Weihnachtspause

Wie in den vergangenen Jahren legen wir in den Weihnachtsferien eine Trainingspause ein. Dies betrifft die zwei Freitage 26.12.2025 sowie 02.01.2026. Wir sehen uns danach am 09.01.2026 wieder.

Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein insbesondere gesundes neues Jahr 2026!

Hoher Sieg für die Dritte gegen Neustadt/Luhe 2

Am dritten Adventsonntag hatte unsere dritte Mannschaft das B-Team der Schachfreunde Neustadt/Luhe zu Gast. Die Neustädter hatten an diesem Spieltag einige Ausfälle zu beklagen und konnten nicht in Bestbesetzung antreten.

Am sechsten Brett setzte Florian Süß mit den Weiß gewohnt flott seine Züge aufs Brett, was seinen unerfahrenen jungen Gegner dazu verführte ebenso schnell zu spielen. Florian konnte schon bald eine Qualität gewinnen und seinen Vorteil weiter ausbauen, so dass wir rasch in Führung lagen.

Auch an Brett 4 bei Markus Schwengler war der junge Nachwuchsspieler der Gäste mit den schwarzen Steinen schnell in Bedrängnis geraten. Markus konnte schon im 22sten Zug den schwarzen König zur Strecke bringen.

Michael Betz am zweiten Brett konnte gegen den g6-Lg7-Aufbau seines Gegners eine schöne aktive Stellung erreichen. Durch weitere Ungenauigkeiten geriet Schwarz immer mehr in Bedrängnis und konnte dem Druck der aktiven weißen Figuren nicht mehr standhalten. Somit hatten wir schon nach zwei Stunden Spielzeit alle drei Weißpartien gewonnen.

Rudolf Schicker an Drei konnte aus der Eröffnung heraus bequem ausgleichen. Nachdem der Neustädter mit einem isolierten Damenbauern nicht energisch genug spielte, konnte Rudi Druck aufbauen und drei weiße Bauern gewinnen. Das entstandene Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für den Gegner nicht zu halten.

Mannschaftsführer Christian Kraus kam an Brett 5 gegen den weißen Damenbauern-Torre-Aufbau gut aus der Eröffnung und konnte schon bald die Initiative übernehmen. Nachdem Christian zwei Bauern erobert hatte ließ er seinem Gegner in einem Springerendspiel keine Chance, so dass dieser den Widerstand einstellte.

Am Spitzenbrett hatte sich Elsbeth Horther-Schneider mit Schwarz einen isolierten Damenbauern verpassen lassen, wobei sie diesen Stellungstyp gut kennt und gerne spielt. Die Stellung entwickelte sich günstig. Elsbeth gewann einen Bauern und hatte deutlichen Vorteil. Für einen weiteren Bauern und einen Turm gab sie später zwei Springer, was dem Computer nicht gefällt. Die schwarze Stellung war aber trotzdem angenehmer zu spielen und so lehnte Elsbeth zunächst ein Remisangebot ab. Letztendlich konnte der Neustädter sich aber ausreichend verteidigen und man einigte sich doch auf Remis.

Insgesamt ein verdienter Erfolg für unser Team, wenn auch in dieser Höhe den personellen Problemen der Gäste geschuldet. Wir gehen als Tabellenführer ins neue Jahr und das ist nicht das schlechteste Gefühl.

Zweite Mannschaft unterliegt deutlich gegen Tabellenführer

Nachdem die zweite Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld die erste Saisonniederlage hinnehmen  musste, begrüßten wir am vierten Spieltag mit dem SC Bad Kötzting einen weiteren Gast zum Heimspiel. Gegen den Vorjahresmeister gingen wir als klarer Außenseiter in die Begegnung, was sich auch im knapp 100 DWZ-Punkte tieferem Spielstärkeniveau aufzeigte. Trotzdem verkauften wir uns verhältnismäßig schwach, und während uns im Vorjahr mit einer knappen 3,5-4,5 Niederlage fast eine Überraschung gelang, fiel das Ergebnis diesmal deutlich klarer aus.

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novak mit dem Damenbauern und sein Gegner wählte einen Aufbau mit beidseitigem Läufer-Fianchetto. Nach Abschluss der Eröffnung konzentrierten sich beide Spieler zunächst auf den Damenflügel. Nach einigen Bauernvorstößen waren diese schließlich festgelegt, Schwarz konnte sich allerdings einen angenehmen Raumvorteil sichern. Jindrich verlagerte seinen Fokus daraufhin auf den Königsflügel, ließ im weiteren Verlauf aber eine entscheidende Schwächung zu:

Nach 15. dxe5 erhält Schwarz gewinnbringenden Vorteil, da 15… Sxf4 16. exf4 d5! die schwarzen Figuren aktiviert und einen gefährlichen Freibauern schafft.

Diesen Vorteil verwertete der Bad Kötztinger Spieler, indem er später mit seinem Turm, gedeckt von dem Freibauern auf d3, auf e2 eindringen konnte. Die Drohung Dxf2 war ohne Materialverlust nicht mehr zu verhindern, sodass sich Jindrich geschlagen gab.
(0-1)

Stefan Simmerl verteidigte sich am fünften Brett gegen die Englische Eröffnung mit Königsindisch. Beide Seiten versuchten die am Königsflügel fianchettierten Läufer abzutauschen, Stefan verpasste es jedoch, mit dem typischen Befreiungsschlag f5 die Stellung zu öffnen und so die eigenen Figuren zu aktiveren. Der Weiße hielt sich glücklicherweise an seinen Plan und tauschte den Stefans schwachen Läufer auf g7 ab, wonach die Stellung wieder ausgeglichen war. Nach weiterem Materialabtausch einigte man sich auf Remis. (0,5-1,5)

Am dritten Brett spielte Johannes Denz gegen den Trompowsky-Angriff. Die Stellung blieb lange ausgeglichen, doch der Weißspieler konnte schließlich Schwächen am Damenflügel provozieren. Zwar waren auch die weißen Bauern am Königsflügel schwach, für die schwarzen Figuren aber nicht zu erreichen.

Johannes wählte hier 17… Tac8, um seinen rückständigen Bauern zu decken und gleichzeitig die Schwerfigur aus der Diagonale des weißen Läufers zu entfernen. Der Bauernhebel a4 verschaffte dem Weißen aber partieentscheidende Initiative.

Der Bad Kötztinger konnte im weiteren Verlauf einen Freibauern bilden und ins Turmendspiel abwickeln. Der weiße a-Bauern gelang nach a7 und Johannes geriet schließlich in Zugzwang:

Weiß kann hier den schwarzen König am Eindringen hindern. Die schwarze Bauernmehrheit am Königsflügel ist ebenfalls bedeutungslos, da kein Durchbruch möglich ist. Es bleibt nur, den weißen Freibauern zu gewinnen, aber der weiße König kann währenddessen den b-Bauern gewinnen und das Bauernendspiel ist verloren. (0,5-2,5)

Simon Lamm eröffnete am achten Brett mit dem Londoner System. In der Eröffnung ließ er sich zu einem Figurenopfer verleiten, das jedoch nicht die gehoffte Wirkung zeigte:

Nach 11. Lxc4 kann Schwarz mit dem Bauern statt mit dem Springer zurücknehmen und Weiß bekommt lediglich zwei Bauern für die Figur. Dieser Materialverlust war spielentscheidend und obwohl Simon noch einige Zeit dagegenhielt, musste er sich schließlich geschlagen geben. (0,5-3,5)

Siegfried Stelzer wählte am siebten Brett die Sizilianische Verteidigung. Beide Seiten lenkten die Partie in ruhigere Bahnen und so tauschten sich im Mittelspiel einige Figuren ab. Die Stellung verflachte zunehmend und als abzusehen war, dass sich bei gleichem Material für beide Seiten kein Gewinnversuch mehr möglich sein würde, einigte man sich auf Remis. (1-4)

Am sechsten Brett eröffnete Manfred Oppel mit der Englischen Eröffnung. Nach frühem Abtausch beider Springerpaare konnte Schwarz Schwächen in der weißen Stellung provozieren und zunehmend Druck aufbauen. Als Folge waren die weißen Figuren beschäftigt, sodass der Bad Kötztinger Spieler die a-Linie öffnen und mit seinen Schwerfiguren eindringen konnte. Wenig später musste sich Manfred wegen seiner schwachen Königsstellung geschlagen geben. (1-5)

Rudolf Schön wählte am vierten Brett gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Als er schließlich d4 durchsetzte, konnte Schwarz über die nun halboffene c-Linie Druck machen. Vor allem die schwarzen Läufer entfalteten im weiteren Verlauf ihre volle Wirkung, während Rudolfs Leichtfiguren nur schwer ins Spiel fanden. Dadurch bekam er Probleme bei der Verteidigung seines Königs und musste sich nach Materialverlust geschlagen geben. (1-6)

Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov die Sizilianische Verteidigung. Sie opferte einen Bauern, die dadurch gewonnene Initiative verflachte aber wenig später. Daraufhin übernahm Weiß die Kontrolle über die Partie und sicherte sich ein starkes Zentrum und Raumvorteil. Liliane musste einen weiteren Bauern geben und geriet schon bald darauf in Zeitnot. Trotzdem konnte sie lange Zeit dagegenhalten und sogar eine Qualität gewinnen, gegen die beiden Mehrbauern blieb sie aber weiter in der Defensive. Als die Partie schließlich ins Endspiel überging, konnte Lilianes Turm gegen den Läufer und die Mehrbauern nicht standhalten und sie musste sich schließlich geschlagen geben. (1-7)

Dritte Mannschaft holt knappen Sieg gegen Schwandorf

Am dritten Spieltag war die Mannschaft des SK Schwandorf III zu Gast. Auf dem Papier hatten wir ein leichtes DWZ-Plus, aber es entwickelte sich ein spannender Wettkampf bis zum Schluss.

Als erster einigte sich Svatoslav Zitek an Brett 2 (w) mit seinem Gegenspieler auf ein Remis (½-½). Beginnend mit dem Nimzowitsch-Larsen-Angriff wurden bereits früh etliche Figuren abgetauscht und man befand sich alsbald schon im Endspiel.

Der Computer wähnt hier Weiß nach 25. Lb7 Ld3+ 26. Ke1 Tc7 27. Le4 Lxe4 28. Sxe4 Sd7 (nicht Sxe4 wegen Te8#) 29. Te8+ Sf8 stellungsmäßig im Vorteil. Svatoslav zog 25. Txf5 Txc6 26. Te5 und beide Seiten waren bei ausgeglichener Stellung mit einem Remis zufrieden.

An Brett 4 eröffnete Simon Lamm (w) mit dem Londoner System und setzte seinen Gegenspieler schon früh am Königsflügel unter Druck. Er verzichtete (schon wieder) auf die Rochade und erreichte folgende schöne Angriffsstellung:

Zwar wäre die Partie nach 24. Dxe6+ gefolgt von Dd6+, Se6 und Dc7# noch schneller entschieden worden, aber auch mit 24. Sxe6 (24. … Dxh7 scheitert an Sxf8+) Tb8 25. Sc5+ Ke8 26. Dd7+ Kf8 27. Se6+ fxe6 28. De7# setzte Simon seinen Gegner nach wenigen weiteren Zügen Schachmatt und brachte uns die Führung (1½-½).

Florian Süß spielte an Brett 5 mit Schwarz ein Königsfianchetto, kam aber etwas schlechter aus der Eröffnung. Nachdem er seinen schwarzfeldrigen Fianchettoläufer und die Damen getauscht hatte, entstand eine ausgeglichenere Stellung. Einige ungenaue Züge brachten Florian wieder in Bredouille, aber glücklicherweise fand Weiß nicht immer die beste Fortsetzung. Bei ausgeglichener Stellung einigte man sich schließlich kurze Zeit später auf ein Remis (2-1).

An Brett 6 bekam es Johanna Sperber (w) mit dem Russischen Dreispringerspiel zu tun. Schwarz versuchte im Mittelspiel ein aktiveres Figurenspiel zu erhalten und opferte dafür einen Bauern.

Weiß hätte hier mit 19. c3 den Springer decken oder einfach nach e2 oder f3 in Sicherheit bringen können und einen Mehrbauern behalten. Nach Johannas 19. De4 hätte aber Schwarz das Blatt mit 19. … Dxd4 und der Springergabel auf e2 umgehend wenden können. Zum Glück spielte Schwarz 19. … Dg5 und Weiß steht eigentlich gut da, muss aber trotzdem immer noch aufpassen.

Leider fand Johanna in der Folge nicht mehr die besten Züge und so entglitt der Vorteil mehr und mehr. Schließlich stellte Johanna auch noch eine Figur ein und gab die Partie wenig später auf (2-2).

Am Spitzenbrett mit Elsbeth Horther-Schneider (s) kam die Holländische Verteidigung auf das Brett. Elsbeth kam in gedrückter Stellung aus der Eröffnung und erzielte dank ihrer Kavallerie einen Ausgleich im Mittelspiel. Weiß hatte fortan die offene d-Linie mit den Türmen besetzt und versuchte am Damenflügel zu agieren, wogegen Elsbeth mit dem Läuferpaar die Eindringfelder der weißen Türme bewachte und am Königsflügel ihre Bauern in Marsch setzte. Weiß versuchte, den schwarzen Angriff durch Abtausch der weißfeldrigen Läufer und der Damen zu entkräften, was begünstigt durch einen ungenauen schwarzen Zug auch gelang (2½-2½).

Der Computer sieht nach 33. … g3+ gefolgt von bxc5 und Te7 immer noch die schwarze Stellung im Vorteil. Elsbeth zog hier 33. …gxf3 und nach 34. gxf3 Te7 35. Ted1 Tg8 war jeglicher schwarzer Vorteil dahin und das Remis da.

Somit musste die Entscheidung an Brett 3 fallen. Siegfried Stelzer (s) entschied sich für die Sizilianische Verteidigung und konnte im Mittelspiel einen Bauern erobern. Diesen Materialvorteil konservierte er bis ins Endspiel.

Siegfried entschied sich hier für 46. … h5, wonach Weiß gezwungen ist, die Qualität zu geben und den lästigen Läufer auf c5 zu entfernen, um dem drohenden Matt durch Tf2# oder Te3# zu entgehen. Natürlich wäre laut Computer im Gewinnsinne 46. … Te3+ 47. Kg4 Txh2 noch präziser gewesen, da auch jetzt Weiß die Qualität geben muss und z.B. nach 48. Txc5 bxc5 49. f5 (um dem Matt nach h5+ und Tg3# zu entkommen) Schwarz noch größeren Vorteil bekommen hätte.

Mit dem Materialvorteil wickelte Siegfried in ein gewonnenes reines Bauernendspiel ab und so sicherte ein Mehrbauer nicht nur den Sieg in der Partie sondern entschied obendrein auch noch den Mannschaftswettkampf zu unseren Gunsten (3½-2½).

Zum letzten Wettkampftag in diesem Jahr erwarten wir die Mannschaft der Schachfreunde Neustadt/Luhe II wieder zu einem Heimspiel und können dies hoffentlich wieder erfolgreich gestalten.

Knappe Niederlage der zweiten Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld

Nach dem 5-3 Auswärtserfolg gegen den SK Weiden 07 begrüßte unsere zweite Mannschaft am dritten Spieltag den ASV Burglengenfeld zum Heimspiel. Während beide Mannschaften in der letzten Saison im Abstiegskampf steckten, belegten sie nach zwei Spielen nun die Tabellenplätze drei und vier.

Am sechsten Brett baute sich Stefan Simmerl gegen die Damenindische Verteidigung gewohnt solide auf. Als sich im Mittelspiel das Zentrum schließlich öffnete, wurden die meisten Figuren abgetauscht. Beide Seiten ließen sich in dieser Abwicklung keine Schwäche provozieren und die Partie endete wenig später in einem leistungsgerechten Unentschieden. (0,5-0,5)

Michael Betz wählte am siebten Brett gegen das Londoner System eine scharfe Nebenvariante und setzte nach frühem Damentausch seine Bauern am Damenflügel in Bewegung. Er erreichte eine angenehme Stellung, unterschätzte jedoch die aktiven Möglichkeiten des Weißen Dessen Figuren wurden zunehmend gefährlich, während Michael Probleme hatte, seine Entwicklung abzuschließen. Bei knapper werdender Bedenkzeit seines Gegners fand dieser nicht die genauesten Züge, sodass Michael wieder ausgleichen konnte:

Nach 24…Txa5 ist die Stellung wieder im Gleichgewicht, da Schwarz nach 25. Txb7 mit Le8 ausreichend Gegenspiel erhält.

Weiß tauschte daraufhin ein Turmpaar ab und ließ sich dennoch zu dem vergifteten b7 Bauern hinreißen. Michael drang mit seinem Turm in die weiße Stellung ein und als der Burglengenfelder auch noch einen Angriff auf seine Figur übersah, gab er sich geschlagen. (1,5-1,5)

Am achten Brett wählte Rudolf Schicker die Englische Eröffnung und erreichte schnell einen angenehmen Raumvorteil, während der Burglengenfelder Spieler Probleme hatte, bei gedrückter Stellung seine Figuren zu entwickeln.

Im 12. Zug hätte Rudolf mit e4 seinen Vorteil weiter ausbauen können. Da die weißen Zentrumsbauern aber sehr schwach erschienen, wählte Rudolf den soliden Zug 12. Dc2.

Im weiteren Verlauf verflachte die Partie und der Schwarze konnte seine Eröffnungsprobleme lösen. Einige Züge später einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (2-1)

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novák mit dem Londoner System und gewann bereits früh eine Qualität. Nach dem Damentausch kam der weiße Materialvorteil gegen das schwarze Läuferpaar und einen gedeckten Freibauern aber kaum zur Geltung. Zwar musste Jindrich nach einer Unachtsamkeit die Qualität später wieder zurückgeben, doch auch im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für keine Seite ein Vorteil zu erreichen. (2,5-1,5)

Am Spitzenbrett tauschte Liliane Pavlov gegen die Englische Eröffnung bereits im zehnten Zug die Damen. Im entstandenen Endspiel übten die weißen Leichtfiguren unangenehmen Druck auf die schwarzen Bauern aus, sodass Liliane einen rückständigen d-Bauern hinnehmen musste. Der Burglengenfelder blockierte diesen und gewann ihn schließlich auch. Im Endspiel mit Läufer gegen Springer war Liliane gegen den Mehrbauern chancenlos und musste sich schließlich geschlagen geben. (2,5-2,5)

Am vierten Brett eröffnete Bedrich Procházka mit dem Colle-System. Er sicherte sich früh einen Raumvorteil und die aktiveren Figuren. Dadurch bot sich ihm früh die Möglichkeit, den schwarzen König anzugreifen:

Mit 13. Lc2 oder dem gleichwertigen 13. Dh4 hätte Weiß Schwächen in der schwarzen Königsstellung provozieren können. Nach 13. f4 haben die weißen Figuren aber nach 13…g6 keine Möglichkeit mehr, über die schwarzen Felder anzugreifen.

Die Partie erreichte wieder eine ausgeglichene Stellung, dieses Mal war es aber eher der Burglengenfelder, der die Initiative übernahm. Nachdem sich im Zentrum die meisten Figuren abtauschten, schien das schwarze Läuferpaar stärker als die weißen Leichtfiguren. Bedrich konnte einem Damentausch aber ausweichen und durch Dauerschach die Punktteilung erreichen. (3-3)

Am dritten Brett wählte Johannes Denz gegen das Londoner System eine scharfe Variante. Sein Gegner ließ einige frühe Schwächen in seiner Stellung zu, nachdem Johannes das Zentrum öffnete und der weiße König in Sicherheit rochieren konnte, bewies aber das weiße Läuferpaar seine Stärke. Der Burglengenfelder konsolidierte seine Stellung und gewann schließlich einen Bauern. Zwar hatte Johannes noch Remischancen, diese konnte er bei knapper Bedenkzeit aber nicht nutzen und er musste das Handtuch werfen. (4-3)

An Brett vier entschied sich Weiß für einen Königsindischen Aufbau. Rudolf Schön tauschte früh die Damen und erreichte eine angenehme Stellung. Als der Weiße Rudolfs starkes Zentrum mit einem Bauernhebel angriff, entschied sich Rudolf dazu, durchzuziehen. Die erwies sich jedoch als Fehler, da der schwarze Bauer tief in der weißen Stellung nicht mehr zu halten war und Rudolf fand sich in einem Endspiel mit Läufer gegen Springer und einen Minusbauern wieder. Der Burglengenfelder Spieler versuchte lange, den vollen Punkt einzufahren, ließ Rudolf jedoch wieder aus. Er versteckte sich hinter dem letzten verbliebenen Randbauern und die Partie endete Remis (4,5-3,5)

Knapper Sieg der 1. Mannschaft in Neumarkt

In der 2. Runde der Regionalliga war die 1. Mannschaft zu Gast in Neumarkt. Die Heimmannschaft war zwar auf dem Papier ein klarer Underdog, doch ein Unterschätzen des Gegners kam für uns auf keinen Fall in Frage. Und wie erwartet, entwickelte sich ein spannender Kampf an dessen Ende ein hart umkämpfter 4½-3½ Sieg zu Buche stand.

An Brett 8 (S) landete Jindrich Novák durch Zugumstellung in einer Art Englischer Eröffnung. Sein Gegner gewann früh Raum am Damenflügel, den er nach ungenauem Spiel von Jindrich zu einem messbaren Vorteil ausbauen konnte:

Brett 8: Am besten war laut Computer der weitere Vormarsch am Damenflügel mittels 16.a4, doch der Neumarkter spielte etwas einfallslos 16.Ld3 und tauschte anschließend auf g6, wonach sich der Vorteil weitestgehend verflüchtigte.

Im weiteren Verlauf geriet das weiße Spiel am Damenflügel mehr und mehr ins Stocken, so dass es Jindrich gelang seine Figuren zu aktivieren und er nun seinerseits die gegnerischen Schwächen auf Korn nehmen konnte. Nach einem schweren Schnitzer des Gastgebers gewann der Windischeschenbacher schließlich zwei wichtige Bauern:

Brett 8: Nach dem Aussetzer 32.Sb5?? konnte sich Jindrich mit 32…Tax4 33.De1 Txc4 entscheidenden Materialvorteil sichern.

Nach zwei weiteren Zügen sah der Neumarkter die Sinnlosigkeit weiteren Widerstands ein und warf das Handtuch. (1-0)

An Brett 3 (W) bekam es Philipp Mark mit der Schlechter-Variante der Slawischen Verteidigung zu tun. Philipp erreichte zwar einen leichten Vorteil, doch die schwarze Stellung war äußerst solide. Nachdem beide Parteien am Damenflügel einen Springer-Vorposten einrichten konnten, bot der Heimspieler Remis an, was ohne Zögern angenommen wurde. (1½-½)

Brett 3: Mit seinem letzten Zug bot der Neumarkter Remis an, das von Philipp akzeptiert wurde.

An Brett 2 (S) griff FM Zdenek Haba zur Modernen Verteidigung, die sich zu einer Königsindisch ähnlichen Stellung entwickelte. Nach frühem Damentausch entstand ein völlig ausgeglichenes Endspiel mit jeweils zwei Türmen und einer Leichtfigur:

Brett 2: Mit nur noch wenigen Figuren auf dem Brett und ohne angreifbare Schwächen auf beiden Seiten, war ein Remis das erwartbare Ergebnis.

Wenige Züge später unterlief Zdenek jedoch ein Fehler, der ihn auf die Verliererstraße brachte:

Brett 2: Den angegriffenen Bauern c5 konnte und sollte Zdenek mit 23…Tb5 decken, doch leider wählte er 23…Ke7?? und verlor anschließend seine beiden Zentralbauern.

Zdenek versuchte noch im Trüben zu fischen, was jedoch aufgrund seines passiven Springers wenig bis gar keine Erfolgsaussichten versprach. Der Neumarkter rückte unaufhaltsam vor und erzwang im 46. Zug die Aufgabe. (1½-1½)

An Brett 4 (S) wählte Christian Müller im abgelehnten Damengambit die scharfe Ragosin-Variante, die auch mit Schwarz ein Spiel auf drei Ergebnisse erlaubt. Der vom Neumarkter gewählte harmlose Aufbau, gestattete Christian schon früh die Initiative zu übernehmen. Scheinbar überrascht vom aktiven Spiel seines Gegners, versuchte der Heimspieler das Stellungsproblem durch ungewöhnliche Maßnahmen zu lösen, was jedoch böse hätte schief gehen können:

Brett 4: Der Weiße hatte mit 15.f3 und 16.Kf2 seinen König als Verteidiger seines Bauern e3 auserkoren, als ihn mittels 16…Txe3!! der sprichwörtliche Blitz hätte treffen können.

Christian bereitete stattdessen mittels 16…Te6 die Verstärkung des Drucks vor und behielt alles unter Kontrolle. Die offene König und die abseits stehende weiße Dame sollten ihm weitere taktische Möglichkeiten geben. Sich scheinbar keiner Gefahr bewusst, öffnete der Neumarkter mit 17.g4?? und 18.g5?? weiter seinen Königsflügel, doch Christian packte die Gelegenheit immer noch nicht beim Schopfe. Wenige Züge später hatte er schließlich die letzte Chance seine ausgezeichnete Partieanlage in einen fulminanten Angriffssieg umzuwandeln:

Brett 4: Diesmal konnte Christian mit 23…Sxf4!! 24.exf4 Db8 den gegnerischen Königs vollends entblößen und seine Dame entscheidend in die Schlacht führen. Leider wählte er 23…f5?? wonach die Stellung tatsächlich wieder ausgeglichen war.

Zwei Züge später einigte man sich auf Remis. Wahrlich eine Partie der verpassten Gelegenheiten! (2-2)

An Brett 5 (W) entschied sich Milo Müller gegen die Caro-Kann Verteidigung für die Vorstoß-Variante. Im Kampf um das Zentrum gewann Milo die Oberhand und stand laut Computer bereits im 15. Zug auf Gewinn. Im komplizierten Mittelspiel fanden beiden Kontrahenten nicht immer die besten Züge, doch Milo zwang seinen Gegner durch ideenreiches Spiel immer wieder zu schweren Entscheidungen, die dieser schließlich nicht mehr zu meistern vermochte:

Brett 5: Ein hübscher Abschluss wäre 32.Da7+! Tb7 33.Dxb7+ Kxb7 34.Sc5+ und nach Rückgewinn der Dame hätte Weiß mit Turm und Läufer gegen zwei Springer leichtes Spiel gehabt. Aus der Fülle der Möglichkeiten wählte Milo 32.Dxa5+ was natürlich auch gewann.

Der offene König erlaubte dem Schwarzen keine ausreichende Verteidigung mehr und so kam es kurz nach der Zeitkontrolle zu einem ähnlichen Materialgewinn:

Brett 5: Am einfachsten war 42.Sd7+ Ka8 43.Lxe7 Sxe7 44.Sb6+ Kb8 45.Txe7 mit Figurengewinn. Milo spielte 42.Td7+ und hatte nach dem erzwungenen 42…Txd6 43.Txd6 Kc7 44.Sc4 eine Qualität gewonnen.

Mit dem hochüberlegenen Turm hatte Milo schließlich keine Schwierigkeiten mehr den Sieg nach Hause zu bringen. (3-2)

An Brett 1 (W) eröffnete Tobias Brunner Italienisch, was von seinem Gegner mit der Ungarischen Verteidigung beantwortet wurde. Es ergab sich ein typisches ruhiges Mittelspiel, in dem das Gleichgewicht lange Zeit nicht gestört war. Erst nach einem mutigen Zentrumsvorstoß neigte sich die Waage leicht zu Gunsten von Tobias:

Brett 1: Mit 18.exd6 Lxd6 19.Tde1 konnte sich Tobias einen kleinen aber dauerhaften Vorteil sichern. Er wählte jedoch 18.Tfe1 wonach 18…d5 die Stellung wieder ausglich.

Es folgten beidseitig langwierige Manöver, die aber keinen Vorteil für eine der beiden Seiten brachten. Als sich langsam andeutete, dass der schwarze Läufer zur stärksten Leichtfigur auf dem Brett avancieren würde, hätte Tobias die Reißleine ziehen sollen:

Brett 1: Mittels 32.Sf6+ Lxf6 33.exf6 hätte Tobias die Partie in ein remisliches Springerendspiel überführen können, doch er hatte andere Pläne, spielte Sfe3?! und geriet in Nachteil.

Kurz vor der Zeitkontrolle entglitt Tobias die Partie leider vollends und der Neumarkter erreichte eine klare Gewinnstellung:

Brett 1: Trotz der Drohung eines Familienschachs auf h7 hätte Schwarz die Partie hier mit dem kaltblütigen 40…Lxc3! nach Hause bringen können. Er spielte jedoch 40…Ke7 41.De3 Kd6? und plötzlich hatte Tobias wieder Chancen die Partie zu halten!

Wenige Züge später kam es zur alles entscheidenden Stellung:

Brett 1: Trotz des Verlustes des Bauern a4 mit Schach war 48.Kc2 der beste Zug, der gute Remischancen geboten hätte. Leider entschied sich Tobias aber für 48.Kc1?? und ließ damit den schwarzen Läufer entscheidend ins Spiel eingreifen.

Nach einer mehr oder weniger forcierten Folge zeigte sich der Nachteil der Königsstellung auf b1:

Brett 1: Mit 51…Df5! nutzte der Neumarkter die Diagonalstellung der weißen Majestäten und wickelte in ein leicht gewonnenes Bauernendspiel ab.

Einen Zug später musste Tobias konsterniert die Waffen strecken. (3-3)

An Brett 7 (W) begegnete Miroslav Kalous dem Altindischen Aufbau seines Gegners mit einem Doppelfianchetto. Dabei ließ er allerdings einen schnellen Raumgewinn des Neumarkters im Zentrum zu und musste bereits um Ausgleich kämpfen. Es gelang ihm die Stellung ungefähr im Gleichgewicht zu halten als dem Heimspieler ein unscheinbarer Fehler unterlief:

Brett 7: Nach 28…Dd6 hätte sich der Schwarze einen leichten Vorteil erhalten können, doch er wählte 28…Sa8? und hätte aufgrund seines ungeschützten Königsflügels in ernste Schwierigkeiten kommen können.

Zunächst setzte Mirek mit 29.Dh5! energisch fort, doch nach 29…g6 verließ ihn der Mut und er zog seine Dame zurück nach d1. Dabei lag das Gute in Form von 29.Dh6! doch so nah mit der Idee eines Springeropfers auf f7, um anschließend den völlig entblößten generischen König übers Brett zu jagen. Nach dieser verpassten Gelegenheit ging der Kampf in ausgeglichener Stellung weiter bis dem Windischeschenbacher kurz vor der Zeitkontrolle ein grober Schnitzer unterlief:

Brett 7: Mit 37.Ld2! hätte Mirek die Stellung halten können, doch er wählte 37.Le7?? und wäre nach 37…De6! 38.La3 Dh3 auf Verlust gestanden. Aber der Neumarkter fand den Gewinnweg nicht, spielte 37…Te8 und Mirek konnte noch einmal aufatmen.

Anschließend verflachte die Partie zusehends bis man sich schließlich in einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel auf Remis einigte. (3½-3½)

An Brett 6 (S) verteidigte sich Carolin Werner mit der Leningrader Variante der Holländischen Verteidigung. Gegen den zahmen weißen Aufbau hatte sie wenig Mühe Ausgleich zu erreichen und konnte schon nach acht Zügen Vorteil für sich zu reklamieren:

Brett 6: Nach dem Zentrumsvorstoß 8…e5! machte sich die unglückliche weiße Figurenaufstellung bereits bemerkbar.

Caro setzte zunächst richtig fort, verpasste dann aber eine gute Möglichkeit die Initiative zu ergreifen:

Brett 6: Mit der sogenannten „Holländischen Lanze“ 12…f4! hätten Carolins besser platzierte Figuren noch mehr zur Geltung kommen können. Neben …f3 liegen auch …Lg4 und ein Abtausch der Springer auf d4 zum richtigen Zeitpunkt in der Luft, wonach Weiß Probleme bekommen hätte seine Stellung zusammenzuhalten.

Trotz der für Holländisch üblich schwer zu bewertenden und für beide Seiten ideengeladenen Stellung verlief die Partie in der Folge sehr ausgeglichen. Im Endspiel gelang es Carolin zwar einen entfernten Freibauern zu bilden doch auch hier sieht die Engine keinen nennenswerten Vorteil. Erst gegen Ende der Partie behielt Carolin die bessere Übersicht und die besseren Nerven und nutzte einen Fehler ihres Gegners eiskalt aus:

Brett 6: Weiß hatte gute Chancen auf ein Remis als er in dieser Stellung 50.Td6+?? wählte. Nach 50…Ke7 hing nicht nur sein Turm, sondern auch sein Springer auf d3 wegen eines potentiellen Turmspießes auf der dritten Reihe!

In der Partie setzte der Neumarkter notgedrungen fort mit 51.e5 Lxd3 52.Txg5, um noch im Trüben zu fischen. Carolin ließ sich aber nicht mehr beirren, berechnete alles korrekt und fand die Abwicklung zum Gewinn der letzten beiden weißen Bauern unter gleichzeitigem Tausch eines Turms. Da weiterer Widerstand sinnlos war, gab der Heimspieler auf und gratulierte uns zum Mannschaftssieg. (4½-3½)

Nach diesem wichtigen Auswärtssieg bleiben unsere Chancen mit um den Aufstieg zu spielen intakt, was zwar vom Liga-Orakel noch nicht so ganz honoriert wird, der insgesamt positiven Stimmung in der Mannschaft und im Verein jedoch keinen Abbruch tut.

Am 16. November empfangen wir zu Hause die SG Büchenbach / Roth. Mit einem Sieg könnten wir uns vor der letzten Runde im Jahr 2025 eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Tabellenspitze sichern. Wille und Motivation sind vorhanden und mit der notwendigen Ernsthaftigkeit können wir unser Ziel auch erreichen. Also packen wir’s an!

Dritte Mannschaft spielt 3:3 in Oberviechtach

Am zweiten Spieltag war die dritte Mannschaft auswärts gegen Oberviechtach II gefordert. An Brett 6 spielte Florian Süß mit Schwarz eine königsindische Verteidigung gegen den Aufbau seines Gegners und kam etwas schlechter aus der Eröffnung. Nach einem Fehler seines Gegners erhielt Florian aber einen vielversprechenden Angriff. Da ein Figurenverlust unvermeidlich war um das Matt zu verhindern, gab Weiß im 25. Zug auf und brachte uns die schnelle Führung (0:1).

Maximilian Warziwoda bekam es mit Weiß am fünften Brett mit der Grünfeldindischen Verteidigung zu tun. Nach dem Abtausch vieler Figuren konnte Maximilian einen Mehrbauern verbuchen. Leider übersah er eine taktische Möglichkeit seines Gegners und verlor dabei eine Leichtfigur. Trotz verzweifelter Gegenwehr konnte Schwarz mit seiner Mehrfigur noch einen Bauern umwandeln und mit dieser drückenden Materialüberlegenheit die Partie gewinnen (1:1).

Am vierten Brett spielte Benedikt Stock mit Schwarz ebenfalls Grünfeldindisch gegen seinen Gegner. Im Mittelspiel übte Benedikt mit den Schwerfiguren auf der c-Linie und seinem starken Läufer auf g7 Druck gegen den rückständigen weißen Isolanibauern auf c3 aus und nutzte dessen Fesselung, um den weißen Läufer auf b2 zu erobern. Nachdem Weiß anschließend noch einen Bauern einzubüsen drohte, gab sein Gegner die Partie auf (1:2).

Simon Lamm spielte mit Weiß an Brett 3 das Londoner System und konnte im Mittelspiel einen starken Springer auf e5 postieren. Simon verzichtete auf eine Rochade und begann mit seinen Bauern am Königsflügel loszustürmen. Nach starkem positionellen Druck auf die schwarze Stellung wickelte Simon in bereits bemerkbarer Zeitnot in ein Doppelturmendspiel mit zwei Mehrbauern ab. Nach dem die Zeitkontrolle überstanden war und er noch einen weiteren Turm abtauschen konnte, gewann Simon noch den letzten schwarzen Bauern und führte das Endspiel mit nunmehr Turm + 3 verbundene Bauern gegen Turm gekonnt zu Ende (1:3).

Bei nunmehr komfortablem Vorsprung sollte es doch möglich sein, an den verbliebenen beiden Spitzenbrettern noch einen halben Punkt zum Gewinn des Mannschaftskampfes zu holen, zumal auch die Stellungen dies entsprechend hergegeben hätten.

An Brett 1 erhielt Elsbeth Horther-Schneider mit Weiß nach einem geschlossenen Sizilianer einen vielversprechenden Angriff auf den in der Mitte stecken gebliebenen schwarzen König. Nach 21 Zügen ergab sich folgende gewinnbringende Stellung:

Nach 22. Txf6! hätte Schwarz einpacken können, da 22. …Kxf6 23. Tf1+ zum Matt führt und Weiß bei anderen schwarzen Zügen seinen starken Angriff z.B. mit Df7 oder Lg5 spielentscheidend fortsetzen hätte können. So aber geschah 22. Ld2, was aber immer noch einen großen Vorteil für Weiß bedeutet.

Schwarz schaffte es aber, in den nächsten Zügen Material abzutauschen und mit einer Bauernwalze für ein gefährliches Gegenspiel am Damenflügel und im Zentrum zu sorgen. Leider kommt meistens ein schlechter Zug nicht allein und so stellte Elsbeth bei der Verteidigung ihre Figuren so unglücklich, dass Schwarz einen Mattangriff auf der h-Linie iniziieren konnte und Weiß das Handtuch warf (2:3).

Siegfried Stelzer spielte an Brett 2 mit Schwarz auch Grünfeldindisch und erzielte ein ausgeglichendes Mittelspiel. Nach 33 Zügen eröffnete sich nach dem weißen Tc4-c6 plötzlich eine taktische Möglichkeit:

Hier ließe sich mit 33. …Ld2+ 34. Kd3 (34. Kxd2 ist wegen 34. …Txd4+ und anschliendem Txa4 schlechter) 34. …Lxf4 (droht Le5) 35. Kc3 Tc7 in ein gleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauer abwickeln. Schwarz zog aber 33. …bxa4 und musste nach dem Zwischschach 34. Lf6+ in ein Turmendspiel mit Minusbauer.

Das entstandene Endspiel ist eigentlich remis zu halten, aber die Schachgöttin Caissa meinte es an diesem Tag nicht mehr gut mit uns und so verloren wir auch diese Partie noch (3:3).

Dieses nach dem Spielverlauf doch etwas enttäuschende Unentschieden ist aber kein Beinbruch und in kürze steht bereist die nächste Runde mit einem Heimspiel gegen SK Schwandorf III auf dem Programm.

Auswärtserfolg der zweiten Mannschaft gegen den SK Weiden

Nach dem knappen Unentschieden im Auftaktspiel gegen den SC Oberviechtach war unsere zweite Mannschaft zum zweiten Spieltag auswärts beim Nachbarverein SK Weiden 07 zu Gast. Beide Mannschaften mussten auf den vorderen Brettern auf Spieler verzichten, sodass wir dem Absteiger aus der Regionalliga, zumindest auf dem Papier, auf Augenhöhe begegnen konnten.

Am sechsten Brett wählte Michael Betz die französische Verteidigung. Bereits aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung und konnte nach einer Ungenauigkeit seines Gegners einen Bauern gewinnen. Beim Versuch, ins Endspiel abzuwickeln, war der schwarze Mehrbauer jedoch schwer zu halten. Nach dem Übergang ins Bauernendspiel schätzte Michael die Stellung falsch ein: Trotz des entfernten schwarzen Freibauern war der weiße König zu aktiv, sodass die weißen Bauern schließlich durchbrechen konnten:

Nach 44. g5 ist der schwarze König zwar nah am Geschehen, nach 44… Ke6 45. gxh6 Kxf6 46. Kxb4 ist Schwarz tragischerweise im Zugzwang. Der König muss das Umwandlungsquadrat des h-Bauers verlassen und Weiß wandelt um. Michael ließ sich das nicht mehr zeigen und gab sich im 45. Zug geschlagen. (0-1)

An Brett sieben eröffnete Manfred Oppel mit Englisch. Sein fianchettierter Läufer auf g2 kam zu einem frühen Glück, als der Weidener Spieler nach einer kurzen Unachtsamkeit den Einschlag auf b7 mit Qualitätsgewinn zuließ. Manfred ließ sich trotz zäher Verteidigungsversuche seines Gegners den vollen Punkt nicht mehr nehmen und erzielte fast postwendend den Ausgleich. (1-1)

Am dritten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit dem Königsbauern. Gegen die Sizilianische Verteidigung erreichte er eine aktive Stellung und erlangte nach einem Figurenopfer gewinnbringendem Vorteil:

Nach 20. Sxc4 nahm der Schwarze das Opfer fälschlicherweise an. Die weiße Dame gelangte als Folge nach f7 und gewann mit dem Läufer auf f8 die Figur zurück.

Durch die passiven Figuren blieb der schwarze König allerdings ein Angriffsziel. Bedrich machte weiter Druck auf die Stellung seines Gegners und konnte neben einer Qualität auch einige Bauern gewinnen. Diesen Materialvorteil nutzte er, um den schwarzen König endgültig freizulegen, sodass dem Weidener bei absehbarem Matt nur noch die Aufgabe blieb. (2-1)

Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov gegen den FIDE-Meister Mladen Dvornic die Katalanische Eröffnung. Beide Seiten zeigten sich theoriefest und Schwarz gab seinen Mehrbauern schließlich zurück, um die weiße Bauernstruktur zu schwächen. Liliane konnte ihre Schwäche durch einen Figurentausch beseitigen und wickelte wenig später in ein Turmendspiel ab. Auch hier behielt sie den Überblick und man einigte sich auf ein verdientes Remis, als der Weidener Titelträger auch hier keine Möglichkeit fand, einen Vorteil zu erlangen. (2,5-1,5)

Am fünften Brett eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. In nahezu symmetrischer Stellung war die Stellung lange ausgeglichen. Im Mittelspiel entschied sich der Weidener zu einer Abwicklung, in der Stefan durch ein Figurenopfer einen Bauern gewann. Das resultierende Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ließ jedoch wenig Gewinnmöglichkeiten zu. Nachdem sich die meisten Bauern abgetauscht hatten, konnte der Weidener Spieler auf den weißen Feldern eine Blockade errichten und man einigte sich auf Unentschieden. (3-2)

An Brett zwei beantwortete Johannes Denz das Aufziehen des f-Bauerns mit dem From-Gambit, bei dem mit e5 und d6 ein Bauer für Entwicklungsvorteil geopfert wird. In einer scharfen Variante konnte er Druck auf den d4-Bauern des Weißen aufbauen:

Nach 16… Sc6 hätte Weiß mit Kh1 in leicht schlechterer Stellung im Spiel bleiben können. Stattdessen kam 17. Lxf6 und der Weidener gab im Anschluss die Dame für Läufer und Turm.

Johannes konnte im weiteren Verlauf Material abtauschen und mit Dame gegen Turm und Springer die schwarzen h- und g-Bauern anschieben. Mit der schwarzen Dame auf f2 war für den Freibauern auf g3 der rote Teppich ausgerollt und Weiß gab sich geschlagen. (4-2)

Am vierten Brett spielte Rudolf Schön gegen die Englische Eröffnung. Rudolf erreichte zu Beginn eine angenehme Stellung, im Mittelspiel konnte der Weiße aber mit Bauernvorstößen einen Raumvorteil erzielen. Nach dem Damentausch erwiesen sich die weit fortgeschrittenen Bauern jedoch als Schwäche. Im Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm und Springer gelang es Rudolf, einen gedeckten Freibauern zu bilden und seine Stellung stetig zu verbessern. Schließlich bot sich eine gewinnbringende Abwicklung an:

Nach 42. Sc3 gewinnt 42… Lxf4 den h- und g-Bauern. Während es dauerte, bis Weiß seine Bauern am Damenflügel flottbekommt, konnte Rudolf seinen h-Bauern anschieben. Der Versuch, den Freibauern aufzuhalten, scheiterte schließlich an Lh4, der den Springer vom Erreichen des Umwandlungsfelds abhält. (5-2)

An Brett acht trat Rudolf Schicker gegen das Londoner System an. Nachdem er bereits vergangenen Sonntag in der Kreisliga mit gleicher Farbe gegen seinen Gegner gespielt hatte, entschied er sich im Mittelspiel, zwei Leichtfiguren gegen einen Turm zu tauschen. Als sich die Stellung öffnete, erwies sich die Leichtfiguren des Weißen aber als zu stark. Mit Turm gegen Läufer, Springer und einen Bauern kämpfte Rudolf lange gegen die drohende Niederlage, bis der Weidener einen weiteren Bauern gewinnen und seinen Freibauern in Richtung Grundlinie anschieben konnte. Nach langem Kampf gab sich Rudolf schließlich geschlagen. (5-3)

Mit diesem unerwarteten, aber verdienten 5-3 Auswärtserfolg trugen wir damit unseren Teil zu den Überraschungen dieses Spieltags bei. Neben unseren Gastgebern mussten auch andere Favoriten Federn lassen, was zu einer unerwarteten Tabelle nach dem zweiten Spieltag führt:

1. OSJ-Cup in Tegernheim

Bereits vor zwei Wochen beendete ein Teil unserer Jugendlichen mit dem DWZ-Pokalturnier in Kelheim die Sommerpause. An diesem Samstag fiel nun auch für die Schachjugend Oberpfalz beim ersten OSJ-Cup in Tegernheim der Startschuss in die neue Saison. Unter den insgesamt 81 Teilnehmern waren wir mit Felicitas und Elias Luber, Jakob Treml sowie Maximilian Warziwoda mit vier Spielern in den Altersklassen U10 bis U16 vertreten.

Nach der längeren Turnierpause machte sich außerdem bemerkbar, dass einige unserer Jugendlichen in dieser Saison in höheren Altersklassen antreten mussten. Dadurch schlichen sich hier und Fehler ein, die manchmal einen möglichen Punkt kosteten. Trotzdem schlugen sich unsere Jugendlichen tapfer und konnten auch einige schöne Erfolge erzielen.

Jakob, der erstmals in der U16 startete, hatte wohl das schwierigste Los: Seine Gruppe wurde mit der U18 zusammengelegt, sodass er es mit teils deutlich älteren und erfahreneren Gegnern zu tun bekam. Trotz dieser Herausforderung holte er drei Punkte und erreichte damit einen guten vierten Platz in seiner Altersklasse.

Auch Maximilian spielte erstmals in der U14 und konnte sich dort sehr gut behaupten. Mit vier Siegen und zwischenzeitlichen Partien am ersten Brett zeigte er eine überzeugende Leistung. Zwar musste er sich den Topfavoriten geschlagen geben, doch sein dritter Platz ist ein tolles Ergebnis und spricht dafür, dass er auch in der höheren Altersklasse problemlos mithalten kann.

Für Elias war es bereits das zweite Jahr in der U12. Gerade in den jüngeren Altersklassen passiert es leicht, dass die Konzentration durch allerlei Ablenkungen nicht immer dem Schachspiel gilt. Auch Elias blieb davon nicht ganz verschont, was sich in einigen Partien bemerkbar machte. Mit vier Siegen erreichte er dennoch eine ordentliche Punkteausbeute und einen guten zehnten Platz.

Felicitas startete in der U10, ein Teilnehmerfeld, das sie bereits aus ihren U08-Turnieren kennt. Wie viele in diesem Alter ließ auch sie sich vom schnellen Spieltempo ihrer Gegnerinnen und Gegner anstecken und nutzte die eigene Bedenkzeit nicht immer vollständig. So blieben ein paar Chancen ungenutzt, doch in der großen Altersklasse konnte sie wichtige Erfahrungen sammeln und am Ende den 21. Platz belegen.

Erfolg für die Dritte im Auftaktspiel gegen Weiden 2

An Brett 6 wählte Florian Süß die Englische Eröffnung, wobei sein Gegner nach zunächst symmetrischem Beginn eine unübliche Aufstellung wählte. Florian konnte schon im fünften Zug deutlichen Vorteil verbuchen und nach weiteren Fehlern des gegnerischen Spielers nach ca. 45 Minuten Spielzeit und 22 Zügen die Führung für Windischeschenbach sicher stellen.

Michael Betz erwiderte am ersten Brett den Doppelschritt des Königsbauern mit der Französichen Verteidigung. Schon einige Male war dabei die Tarrasch-Variante die Wahl seines Gegners. So auch diesmal. Eine etwas ungewöhnliche Zugfolge des Weideners brachte Michael allerdings aus seiner Vorbereitung. Die Stellung gab aber nicht viel her und Schwarz hatte bald den Ausgleich gesichert und saß auf der eher besseren Seite einer gleichen Stellung. Im 26. Zug einigte man sich friedlich.

Am zweiten Brett versuchte Svatoslav Zitek eine Nebenvariante gegen die Französische Verteidigung seines Gegners, die aber dann in die Vorstoßvariante überging. Auch hier brachte Svatoslav wieder einen der selteneren Züge aufs Brett, verpasste es dann aber energisch nachzusetzen und landete in einer schwierigen Stellung, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Somit war der Ausgleich wieder hergestellt.

Maximilian Warziwoda (Brett 5), einer unserer talentierten Jugendlichen, bekam bei seinem erst zweiten Einsatz bei den Erwachsenen mit Schwarz die Schottische Eröffnung vorgesetzt. Seine Theoriekenntnis half, die Stellung ohne Probleme auszugleichen und im weiteren Verlauf konnte Maximilian einen Bauern gewinnen. Im 17. Zug entging ihm aber die Chance den Vorteil deutlich auszubauen und der Gegner hatte plötzlich Kompensation für den Minusbauern. Maximilian spielte aber sehr sicher weiter und konnte schließlich die weiße Dame fangen, die auf Abwege geraten war. Den Materialvorteil von Dame gegen Turm verwertete er dann souverän zur erneuten Führung für unser Team.

An Brett 4 setzte Simon Lamm von Anfang an seinen Gegner im Londoner System unter Druck. Der Weidener verteidigte sich aber lange Zeit gut, bis sich nach einem fragwürdigen Springertausch ein weißer Vorteil heraus kristallisierte. Bei knapp werdender Zeit und unklarer Stellung (der Computer weiß es natürlich besser) nahm Simon das Remisangebot sicherheitshalber an, nachdem Rudi zumindest nicht zu verlieren schien. Es sollte aber noch dramatisch werden.

Rudolf Schicker am dritten Brett baute sich mit Schwarz gegen das Londoner System seines Gegners Königsindisch auf. Nach zunächst ausgeglichenem Verlauf konnte Rudi eine Qualität für einen Bauern gewinnen. Der Vorteil war aber relativ gering, weil die beiden Türme in der geschlossenen Stellung nicht voll zur Geltung kamen. Nach einigem Manövrieren konnte Rudi aber die a-Linie öffnen und mit seinen Türmen eindringen. Nach Tausch eines Turmpaares und Bauerngewinn für Rudi entstand eine schwierige Stellung, nachdem der Weidener für die fehlende Qualität ein gefährliches Freibauernpaar hatte. Im 52. Zug verpasste Rudi dann die Chance auf den Gewinn durch Rückopfer der Qualität. Zwei weit voneinander entfernte Freibauern hätten das Rennen gemacht, während die weißen Freibauern nicht zur Geltung gekommen wären. Danach war die Stellung nicht mehr zu gewinnen. Rudi musste sogar sehr genau spielen um das Remis zu retten. An der entscheidenden Stelle fand er aber den einzigen Zug, der durch ein Rückopfer der Qualität das Remis sichert. Nachdem beide Spieler einen Bauern verwandeln konnten entstand ein Damenendspiel mit jeweils einem Bauern, das für keine Seite zu gewinnen war.

Somit war unser Saisonauftakt mit einem 3,5 – 2,5 Sieg erfolgreich verlaufen.