Am zweiten Spieltag war die dritte Mannschaft auswärts gegen Oberviechtach II gefordert. An Brett 6 spielte Florian Süß mit Schwarz eine königsindische Verteidigung gegen den Aufbau seines Gegners und kam etwas schlechter aus der Eröffnung. Nach einem Fehler seines Gegners erhielt Florian aber einen vielversprechenden Angriff. Da ein Figurenverlust unvermeidlich war um das Matt zu verhindern, gab Weiß im 25. Zug auf und brachte uns die schnelle Führung (0:1).
Maximilian Warziwoda bekam es mit Weiß am fünften Brett mit der Grünfeldindischen Verteidigung zu tun. Nach dem Abtausch vieler Figuren konnte Maximilian einen Mehrbauern verbuchen. Leider übersah er eine taktische Möglichkeit seines Gegners und verlor dabei eine Leichtfigur. Trotz verzweifelter Gegenwehr konnte Schwarz mit seiner Mehrfigur noch einen Bauern umwandeln und mit dieser drückenden Materialüberlegenheit die Partie gewinnen (1:1).
Am vierten Brett spielte Benedikt Stock mit Schwarz ebenfalls Grünfeldindisch gegen seinen Gegner. Im Mittelspiel übte Benedikt mit den Schwerfiguren auf der c-Linie und seinem starken Läufer auf g7 Druck gegen den rückständigen weißen Isolanibauern auf c3 aus und nutzte dessen Fesselung, um den weißen Läufer auf b2 zu erobern. Nachdem Weiß anschließend noch einen Bauern einzubüsen drohte, gab sein Gegner die Partie auf (1:2).
Simon Lamm spielte mit Weiß an Brett 3 das Londoner System und konnte im Mittelspiel einen starken Springer auf e5 postieren. Simon verzichtete auf eine Rochade und begann mit seinen Bauern am Königsflügel loszustürmen. Nach starkem positionellen Druck auf die schwarze Stellung wickelte Simon in bereits bemerkbarer Zeitnot in ein Doppelturmendspiel mit zwei Mehrbauern ab. Nach dem die Zeitkontrolle überstanden war und er noch einen weiteren Turm abtauschen konnte, gewann Simon noch den letzten schwarzen Bauern und führte das Endspiel mit nunmehr Turm + 3 verbundene Bauern gegen Turm gekonnt zu Ende (1:3).
Bei nunmehr komfortablem Vorsprung sollte es doch möglich sein, an den verbliebenen beiden Spitzenbrettern noch einen halben Punkt zum Gewinn des Mannschaftskampfes zu holen, zumal auch die Stellungen dies entsprechend hergegeben hätten.
An Brett 1 erhielt Elsbeth Horther-Schneider mit Weiß nach einem geschlossenen Sizilianer einen vielversprechenden Angriff auf den in der Mitte stecken gebliebenen schwarzen König. Nach 21 Zügen ergab sich folgende gewinnbringende Stellung:

Nach 22. Txf6! hätte Schwarz einpacken können, da 22. …Kxf6 23. Tf1+ zum Matt führt und Weiß bei anderen schwarzen Zügen seinen starken Angriff z.B. mit Df7 oder Lg5 spielentscheidend fortsetzen hätte können. So aber geschah 22. Ld2, was aber immer noch einen großen Vorteil für Weiß bedeutet.
Schwarz schaffte es aber, in den nächsten Zügen Material abzutauschen und mit einer Bauernwalze für ein gefährliches Gegenspiel am Damenflügel und im Zentrum zu sorgen. Leider kommt meistens ein schlechter Zug nicht allein und so stellte Elsbeth bei der Verteidigung ihre Figuren so unglücklich, dass Schwarz einen Mattangriff auf der h-Linie iniziieren konnte und Weiß das Handtuch warf (2:3).
Siegfried Stelzer spielte an Brett 2 mit Schwarz auch Grünfeldindisch und erzielte ein ausgeglichendes Mittelspiel. Nach 33 Zügen eröffnete sich nach dem weißen Tc4-c6 plötzlich eine taktische Möglichkeit:

Hier ließe sich mit 33. …Ld2+ 34. Kd3 (34. Kxd2 ist wegen 34. …Txd4+ und anschliendem Txa4 schlechter) 34. …Lxf4 (droht Le5) 35. Kc3 Tc7 in ein gleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauer abwickeln. Schwarz zog aber 33. …bxa4 und musste nach dem Zwischschach 34. Lf6+ in ein Turmendspiel mit Minusbauer.
Das entstandene Endspiel ist eigentlich remis zu halten, aber die Schachgöttin Caissa meinte es an diesem Tag nicht mehr gut mit uns und so verloren wir auch diese Partie noch (3:3).
Dieses nach dem Spielverlauf doch etwas enttäuschende Unentschieden ist aber kein Beinbruch und in kürze steht bereist die nächste Runde mit einem Heimspiel gegen SK Schwandorf III auf dem Programm.