Die Jahreshauptversammlung im Café Baumgärtel war ordentlich besucht und nahm einen harmonischen Verlauf. Die durchwegs positive Bilanz der Vorstandschaft und jeweiligen Spielleiter, die rege Teilnahme an vielfältigen regionalen und überregionalen (teils europa- und sogar weltweiten!) Turnieren sowie die erfolgreiche Jugendarbeit wurden auch seitens der anwesenden Stadträte sehr lobenswert und anerkennend honoriert. Der sportliche Höhepunkt war der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga Nord, einzig der Abstieg der Zweiten in die Bezirksliga Nord stellte einen kleinen Wermutstropfen dar. Ein besonderer Dank galt der Feuerwehr Windischeschenbach für die Mitnutzung der Räumlichkeiten im Feuerwehrhaus. Der Schachclub wird anlässlich des 70-jährigen Bestehens 2027 die regionalen Turniere des SVO in dieser Saison ausrichten. Ein großer Dank galt natürlich hierbei der Stadt Windischeschenbach für die Unterstützung und Bereitstellung der Mehrzweckhalle.
Die anschließenden Neuwahlen verliefen schnell und reibungslos, da sich die bewährte Crew um den Vorsitzenden Manfred Oppel fast ausnahmslos zur Wiederwahl und zu einem Gruppenfoto stellte.
Die Ehrung für „Spieler/Mitglied des Jahres“ erging diesmal an Carolin und Christian. Unser letztjähriger Spieler des Jahres Stephan übernahm dabei die Laudatio für die strahlenden Geehrten. Glückwunsch an die beiden!
Am kommenden Freitag, 25.09.2026, findet im Café Baumgärtel unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Beginn ist um 19:00 Uhr. Daher entfällt das Schachtraining. Am 02.10.2026 findet das Training wieder im Feuerwehrhaus statt.
Auf Initiative von Maximilian Warziwoda nahmen er und die Familie Luber am 13.09.2026 am DWZ Pokal in Ingolstadt teil. Mit 10 Siegen bei nur 4 Niederlagen für den Schachclub Windischeschenbach war es ein sehr erfolgreicher Ausflug nach Oberbayern.
Felicitas Luber spielte in der U10, hier wurde mit einer Bedenkzeit von 60 Minuten und Mitschreibepflicht gespielt. Sie war in einem gut besetzten Feld mit 13 Spielern auf Platz 6 gesetzt, dies sollte am Ende auch ihre Platzierung werden. An diesem Tag schien ihr Schwarz deutlich besser zu liegen, da sie die Partien 1, 3 und 5 jeweils mit Schwarz gewinnen konnte. In der zweiten Runde traf sie mit weiß auf den späteren Zweitplatzierten. In einer Mammutpartie über 82 Züge und ca. eineinhalb Stunden Spielzeit entschied ein Mehrbauer, den der Gegner in einem Bauernendspiel umwandeln konnte, schlussendlich die Partie. In der vierten Runde, ebenfalls mit Weiß, unterlief ihr in einer klaren Gewinnstellung leider ein Leichtsinnsfehler, der die Dame und somit auch die Partie verlor. Mit 3 Siegen aus 5 Partien kann sie stolz auf ihre Leistung sein, mit etwas mehr Konzentration und etwas Glück wäre vielleicht sogar eine Top-Platzierung drin gewesen.
Elias Luber, Maximilian Warziwoda und Christian Luber gingen im Amateurpokal mit 90 Minuten Bedenkzeit je Spieler an den Start. Es wurde in Vierergruppen, jeder gegen jeden, gespielt. Leider lies die Organisation etwas zu wünschen übrig, der geplante Turnierstart um 10 Uhr wurde um fast eine Stunde überzogen.
In Elias Gruppe mit 3 gewerteten Spielern auf gleicher Spielstärke und einem ungewerteten Spieler startete er mit einem souveränen Weiß-Sieg nach nur 16 Zügen gegen einen Spieler auf nominal gleicher Stärke. In der zweiten Runde mit schwarz gegen einen ebenfalls gewerteten Spieler entwickelte sich eine dramatische Partie mit einigen Fehlern und verpassten Chancen auf beiden Seiten. Im Endspiel standen sich 3 Bauern und ein Läufer von Elias und 3 Bauern und ein Turm des Gegners gegenüber. Dieser spielte das Endspiel nicht optimal, Elias gab sich keine Blöße und konnte letztendlich einen Bauern umwandeln. Kurz darauf setzte er nach 94 Zügen seinen Gegner Schachmatt. Somit ging es in der letzten Runde gegen den ebenfalls ungeschlagenen, aber auch ungewerteten Gegner um den Gruppensieg. Schon früh in der Partie und unterlief Elias dann aber ein Leichtsinnsfehler, durch den er seine Dame verlor. Frustriert gab er im nächsten Zug auf und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
In Maximilian Warziwodas Gruppe kamen 4 Spieler mit fast identischer Spielstärke von 1550 bis 1568 DWZ zusammen. In der ersten Partie kam er mit schwarz gegen einen unkonventionell spielenden Gegner zu einen ungefährdeten Auftaktsieg. In der 2. Runde musste er nochmals mit den schwarzen Steinen ran. In der Abtauschvariante der spanischen Eröffnung unterlief ihn aber die ein oder andere Ungenauigkeit, wodurch sich seine Stellung nach und nach verschlechterte und er sich am Ende geschlagen geben musste. In der letzten Runde traf er dann auf eine starke Jugendspielerin des Gastgebers MTV Ingolstadt, die ihre ersten beiden Partien gewonnen hatte. Nachdem am Nachbarbrett der noch punktlose Spieler relativ schnell seinen ersten Sieg einfuhr, und somit beide bei einem Punkte standen, war klar, dass Maxi mit einem Sieg im direkten Duell den Gruppensieg selbst in der Hand hatte. Mit einer souveränen Leistung erspielte er sich bei gleichem Material eine klar bessere Stellung. Im 30. Zug kam dann auch noch ein Patzer der Gegnerin hinzu, wodurch Maximilian einen ganzen Turm gewann. Mit Dg4 drohte er Schachmatt. Die Gegnerin zog f6 statt f5 und verlor somit einen ganzen Turm. Die restliche Partie spielte Maxi konzentriert zu Ende und sicherte sich so den Sieg in einer starken und ausgeglichenen Gruppe.
Für Christian Luber ging es, wie sich später herausstellen sollte, gleich in der 1. Partie mit weiß gegen einen U14 Jugendspieler mit fast gleicher DWZ Wertung um den Gruppensieg. Die Partie war bis zum 25. Zug sehr ausgeglichen, ein zwischenzeitliches Remis-Angebot des Gegners lehnte Christian aber ab. Dann übersah sein Gegner ein Abzugsschach. Er schlug einen scheinbar ungedeckten Bauer mit der Dame, durch den Abzug konnte Christian aber die Dame mit dem Springer angreifen und auch gewinnen. Die restliche Partie war dann nur noch eine Frage der Konzentration und der 1. Punkt war eingefahren. Gegen eine gewertete und eine ungewertete Gegnerin hatte Christian dann weniger Probleme und konnte noch 2 ungefährdete Siege und somit den ersten Platz vor seinen Gegner aus Runde 1, der mit 2 Punkten Zweiter wurde, einfahren. Der einzige Schreckmoment, den Christian überwinden musste, war der Wecker seines Handys, der während der 2. Partie klingelte. Die Gegnerin nahm dies nicht so eng und der Schiedsrichter ließ ihn mit einer Verwarnung davonkommen. Dies wird ihm sicherlich eine Lehre für zukünftige Partien sein!
Am vergangenen Samstag konnten wir bei überwiegend schönem Wetter und angenehmen Temperaturen ein gelungenes Sommerfest, bestens organisiert durch unsere Vorstände Manfred und Christian, feiern! Herzlichen Dank an alle, die u.a. mit zahlreichen Kuchen- und Salatspenden zu einem wirklich schönem Fest beigetragen haben! Der größte Dank gilt unserem Gasgeber Christian mit seiner Familie! Zu Beginn spielten wir unsere diesjährige Vereinsmeisterschaft im Schnellschach (das Endergebnis findet ihr hier: Vereinsmeisterschaft im Schnellschach 2026). Gratulation an unseren neuen Vereinsmeister Tobias Brunner und dem Jugendsieger Maximilian Warziwoda! Nach dem Sommerfest ist vor dem nächsten Sommerfest …! Wir freuen uns schon darauf!
Datum und Uhrzeit: 1. August 2026 ab 13.30 Uhr Ort: Parksteiner Straße 17, 92637 Weiden Ablauf: Beginn um 13.30 mit unserer Schnellschach-Vereinsmeisterschaft, gegen 18.00 Uhr Abendessen mit gemütlichen Beisammensein bis „DEM Morgen graut“. 😉
am kommenden Freitag, 17.07.2026, steht uns das Feuerwehrhaus aufgrund einer Veranstaltung der freiwilligen Feuerwehr nicht zur Verfügung. Daher entfällt leider das Schachtraining.
Ungewohnt spät im Jahr hatte die Dritte am letzten Spieltag die Schachfreunde Neustadt/Luhe 1 zu Gast. Diese hatten die Meisterschaft schon in der vorletzten Runde sichern können, aber für uns ging es noch um die Ehre und den zweiten Platz in der Tabelle. Wir waren mit Oberviechtach Punkt- und Brettpunktgleich.
Relativ schnell, nach ca. einer Stunde Spielzeit, brachte uns Florian Süß an Brett 6 in Führung. Florian eröffnete mit Weiß wie gewohnt Englisch, konnte schnell einen Bauern erobern und führte seine Partie nach weiterem Materialgewinn souverän zum Sieg.
Rudolf Schicker am dritten Brett bekam mit Schwarz einen Colle-Aufbau vorgesetzt. Rudi hatte keine Probleme, das Spiel ausgeglichen zu halten und einigte sich mit seinem Gegner im 21. Zug auf Remis.
Am fünften Brett wählte Maximilian Warziwoda mit Schwarz die Nimzoindische Verteidigung. Es kam zu einer Variante, die der Computer als günstig für Weiß ansieht. Trotzdem wurde dieser Aufbau erstaunlicher Weise auch schon von namhaften Großmeistern (u.a. Peter Leko) gespielt. Maxi geriet aber schon bald in Bedrängnis, verlor einen Bauern und landete in einer Verluststellung. Er zeigte aber Kampfgeist und verwickelte das Spiel. Schließlich bot er auch noch ein Damenopfer an, das ihm bei Annahme einen Vorteil beschert hätte. Diese Finesse durchschaute sein Gegner aber und behielt weiterhin die bessere Stellung. Schließlich unterlief ihm aber dann doch noch ein böses Mißgeschick und Maxi konnte einen glücklichen Sieg verbuchen.
Michael Betz an Brett 1 bekam mit Schwarz nach 6 Jahren endlich wieder einmal seine Lieblingsvariante im Winawer-Franzosen aufs Brett. Im 15. Zug wählte Weiß ein seltenes Abspiel, mit dem Michael sich aber vor einiger Zeit intensiv beschäftigt hatte. Er konnte bis zum 18. Zug der Empfehlung von Emanuel Berg (The French Defence Volume Three) folgen. Dort gibt Berg den gespielten Zug ( 18….Dd4) als Möglichkeit ein Remis zu sichern an, merkt aber an, dass Schwarz das nicht nötig hat und empfiehlt den Zug 18. …Db4 mit schwarzem Vorteil. Den hatte Michael leider nicht mehr auf dem Schirm. Sein Gegner wich allerdings der Zugwiderholung aus und bot ein überraschendes Qualitätsopfer an. Objektiv hat Schwarz danach deutlichen Vorteil, aber am Brett war die Sache nicht so einfach. In der Folge verpassten beide Spieler gute Fortsetzungen. Schließlich gab Schwarz die Qualität zurück und konnte im entstehenden Endspiel sogar einen Mehrbauern verbuchen. Der weiße Freibauer auf der h-Linie sicherte Weiß ein gutes Spiel und erforderte eine genaue Verteidigung. Im 40-sten Zug gab es schließlich noch einen einzigen Zug, der die Stellung ausgeglichen gehalten hätte. Den fand Michael nicht und mußte wenig später aufgeben.
Am zweiten Brett wählte Siegfried Stelzer mit Weiß die Italienische Eröffnung und erhielt eine über weite Strecken vorteilhafte Stellung. Beide Spieler fanden nicht immer die genauesten Züge, Schwarz hatte teilweise Ausglich, aber Sigi kam doch immer wieder in eine gute Stellung. Im 29-sten Zug übersah er dann aber einen taktischen Einschlag, der bei richtigemn Spiel aber auch nur Ausgleich bedeutet hätte. Bei knapp werdender Zeit spielte Siegfried leider die falsch Variante und landete in einer Verluststellung. In der Zeitnotphase ließ sein Gegner sich den Sieg nicht mehr nehmen und setzte den weißen König im 37-sten Zug matt.
Jetzt war es also noch einmal spannend geworden und alle Hoffnungen lagen auf Simon Lamm, der am vierten Brett mit Weiß erneut sein Londoner System zur Anwendung brachte. Sein Gegner ließ sich zunächst nichts zu Schulden kommen und es entstand schließlich ein Turmendenspiel. Simon hatte da die etwas aktivere Stellung, machte Druck und konnte schließlich einen Bauern gewinnen.
Mit genauem Spiel konnte er diesen Vorteil ausbauen und den Turmtausch anbieten. Auch wenn Schwarz abgelehnt hätte, wäre der weiße Vorteil zum Sieg ausreichend gewesen. Der Neustädter suchte die Rettung im Bauernendspiel, das Simon aber mit Präzision zu Ende brachte. Als er im 51. Zug den einzigen Zug zum Sieg fand gab sein Gegner auf und der Mannschaftserfolg war sicher gestellt.
Im Fernduell kam unser Konkurrent Oberviechtach gegen Weiden nicht über ein 3-3 hinaus und somit konnten wir den zweiten Platz in der Abschlußtabelle für uns verbuchen.
Am letzten April-Sonntag kam es in Altensittenbach zum mit Spannung erwarteten Showdown um den Meistertitel und den Aufstieg in die Landesliga. Die Ausgangslage konnte prickelnder nicht sein, denn nur der Sieger würde die Saison krönen und den Titel perfekt machen können. Bei einem 4-4, was absolut im Bereich des Möglichen war, sich aber niemand wünschte, hätte Verfolger SG Fürth der lachende Dritte sein können. Erwartungsgemäß entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, der an Dramatik kaum zu überbieten war und tatsächlich mit einem 4-4 Unentschieden endete. Das einzige Ergebnis, dass den Fürthern noch eine Chance eröffnete.
Nachdem das letzte Partieformular unterschrieben war, war die Saison für die Gastgeber beendet, doch für uns begann das große Zittern, denn auch wir hatten noch die kleine Chance, dass Fürth nun seinerseits nur 4½-3½ gewinnen würde, wonach beide Teams punkt- und brettpunktgleich ins Ziel gekommen wären. Und tatsächlich waren Caissa und Fortuna mit uns im Bunde. Kareth wehrte sich nach Kräften beim letzten Versuch den Abstieg noch zu vermeiden und erzielte die für uns notwendigen 3½ Punkte! Nun mussten die Turnierordnung und der Rechenschieber bemüht werden, um die weiteren Entscheidungskriterien zu berechnen, was fast das ganze Team auf der Heimfahrt durchexerzierte (nur Chris musste sich auf die Straße konzentrieren!).
Das Ergebnis war, dass wir sowohl gleich viele Mannschaftssiege (6-6) als auch gleich viele Gewinnpartien (32-32) aufwiesen und erst bei den Schwarzsiegen mit 14-13 minimal die Nase vorn hatten. Ein Fotofinish mit hauchdünnem Vorsprung!
Wir sind Meister der Regionalliga Nord-Ost und damit Aufsteiger in die Landesliga Nord!
Es folgt das Geschehen auf den Brettern im letzten Krimi der an Höhen und Tiefen nicht armen Saison:
An Brett 6 (S) musste sich Carolin Werner mit der zwar selten gespielten aber nicht zu unterschätzenden Bird-Eröffnung auseinandersetzen. Die regelmäßig produzierten ungewohnten Stellungsbilder nahmen in dieser Partie besondere Form an, nachdem sich beide Seiten so gar nicht an übliche Muster der Figurenentwicklung halten wollten. Dabei übertrieb es der Heimspieler aber ein wenig und erlaubte Caro schon früh ein aussichtsreiches Figurenopfer:
Brett 6: Nachdem Weiß freiwillig auf die Rochade verzichtet hatte, nutzte Caro die Chance zu einem Figurenopfer für zwei Bauern und Angriff auf den gegnerischen König.
Die Maschine sieht nach 14…Lxg4! 15.hxg4 Sxg4+ auch beim bestem Zug von Weiß 16.Ke1 Schwarz klar im Vorteil, doch für uns Menschen ist das Spiel am Brett eine viel größere Herausforderung. Und prompt blitzte der Altensittenbacher 16.Kg3?? heraus, der ihn in eine sofortige totale Verluststellung brachte. Caro setzte mit 16…Txe2 zunächst korrekt fort, verlor aber anschließend nach 17.Lf1 Tee8? (Te3!) 18.Kxg4 h5+?? (Se6!) den Faden. Die Stellung war wieder ausgeglichen, doch Caro hatte ihren Mut mit einem extrem hohen Zeitverbrauch bezahlt und stand nun mit leeren Händen da. Ihr Gegner spielte weiter schnell, um den Druck aufrecht zu erhalten, beging dabei aber eine Ungenauigkeit, die ihn noch einmal in Probleme hätte bringen können:
Brett 6: Nach dem letzten Zug von Weiß 23.Tae1, hätte Caro mit der kleinen Taktik 23…Te3! den neuralgischen Punkt f4 erfolgreich attackieren und noch einmal die Initiative übernehmen können.
In hochgradiger Zeitnot übersah sie diese Möglichkeit jedoch und wählte leider 23…Txe1?? wonach sich die Bewertung endgültig zu Gunsten von Weiß drehte. Zwar schaffte sie tatsächlich noch die Zeitkontrolle, doch der Rest war Schweigen. Eine verpasste Chance und ein denkbar unglücklicher Start für uns. (0-1)
An Brett 2 (S) wählte FM Zdenek Haba die Moderne Verteidigung, eine Eröffnung, die ebenfalls geprägt ist von einer eher anti-klassischen Systematik. Schwarz verzichtet zunächst auf die Entwicklung des Königsflügels, um stattdessen schnell sein Gegenspiel auf der anderen Brettseite zu entwickeln. Nichts für Puristen, doch objektiv keinesfalls schlecht, denn der Anziehende wird früh auf ihm möglicherweise unbekanntes Terrain gelockt:
Brett 2: Stellung nach 7.e5. Weiß hat sich „normal“ entwickelt, während Schwarz untypisch seine Springer zurück gehalten und stattdessen beide Läufer fianchettiert hat. Nach klassischer Lehre geradezu ein Verbrechen, doch die Verteidigung trägt nicht umsonst den Zusatz „Modern“.
Sieht man sich die Statistik an, fördert diese Erstaunliches zu Tage. Die Engine attestiert dem Weißen schon nach wenigen Zügen einen deutlichen Vorteil von um die +0.8 (die puristische Sicht), doch in der Praxis erzielt Schwarz eine geradezu traumhafte Performance:
Die laut MegaBase 2026 in 352 Partien in dieser Stellung gespielten neun weißen Züge weisen eine fast schon unterirdische Ausbeute von im Schnitt nur knapp 42 % aus! Normal wären ca. 52-54 %!
Doch zurück zur Partie. Es ging munter weiter mit ungewöhnlichen Zügen, wobei beiden Spielern mehrfach Ungenauigkeiten unterliefen (das unbekannte Terrain!), bis Zdenek den vorentscheidenden Fehler machte:
Brett 2: Bei der etwas luftigen Königsstellung wäre der Damentausch eine Erleichterung für Schwarz. Diesen konnte Zdenek mittels 15…Df7 anbieten, doch leider entschied er sich für 15…Kd8? und geriet fortan mit seinem König im Zentrum ins Kreuzfeuer der gegnerischen Figuren.
Die Verteidigung wurde immer schwieriger und führte zu weiteren Fehlern, die erfolgreichen Widerstand schließlich unmöglich machten. Bei anhaltendem Angriff ging im Getümmel eine Figur für nur zwei Bauern verloren, was zur Aufgabe noch vor der Zeitkontrolle führte. Eine unglückliche Partie für Zdenek, passend zu seiner gesamten Saison. Wir sind sicher und wünschen ihm von Herzen, dass die nächste Spielzeit besser läuft! (0-2)
An Brett 1 (W) griff Tobias Brunner wie gewohnt zum geschlossenen Aufbau gegen die Sizilianische Verteidigung. Die Spitzenspieler spulten zwölf Züge Theorie ab und landeten in einer etwa ausgeglichenen Stellung mit weißen Ambitionen am Königsflügel und schwarzem Gegenspiel am Damenflügel:
Brett 1: Der von Tobias gespielte Zug 13.De1 ist anscheinend eine Neuerung, mit der die Idee verfolgt wird, die Dame mittels g4 und Schwenk nach h4 für einen Angriff gegen den schwarzen König zu positionieren.
In dieser spannungsgeladenen Stellung beharkte man sich lange Zeit gegenseitig ohne dass eine Seite einen nennenswerten Vorteil erzielen konnte. Erst auf dem Weg zur Zeitkontrolle wurde es noch einmal interessant:
Brett 1: Die Absicht von Tobias seinen schwachen Bauern a4 mittels 32.a5 loszuwerden, wurde etwas leichtsinnig mit 32…bxa5 beantwortet, was ihm die Chance gab mit 33.c5! einen Freibauern zu bilden.
Das allein wäre noch kein Problem für Schwarz gewesen, doch schon im nächsten Zug griff der Heimspieler mit 33…Dc7?? entscheidend daneben. Nun konnte Tobias mit 34.cxd6 Dxd6 35.Lc5 Dd8 36.d6 a4 37.d7 seinen Freibauern mit Macht in Bewegung setzen, was zu einem schnellen Ende der Partie führte:
Brett 1: Mit seinem letzten Zug wollte der Altensittenbacher das Umwandlungsfeld d8 für seinen Läufer räumen, kam damit jedoch einen Zug zu spät. Mit dem effektvollen 38.d8D!! zwang Tobias seinen Gegner wegen der Drohung Td7+ und Damenverlust zur sofortigen Aufgabe.
Ein schöner Schluss einer lange Zeit ausgeglichenen Partie und nach dem mehr als unglücklichen Start in den Wettkampf ein enorm wichtiger Sieg für uns! (1-2)
An Brett 7 (W) ging es Stephan Schmahl gegen die Caro-Kann Verteidigung mit der Abtausch-Variante ruhig an. Der Heimspieler wählte eine Modevariante, die nach Abschluss der Figurenentwicklung zu einer minimal besseren Stellung für Weiß führte:
Brett 7: Mit dem richtigen 17.Tad1 hätte Stephan seine letzte untätige Figur ins Spiel bringen sollen, doch er wollte den lästigen Se4 mittels 17.Sd2? zu befragen und gab dem Gegner damit unnötigerweise Gelegenheit den Stellungstypen radikal zu ändern.
Hätte der Altensittenbacher jetzt zum überraschenden 17…Lxd4! 18.cxd4 Sxd4, gefolgt von 19…Sc2 gegriffen, wäre die Partie mit einem Ungleichgewicht von Turm + 2 Bauern gegen Läufer und Springer völlig anders verlaufen. Doch er sah diese Idee anscheinend nicht, tauschte auf d2 und konnte nur noch abwarten, was Weiß versuchen würde. Stephan konnte seinen Vorteil in der Folge zwar etwas vergrößern, ein entscheidender Fortschritt war aber nicht auszumachen. Allerdings kostete die dauernde Suche nach eventuellen Fallstricken den Heimspieler eine Menge Zeit, die ihm am Schluss fehlen sollte. Nach etlichen Zügen des Lavierens verlor Stephan leider die Geduld, hatte aber ungeahnten Erfolg:
Brett 7: Die Engine schlägt den überraschenden 33.Ld2 vor, um den Weg für den f-Bauern freizumachen, doch Stephan wählte 33.Le5?! und hatte nach 33…Lxe5 34.Sxe5 Sxe5 35.Dxe5?! eigentlich seinen Vorteil verspielt, wenn ihm der Schwarze nicht mit 35…e6? zu Hilfe gekommen wäre.
Durch den unglücklichen Bauernzug (richtig war 35…b5! mit Ausgleich) versperrte der Schwarze sich selbst eine Verteidigung auf der 6. Reihe und geriet nach 36.h5 g5 37.Df6 Kh7 38.Te5 in hochgradiger Zeitnot ins Schwimmen:
Brett 7: Mit 38…Tg8! hätte sich der Altensittenbacher erfolgreich verteidigen können, doch er zog 38…Tc7?? und geriet in eine Verluststellung. Stephan spielte 39.f4! und hatte alle Trümpfe in der Hand.
Die letzte Möglichkeit für Schwarz war mit 39…Dd8 die Damen zu tauschen und sich mit Bauernverlust und miserablem Endspiel abzufinden, doch mit nur noch Sekunden auf der Uhr warf er 39…gxf4?? 40.g5! Tg8?? aufs Brett und wurde mit 41.Dh6# matt gesetzt. Der umjubelte Ausgleich war geschafft! (2-2)
An Brett 5 (W) entschied sich Milo Müller gegen die Sizilianische Verteidigung ebenfalls für das Geschlossene System und darin für einen ganz speziellen Aufbau:
Brett 5: Nach nur zehn Zügen war eine Stellung entstanden die es zumindest laut MegaBase 2026 noch nie auf dem Brett gegeben hatte. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und so hätten 11.b4! statt des menschlichen 11.De1 und anschließend 11…f5! statt 11…Ld5 einen kleinen Vorteil für die jeweilige Seite ergeben. Computerschach in Reinkultur!
Wenige Züge später hatte sich das Feld zwar etwas gelichtet, die neuartige Struktur war aber erhalten geblieben:
Brett 5: Der Zug 16.Lb2 würde vermutlich jeder zumindest in Erwägung ziehen, würde aber auch jeder glauben, dass die Stellung mit einer Engine-Bewertung von ca. +2.8 bereits gewonnen für Weiß ist?
Die Annahme des Bauernopfers mit 16…fxe5 17.fxe5 Lxe5 würde den Schwarzen nach 18.a5 Da7 19.Tae1 in Teufels Küche bringen. Die überlegene Aktivität der weißen Figuren wäre überwältigend. Milo spielte aber leider 16.axb5, gefolgt von 17.exf6? und geriet selbst in Nachteil. Das Geschenk bescherte dem Heimspieler keine lange Freude, da Ungenauigkeiten seinerseits den Vorteil wieder vergaben. Kurz vor der Zeitkontrolle war schließlich ein Doppelturmendspiel mit leichtem Vorteil für Milo entstanden:
Brett 5: Mit dem richtigen 39…Tbb2! konnte Schwarz noch hoffe, doch er entschied sich für 39…Tb3+?? und gestatte damit dem weißen König den ungehinderten Vormarsch vor seine Freibauern.
Der Vorteil von zwei verbundenen Freibauern gegenüber einem einzelnen ist fast immer entscheidend und so auch in dieser Partie. Milo ließ sich nicht mehr beirren und brachte den vollen Punkt souverän nach Hause. (3-2)
An Brett 3 (W) spielte Philipp Mark gegen die Slawische Verteidigung eine seltene Variante, die die Absicht verfolgt sich früh den Vorteil des Läuferpaars zu sichern. Das Vorhaben gelang und führte zu einer typisch slawischen Stellung mit besseren Aussichten für Weiß:
Brett 3: Nach seinem letzten Zug 15.0-0 hatte Philipp zwar einen kleinen Vorteil, doch stärker wäre 15.a4! gewesen, was versucht hätte die Vorzüge seines Raumvorteils am Damenflügel sofort in die Waagschale zu werfen.
In der Folge spielte sich der Kampf entsprechend der Bauernstruktur hauptsächlich am Damenflügel ab. Dem Schwarzen gelang es Gegenspiel zu generieren und in einem längeren Schlagabtausch den gesamten Damenflügel aufzulösen. So ging es auch im Zentrum weiter bis schließlich ein Endspiel übrig blieb, dass trotz zweier Mehrbauern völlig ausgeglichen war:
Brett 3: Der Altensittenbacher hatte gerade mit 41…Tf4?? die 3. Reihe verlassen, was Philipp mit 42.Ld3! hätte ausnutzen können. Die Mattdrohung zwingt den Schwarzen zu 42…Lg7, was seine Koordination entscheidend schwächt. Doch leider ging Philipp an seinem Glück vorbei und wählte 42.d5.
Eine 2. Chance bekam der Windischeschenbacher nicht mehr und musste sich wenige Züge später in das unvermeidliche Remis fügen. (3½-2½)
An Brett 8 (S) verteidigte sich Miroslav Kalous Nimzo-Indisch und wählte gegen die am häufigsten gespielte Rubinstein-Variante das unternehmenslustige Damenfianchetto. Ein sehr selten gespielter Zug von Mirek führte gleich im Anschluss zur ersten interessanten Stellung:
Brett 8: Der von Mirek gespielte Zug 8…f5 passt zwar ins System, viel stärker war jedoch 8…Dh4+! wonach Weiß entweder das Rochaderecht verliert oder Damentausch zulassen muss, was dem Schwarzen ein leichtes Spiel verspricht. Denn 9.g3? funktioniert wegen 9…Sxg3! 10.Df2 Sf5 mit Bauernverlust nicht.
Nach dieser verpassten Gelegenheit baute der Weiße sein Zentrum mit e4 weiter aus und stand gemäß Computer bereits auf Gewinn. Der Altensittenbacher fand jedoch nicht die beste Fortsetzung und beging nun seinerseits einen Fehler indem er das Zentrum schloss:
Brett 8: Nach dem kurz zuvor gemachten strategischen Fehler 16.d5? ergab sich für Mirek ein wunderbare Möglichkeit in Form von 19…Da4! wonach im weißen Lager heillose Verwirrung auszubrechen droht. Er wählte aber 19…Df7 und hatte leider eine weitere gute Gelegenheit verpasst.
Und es kam noch schlimmer. Scheinbar verunsichert, ließ sich Mirek immer weiter zurückdrängen und hätte dem gegnerischen Angriff eigentlich erliegen müssen:
Brett 8: Nachdem der Weiß wenige Züge vorher einen glasklaren Gewinn ausgelassen hatte, konnte er hier mit 36.Tg4!! den Sack endgültig zumachen, doch er spielte sofort 36.Sh6+ und vergab damit einen erheblichen Teil seines Vorteils.
Nichtsdestotrotz war Mirek gezwungen eine Qualität zu geben und stand immer noch auf Verlust. Zwei Züge vor der Zeitkontrolle kam es in beidseitiger Zeitnot zum letzten Fehler:
Brett 8: Mit 39.Lf6! Tf7 40.T1h4 konnte der Weiße noch immer gewinnen, doch er vertauschte erneut die Züge und stand nach 39.T1h4? Lxc4! 40.Lf6 Lxd5+ plötzlich mit leeren Händen da.
Der Heimspieler wickelte nun in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab und sicherte damit trotz eines Minusbauern den halben Punkt. Im Endeffekt ein etwas glückliches Remis für uns in einer teilweise haarsträubenden Partie. (4-3)
An Brett 4 (S) kämpfte Christian Müller gegen die Abtauschvariante im abgelehnten Damengambit mit klassischen Mitteln. Beide Spieler gaben sich keine Blöße und folgten der bekannten Theorie satte 14 Züge lang:
Brett 4: Der logische und noch immer bekannte Zug wäre 15.Lf2 gewesen, um den Vorstoß e4 weiter vorzubereiten. Der Weiße wählte jedoch den bizarr anmutenden 15.Sg1?!
Die Eröffnungsprobleme waren für Chris dadurch vollständig gelöst und er begann nach Wegen zu Vorteil Ausschau zu halten. Nach einer Weile des beidseitigen Lavierens bekam er eine erste Möglichkeit:
Brett 4: Mit dem Manöver 27…Sd6-c4 hätte Chris den Druck gegen e3 und am Damenflügel erhöhen können, doch er entschied sich für 27…Sg5, um mit dem Springer nach e6 zurückzukehren.
Zwei Züge später war es soweit:
Brett 4: In zwar etwas unbequemer Stellung aber völlig ohne Not spielte der Weiße hier 30.Sg4?? und stand nach 30…Sxd4 31.Txd4 h5! 32.Sf2 Txe3! 33.Txe3 Dxd4 mit einem Bauern weniger und schlechter Stellung glatt auf Verlust.
Chris verpasste anschließend leider ein klare Gewinnfortsetzung, behielt aber weiterhin entscheidenden Vorteil und musste nur noch einen Zug vor der Zeitkontrolle ausführen:
Brett 4: Am besten waren 40…d4 und 40…Lc8, aber auch der einfache 40…Kg7 kam in Frage, um anschließend in Ruhe mit neuen 30 Minuten auf der Uhr nach dem besten Gewinnweg zu suchen. In einem kleinen Anfall von Übermut zog er aber 40…a4?? und verschenkte den gesamten Vorteil.
Es begann die letzte Phase der letzten Partie der Saison mit dem gesamten Druck auf den Schultern von Chris. Nachdem ihm bewusst wurde, dass der Vorteil weg war, hatte er mental eine schwere Bürde zu tragen. Ein Remis würde zum Mannschaftssieg und Aufstieg reichen, aber der Druck war für einen Augenblick zu groß:
Brett 4: Nur mit 54…Kd4! war das rettende Remis noch zu erreichen, doch Chris zog 54…Kd6?? und konnte anschließend wegen seines passiven Turms keine Verteidigung mehr organisieren.
Der Altensittenbacher trieb seinen Bauern bis nach a7 und hatte anschließend mit seinem König freie Hand. Da jedes Bauernendspiel für Schwarz verloren war, musste Chris dem weißen Treiben tatenlos zusehen und im 64. Zug die Waffen strecken. Ein trauriges Ende einer strategisch ausgezeichnet geführten Partie. Dass es am Ende doch noch für uns reichte, gönnen wir niemandem mehr als Chris! (4-4)
Nachdem die Spielleitung nach gefühlt unendlicher Wartezeit unseren Aufstieg endlich offiziell bestätigt hat, können wir diesen hart erkämpften grandiosen Erfolg nicht nur entspannt, sondern vor allem auch gebührend auf unserem Sommerfest feiern! Und ich bin mir sicher, dass sich der Vorstand dafür etwas ganz besonderes einfallen lässt!
Die Abschlußtabelle:
Die fleißigsten Punktesammler der Saison waren:
Stephan (6.0/8) – Caro (6.0/9) – Chris (5.5/9) – Mirek (5.0/7) – Milo (5.0/8)
Und zum Schluss noch unsere Glücksbringer mit den Schwarzsiegen:
Caro (3) – Philipp (2) – Chris (2) – Milo (2) – Stephan (2) – Tobi (1) – Ingo (1) – Jindrich (1)
Ein Dank an alle Vereinsmitglieder für einen tollen Zusammenhalt im Verein und ein besonderer Dank an alle, die für die Spieltage außergewöhnliche Belastungen auf sich nehmen, um sich einzubringen!
Und ein ganz spezieller Dank and die Vorstandschaft, die jederzeit alles unternimmt, damit nicht nur der Verein bestmöglich aufgestellt ist, sondern auch jedes einzelne Mitglied Spaß am Schach hat!
Und Chris, was Du auf Dich nimmst, lässt sich kaum in Worte fassen. Danke! Danke! Danke!
Auf ein Neues in der kommenden Saison!
Ein Dank geht auch an die SG Fürth, die uns trotz des für sie unglücklichen Millimeterentscheids auf ihrer Homepage fair zum Aufstieggratuliert hat!
Am vergangenen Sonntag stand für die zweite Mannschaft mit dem Auswärtsspiel beim SC Sulzbach-Rosenberg der Saisonabschluss in der Oberpfalzliga an. Gleichauf mit dem SV Oberviechtach und einen Mannschaftspunkt vor der SG Post/Süd Regensburg ging der Abstiegskampf in eine spannende letzte Runde.
Am dritten Brett (W) wählte Bedrich Prochazka die Zukertort-Eröffnung. Beide Seiten ließen sich in den ersten Zügen nichts zu Schaden kommen und so nahm Bedrich ein frühes Remisgebot seines Gegners an. (½-½)
Am sechsten Brett (S) spielte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Englische Eröffnung. Auch hier entwickelte sich eine ruhige Partie, und nachdem die Bauernstruktur weitgehend festgelegt war, einigte man sich ebenfalls auf Remis. (1-1)
Am siebten Brett (W) wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. Im Mittelspiel geriet er durch Druck auf den rückständigen d3-Bauern in die Defensive. Trotz dieser Schwäche ergab sich jedoch eine Chance zum Gegenangriff:
Nach 22. f5 hätte Weiß die Initiative übernommen. Schwarz kann den Angriff nicht ohne Materialverlust abwehren, da plötzlich alle Figuren auf den schwarzen König zielen und f6 eine gefährliche Drohung ist.
Nach 22. Sf6 opferte Manfred im weiteren Verlauf den d3-Bauern und versuchte sein Glück mit dem Läuferopfer auf h7. Schwarz konnte jedoch die Damen tauschen bevor der eigene König in Gefahr gekommen wäre und Manfred gab sich wegen des verlorenen Materials geschlagen. (1-2)
Am fünften Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Er erreichte eine sehr aktive Stellung mit guten Angriffschancen und fand auch die richtige Idee, nur leider in der falschen Zugreihenfolge:
Mit 20.f4 hätte Stefan hier den Angriff weiterführen können. Schwarz hat kein Gegenspiel und auch nach einem Damentausch hat Weiß starken Vorteil durch die aktiveren Figuren.
Nach 20. Sxb7 konnte sein Gegner aber die meisten seiner Probleme lösen und die passiven Figuren abtauschen. Als sich ein ausgeglichenes Endspiel abzeichnete, einigte man sich auch hier auf Remis. (1½-2½)
Am Spitzenbrett (W) fand sich Jindrich Novak nach einer unkonventionellen Eröffnung in einer Art Trompowsky-Angriff wieder, wo Weiß den Läufer auf g5 mit seinem h-Bauern verteidigte. Die Partie nahm einen ungewöhnlichen Verlauf, als Jindrichs König nach einem Damenschach auf e2 landete und dort zum Angriffsziel wurde. Zwar konnte Jindrich seine wichtigste Figur in Sicherheit und seinen Turm über h4 ins Spiel bringen, musste dafür aber einen Bauern hergeben, gegen den es sich im Endspiel zu verteidigen galt. Der Sulzbacher unterschätzte aber die unsichere eigene Königsstellung und plötzlich musste er selbst um Remis kämpfen:
Nach 39. Sh6 ist die Stellung für Weiß bereits gewonnen. Schwarz versuchte mit 39…f5+ ein Pattmotiv zu konstruieren, doch Jindrich wich der Falle aus und nahm den Läufer nach dem Turmopfer nicht. Im Zugzwang und bei drohendem Matt konnte er so überraschend den vollen Punkt erzielen. (2½-2½)
Am achten Brett (S) verteidigte sich Siegfried Stelzer Sizilianisch und fand sich nach Zugumstellung in einer französischen Struktur wieder. Nachdem sich die Damen tauschten besetzte Siegfried mit beiden Türmen die offene c-Linie, was seinen Gegner zur Passivität zwang. Trotz der schwarzen Aktivität war die Stellung bis ins Springerendspiel ausgeglichen, bis der Sulzbacher Spieler eine schwer zu findende Gewinnmöglichkeit nicht nutzte:
Hier hätte 45. Kb5! gewonnen. Weiß hat im Bauernrennen Zeit, Kb6 zu spielen, sodass der schwarze König entscheidend schlecht steht, dass Weiß am Ende trotz zeitgleicher Umwandlung gewinnt: Schwarz kann entweder den d- oder e-Bauern umwandeln. Nach Dd8+ ist aber entweder die Dame sofort weg oder der König muss in die e-Linie, wo nach De8+ wieder die Dame weg ist:
Glücklicherweise hat Weiß stattdessen 45. Sxc6 gespielt und das Bauernendspiel ist Remis. (3-3)
Am vierten Brett (S) spielte Rudolf Schön gegen die Reti-Eröffnung. Zu Beginn erreichte er angenehmen Vorteil und Aktivität, wählte im Mittelspiel aber eine forcierte Abwicklung, die seinem Gegner die offene a-Linie überließ:
Nach 22…Ta7 23. Lf4 schlug auf Rudolf auf a1. Am greift aber der Läufer den b6 Bauern an, sodass Weiß nach 25. Ld8 26.Lxd8 Txd8 mit Ta1 seinen Turm nach a6 bekommt.
Der Sulzbacher opferte später seinen Turm für den Springer und die beiden Bauern am Königsflügel. In eigentlich gewonnener Stellung ermöglichte er schließlich eine Zugwiederholung, mit der sich Rudolf ins Remis rettete:
47. Tf1 wiederholt die Stellung bereits zum zweiten Mal. Weiß hätte hier 48.Kf3 nebst Kg2 spielen können, um mit Sh3 seinen g-Bauern zu decken. Nach 48.Kg3 erzwingt 48… Tg1 das Remis, da auch der g-Bauer hängt und anschließend Tf1 entweder 50. f6+ forciert, sodass Schwarz die Bauern aufhalten kann, oder nach Kg3 die dreimalige Stellungswiederholung folgt. (3½-3½)
Am zweiten Brett wählte Johannes Denz die Nimzo-Indische Verteidigung. Johannes wählte im Mittelspiel einen passiven Plan und die weißen Figuren konnten aktiv werden. Glücklicherweise fand auch sein Gegner nicht die besten Züge, sodass die Bauern am Königsflügel festgelegt wurden. Gegen das Läuferpaar konnte Johannes den Damenflügel ausreichend verteidigen, in Zeitnot übersahen beide Spieler aber ein eigentlich gewinnbringendes Opfer:
40. Le2 hätte den schwarzen König freigelegt und dem h-Bauern den Weg zur Umwandlung geöffnet. Weiß wählte aber 40. Le2 als sicheren Zug vor der Zeitkontrolle und Johannes spielte 40…f6, was diese Idee aus dem Spiel nimmt.
Wenig später einigte man sich schließlich auf Remis, obwohl Weiß noch immer leicht besser stand. (4-4)
Dieses am Ende versöhnliche 4-4 hat zwar gereicht, um gleichauf mit Oberviechtach zu bleiben, die ebenfalls nur Unentschieden spielten, ein anderer Akteur nutzte aber die Gunst der Stunde: Post/Süd Regensburg gewann mit 6-2 überraschend hoch gegen ein gut aufgestelltes Burglengenfeld und verließ damit ausgerechnet am letzten Spieltag zum ersten Mal in der Saison die Abstiegsränge.
Damit hat sich das Glück im Vergleich zur vergangenen Saison gewendet: Während die erste Mannschaft nach aktuellem Stand denkbar knapp den Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft hat, konnte die zweite Mannschaft den erfolgreichen Abstiegskampf des Vorjahres nicht wiederholen und muss den Gang in die Bezirksliga antreten.
In der vorletzten Etappe des Abstiegskampfes in der Oberpfalzliga war am 22. März die DJK Regensburg Nord zu Gast im Windischeschenbacher Feuerwehrhaus. Wie so oft ging es darum, wichtige Punkte zu holen, um den hauchdünnen Vorsprung der Oberviechtacher aufzuholen und die gefährdeten letzten beiden Tabellenplätze hinter sich zu lassen.
Am siebten Brett (S) verteidigte sich Svatoslav Zitek mit der Owen-Verteidigung. Beide Seiten entwickelten sich ohne Komplikationen, ehe sich das Zentrum öffnete. Bereits beim Übergang ins Mittelspiel einigte man sich im 15. Zug auf Remis. (½-½)
Am sechsten Brett (W) wählte Michael Betz gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Nach dem typischen Bauernhebel d4 wirkten die schwarzen Figuren zunächst recht passiv. Der Regensburger bekam diese aber schnell wieder flott, woraufhin die Leichtfiguren bald vom Brett verschwanden. Da alle Schwerfiguren am Brett blieben und keine Seite nennenswerte Schwächen vorzuzeigen hatte, einigte man sich auch hier auf Remis. (1-1)
Am dritten Brett (S) wählte Bedrich Prochazka die Horwitz-Verteidigung. Weiß erreichte einen angenehmen Raumvorteil, sodass Bedrichs Läuferpaar in geschlossener Stellung kaum zur Geltung kam. Nach langer Rochade sah sich unser Spieler sofort einem Bauernansturm auf seine Königsstellung ausgesetzt. Bedrich war zur Verteidigung gezwungen und musste seine Figuren passiv stellen. In komplizierter Stellung verlor er zudem die Uhr aus den Augen und musste sich wegen Zeitfall geschlagen geben. (1-2)
Am fünften Brett (S) verteidigte sich Elsbeth Horther-Schneider Indisch. Der Regensburger nutzte seinen Raumvorteil und begann einen Angriff am Königsflügel. Durch das schnelle Ziehen ihres Gegners geriet Elsbeth in Zeitnot, konnte aber die Damen tauschen und so dem Angriff den Wind aus den Segeln nehmen. Im Anschluss übersah sie aber eine starke Ressource:
Nach 30. Lh6 bringt 31. Se6 gewinnbringenden Vorteil. Weiß droht auf c5 zu nehmen und den a4-Bauern zu gewinnen. Elsbeth schlug selbst auf e6, konnte den Bauern aber wegen Sd5 nicht ohne Weiteres zurückgewinnen.
Nach einem Qualitätsopfer wehrte sich Elsbeth zwar noch einige Zeit, musste sich aber letztlich geschlagen geben. (1-3)
Am achten Brett (W) eröffnete Manfred Oppel Englisch. Nach einem fragwürdigen Zentrumsvorstoß seines Gegners kam er in deutlichen Vorteil, als sich die schwarze Königsstellung öffnete und Manfred mit seinen Figuren eindringen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle ergab sich schließlich ein Gewinnweg für Weiß:
Mit 38. g4 droht nicht nur g5 mit Matt, sondern der König hat auch einen Fluchtweg nach h4, da die Dame das Feld e1 deckt. Manfred wählte aber 38. Sf8 und nach Dd2 folgt Remis durch Dauerschach. (1½-3½)
Am zweiten Brett (W) spielte Johannes Denz die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch entstand eine typische Stellung mit isoliertem d-Bauern, mit dem er im 18. Zug sein Glück versuchte:
Nach 18. d5 Sxd5 19.Sxd5 exd5 hat Schwarz alle Drohungen pariert. Auch das folgende Te1+ bringt Weiß nicht weiter, da der König mit f6 ein Luftloch schaffen und so den Turm auf h8 ins Spiel bringen kann.
Im weiteren Verlauf versuchte Johannes, dem schwarzen Mehrbauern entgegenzuhalten, musste sich aber geschlagen geben, als immer mehr Figuren abgetauscht und so der Bauer immer stärker wurde. (1½-4½)
Am ersten Brett (S) wählte Jindrich Novak die Philidor-Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch verblieb Jindrichs König im Zentrum, wodurch die schwarze Stellung etwas gedrückt wirkte. Der Regensburger tauschte aber das meiste Material ab und die Stellung war wieder ausgeglichen. Im entstandenen Endspiel mit Springer gegen Läufer versuchte man durch lange Figurenmanöver einen Vorteil zu erreichen, was aber keiner Seite gelang. Schließlich setzte Jindrich auf einen Bauerndurchbruch und die Partie wurde noch einmal spannend:
Zwar konnte Weiß einen Bauern gewinnen, hatte aber am Ende den falschen Läufer zum Umwandlungsfeld h8. Jindrich opferte seinen Springer für den c-Bauern und die Partie endete Remis. (2-5)
Am vierten Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung, geriet aber im Mittelspiel nach einer Taktik einen Bauern in Rückstand. Der Regensburger konnte die Stellung vereinfachen, übersah aber seinerseits beim Übergang ins Turmendspiel eine Taktik:
Nach 29… b5 kann der schwarze König helfen, den Bauern auf d6 zu gewinnen und Schwarz behält die verbundenen Freibauern. Allerdings kam 29… Txd6 und Stefan hat nach 30. Txb7gute Remischancen.
Der Regensburger blieb hartnäckig und spielte weiter auf Sieg. Im 98. Zug griff Stefan daneben, was nach einer so langen Partie durchaus verständlich ist. Bereits lange Zeit auf Inkrement spielend lief er auf die falsche Seite des Bauerns und musste sich schließlich geschlagen geben. (2-6)
Glücklicherweise kam auch der SV Oberviechtach nicht über eine 1½-6½ Niederlage hinaus und so sind wir nach dem achten Spieltag mannschafts- und brettpunktgleich, was zu einer spannenden letzten Begegnung gegen Sulzbach-Rosenberg führen wird: