Wichtiger Sieg im Abstiegskampf der zweiten Mannschaft

Nach der deutlichen Auswärtsniederlage gegen den SK Kelheim rutschten wir auf den achten Tabellenplatz ab, sodass am sechsten Spieltag gegen den tabellenvorletzten SG Post/Süd Regensburg eine wichtige Begegnung für den Klassenerhalt der zweiten Mannschaft bevorstand.

Am dritten Brett (S) wählte Johannes Denz die sizilianische Verteidigung. Die Partie war nur von kurzer Dauer und man einigte sich bereits nach wenigen Zügen auf Remis. (½-½)

Stefan Simmerl eröffnete am sechsten Brett (W) mit dem Colle-System. Beide Seiten beendeten ihre Entwicklung und erreichten eine ausgeglichene Stellung, ehe sich auch hier auf Remis geeinigt wurde. (1-1)

Bedrich Prochazka eröffnete am vierten Brett (W) mit dem Königsbauern und sein Gegner verteidigte sich französisch. In der Abtauschvariante wiederholte Schwarz in gleicher Stellung lange Zeit die weißen Züge, bevor Bedrich mit einem Bauernhebel das Zentrum öffnete. Hier verlief sich der Regensburger Spieler in einer Taktik und musste fortan mit einem Minusbauern weiterspielen:

Nach 19. …f6 gewinnt Bedrich mit 20. Sxg6 einen Bauern. Zwar kontrollierte Schwarz nach dem Tausch der Türme auf der e-Linie die offene Linie, doch der Schein trog:
Nachdem der scheinbar aktivere Turm sich am b2-Bauern bediente, fand Bedrich den starken Zug 24. Te1!, der die Partie bereits entscheidet. Um die schwache Grundreihe zu decken, spielte der Regensburger noch 24. …Se7, gab sich aber nach 25. De8+ mit weiterem Materialverlust geschlagen. (2-1)

Elsbeth Horther-Schneider wählte an Brett sieben (S) die Holländische Verteidigung. Während Elsbeth neben ihrem frühen f5 auch g5 spielte, um ihren Angriff auf den weißen König vorzubereiten, konnte der Weiße durch Bauernvorstöße am Damenflügel Raum gewinnen und dort Druck aufbauen. Zwar räumt der Computer dem Weißen durch die gedrückte schwarze Stellung einen Vorteil ein, aus spielerischer Sicht war durch den anstehenden Königsangriff der Ausgang aber ungewiss. So einigte man sich wenig später auf Remis, bevor die Partie in die eine oder die andere Richtung kippen konnte. (2½-1½)

Am zweiten Brett (W) eröffnete Jindrich Novak mit dem Londoner System. Bereits früh wich die Partie von bekannten Theoriepfaden ab, als Jindrich seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen den Springer auf b8 abtauschte. Die entstandene Stellung erinnerte mehr an ein Stonewall-System:

Beide Parteien konnten einen starken Springer auf d5 beziehungsweise d4 etablieren. Jindrich wählte hier den Bauernhebel b4, um Spiel am Damenflügel zu schaffen. Nachdem beide Springer im Zentrum abgetauscht wurden, entstand eine Stellung mit eigentlich starker schwarzer Initiative:
Der weiße Springer auf c4 ist deplatziert. Statt mit 20. …Tf-c8 einen Bauern zu gewinnen, entschied sich der Regensburger für 20. …Lb5. Jindrich opferte die Qualität mit 21. Sd6 und nach einem überfrühten Bauernhebel kippte die vorher ausgeglichene Stellung zu unseren Gunsten:
Durch das Vorziehen des schwarzen Bauerns nach a5 war der Weg frei für die weißen Bauern. Auch das Zurückgeben der Qualität war nicht ausreichend und der c- und d-Bauer drohten umzuwandeln. Schwarz ließ sich das nicht mehr zeigen und gab sich im 27. Zug geschlagen. (3½-1½)

Am fünften Brett (S) verteidigte sich Rudolf Schön sizilianisch. Sein Gegner wählte den Rossolimo-Angriff und konnte in der Eröffnung einen angenehmen Raumvorteil erreichen. Rudolf konnte im Mittelspiel das weiße Zentrum mit einem Bauernhebel aufbrechen, woraufhin der Regensburger ein taktisches Opfer übersah:

Nach 19. Se4 opferte Rudolf mit 19. …Txf3. Der Turm kann nicht zurückgeschlagen werden, da ein schwarzer Springer nach f4 gelangt und der Bauer auf h3 nicht mehr gedeckt werden kann.

Nach 20. De2 übersah Rudolf aber, dass er seinen Turm nach f5 zurückspielen kann. Stattdessen gab er seinen Turm für den Läufer auf e3 und konnte einen starken Springer auf f4 etablieren. Rudolf opferte später erneut eine Figur auf h3, trotz der besseren Stellung war der Gewinnweg aber nicht leicht zu finden. Im Mannschaftssinne nahm er schließlich das Remisgebot seines Gegners an, da Rudolf Schickers Partie zu diesem Zeitpunkt schon klar auf Gewinn stand. (4-2)

Rudolf Schicker wählte am achten Brett (W) die Réti-Eröffnung. Sein Gegner musste bereits in der Eröffnung einige Zugeständnisse machen und seine Figuren standen als Folge nicht optimal. Bei einem vermeintlichen Befreiungsschlag übersah der junge Regensburger einen weißen Läufer auf f1 und verlor eine Figur. Ohne Kompensation war die Partie nicht mehr zu retten und Rudolf entschied trotz langer Gegenwehr den Mannschaftskampf schließlich für uns. (5-2)

Am ersten Brett (S) spielte Liliane Pavlov gegen die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Der Regensburger Spieler erreichte einen Raumvorteil und konnte so seine Leichtfiguren besser aktivieren. Liliane musste derweil einige Züge investieren, um ihre eigenen Läufer zu entwickeln, sodass der Weiße Zeit hatte, mit einem gedeckten Turm das Feld d6 zu besetzen. Dieser ließ sich trotz drohenden Qualitätsgewinns nicht vertreiben, da ansonsten die schwarzen Felder um den König zu sehr geschwächt wären:

Mit 23. …Ld7 versuchte Liliane ihre Stellung zu entlasten und selbst Druck auf den Turm d6 und den Bauern c3 aufzubauen. Weiß antwortete 24. Lg5 und erzwang damit 24. …Lxd6.

Weiß wählte hier zwar den schwächeren 25. exd6, stand damit aber immer noch auf Gewinn, da der Läufer nach f6 gelangte und der schwarze König dadurch zunehmend in Bedrängnis geriet. Das Matt war ohne großen Materialverlust nicht mehr zu verhindern und Liliane musste sich geschlagen geben. (5-3)

Trotz des wichtigen Siegs gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf hatten in den übrigen Begegnungen zumeist die Favoriten das Nachsehen, sodass wir uns nach wie vor in Abstiegsgefahr befinden:

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