Am 8.3.2026 hatte unsere dritte Mannschaft die zweite Mannschaft des SC Oberviechtach zu Gast. Es war ein spannender Wettkampf zu erwarten, da auch dieses Team in der Kreisliga 1 um einen vorderen Platz mitspielt. Nominell waren unsere Aussichten nicht schlecht, wir hatten an fünf Brettern eine leicht bessere DWZ als unsere Gegner. Nur unser Nachwuchsspieler Maximilian Warziwoda hatte einen Gegner mit besserer Wertungszahl. Die Unterschiede waren insgesamt aber nicht groß und so war an allen Brettern ein völlig offener Kampf zu erwarten.
Zunächst zeigte Maximilian, der an Brett 5 Schwarz hatte, dass er kein Lückenfüller, sondern ein durchaus ernst zu nehmender Spieler ist. Sein Gegner wählte einen zurückhaltenden Aufbau in einem Dameninder bzw. Damenbauernspiel was zu einem ausgeglichenen Spiel führte. Im 14. Zug zeigten sich die Früchte von Stefans Training. Maxi zog einen angegriffenen Läufer nicht sofort zurück, sondern fand eine elegante taktische Möglichkeit, das noch zu verzögern. Auch wenn das zu keinem großen Vorteil führte, war es aber doch die Variante, die auch der Computer als stärkste betrachtet. Im 21. Zug fand er aber dann erneut einen sehr guten Zug, der zu deutlicherem Vorteil führt. In der Folge konnte Maxi dann wieder seine taktischen Fähigkeiten zeigen und eine Qualität gewinnen. Und schließlich krönte er sein Spiel mit einer weiteren, gar nicht so offensichtlichen taktischen Feinheit, die ihm eine ganze Mehrfigur plus Bauer bescherte. Die technische Verwertung dieses Vorteils ließ sich der Oberviechtacher Spieler nicht mehr zeigen und gab auf.
An Brett 6 hatte Florian Süß mit Weiß die Englische Eröffnung auf dem Brett. Sein Gegner spielte engagiert und versuchte einen Springer auf dem schwach erscheinenden Feld d3 einzupflanzen. Dies ging aber auf Kosten der Entwicklung und objektiv betrachtet hätte der Springer dort auch nicht viel ausrichten können. Florian fand aber eine noch bessere Lösung, bei der er zwar nach einem bekannten taktischen Motiv in ähnlichen Strukturen einen Bauern verlor, aber dafür mit der besseren Entwicklung seiner Figuren sehr gute Kompensation hatte. In der Folge hätte Schwarz die Damen tauschen sollen, was einen leichten Vorteil für Weiß bedeutet hätte. Nachdem die Damen aber auf dem Brett blieben, konnte Florian mit Tempo seine Entwicklung vorantreiben. Der schwarze König saß auch noch in der Mitte fest und trotz des Minusbauern zeigt der Computer im 15. Zug sehr deutlichen Vorteil (+5) für Weiß bei einer reichhaltigen Auswahl an guten Zügen an. Zunächst spielte Florian auch gut weiter, verlor dann aber den Faden und tauschte im 21. Zug die Damen, wonach der ganze Druck weg war und die Bewertung auf 0 sinkt. In der Folge kommen dann noch zwei weiter Bauern abhanden und der Oberviechtacher lässt sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Bei Rudolf Schicker mit Weiß am zweiten Brett ist die Eröffnung nicht klar zu benennen. Gegen das Fianchetto des Damenläufers spielt der Gegner seinen Läufer über e7 nach f6 und nachdem Rudi d2-d4 spielt entsteht ein Damenbauernspiel mit einer ungewöhnlichen Aufstellung von Schwarz. Auch wenn der Computer Weiß leichten Vorteil zuspricht ist der schwarze Aufbau aber kaum direkt zu widerlegen. Schwarz steht fest und die Partie verläuft ausgeglichen. Nach 20 Zügen einigen sich die Spieler auf Remis. Konkrete Ideen auf Gewinn zu spielen sind für keine Seite erkennbar. Zudem erschien die Lage an den restlichen Brettern für uns zumindest nicht ungünstig.
Dann aber nahm das Verhängnis seinen Lauf.
Simon Lamm an Brett 4 spielte das Londoner System, wogegen sich der Gegner mit einem königsindischen Aufbau wehrte. Bis zum 11. Zug ergab sich keine Feindberührung und die 5. Reihe blieb komplett frei. Keine Seite konnte einen Vorteil verbuchen. Vom 21. bis zum 26. Zug gab es dann nur Schlagzüge und es wurde übersichtlicher, wobei die Lage trotzdem kompliziert war. Simon konnte einen Bauern erbeuten, aber Schwarz hatte mit dem Läuferpaar und aufgrund der etwas unkoordinierten weißen Figuren die Initiative. Im 29. Zug unterlief Simon dann ein Fehler, der Schwarz deutlichen Vorteil bescherte, der in der Folge zum Zusammenbruch der weißen Stellung führte. Simon mußte sich geschlagen geben.
Am ersten Brett folgte Michael Betz mit Schwarz einer Partie, die Elsbeth Horther-Schneider gegen den selben Gegner in der Oberpfalzliga gespielt hatte. Elsbeth war da gut aus der Eröffnung gekommen, aber Michael entdeckte in der Vorbereitung im achten Zug eine andere interessante Idee, die dann tatsächlich aufs Brett kam. Nachdem er, wie auch Elsbeth, das wilde Diemer-Gambit ablehnte ging das Spiel in die Steinitz-Verteidigung der Französischen Verteidigung über. Der Oberviechtacher spielte wie erhofft die gleiche Zugfolge und die Vorbereitung zahlte sich aus. Als Schwarz in der Folge mit einem Bauerngewinn drohte opferte Weiß lieber eine Figur gegen zwei Bauern um das Spiel zu verwickeln. Objektiv sollte die Kompensation dafür nicht reichen, aber in der Praxis erwies sich dieses Vorgehen als gute Wahl. Michael kam im weiteren Verlauf nicht so gut mit den Komlikationen klar, sah Gespenster und verfolgte an sich passable Ideen nicht konsequent genug. Als dann der Oberviechtacher einen dritten Bauern für die Figur zu gewinnen drohte und die weißen Freibauern am Damenflügel zur Gefahr werden konnten nahm Michael verunsichert das Remisangebot an.
Am dritten Brett hatte Markus Schwengler mit Schwarz einen Königsinder aufs Brett gebracht. In der Sämisch-Variante entstand ein schwerblütiger Positionskampf mit einer Bauernstruktur, die es beiden Seiten schwer machte, das Spiel zu öffnen. Markus konnte zwar einen guten Springer gegen einen schlechten Läufer verbuchen, was aber in der geschlossene Stellung nicht zu einem Vorteil reichte. Im 34. Zug fügte Markus sich ins unvermeidliche Remis.
Die unglückliche 2,5 – 3,5 Niederlage ließ Oberviechtach in der Tabelle an uns vorbeiziehen und verwies uns auf Rang 3.























