Zum siebten Spieltag war die zweite Mannschaft zu Gast beim SC Bavaria Regensburg. Bei diesem Großereignis wurden neben Bezirks- und Oberpfalzliga auch zwei Begegnungen in der zweiten Bundesliga ausgetragen, sodass vier Zweitligisten mit zahlreichen Titelträgern anwesend waren.
Während die erste Mannschaft von Bavaria Regensburg mit einem 4:4 schließlich den Klassenerhalt in der zweiten Liga sichern konnte, war für uns kein punktereicher Wettkampf zu erwarten. Zwar mussten sowohl wir als auch die zweite Mannschaft von Bavaria auf den vorderen Brettern auf einige starke Spieler verzichten, dennoch waren wir mit durchschnittlich über 90 DWZ-Punkten weniger klarer Außenseiter in der Begegnung.
Am zweiten Brett (S) verteidigte sich Bedrich Prochazka französisch. Der Regensburger Spieler fianchettierte seinen Läufer nach g2, wodurch eine königsindische Struktur entstand. Die Stellung bliebbis zum 15. Zug ausgeglichen, als Bedrich versuchte, einen Springer von h4 mittels dem Bauernvorstoß g5 zu vertreiben. Durch diesen Zug wurde die schwarze Königsstellung geschwächt und Weiß erhielt starkes Spiel mit dem typischen Bauernhebel f4:

Bedrich versuchte mit f6 seine Bauern zu decken, öffnete damit aber dem weißen Läufer über h3 einen Weg in seine Stellung:

Siegfried Stelzer spielte am achten Brett (S) gegen das Londoner System. Nach einigen ungewöhnlichen Zügen seines Gegners erreichte er bereits früh eine bessere Stellung mit einem starken Zentrum. Der Regensburger spielte unbedarft weiter und verlor später die Qualität. In der folgenden Abwicklung wählte er jedoch eine unglückliche Fortsetzung, wodurch Siegfried stattdessen eine Leichtfigur gewinnen konnte und Weiß gab sich geschlagen. (1-1)
Svatoslav Zitek wählte am sechsten Brett (S) die Owen-Verteidigung mit 1. …b6. Auch hier erreichte Schwarz früh einen leichten Vorteil, doch im Mittelspiel glich sich die Stellung schnell wieder aus, nachdem die meisten Figuren vom Brett verschwanden. Der Regensburger Spieler ließ schließlich die Chance ungenutzt, durch ein Figurenopfer einen Bauern zu gewinnen, und kurz darauf einigte man sich auf Remis. (1½-1½)
Am fünften Brett (W) wählte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Sizilianische Verteidigung den Grand-Prix-Angriff. Als sich das Zentrum öffnete, konnte Schwarz zwei Bauern gewinnen, ließ im Gegenzug aber mit dem Bauerndurchbruch f5 starkes Spiel für Weiß zu. Elsbeth nutzte diese Gelegenheit leider nicht, woraufhin der Regensburger Material tauschen konnte. Ohne Gegenspiel zwangen die schwarzen Mehrbauern unsere Spielerin zu einer ungünstigen Abwicklung und Elsbeth musste sich geschlagen geben. (1½-2½)
Johannes Denz eröffnete am ersten Brett (W) mit dem Königsbauern. Gegen die Caro-Kann-Verteidigung mit 3…c5 entwickelte sich nach dem Abtausch der c-Bauern ein Kampf um den Bauern d4. Die Partie blieb lange Zeit ausgeglichen, bis Johannes den falschen Plan verfolgte. Neben a5 versuchte er, mit einem Durchbruch des b-Bauerns am Damenflügel die Initiative zu übernehmen. Als jedoch klar wurde, dass diese Idee so nicht umzusetzen war, griff er daneben:

Am dritten Brett (W) spielte Rudolf Schön gegen die französische Verteidigung. Schwarz konnte seine Eröffnungsprobleme früh lösen und einen starken Springer auf b3 etablieren. Als Folge war die weiße Stellung sehr gedrückt und Rudolf hatte Probleme, seine Figuren zu aktivieren. Schließlich opferte er einen Bauern, um einen der starken schwarzen Springer abzutauschen. Doch auch das brachte keine Entlastung und bei drohendem Materialverlust gab er sich geschlagen. (1½-4½)
Manfred Oppel wählte am siebten Brett (W) die Englische Eröffnung. Nach einer unkonventionellen Eröffnungsbehandlung des Regensburgers konnte dieser zwar viel Raum gewinnen, musste jedoch mit seinem König im Zentrum bleiben. Obwohl die schwarze Stellung sehr wackelig aussah, erwies sie sich als sicher und Manfred fand keinen Weg in die schwarze Stellung. Als sich im Mittelspiel das meiste Material abtauschte und die Stellung weiterhin geschlossen blieb, einigte man sich auf Remis. (2-5)
Am vierten Brett (S) verteidigte sich Stefan Simmerl mit der Winawer Variante der französischen Verteidigung. Er erreichte eine angenehme Stellung mit seinem König auf f8, verpasste aber dann, das weiße Gegenspiel am Königsflügel mit h5 zu unterbinden. Nach h6 hatte der Regensburger Spieler weiter Angriffschancen, die schließlich zu einer gedrückten schwarzen Stellung führten. Aber auch der Weiße ließ in der Zeitnotphase einige Möglichkeiten ungenutzt, sodass Stefan mit einem Dauerschach das Remis hätte sichern können:

Damit stand mit 2-6 wie erwartet eine deutliche Niederlage zu Buche. Zwar musste sich auch SG Post/Süd Regensburg 2 in ihrer Begegnung geschlagen geben, aber der SV Oberviechtach, der spielerisch eigentlich mit 3-5 dem SC Sulzbach-Rosenberg unterlag, gewann diese Begegnung durch die Verspätung eines Sulzbacher Spielers mit 5-3 und überholte uns damit hauchdünn mit einem halben Brettpunkt. Die letzten beiden Spieltage gegen die DJK Regensburg Nord am 22.03 und Sulzbach-Rosenberg am 26.04 bringen uns damit in Zugzwang: Es gilt zu punkten, um den Abstieg noch abzuwenden.