gegner in einer Damenbauerneröffnung unter Tempoverlust das Zentrum überlassen hatte. Die schwarze Stellung war zwar passiv, aber doch auch relativ fest. Im 17. Zug verpasste der Weidener die Damen zu tauschen, was zu einer ausgeglichenen Stellung geführt hätte. Aber Maxi griff auch daneben und öffnete mit einem unglücklichen Abtausch eine Linie gegen seinen König. Diese Chance nutzte der Gegner zu einem taktischen Schlag, der zu einem Bauerngewinn und deutlichen Vorteil führte. In der Folge spielte der Weidener nicht energisch genug und das Spiel war im 30. Zug wieder im Gleichgewicht. Dann entstand ein Endspiel, in dem der Gegner drei Bauern für einen Springer hatte. Zu unserem Glück fand er aber nicht die besten Züge und Maxi konnte schließlich alle drei Bauern unschädlich machen und den halben Punkt sichern.

Am ersten Brett hatte es Michael Betz mit einem Mannschaftskameraden aus Detag-Weiden-Zeiten zu tun, der ihm schon mehrfach mit seiner eher unkonventionellen Spielweise Probleme bereitet hatte. Michael ließ es mit Weiß ruhig angehen und konnte einen leichten Vorteil verwalten, nachdem Schwarz in einer zunächst symmetrischen englischen Vierspringer-Variante einen unüblichen Springertausch spielte und eine Igel-Struktur anstrebte. Die schwarze Stellung war passiv, aber fest. Nachdem die typischen Gegenschläge d6-d5 und b6-b5 zuverlässig verhindert waren startete Michael eine Aktion am Königsflügel um Chancen zu bekommen, auf Gewinn zu spielen. Weiß konnte schließlich einen starken Springer gegen einen schlechten Läufer sowie einen Freibauern auf der h-Linie verbuchen. Dieser Freibauer war allerdings nicht wirklich voran zu bringen und konnte auch zu einer Schwäche werden. Somit war Michael bei zunehmend knapperer Zeit zu sehr damit beschäftigt und übersah eine Wendung, durch die Schwarz am Damenflügel doch den Vorstoß b6-b5 durchsetzen konnte. So wurde der schlechte Läufer plötzlich stark und die schwarzen Türme sorgten auf der jetzt offenen c-Linie für Gegenspiel. Zu allem Überfluß wollte Michael dann eine unangenehme Variante vermeiden, die mit genauem Spiel aber haltbar gewesen wäre und im schlimmsten Fall in einem schlechten Turmendspiel mit Minusbauer noch Rettungschancen geboten hätte. Die gewählte Alternative beendete die Partie aber sofort, weil Schwarz nicht das erwartete Schach gab, sondern den weißen König abschnitt und Matt im nächsten Zug nicht mehr zu verhindern war.

Siegfried Stelzer an Brett 2 hatte es mit Schwarz mit dem Londoner-System zu tun und tauschte früh seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen den Kollegen auf g3, was dem weißen Turm die h-Linie öffnet. Zu dem Zeitpunkt hatte aber auch Siegfried noch nicht rochiert, so dass dies noch kein Unglück war. Später verwarf er aber die ursprünglich geplante lange Rochade und brachte seinen König doch auf dem Königsflügel in (Un)Sicherheit. Nach einem Abtausch im 15. Zug nahm er aber mit dem Springer (Nach Zurückschlagen mit der Dame hätte diese zum Königsflügel gebracht werden können, wo sie bei der Verteidigung wichtig gewesen wäre) zurück und der weiße Angriff auf der h-Linie sorgte schon für arge Probleme. Letztendlich landete Siegfried in einem sehr schlechten Doppelturmendspiel, in dem Weiß zwei Bauern einsacken konnte. Diesen Vorteil verwertete der routinierte Weidener sehr sicher.

So war also aus der kampflosen 1-0 Führung schon ein 1,5-2,5 Rückstand geworden und für einen Mannschaftserfolg wären zwei Punkte aus den verbleibenden Partien nötig gewesen.

Am dritten Brett hatte Simon Lamm mit Weiß auch auf das Londoner System gesetzt und eine angenehme Stellung erreicht. Im 14. Zug wurde die Lage für menschliche Betrachter unklar, als Simon kurz rochierte obwohl sich gefährlich wirkende gegnerische Figuren dort aufhielten. Ob berechnet oder intuitiv gespielt, es war jedenfalls die korrekte Entscheidung, die der Computer sehr gut findet. In der Folge kann Simon einen Läufer gegen zwei Bauern gewinnen und seine aufgerissene Königsstellung verteidigen. In der Folge lässt er bei knapper Bedenkzeit nichts anbrennen und sorgt mit der einzigen souveränen Leistung dieses Tages wieder für den Ausgleich.

Mannschaftsführer Christian Kraus spielte an Brett 4 mit Schwarz die Russische Verteidigung, die sein Gegner aber sehr zurückhaltend anging. Weiß baute sich wie sonst Schwarz in der Philidor-Verteidigung auf. Die Idee, einen Aufbau, den sonst Schwarz spielt, mit Weiß und einem Tempo mehr zu spielen, ist nicht unüblich, führt aber auch nicht zwingend zu einem Vorteil. Christian setzte jedenfalls aktiv fort und Weiß vergaß, seinen Bauern auf e4 ausreichend zu überdecken, als dieser zweimal angegriffen war. So konnte unser Spieler schon früh einen Mehrbauern verbuchen und auch gleich noch die Damen tauschen. Der Computer sieht eine gewisse Kompensation und der Vorteil ist objektiv nicht ganz so groß, wie gedacht. Nach Verwicklungen entstand ein Doppelturmendspiel mit nach wie vor einem Mehrbauern und leichtem Vorteil für Schwarz. Langsam zeichnete sich aber ab, dass der Vorteil nicht einfach zu verwerten sein würde. Der schwarze König hatte kein gutes Versteck, weshalb die Türme nicht richtig aktiv werden konnten. Schließlich konnte Weiß seinen Bauern zurück erobern und dabei ein Turmpaar tauschen. Bei symmetrischer Bauernstellung an einem Flügel war der friedliche Ausgang der Partie im 69. Zug die logische Folge.

Leider konnten wir unsere Chance nicht nutzen und mussten somit die Tabellenführung an die Schachfreunde Neustadt/Luhe abgeben, die uns nach einem 4-2 Erfolg über ihre zweite Mannschaft einen halben Brettpunkt voraus sind.

Oberviechtach kam gegen Schwandorf auch nicht über ein Unentschieden hinaus und bleibt so mit einem Mannschaftspunkt weniger hinter uns auf Rang 3. 

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