1. Mannschaft gerät im Spitzenspiel unter die Räder

Nach einem makellosen Saisonstart aller Mannschaften musste der Verein am vergangenen Sonntag die erste Niederlage einstecken. Im Spitzenspiel der Regionalliga Nord-Ost empfingen wir den ebenfalls noch verlustpunktfreien Tabellennachbarn der SGem Fürth. Während die Gäste in Bestbesetzung antreten konnten, mussten wir krankheitsbedingt auf Jaroslav Illetsko, einen unserer beiden „Mr. 100 %“, verzichten. Auf dem Papier waren die Gäste mit einem um 30 DWZ-Punkte höheren Schnitt zwar leichter Favorit, doch dadurch wollten wir uns nicht beeindrucken lassen und unbedingt einen Fight auf Augenhöhe liefern. Letztlich war es aber einfach nicht unser Tag und der Wettkampf endete in einem unerwarteten Fiasko.

An Brett 1 wählte FM Zdenek Haba wie geplant den Übergang von der Sizilianischen Verteidigung in den sehr flexiblen sogenannten Igel-Aufbau. Der Gegner erhielt Raumvorteil mit Angriffschancen am Königsflügel, entschied sich jedoch, zunächst abzuwarten und dem Windischeschenbacher eine Falle zu stellen, in die dieser prompt hineintappte. Nachdem Zdenek den angebotenen Bauern geschlagen hatte, wurde seine Dame von den weißen Figuren gejagt und fiel schließlich tief in der eigenen Hälfte den Häschern zum Opfer. (0-1)

An Brett 2 gelang es Tobias Brunner in einem Geschlossenen Sizilianer schon früh, sich das Läuferpaar zu sichern. Dem kommenden Angriff am Königsflügel versuchte sein Gegner durch die entgegengesetzte lange Rochade zu entrinnen, doch damit geriet er vom Regen in die Traufe. Der Angriff fand nun am Damenflügel statt und Tobias erreichte eine glatte Gewinnstellung. In der Folge fand er jedoch einfach nicht den endgültigen K.O.-Schlag und so konnte sich der Fürther noch einmal berappeln. Kurz nach der Zeitkontrolle übersah Tobias nochmals einen einfachen Gewinn und musste sich schließlich mit einem für ihn enttäuschenden Remis zufrieden geben. (½-1½)

An Brett 3 stimmte Christian Müller in einer Philidor-Verteidigung schon nach wenigen Zügen dem Damentausch zu. Im somit früh entstandenen Endspiel baute er sich gewohnt sicher auf und ohne nennenswerte Aussichten auf Vorteil einigten sich die Kontrahenten nach 13 Zügen auf ein stellungsgerechtes Remis. (1-2)

An Brett 4 wählte Philipp Mark in einem abgelehnten Damengambit eine harmlose Variante und konnte keinerlei Eröffnungsvorteil erzielen. Das folgende Mittelspiel war geprägt von ruhigen Manövern um die besten Felder für die eigenen Leichtfiguren. Letzten Endes gelang es seinem Gegner die Initiative zu übernehmen und fortan sah sich Philipp in die Verteidigung gedrängt. Es gelang dem Fürther in die weiße Stellung einzudringen und in ein klar vorteilhaftes Endspiel mit aktiverem König und einer überlegenen Springer gegen Läufer Konstellation abzuwickeln. Die Passivität seines Läufers gab schließlich den Ausschlag, dass der Windischeschenbacher in Zugzwang geriet und die aussichtslose Partie aufgab. (1-3)

An Brett 5 musste sich Stephan Schmahl in einer Sizilianischen Verteidigung mit der Alapin-Variante seines Gegners auseinandersetzen. Dies gelang ausgezeichnet und bis zum 13. Zug hatte er eine ausgeglichene Stellung erreicht. Doch dann unterlief ihm ein schwerer Fehler, der ihn eine Figur kostete. Zwar konnte er noch zwei Bauern auf der Habenseite verbuchen, doch die ungünstige Position seiner Dame führte schließlich unweigerlich zu weiterem Materialverlust und der anschließenden Aufgabe. (1-4)

An Brett 6 versuchte Jindrich Novak nach einer ruhigen Eröffnung in einem abgelehnten Damengambit durch Abtausch der Schwerfiguren schnellstmöglich in ein Endspiel überzugehen, was ihm zwar gelang, doch leider nur in einer ungünstigen Version. Sein Gegner hatte mehr Raum und die aktiveren Figuren, die er zu einem lang anhaltenden Druckspiel nutzte. Jindrich verteidigte sich gut und konnte die Chancen lange nahezu ausgeglichen halten, bis ihm im im 31. Zug ein Fehler unterlief, der ihn bis zum Schluss nicht mehr auf die Beine kommen ließ. Trotz heroischer Gegenwehr konnte er die Schwächen seiner Stellung nicht mehr verteidigen und musste schließlich nach dem 62. Zug aufgeben. (1-5)

An Brett 7 kämpfte Miroslav Kalous in einer Nebenvariante der Französischen Verteidigung von Anfang an gegen den gegnerischen Raumvorteil um Ausgleich. Sein Gegner handelte umsichtig und konnte sich nach und nach einen klaren Vorteil erspielen. Miroslav wehrte sich nach Kräften und plötzlich nahm die Partie einen dramatischen Verlauf. In Gewinnstellung unterlief dem Fürther ein schwerer Fehler, der den Vorteil verschenkte, doch er wählte eine Variante, die den Windischeschenbacher sogar in klaren Vorteil brachte. In starker Zeitnot spielte Miroslav zunächst stark, doch dann übersah er nicht nur einen einzügigen Gewinn, sondern im letzten Zug vor der Zeitkontrolle auch noch eine gegnerische Drohung und musste völlig konsterniert aufgeben. (1-6)

An Brett 8 konnte Jürgen Zant in der Abtausch-Variante des abgelehnten Damengambits nach einer Ungenauigkeit seines Gegners eine vorteilhafte Stellung erreichen. Leider nutzte er die Gunst der Stunde in Form eines Mehrtempos nicht konsequent, wonach die Stellung wieder ausgeglichen war. Im 18. Zug unterlief dem Fürther ein krasser Fehler, doch Jürgen übersah leider den einfachen Gewinn und geriet stattdessen am Damenflügel unter Druck. Nach zwei Fehlern des Gastspielers hatte der Windischeschenbacher die Partie wieder im Griff, nur um zwei Züge später seinen Springer und damit die Partie einzustellen. (1-7)

Die bisher so überzeugende Mannschaft erwischte einen rabenschwarzen Tag und unterlag völlig zurecht, wenn auch nach dem Spielverlauf sehr unglücklich, um ein bis zwei Punkte zu hoch. Aber wie sagt ein Sprichwort: lieber einmal deutlich verlieren als zweimal knapp! Nach der 3. Runde stehen die Windischeschenbacher nun auf dem 4. Tabellenplatz, drei Punkte vor der Abstiegszone. Der Blick nach oben ist zwar erst einmal verbaut, doch das gesteckte Saisonziel, der Klassenerhalt, ist weiter aus eigener Kraft zu erreichen. Zum Jahresabschluss fahren wir am 11. Dezember zum Auswärtsspiel beim SC Jäklechemie. Die Nürnberger sind Aufsteiger und belegen derzeit einen der drei Abstiegsplätze. Alle unsere Spieler brennen auf Wiedergutmachung und bei normaler Tagesform sollte ein Sieg im Bereich des Möglichen sein.

Ein Schachtag in Windischeschenbach

Am Samstag, den 26.11., fanden in der Aula der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach gleich zwei Schachturniere statt. Während am Vormittag die Oberpfälzer Jugendeinzelmeisterschaft im Blitzen mit 28 Teilnehmern für die Altersklassen U10 bis U20 ausgespielt wurde, fand nachmittags der 2. OSJ-Cup statt. Mit 94 Teilnehmern wurden hier sogar die gängigen Teilnehmerzahlen noch vor Corona weit überschritten.

Vor allem das Blitzturnier verlief für unsere Spieler sehr erfolgreich. Als einziger U20-Spieler hatte Philipp Mark den Pokal eigentlich schon in der Tasche, spielte sich aber dennoch souverän mit nur einer nicht gewonnenen Partie an die Sitze seiner Gruppe. Christian Kraus und Maximilian Warziwoda erzielten in der U18 und U10 mit jeweils dem dritten Platz ebenfalls beide ein sehr gutes Ergebnis.

Außerdem erreichten beim OSJ-Cup in der U16 Benedikt Sperber den 13. und Lorenz Baierl den 16. Platz. Jakob Treml kam in der U12 aus Rang 15. In der U10 belegten Maximilian Warziwoda Platz 10 und Anna Baierl Platz 24.

Die genauen Ergebnisse sind hier für das Blitzturnier und hier für den OSJ-Cup sind hier nachzulesen.

Knapper Sieg im Viererpokal – Das Viertelfinale ist erreicht!

Am Sonntag Morgen empfingen wir bei dichtem Schneetreiben den SC Furth im Wald zum Achtelfinale des oberpfälzischen Viererpokals. Als nomineller Favorit und mit dem Heimvorteil im Rücken wollten wir unsere Erfolgsserie in der laufenden Saison natürlich unbedingt fortsetzen.

An Brett 1 verwechselte Stephan Schmahl gegen die Tarrasch-Variante der Französischen Verteidigung leider schon früh die Züge und musste seinem Gegner einen Raumvorteil im Zentrum überlassen. Diesen nutzte der Further, um seine Figuren gegen den schwarzen König in Stellung zu bringen. Der folgende Befreiungsversuch von Stephan war nicht von Erfolg gekrönt, doch gerade als sein Gegner den Sack hätte zu machen können, griff er schwer daneben. Stephan konnte nicht nur den Damentausch erzwingen, sondern dabei auch noch einen Bauern gewinnen und klaren Vorteil erreichen. Doch leider verlor er in Zeitnot die Übersicht und geriet in ein Mattnetz aus dem es kein Entrinnen mehr gab. (0-1)

An Brett 2 konnte Tobias Brunner gegen die Skandinavische Verteidigung seines Gegners einen leichten Raumvorteil erreichen. Nach einer kurzen Abtastphase versuchte sich der Further im Mittelspiel durch Figurenabtausch zu entlasten, wählte dafür aber eine ungünstige Abwicklung in deren Folge er ersatzlos einen Bauern einbüßte. Zur allgemeinen Überraschung entschied er sich, die Partie sofort aufzugeben, so dass Tobias nach nur 16 Zügen zu einem unerwartet leichten Sieg kam. (1-1)

An Brett 3 wurde Philipp Mark von seinem routinierten Gegner mit dem altehrwürdigen Albin-Gegengambit konfrontiert. Nach einem wilden Schlagabtausch eingangs des Mittelspiels konnte Philipp seinen Mehrbauern behaupten und klaren Vorteil erlangen. In der entstandenen Position fand er jedoch eine Weile lang nicht die besten Züge und geriet nach einem anschließenden taktischen Fehler ins Hintertreffen. Als jedoch auch der Further seine Chance verpasste und zwei klare Gewinnzüge übersah, landete man schließlich in einem ausgeglichenen Turmendspiel, das erwartungsgemäß und ohne weitere Vorkommnisse Remis endete. (1½-1½)

An Brett 4 wählte Johannes Denz gegen den Königsbauernzug seines Gegners die Russische Verteidigung. Nach ausgeglichener Eröffnung mit entgegengesetzten Rochaden entwickelte sich im Mittelspiel ein schwerblütiger Kampf um die bessere Ausgangsposition für einen Königsangriff. Trotz einiger Irrungen und Wirrungen gelang es Johannes letztlich zuerst Linien und Diagonalen gegen den gegnerischen König zu öffnen. Unter Druck unterlief dem Further schließlich ein schwerer Fehler, der ihn einen ganzen Turm kostete. Damit war die Partie entschieden und das Matt noch vor der Zeitkontrolle das Tüpfelchen auf dem i. (2½-1½)

Nach diesem knappen aber letztlich verdienten Sieg stehen wir unter den letzten acht Teams in der Oberpfalz. Im Viertelfinale, das Anfang Januar 2023 ausgetragen wird, erwarten uns dann u.a. hochkarätige Teams aus Regensburg und Umgebung. Wir dürfen gespannt sein auf die Auslosung!

SG Post/Süd Regensburg gewinnt „Silberschild“ 2022

Am vergangenen Sonntag, 13.11.2022, wurde in der Aula der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach die Blitzschach-Mannschaftsmeisterschaft der Oberpfalz ausgetragen. Dabei steht die Saison 2022/23 ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums des Schachverbandes Oberpfalz, der am 25.11.1922 von zwölf Vereinen in Schwandorf gegründet wurde. Daher wurden die einzelnen Bezirksturniere an Gründungsorte, von denen Windischeschenbach einer war, vergeben.

Das Turnier um das sogenannte „Silberschild“ hätte durchaus mehr Resonanz verdient gehabt, denn neben zwei Mannschaften des Ausrichters fanden nur sieben weitere Viererteams den Weg in die nördliche Oberpfalz. Gespielt wurde ein doppelrundiges Turnier „Jeder gegen Jeden“ mit einer Bedenkzeit von drei Minuten plus zwei Sekunden Inkrement pro Partie.

Recht früh setzten sich vier Mannschaften deutlich vom Rest des Feldes ab. Besonders spannend wurde die Entscheidung um den neuen Titelträger, denn vor der letzten Runde waren die SG Post/Süd Regensburg und der SC Bavaria Regensburg punktgleich an der Tabellenspitze. Während Post/Süd auch die letzte Begegnung souverän gewinnen konnte, musste sich Bavaria abschließend geschlagen geben. Somit wurde die SG Post/Süd Regensburg in der Besetzung FM Roland Schmid, Roland Gruber, FM Michael Quast und FM Jens-Uwe Pohl-Kümmel mit 29:3 Mannschaftspunkten vierdient neuer Bezirksmeister im Blitzschach. Mit 27:5 Punkten folgte der SC Bavaria Regensburg, für den Lennart Uphoff, Uwe Kleibel, Artur Steinhauer und Dr. Martin Brüll an die Bretter gingen, auf Rang zwei. Dritter wurde der TSV Kareth-Lappersdorf, dessen Farben von Martin Heika, Harald Boca, FM Ralf Grabert und Manfred Pärr vertreten wurden.

Die besten Einzelergebnisse erzielten an Brett eins Tobias Brunner (SC Windischeschenbach I) mit 13,0 Punkten, an Brett zwei Roland Gruber (SG Post/Süd Regensburg) sowie Uwe Kleibel (SC Bavaria Regensburg) mit jeweils 12,5 Punkten, am Brett drei Artur Steinhauer (SC Bavaria Regensburg) mit 15,0 Punkten und an Brett vier Jens-Uwe Pohl-Kuemmel (SG Post/Süd Regensburg) mit 14,5 Punkten.

Hier folgt die Abschlusstabelle mit den Einzelspieler*innen:

Rang	Mannschaft		TWZ	S	R	V	MP	BP
Brett	Teilnehmer		TWZ	S	R	V	Punkte	SoBerg

1	SG Post/Süd Regensburg	2210	14	1	1	29:3	53.5
1	Schmid, Roland		2221	11	2	3	12.0	80.00
2	Gruber, Roland		2108	11	3	2	12.5	90.25
3	Quast, Michael		2286	13	3	0	14.5	87.00
4	Pohl-Kuemmel, Jens-Uwe	2226	14	1	1	14.5	99.25
								
2	SC Bavaria Regensburg	2047	13	1	2	27:5	47.5
1	Uphoff, Lennart	        2185	10	3	3	11.5	73.00
2	Kleibel, Uwe		2186	12	1	3	12.5	77.25
3	Steinhauer, Artur	1970	14	2	0	15.0	99.00
4	Dr. Brüll, Martin	1848	8	1	7	8.5	38.00
								
3	TSV Kareth-Lappersdorf  2131	11	2	3	24:8	43.5
1	Heika, Martin		2237	11	0	5	11.0	75.50
2	Boca, Harald		2066	9	1	6	9.5	69.00
3	Grabert, Ralf		2134	11	2	3	12.0	60.50
4	Paerr, Manfred		2088	11	0	5	11.0	88.00
								
4	SC Windischeschenbach I	1893	10	0	6	20:12	36.5
1	Brunner, Tobias		2070	12	2	2	13.0	87.25
2	Mark, Philipp		1893	7	0	9	7.0	36.50
3	Denz, Johannes		1684	6	2	8	7.0	22.50
4	Zant, Jürgen		1926	8	3	5	9.5	61.00
								
5	SK Schwandorf		1870	4	4	8	12:20	28.0
1	Stöckl, Stephan		1950	1	6	9	4.0	36.25
2	Lautner, Juergen	1999	8	2	6	9.0	51.50
3	Paar, Johannes		1918	8	1	7	8.5	28.50
4	Scherl, Rafael		1614	6	1	9	6.5	42.25
								
6	SK Weiden 07		1832	3	4	9	10:22	23.0
1	Nöckler, Alexander	1831	5	1	10	5.5	26.00
2	Sanner, Christoph	1821	8	0	8	8.0	55.00
3	Schlaffer, Josef	1829	3	2	11	4.0	14.50
4	Moroz, Grigorij		1846	5	1	10	5.5	29.75
								
6	SF Roding		1698	3	4	9	10:22	23.0
1	Berisha, Shpend		2019	6	0	9	6.0	33.50
2	Schwarzfischer, Markus	1695	4	1	11	4.5	19.50
3	Hornauer, Sebastian	1597	2	2	12	3.0	12.25
4	Schwarzfischer, Julia	1440	9	1	6	9.5	52.25
5	Hessler, Markus		1737	0	0	1	0.0	0.00
								
8	SC Erbendorf		1604	3	3	10	9:23	18.0
1	Hoffmann, Wolfgang	1873	4	2	10	5.0	26.00
2	Kamm, Daniel		1733	4	1	10	4.5	28.00
3	Gelbert, Johannes	1432	1	1	13	1.5	7.00
4	Keck, Johannes		1390	5	2	8	6.0	35.50
5	Weiß, Michael		1592	1	0	2	1.0	6.50
								
9	SC Windischeschenbach II1523	1	1	14	3:29	15.0
1	Müller, Christian	2026	3	2	8	4.0	23.50
2	Müller, Milo		1820	3	2	8	4.0	34.50
3	Stock, Benedikt		1429	0	2	11	1.0	7.75
4	Schwengler, Markus	1526	5	0	8	5.0	19.50
5	Kraus, Christian	815	1	0	11	1.0	6.50

Die siegreichen Teams.

Kampfloser Sieg für die 3. Mannschaft

Zum 2. Spieltag der Kreisliga II Nord wollte unsere 3. Mannschaft den FC Schwarzenfeld empfangen, um weiter um die Tabellenspitze zu kämpfen.

Doch leider erhielt Mannschaftsführer Manfred Oppel kurz vor Spielbeginn einen Anruf der Schwarzenfelder, die mit einer Reifenpanne auf der Autobahn liegen geblieben waren.

Nachdem alle Versuche der Gäste die Panne selbst zu beheben scheiterten und auch der ADAC eine 45-minütige Wartezeit prognostizierte, gab man in einem zweiten Telefonat das Match schließlich kampflos verloren.

Unsere hochmotivierten Spieler Benedikt Stock, Markus Schwengler, Christian Kraus und Benedikt Sperber mussten so unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Niemand freut sich über eine kampflose Partie und unsere unglücklichen Gäste mit Sicherheit am aller wenigsten, aber manchmal macht uns das Leben leider einen Strich durch die Rechnung.

Nach dem 2. Spieltag ist unsere Dritte nun als einzige Mannschaft mit zwei Siegen alleiniger Tabellenführer. Kurz vor Weihnachten kommt es in der 3. Runde wieder zu Hause zum mit Spannung erwarteten Lokalderby gegen den SC Erbendorf.

Großartiger Erfolg der 1. Mannschaft

In der 2. Runde stand für die 1. Mannschaft das schwere Auswärtsspiel beim SC Forchheim 1 an, einem Verein der in seiner langen Tradition schon in so ziemlich jeder höherklassigen Liga bis hin zur Bundesliga vertreten war. Angeführt vom renommierten GM Vlastimil Jansa verpasste man in der letzten Saison als Vizemeister nur knapp den Aufstieg in die Landesliga und gewann den direkten Vergleich mit uns klar mit 5½-2½. Auch in dieser Saison ist das Team sicher zum Favoritenkreis zu zählen, was auch in einem um 43 Punkte höheren DWZ-Schnitt zum Ausdruck kam, dem höchsten Schnitt in der Liga an diesem Spieltag! Nichtsdestotrotz wollten wir, in Bestbesetzung angetreten, keinesfalls nur einen Sparringspartner abgeben!

An Brett 1 durfte sich FM Zdenek Haba zum wiederholten Male mit seinem tschechischen Landsmann, GM Vlastimil Jansa, duellieren. In einer Eröffnung abseits des Mainstream forcierte Zdenek schon früh den Damentausch, was sich jedoch bald als ungünstig herausstellen sollte. Fortan kämpfte er mit einem Bauern weniger um den Ausgleich, doch mit großmeisterlicher Technik konnte der Forchheimer nicht nur seinen Materialvorteil halten, sondern kurz nach der Zeitkontrolle auch noch mit Turm und Läufer in die gegnerische Stellung eindringen. Nach einem weiteren Bauernverlust gab Zdenek den aussichtslosen Kampf auf.

An Brett 2 erreichte Tobias Brunner gegen die selten gespielte Bird-Eröffnung seines Gegners schnell eine günstige Stellung. Doch nach einer Unachtsamkeit musste er sich einer Damenflügelinitiative erwehren, die nach einem Fehler seinerseits zu einer Verluststellung führte. Tobias hielt nach Kräften dagegen und wurde schließlich für seinen Kampfgeist belohnt. Nach einem Fehler seines Gegners war die Stellung wieder ausgeglichen und ein Remis in greifbarer Nähe. Als der Forchheimer schließlich mit der Brechstange gewinnen wollte, stand er nach einem schlimmen Fehler glatt auf Verlust. In der Schlussphase fand Tobias jedoch nicht den richtigen Weg und musste sich schließlich in einem ausgeglichenen Damenendspiel mit Remis begnügen.

An Brett 3 konnte Christian Müller gegen die Russische Verteidigung seines Gegners einen kleinen Eröffnungsvorteil in Form des Läuferpaars herausholen. Im Mittelspiel fand er jedoch keinen effektiven Plan und geriet nach einem ungünstigen Figurentausch in Nachteil. In einer komplizierten Stellung spielte auch sein Gegner nicht optimal und die Partie pendelte sich wieder im Gleichgewicht ein. Unter Zeitdruck geriet Christian durch ein unglückliches Manöver in ernste Verlustgefahr, doch aus heiterem Himmel, einen möglichen Gewinn vor Augen, griff sein Gegner schwer daneben und stellte einen ganzen Turm ein, was ihn zur sofortigen Aufgabe zwang.

An Brett 4 erreichte Philipp Mark in einer Damenindischen Verteidigung schon früh eine ausgeglichene Stellung. Nachdem die Damen und drei Figurenpaare getauscht wurden, zeigte er auf gekonnte Weise, dass sein agiler Springer dem passiven gegnerischen Läufer deutlich überlegen war. In schwieriger Stellung unterlief dem Forchheimer der entscheidende Fehler, wonach sich Philipp die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ und durch präzises Spiel zuerst einen Bauern und schließlich die Partie gewann. Ein weiteres herausragendes Ergebnis unseres Youngsters gegen einen weit erfahreneren und über 200 DWZ-Punkten höher gewerteten Gegner. Bravo!

An Brett 5 startete Stephan Schmahl nach ungewöhnlicher Eröffnungsbehandlung seines Gegners gut in die Partie und hätte gegen dessen Slawische Verteidigung bereits im 10. Zug gewinnverheißenden Vorteil erreichen können. Leider wählte er jedoch eine ungünstige Variante und musste sich mit einer ausgeglichenen Stellung begnügen. Im Mittelspiel verlor er in beidseitiger Zeitnot die Übersicht, übersah mehrere Möglichleiten zum Remis und musste sich schließlich in einem chancenlosen Springer-Läufer-Endspiel geschlagen geben.

An Brett 6 erwischte Jindrich Novak einen rabenschwarzen Tag und stand in der von ihm gewählten Philidor-Verteidigung schon nach wenigen Zügen mit dem Rücken zur Wand. Als er im 7. Zug die Chance verpasste, sich durch Bauerntausch im Zentrum zu entlasten, war es um seine Stellung geschehen. Der geplante Gegenschlag entpuppte sich als schwerer Fehler, den sein Gegner zu einem Qualitätsgewinn nutzte. Die anschließende verzweifelte Gegenwehr half nicht mehr und so musste Jindrich schließlich im 40. Zug kapitulieren.

An Brett 7 wählte Jaroslav Illetsko gegen die Caro-Kann-Verteidigung seines Gegners die sogenannte Zweispringervariante und konnte in der Eröffnung einen leichten Vorteil erzielen. Nachdem er im Mittelspiel mit einem Turm auf die siebte Reihe eingedrungen war, unterlief dem Forchheimer nach einigen beidseitigen Ungenauigkeiten schließlich der entscheidende Fehler. Das entstandene, klar gewonnene Turmendspiel führte unser Team-Senior ohne Probleme zum Sieg. Mit seinen 80 Lenzen zeigte Jaroslav erneut eine starke Leistung und hat nun (wie auch Christian!) mit zwei Punkten aus zwei Partien als einer von nur noch vier Spielern in der Liga eine hundertprozentige Ausbeute. Hut ab!

An Brett 8 musste Miroslav Kalous gegen die Abtausch-Variante der Französischen Verteidigung lange Zeit eine gedrückte Stellung in Kauf nehmen. Erst spät im Mittelspiel gelang es ihm die Chancen auszugleichen, als seinem Gegner völlig unvermittelt ein krasser Fehler unterlief. Miroslav nutzte die Gelegenheit, um seinen schlechten Läufer zu aktivieren und stand plötzlich auf Gewinn. Doch leider übersah er den entscheidenden Zug und so hätte sich sein Gegner gerade noch einmal retten können. Doch der Forchheimer griff erneut daneben und ein zweites Mal ließ sich Miroslav nicht bitten und erzwang mit einer undeckbaren Mattdrohung in fünf Zügen die sofortige Aufgabe.

Nach diesem insgesamt vielleicht etwas glücklichen, aber nichtsdestotrotz großartigen und alles andere als selbstverständlichen 4½-3½ Auswärtssieg stehen wir weiterhin hinter Bavaria Regensburg 2 auf dem 2. Tabellenplatz. Ende November empfangen wir zum Spitzenspiel der 3. Runde die drittplatzierte und punktgleiche SGem Fürth 1, eine weitere Mannschaft, die zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten zu zählen ist. Sollten wir erneut Zählbares mitnehmen, dürften eventuelle Abstiegssorgen passé sein und der Blick könnte freudig nach oben gerichtet werden.

Zweite Mannschaft ist weiter auf Erfolgskurs

Nach dem souveränen Saisonauftakt stand für unsere zweite Mannschaft heute der Auswärtsspieltag gegen die erste Mannschaft des SV Oberviechtachs an. Nominell klar stärker nahmen wir hier erneut die Favoritenrolle ein.

Trotzdem sah es die ersten eineinhalb Stunden sehr ausgeglichen aus. Rudolf Schön gab am zweiten Brett nach einem kurzen Hin und Her im Mittelspiel seine Partie im Endspiel Remis und auch Bedrich Prochazka einigte sich nicht viel später nach einer ruhigen und ereignislosen Mittelspiel am Spitzenbrett auf ein Unentschieden.
An Brett fünf konnte Svatoslav Zitek uns schließlich in Führung bringen, indem er im Endspiel mit seinen Türmen in die gegnerische Stellung einbrechen und sich so einen ganzen Punkt sichern konnte.
Milo Müller versuchte währenddessen, in seiner Stellung Fortschritte zu machen. Nachdem sich aber Dame und Türme tauschten, musste auch er in einem ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel Remis geben.
An Brett vier schaffte es Johannes Denz, den gegnerischen König aus der Reserve zu locken. Nach einer zu langsamen Herangehensweise von Johannes konnte sein Gegner seine Stellung wieder festigen, übersah dann aber ein taktisches Opfer, das ihm eine Qualität kostete, woraufhin er sich kurz darauf geschlagen geben musste.
Elsbeth Horther-Schneider konnte in ihrer Partie durch einen Abzug ebenfalls eine Figur gewinnen. Ihr Gegner fand dafür keine Kompensation und gab auf.
An Brett sechs konnte Stefan Simmerl Material gewinnen. Das Endspiel konnte er mit der Qualität mehr für sich entscheiden, als er sein Bauer von der Umwandlung nicht mehr abzuhalten war.
Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt den Mannschaftskampf bereits gewonnen hatten, ließ Rudolf Schicker an Brett acht es sich nicht nehmen, sein Turmendspiel auf Sieg weiterzuspielen. Nach einer Abwicklung ins Bauernendspiel konnte er seinen Gegner schließlich überspielen und auf ein hohes, aber nicht unverdientes 6,5 zu 1,5 ausbauen.

Damit befinden wir uns, zumindest auf die Brettpunkte bezogen, noch immer mit einem guten Abstand an der Tabellenspitze. Der nächste Spieltag wird erst am 27.11 zuhause gegen die zweite Mannschaft des SC Bad Kötzting ausgetragen.

Auch im Jugendschach gehts wieder los

Nach dem Beginn des Ligenbetriebs ließ auch der erste Einsatz für unsere Jugendlichen nicht lange auf sich warten. Mit dem Auftakt in Nittenau stand am vergangenen Samstag das erste von fünf Schnellschach-Turnieren auf dem Programm, in denen bis in die Altersklasse U18 die Gesamtwertung für den OSJ-Cup ausgespielt wird.
Mit insgesamt 96 Teilnehmern war das Turnier überraschend gut besucht, so dass alle Altersklassen separat antreten konnten. Auch von uns waren wieder sechs Spieler mit von der Partie.

Christian Kraus und Elizaveta Shpeit verpassten in der U18 beziehungsweise U18w beide knapp das Siegertreppchen, konnten aber trotzdem jeweils mit einem guten vierten Platz zufrieden sein.
In der U16 kam Benedikt Sperber auf den 12. und Lorenz Baierl auf den 15. Platz.
Unsere jüngeren Spieler konnten in den Altersklassen U12 und U10 ebenfalls wichtige Turniererfahrungen sammeln. So erreichten Jakob Treml in der U12 mit Rang 18 und Maximilian Warziwoda mit Rang 10 Platzierungen, die sich in Anbetracht ihrer kurzen Schachlaufbahn durchaus sehen lassen können.

Die genauen Ergebnisse sind noch einmal hier auf der Website der Schachjugend Oberpfalz einzusehen.

Der nächste OSJ-Cup wird am 26.11 von uns in Windischeschenbach ausgetragen. Vormittags findet hier außerdem die Oberpfälzer Jugendblitz-Einzelmeisterschaft statt.

Neben unserern sechs teilnehmenden Jugendlichen waren Johanna Sperber, Johannes Denz und Tobias Brunner als Gruppenleiter tatkräftig im Einsatz.

Auch 3. Mannschaft gelingt ein erfolgreicher Saisonauftakt

Unsere neu gemeldet 3. Mannschaft musste bei ihrem ersten Spiel in der neuen Saison bei der 3. Mannschaft des TSV Oberviechtach antreten.

Bereits sehr früh konnte Benedikt Stock am Spitzenbrett die Initiative übernehmen und Druck im Zentrum aufbauen. Da sein Gegner ungenau verteidigte gelang es Benedikt einen Materialvorteil zu erreichen und als sein Kontrahent dann auch noch die Dame verlor, strich dieser die Segel, was unsere Mannschaft früh in Führung brachte.

An Brett 2 spielte Johanna Sperber aus der Eröffnung bis ins Mittelspiel eine sehr ausgeglichene Partie. Dort konnte sie ihre Stellung dann kontinuierlich verbessern und einen Materialvorteil erreichen. Im Mannschaftssinne einigte sie sich trotz einer sehr vielversprechenden Stellung schließlich mit ihrem Gegner auf ein Unentschieden.

Christian Kraus spielte am Brett 3 mit seinem Gegner die Russische Eröffnung, wobei beide Seiten immer wieder versuchten in Vorteil zu kommen. Durch eine Ungenauigkeit seines Gegners im Mittelspiel konnte Christian ersatzlos eine Figur gewinnen. Diesen Vorteil baute er durch gutes und genaues Spiel weiter aus, was seinen Gegner schließlich zur Aufgabe zwang.

An Brett 4 spielte Benedikt Sperber eine solide Eröffnung und konnte sehr schnell einen Bauern gewinnen. Diesen Vorteil baute er im Mittelspiel weiter aus und nutzte ihn zu einem starken Königsangriff. Hier musste sein Gegner immer mehr Material opfern, nur um am Ende doch im Zentrum mattgesetzt zu werden. 

Die 3. Mannschaft hat mit diesem klaren 3½-½ Erfolg gezeigt, dass sie in ihrer Klasse durchaus bei den oberen Platzierungen mitspielen kann. 

Gelungener erster Spieltag gegen die SF Roding

Zum Auftakt der neuen Saison empfing unsere zweite Mannschaft zuhause die Schachfreunde Roding mit einer sehr starken Aufstellung, die durch einen Neuzugang und einige Spieler, die letztes Jahr noch in der Ersten spielten, unterstützt wurde.

Nachdem alle Bretter relativ gut aus der Eröffnung kamen, konnte Rudolf Schicker am achten Brett im Endspiel durch eine Fesselung einen wichtigen Bauern gewinnen und diesen auch zur 1-0 Führung verwerten.

Jürgen Zant erreichte ebenfalls früh ein Endspiel. Mit seinem Springer konnte er seinen Gegner überspielen und so zum 2-0 ausbauen.

Am vierten Brett erlangte Milo Müller in der Eröffnung einen Raumvorteil, den er zu einem starken Königsangriff ausbaute, den sein Gegner nicht mehr abwehren konnte, woraufhin er kurz vor Matt aufgab.

Bedrich Prochazka und Rudolf Schön konnten am ersten beziehungsweise zweiten Brett Material gewinnen, womit beide ebenfalls einen ganzen Punkt einfahren konnte.

Stefan Simmerl erreichte nach einer langen Partie ein Springerendspiel. Hier konnte er einige Fehler seines Gegenübers ausnutzen, um einen Bauern und später auch die Partie zu gewinnen.

Am sechsten Brett gewann Zitek Svatoslav eine Qualität und wickelte ins Endspiel ab. Dort opferte er seinen Turm für den gegnerischen Läufer, um einen Freibauer zu bilden, der nicht mehr einzuholen war und ebenfalls einen Punkt sicherte.

Johannes Denz kam am fünften Brett gut aus der Eröffnung, konnte aber in einer komplizierten Stellung seinen Vorteil nicht halten. Sein Gegner bekam Gegenspiel, dem er unter Zeitnot nicht gegenhalten konnte und sich schließlich im Endspiel geschlagen geben musste.

Damit erreichte die Zweite einen souveränen 7-1 Sieg zum Saisonauftakt. Sollte diese Leistung anhalten, könnte man für folgende Saison wieder einen Blick in Richtung Oberpfalzliga werfen…