Sommerfest am Samstag, 01.08.2026

Datum und Uhrzeit: 1. August 2026 ab 13.30 Uhr
Ort: Parksteiner Straße 17, 92637 Weiden
Ablauf: Beginn um 13.30 mit unserer Schnellschach-Vereinsmeisterschaft, 
             gegen 18.00 Uhr Abendessen mit gemütlichen Beisammensein
             bis „DEM Morgen graut“. 😉

Versöhnlicher Abschluß für die Dritte in der Kreisliga 1 Nord

Ungewohnt spät im Jahr hatte die Dritte am letzten Spieltag die Schachfreunde Neustadt/Luhe 1 zu Gast. Diese hatten die Meisterschaft schon in der vorletzten Runde sichern können, aber für uns ging es noch um die Ehre und den zweiten Platz in der Tabelle. Wir waren mit Oberviechtach Punkt- und Brettpunktgleich.

Relativ schnell, nach ca. einer Stunde Spielzeit, brachte uns Florian Süß an Brett 6 in Führung. Florian eröffnete mit Weiß wie gewohnt Englisch, konnte schnell einen Bauern erobern und führte seine Partie nach weiterem Materialgewinn souverän zum Sieg.

Rudolf Schicker am dritten Brett bekam mit Schwarz einen Colle-Aufbau vorgesetzt. Rudi hatte keine Probleme, das Spiel ausgeglichen zu halten und einigte sich mit seinem Gegner im 21. Zug auf Remis.

Am fünften Brett wählte Maximilian Warziwoda mit Schwarz die Nimzoindische Verteidigung. Es kam zu einer Variante, die der Computer als günstig für Weiß ansieht. Trotzdem wurde dieser Aufbau erstaunlicher Weise auch schon von namhaften Großmeistern (u.a. Peter Leko) gespielt. Maxi geriet aber schon bald in Bedrängnis, verlor einen Bauern und landete in einer Verluststellung. Er zeigte aber Kampfgeist und verwickelte das Spiel. Schließlich bot er auch noch ein Damenopfer an, das ihm bei Annahme einen Vorteil beschert hätte. Diese Finesse durchschaute sein Gegner aber und behielt weiterhin die bessere Stellung. Schließlich unterlief ihm aber dann doch noch ein böses Mißgeschick und Maxi konnte einen glücklichen Sieg verbuchen.

Michael Betz an Brett 1 bekam mit Schwarz nach 6 Jahren endlich wieder einmal seine Lieblingsvariante im Winawer-Franzosen aufs Brett. Im 15. Zug wählte Weiß ein seltenes Abspiel, mit dem Michael sich aber vor einiger Zeit intensiv beschäftigt hatte. Er konnte bis zum 18. Zug der Empfehlung von Emanuel Berg (The French Defence Volume Three) folgen. Dort gibt Berg den gespielten Zug ( 18….Dd4) als Möglichkeit ein Remis zu sichern an, merkt aber an, dass Schwarz das nicht nötig hat und empfiehlt den Zug 18. …Db4 mit schwarzem Vorteil. Den hatte Michael leider nicht mehr auf dem Schirm. Sein Gegner wich allerdings der Zugwiderholung aus und bot ein überraschendes Qualitätsopfer an. Objektiv hat Schwarz danach deutlichen Vorteil, aber am Brett war die Sache nicht so einfach. In der Folge verpassten beide Spieler gute Fortsetzungen. Schließlich gab Schwarz die Qualität zurück und konnte im entstehenden Endspiel sogar einen Mehrbauern verbuchen. Der weiße Freibauer auf der h-Linie sicherte Weiß ein gutes Spiel und erforderte eine genaue Verteidigung. Im 40-sten Zug gab es schließlich noch einen einzigen Zug, der die Stellung ausgeglichen gehalten hätte. Den fand Michael nicht und mußte wenig später aufgeben.

Am zweiten Brett wählte Siegfried Stelzer mit Weiß die Italienische Eröffnung und erhielt eine über weite Strecken vorteilhafte Stellung. Beide Spieler fanden nicht immer die genauesten Züge, Schwarz hatte teilweise Ausglich, aber Sigi kam doch immer wieder in eine gute Stellung. Im 29-sten Zug übersah er dann aber einen taktischen Einschlag, der bei richtigemn Spiel aber auch nur Ausgleich bedeutet hätte. Bei knapp werdender Zeit spielte Siegfried leider die falsch Variante und landete in einer Verluststellung. In der Zeitnotphase ließ sein Gegner sich den Sieg nicht mehr nehmen und setzte den weißen König im 37-sten Zug matt.

Jetzt war es also noch einmal spannend geworden und alle Hoffnungen lagen auf Simon Lamm, der am vierten Brett mit Weiß erneut sein Londoner System zur Anwendung brachte. Sein Gegner ließ sich zunächst nichts zu Schulden kommen und es entstand schließlich ein Turmendenspiel. Simon hatte da die etwas aktivere Stellung, machte Druck und konnte schließlich einen Bauern gewinnen.

Mit genauem Spiel konnte er diesen Vorteil ausbauen und den Turmtausch anbieten. Auch wenn Schwarz abgelehnt hätte, wäre der weiße Vorteil zum Sieg ausreichend gewesen. Der Neustädter suchte die Rettung im Bauernendspiel, das Simon aber mit Präzision zu Ende brachte. Als er im 51. Zug den einzigen Zug zum Sieg fand gab sein Gegner auf und der Mannschaftserfolg war sicher gestellt.

Im Fernduell kam unser Konkurrent Oberviechtach gegen Weiden nicht über ein 3-3 hinaus und somit konnten wir den zweiten Platz in der Abschlußtabelle für uns verbuchen.

1. Mannschaft erringt Meisterschaft!

Am letzten April-Sonntag kam es in Altensittenbach zum mit Spannung erwarteten Showdown um den Meistertitel und den Aufstieg in die Landesliga. Die Ausgangslage konnte prickelnder nicht sein, denn nur der Sieger würde die Saison krönen und den Titel perfekt machen können. Bei einem 4-4, was absolut im Bereich des Möglichen war, sich aber niemand wünschte, hätte Verfolger SG Fürth der lachende Dritte sein können. Erwartungsgemäß entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, der an Dramatik kaum zu überbieten war und tatsächlich mit einem 4-4 Unentschieden endete. Das einzige Ergebnis, dass den Fürthern noch eine Chance eröffnete.

Nachdem das letzte Partieformular unterschrieben war, war die Saison für die Gastgeber beendet, doch für uns begann das große Zittern, denn auch wir hatten noch die kleine Chance, dass Fürth nun seinerseits nur 4½-3½ gewinnen würde, wonach beide Teams punkt- und brettpunktgleich ins Ziel gekommen wären. Und tatsächlich waren Caissa und Fortuna mit uns im Bunde. Kareth wehrte sich nach Kräften beim letzten Versuch den Abstieg noch zu vermeiden und erzielte die für uns notwendigen 3½ Punkte! Nun mussten die Turnierordnung und der Rechenschieber bemüht werden, um die weiteren Entscheidungskriterien zu berechnen, was fast das ganze Team auf der Heimfahrt durchexerzierte (nur Chris musste sich auf die Straße konzentrieren!).

Das Ergebnis war, dass wir sowohl gleich viele Mannschaftssiege (6-6) als auch gleich viele Gewinnpartien (32-32) aufwiesen und erst bei den Schwarzsiegen mit 14-13 minimal die Nase vorn hatten. Ein Fotofinish mit hauchdünnem Vorsprung!

Wir sind Meister der Regionalliga Nord-Ost und damit Aufsteiger in die Landesliga Nord!

Es folgt das Geschehen auf den Brettern im letzten Krimi der an Höhen und Tiefen nicht armen Saison:

An Brett 6 (S) musste sich Carolin Werner mit der zwar selten gespielten aber nicht zu unterschätzenden Bird-Eröffnung auseinandersetzen. Die regelmäßig produzierten ungewohnten Stellungsbilder nahmen in dieser Partie besondere Form an, nachdem sich beide Seiten so gar nicht an übliche Muster der Figurenentwicklung halten wollten. Dabei übertrieb es der Heimspieler aber ein wenig und erlaubte Caro schon früh ein aussichtsreiches Figurenopfer:

Brett 6: Nachdem Weiß freiwillig auf die Rochade verzichtet hatte, nutzte Caro die Chance zu einem Figurenopfer für zwei Bauern und Angriff auf den gegnerischen König.

Die Maschine sieht nach 14…Lxg4! 15.hxg4 Sxg4+ auch beim bestem Zug von Weiß 16.Ke1 Schwarz klar im Vorteil, doch für uns Menschen ist das Spiel am Brett eine viel größere Herausforderung. Und prompt blitzte der Altensittenbacher 16.Kg3?? heraus, der ihn in eine sofortige totale Verluststellung brachte. Caro setzte mit 16…Txe2 zunächst korrekt fort, verlor aber anschließend nach 17.Lf1 Tee8? (Te3!) 18.Kxg4 h5+?? (Se6!) den Faden. Die Stellung war wieder ausgeglichen, doch Caro hatte ihren Mut mit einem extrem hohen Zeitverbrauch bezahlt und stand nun mit leeren Händen da. Ihr Gegner spielte weiter schnell, um den Druck aufrecht zu erhalten, beging dabei aber eine Ungenauigkeit, die ihn noch einmal in Probleme hätte bringen können:

Brett 6: Nach dem letzten Zug von Weiß 23.Tae1, hätte Caro mit der kleinen Taktik 23…Te3! den neuralgischen Punkt f4 erfolgreich attackieren und noch einmal die Initiative übernehmen können.

In hochgradiger Zeitnot übersah sie diese Möglichkeit jedoch und wählte leider 23…Txe1?? wonach sich die Bewertung endgültig zu Gunsten von Weiß drehte. Zwar schaffte sie tatsächlich noch die Zeitkontrolle, doch der Rest war Schweigen. Eine verpasste Chance und ein denkbar unglücklicher Start für uns. (0-1)

An Brett 2 (S) wählte FM Zdenek Haba die Moderne Verteidigung, eine Eröffnung, die ebenfalls geprägt ist von einer eher anti-klassischen Systematik. Schwarz verzichtet zunächst auf die Entwicklung des Königsflügels, um stattdessen schnell sein Gegenspiel auf der anderen Brettseite zu entwickeln. Nichts für Puristen, doch objektiv keinesfalls schlecht, denn der Anziehende wird früh auf ihm möglicherweise unbekanntes Terrain gelockt:

Brett 2: Stellung nach 7.e5. Weiß hat sich „normal“ entwickelt, während Schwarz untypisch seine Springer zurück gehalten und stattdessen beide Läufer fianchettiert hat. Nach klassischer Lehre geradezu ein Verbrechen, doch die Verteidigung trägt nicht umsonst den Zusatz „Modern“.

Sieht man sich die Statistik an, fördert diese Erstaunliches zu Tage. Die Engine attestiert dem Weißen schon nach wenigen Zügen einen deutlichen Vorteil von um die +0.8 (die puristische Sicht), doch in der Praxis erzielt Schwarz eine geradezu traumhafte Performance:

Die laut MegaBase 2026 in 352 Partien in dieser Stellung gespielten neun weißen Züge weisen eine fast schon unterirdische Ausbeute von im Schnitt nur knapp 42 % aus! Normal wären ca. 52-54 %!

Doch zurück zur Partie. Es ging munter weiter mit ungewöhnlichen Zügen, wobei beiden Spielern mehrfach Ungenauigkeiten unterliefen (das unbekannte Terrain!), bis Zdenek den vorentscheidenden Fehler machte:

Brett 2: Bei der etwas luftigen Königsstellung wäre der Damentausch eine Erleichterung für Schwarz. Diesen konnte Zdenek mittels 15…Df7 anbieten, doch leider entschied er sich für 15…Kd8? und geriet fortan mit seinem König im Zentrum ins Kreuzfeuer der gegnerischen Figuren.

Die Verteidigung wurde immer schwieriger und führte zu weiteren Fehlern, die erfolgreichen Widerstand schließlich unmöglich machten. Bei anhaltendem Angriff ging im Getümmel eine Figur für nur zwei Bauern verloren, was zur Aufgabe noch vor der Zeitkontrolle führte. Eine unglückliche Partie für Zdenek, passend zu seiner gesamten Saison. Wir sind sicher und wünschen ihm von Herzen, dass die nächste Spielzeit besser läuft! (0-2)

An Brett 1 (W) griff Tobias Brunner wie gewohnt zum geschlossenen Aufbau gegen die Sizilianische Verteidigung. Die Spitzenspieler spulten zwölf Züge Theorie ab und landeten in einer etwa ausgeglichenen Stellung mit weißen Ambitionen am Königsflügel und schwarzem Gegenspiel am Damenflügel:

Brett 1: Der von Tobias gespielte Zug 13.De1 ist anscheinend eine Neuerung, mit der die Idee verfolgt wird, die Dame mittels g4 und Schwenk nach h4 für einen Angriff gegen den schwarzen König zu positionieren.

In dieser spannungsgeladenen Stellung beharkte man sich lange Zeit gegenseitig ohne dass eine Seite einen nennenswerten Vorteil erzielen konnte. Erst auf dem Weg zur Zeitkontrolle wurde es noch einmal interessant:

Brett 1: Die Absicht von Tobias seinen schwachen Bauern a4 mittels 32.a5 loszuwerden, wurde etwas leichtsinnig mit 32…bxa5 beantwortet, was ihm die Chance gab mit 33.c5! einen Freibauern zu bilden.

Das allein wäre noch kein Problem für Schwarz gewesen, doch schon im nächsten Zug griff der Heimspieler mit 33…Dc7?? entscheidend daneben. Nun konnte Tobias mit 34.cxd6 Dxd6 35.Lc5 Dd8 36.d6 a4 37.d7 seinen Freibauern mit Macht in Bewegung setzen, was zu einem schnellen Ende der Partie führte:

Brett 1: Mit seinem letzten Zug wollte der Altensittenbacher das Umwandlungsfeld d8 für seinen Läufer räumen, kam damit jedoch einen Zug zu spät. Mit dem effektvollen 38.d8D!! zwang Tobias seinen Gegner wegen der Drohung Td7+ und Damenverlust zur sofortigen Aufgabe.

Ein schöner Schluss einer lange Zeit ausgeglichenen Partie und nach dem mehr als unglücklichen Start in den Wettkampf ein enorm wichtiger Sieg für uns! (1-2)

An Brett 7 (W) ging es Stephan Schmahl gegen die Caro-Kann Verteidigung mit der Abtausch-Variante ruhig an. Der Heimspieler wählte eine Modevariante, die nach Abschluss der Figurenentwicklung zu einer minimal besseren Stellung für Weiß führte:

Brett 7: Mit dem richtigen 17.Tad1 hätte Stephan seine letzte untätige Figur ins Spiel bringen sollen, doch er wollte den lästigen Se4 mittels 17.Sd2? zu befragen und gab dem Gegner damit unnötigerweise Gelegenheit den Stellungstypen radikal zu ändern.

Hätte der Altensittenbacher jetzt zum überraschenden 17…Lxd4! 18.cxd4 Sxd4, gefolgt von 19…Sc2 gegriffen, wäre die Partie mit einem Ungleichgewicht von Turm + 2 Bauern gegen Läufer und Springer völlig anders verlaufen. Doch er sah diese Idee anscheinend nicht, tauschte auf d2 und konnte nur noch abwarten, was Weiß versuchen würde. Stephan konnte seinen Vorteil in der Folge zwar etwas vergrößern, ein entscheidender Fortschritt war aber nicht auszumachen. Allerdings kostete die dauernde Suche nach eventuellen Fallstricken den Heimspieler eine Menge Zeit, die ihm am Schluss fehlen sollte. Nach etlichen Zügen des Lavierens verlor Stephan leider die Geduld, hatte aber ungeahnten Erfolg:

Brett 7: Die Engine schlägt den überraschenden 33.Ld2 vor, um den Weg für den f-Bauern freizumachen, doch Stephan wählte 33.Le5?! und hatte nach 33…Lxe5 34.Sxe5 Sxe5 35.Dxe5?! eigentlich seinen Vorteil verspielt, wenn ihm der Schwarze nicht mit 35…e6? zu Hilfe gekommen wäre.

Durch den unglücklichen Bauernzug (richtig war 35…b5! mit Ausgleich) versperrte der Schwarze sich selbst eine Verteidigung auf der 6. Reihe und geriet nach 36.h5 g5 37.Df6 Kh7 38.Te5 in hochgradiger Zeitnot ins Schwimmen:

Brett 7: Mit 38…Tg8! hätte sich der Altensittenbacher erfolgreich verteidigen können, doch er zog 38…Tc7?? und geriet in eine Verluststellung. Stephan spielte 39.f4! und hatte alle Trümpfe in der Hand.

Die letzte Möglichkeit für Schwarz war mit 39…Dd8 die Damen zu tauschen und sich mit Bauernverlust und miserablem Endspiel abzufinden, doch mit nur noch Sekunden auf der Uhr warf er 39…gxf4?? 40.g5! Tg8?? aufs Brett und wurde mit 41.Dh6# matt gesetzt. Der umjubelte Ausgleich war geschafft! (2-2)

An Brett 5 (W) entschied sich Milo Müller gegen die Sizilianische Verteidigung ebenfalls für das Geschlossene System und darin für einen ganz speziellen Aufbau:

Brett 5: Nach nur zehn Zügen war eine Stellung entstanden die es zumindest laut MegaBase 2026 noch nie auf dem Brett gegeben hatte. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und so hätten 11.b4! statt des menschlichen 11.De1 und anschließend 11…f5! statt 11…Ld5 einen kleinen Vorteil für die jeweilige Seite ergeben. Computerschach in Reinkultur!

Wenige Züge später hatte sich das Feld zwar etwas gelichtet, die neuartige Struktur war aber erhalten geblieben:

Brett 5: Der Zug 16.Lb2 würde vermutlich jeder zumindest in Erwägung ziehen, würde aber auch jeder glauben, dass die Stellung mit einer Engine-Bewertung von ca. +2.8 bereits gewonnen für Weiß ist?

Die Annahme des Bauernopfers mit 16…fxe5 17.fxe5 Lxe5 würde den Schwarzen nach 18.a5 Da7 19.Tae1 in Teufels Küche bringen. Die überlegene Aktivität der weißen Figuren wäre überwältigend. Milo spielte aber leider 16.axb5, gefolgt von 17.exf6? und geriet selbst in Nachteil. Das Geschenk bescherte dem Heimspieler keine lange Freude, da Ungenauigkeiten seinerseits den Vorteil wieder vergaben. Kurz vor der Zeitkontrolle war schließlich ein Doppelturmendspiel mit leichtem Vorteil für Milo entstanden:

Brett 5: Mit dem richtigen 39…Tbb2! konnte Schwarz noch hoffe, doch er entschied sich für 39…Tb3+?? und gestatte damit dem weißen König den ungehinderten Vormarsch vor seine Freibauern.

Der Vorteil von zwei verbundenen Freibauern gegenüber einem einzelnen ist fast immer entscheidend und so auch in dieser Partie. Milo ließ sich nicht mehr beirren und brachte den vollen Punkt souverän nach Hause. (3-2)

An Brett 3 (W) spielte Philipp Mark gegen die Slawische Verteidigung eine seltene Variante, die die Absicht verfolgt sich früh den Vorteil des Läuferpaars zu sichern. Das Vorhaben gelang und führte zu einer typisch slawischen Stellung mit besseren Aussichten für Weiß:

Brett 3: Nach seinem letzten Zug 15.0-0 hatte Philipp zwar einen kleinen Vorteil, doch stärker wäre 15.a4! gewesen, was versucht hätte die Vorzüge seines Raumvorteils am Damenflügel sofort in die Waagschale zu werfen.

In der Folge spielte sich der Kampf entsprechend der Bauernstruktur hauptsächlich am Damenflügel ab. Dem Schwarzen gelang es Gegenspiel zu generieren und in einem längeren Schlagabtausch den gesamten Damenflügel aufzulösen. So ging es auch im Zentrum weiter bis schließlich ein Endspiel übrig blieb, dass trotz zweier Mehrbauern völlig ausgeglichen war:

Brett 3: Der Altensittenbacher hatte gerade mit 41…Tf4?? die 3. Reihe verlassen, was Philipp mit 42.Ld3! hätte ausnutzen können. Die Mattdrohung zwingt den Schwarzen zu 42…Lg7, was seine Koordination entscheidend schwächt. Doch leider ging Philipp an seinem Glück vorbei und wählte 42.d5.

Eine 2. Chance bekam der Windischeschenbacher nicht mehr und musste sich wenige Züge später in das unvermeidliche Remis fügen. (3½-2½)

An Brett 8 (S) verteidigte sich Miroslav Kalous Nimzo-Indisch und wählte gegen die am häufigsten gespielte Rubinstein-Variante das unternehmenslustige Damenfianchetto. Ein sehr selten gespielter Zug von Mirek führte gleich im Anschluss zur ersten interessanten Stellung:

Brett 8: Der von Mirek gespielte Zug 8…f5 passt zwar ins System, viel stärker war jedoch 8…Dh4+! wonach Weiß entweder das Rochaderecht verliert oder Damentausch zulassen muss, was dem Schwarzen ein leichtes Spiel verspricht. Denn 9.g3? funktioniert wegen 9…Sxg3! 10.Df2 Sf5 mit Bauernverlust nicht.

Nach dieser verpassten Gelegenheit baute der Weiße sein Zentrum mit e4 weiter aus und stand gemäß Computer bereits auf Gewinn. Der Altensittenbacher fand jedoch nicht die beste Fortsetzung und beging nun seinerseits einen Fehler indem er das Zentrum schloss:

Brett 8: Nach dem kurz zuvor gemachten strategischen Fehler 16.d5? ergab sich für Mirek ein wunderbare Möglichkeit in Form von 19…Da4! wonach im weißen Lager heillose Verwirrung auszubrechen droht. Er wählte aber 19…Df7 und hatte leider eine weitere gute Gelegenheit verpasst.

Und es kam noch schlimmer. Scheinbar verunsichert, ließ sich Mirek immer weiter zurückdrängen und hätte dem gegnerischen Angriff eigentlich erliegen müssen:

Brett 8: Nachdem der Weiß wenige Züge vorher einen glasklaren Gewinn ausgelassen hatte, konnte er hier mit 36.Tg4!! den Sack endgültig zumachen, doch er spielte sofort 36.Sh6+ und vergab damit einen erheblichen Teil seines Vorteils.

Nichtsdestotrotz war Mirek gezwungen eine Qualität zu geben und stand immer noch auf Verlust. Zwei Züge vor der Zeitkontrolle kam es in beidseitiger Zeitnot zum letzten Fehler:

Brett 8: Mit 39.Lf6! Tf7 40.T1h4 konnte der Weiße noch immer gewinnen, doch er vertauschte erneut die Züge und stand nach 39.T1h4? Lxc4! 40.Lf6 Lxd5+ plötzlich mit leeren Händen da.

Der Heimspieler wickelte nun in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab und sicherte damit trotz eines Minusbauern den halben Punkt. Im Endeffekt ein etwas glückliches Remis für uns in einer teilweise haarsträubenden Partie. (4-3)

An Brett 4 (S) kämpfte Christian Müller gegen die Abtauschvariante im abgelehnten Damengambit mit klassischen Mitteln. Beide Spieler gaben sich keine Blöße und folgten der bekannten Theorie satte 14 Züge lang:

Brett 4: Der logische und noch immer bekannte Zug wäre 15.Lf2 gewesen, um den Vorstoß e4 weiter vorzubereiten. Der Weiße wählte jedoch den bizarr anmutenden 15.Sg1?!

Die Eröffnungsprobleme waren für Chris dadurch vollständig gelöst und er begann nach Wegen zu Vorteil Ausschau zu halten. Nach einer Weile des beidseitigen Lavierens bekam er eine erste Möglichkeit:

Brett 4: Mit dem Manöver 27…Sd6-c4 hätte Chris den Druck gegen e3 und am Damenflügel erhöhen können, doch er entschied sich für 27…Sg5, um mit dem Springer nach e6 zurückzukehren.

Zwei Züge später war es soweit:

Brett 4: In zwar etwas unbequemer Stellung aber völlig ohne Not spielte der Weiße hier 30.Sg4?? und stand nach 30…Sxd4 31.Txd4 h5! 32.Sf2 Txe3! 33.Txe3 Dxd4 mit einem Bauern weniger und schlechter Stellung glatt auf Verlust.

Chris verpasste anschließend leider ein klare Gewinnfortsetzung, behielt aber weiterhin entscheidenden Vorteil und musste nur noch einen Zug vor der Zeitkontrolle ausführen:

Brett 4: Am besten waren 40…d4 und 40…Lc8, aber auch der einfache 40…Kg7 kam in Frage, um anschließend in Ruhe mit neuen 30 Minuten auf der Uhr nach dem besten Gewinnweg zu suchen. In einem kleinen Anfall von Übermut zog er aber 40…a4?? und verschenkte den gesamten Vorteil.

Es begann die letzte Phase der letzten Partie der Saison mit dem gesamten Druck auf den Schultern von Chris. Nachdem ihm bewusst wurde, dass der Vorteil weg war, hatte er mental eine schwere Bürde zu tragen. Ein Remis würde zum Mannschaftssieg und Aufstieg reichen, aber der Druck war für einen Augenblick zu groß:

Brett 4: Nur mit 54…Kd4! war das rettende Remis noch zu erreichen, doch Chris zog 54…Kd6?? und konnte anschließend wegen seines passiven Turms keine Verteidigung mehr organisieren.

Der Altensittenbacher trieb seinen Bauern bis nach a7 und hatte anschließend mit seinem König freie Hand. Da jedes Bauernendspiel für Schwarz verloren war, musste Chris dem weißen Treiben tatenlos zusehen und im 64. Zug die Waffen strecken. Ein trauriges Ende einer strategisch ausgezeichnet geführten Partie. Dass es am Ende doch noch für uns reichte, gönnen wir niemandem mehr als Chris! (4-4)

Nachdem die Spielleitung nach gefühlt unendlicher Wartezeit unseren Aufstieg endlich offiziell bestätigt hat, können wir diesen hart erkämpften grandiosen Erfolg nicht nur entspannt, sondern vor allem auch gebührend auf unserem Sommerfest feiern! Und ich bin mir sicher, dass sich der Vorstand dafür etwas ganz besonderes einfallen lässt!

Die Abschlußtabelle:

Die fleißigsten Punktesammler der Saison waren:

Stephan (6.0/8) – Caro (6.0/9) – Chris (5.5/9) – Mirek (5.0/7) – Milo (5.0/8)

Und zum Schluss noch unsere Glücksbringer mit den Schwarzsiegen:

Caro (3) – Philipp (2) – Chris (2) – Milo (2) – Stephan (2) – Tobi (1) – Ingo (1) – Jindrich (1)

Ein Dank an alle Vereinsmitglieder für einen tollen Zusammenhalt im Verein und ein besonderer Dank an alle, die für die Spieltage außergewöhnliche Belastungen auf sich nehmen, um sich einzubringen!

Und ein ganz spezieller Dank and die Vorstandschaft, die jederzeit alles unternimmt, damit nicht nur der Verein bestmöglich aufgestellt ist, sondern auch jedes einzelne Mitglied Spaß am Schach hat!

Und Chris, was Du auf Dich nimmst, lässt sich kaum in Worte fassen. Danke! Danke! Danke!

Auf ein Neues in der kommenden Saison!

Ein Dank geht auch an die SG Fürth, die uns trotz des für sie unglücklichen Millimeterentscheids auf ihrer Homepage fair zum Aufstieg gratuliert hat!

Abstiegskampf der zweiten Mannschaft nimmt unglückliches Ende

Am vergangenen Sonntag stand für die zweite Mannschaft mit dem Auswärtsspiel beim SC Sulzbach-Rosenberg der Saisonabschluss in der Oberpfalzliga an. Gleichauf mit dem SV Oberviechtach und einen Mannschaftspunkt vor der SG Post/Süd Regensburg ging der Abstiegskampf in eine spannende letzte Runde.

Am dritten Brett (W) wählte Bedrich Prochazka die Zukertort-Eröffnung. Beide Seiten ließen sich in den ersten Zügen nichts zu Schaden kommen und so nahm Bedrich ein frühes Remisgebot seines Gegners an. (½-½)

Am sechsten Brett (S) spielte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Englische Eröffnung. Auch hier entwickelte sich eine ruhige Partie, und nachdem die Bauernstruktur weitgehend festgelegt war, einigte man sich ebenfalls auf Remis. (1-1)

Am siebten Brett (W) wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. Im Mittelspiel geriet er durch Druck auf den rückständigen d3-Bauern in die Defensive. Trotz dieser Schwäche ergab sich jedoch eine Chance zum Gegenangriff:

Nach 22. f5 hätte Weiß die Initiative übernommen. Schwarz kann den Angriff nicht ohne Materialverlust abwehren, da plötzlich alle Figuren auf den schwarzen König zielen und f6 eine gefährliche Drohung ist.

Nach 22. Sf6 opferte Manfred im weiteren Verlauf den d3-Bauern und versuchte sein Glück mit dem Läuferopfer auf h7. Schwarz konnte jedoch die Damen tauschen bevor der eigene König in Gefahr gekommen wäre und Manfred gab sich wegen des verlorenen Materials geschlagen. (1-2)

Am fünften Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Er erreichte eine sehr aktive Stellung mit guten Angriffschancen und fand auch die richtige Idee, nur leider in der falschen Zugreihenfolge:

Mit 20.f4 hätte Stefan hier den Angriff weiterführen können. Schwarz hat kein Gegenspiel und auch nach einem Damentausch hat Weiß starken Vorteil durch die aktiveren Figuren.

Nach 20. Sxb7 konnte sein Gegner aber die meisten seiner Probleme lösen und die passiven Figuren abtauschen. Als sich ein ausgeglichenes Endspiel abzeichnete, einigte man sich auch hier auf Remis. (1½-2½)

Am Spitzenbrett (W) fand sich Jindrich Novak nach einer unkonventionellen Eröffnung in einer Art Trompowsky-Angriff wieder, wo Weiß den Läufer auf g5 mit seinem h-Bauern verteidigte. Die Partie nahm einen ungewöhnlichen Verlauf, als Jindrichs König nach einem Damenschach auf e2 landete und dort zum Angriffsziel wurde. Zwar konnte Jindrich seine wichtigste Figur in Sicherheit und seinen Turm über h4 ins Spiel bringen, musste dafür aber einen Bauern hergeben, gegen den es sich im Endspiel zu verteidigen galt. Der Sulzbacher unterschätzte aber die unsichere eigene Königsstellung und plötzlich musste er selbst um Remis kämpfen:

Nach 39. Sh6 ist die Stellung für Weiß bereits gewonnen. Schwarz versuchte mit 39…f5+ ein Pattmotiv zu konstruieren, doch Jindrich wich der Falle aus und nahm den Läufer nach dem Turmopfer nicht. Im Zugzwang und bei drohendem Matt konnte er so überraschend den vollen Punkt erzielen. (2½-2½)

Am achten Brett (S) verteidigte sich Siegfried Stelzer Sizilianisch und fand sich nach Zugumstellung in einer französischen Struktur wieder. Nachdem sich die Damen tauschten besetzte Siegfried mit beiden Türmen die offene c-Linie, was seinen Gegner zur Passivität zwang. Trotz der schwarzen Aktivität war die Stellung bis ins Springerendspiel ausgeglichen, bis der Sulzbacher Spieler eine schwer zu findende Gewinnmöglichkeit nicht nutzte:

Hier hätte 45. Kb5! gewonnen. Weiß hat im Bauernrennen Zeit, Kb6 zu spielen, sodass der schwarze König entscheidend schlecht steht, dass Weiß am Ende trotz zeitgleicher Umwandlung gewinnt: Schwarz kann entweder den d- oder e-Bauern umwandeln. Nach Dd8+ ist aber entweder die Dame sofort weg oder der König muss in die e-Linie, wo nach De8+ wieder die Dame weg ist:

Glücklicherweise hat Weiß stattdessen 45. Sxc6 gespielt und das Bauernendspiel ist Remis. (3-3)

Am vierten Brett (S) spielte Rudolf Schön gegen die Reti-Eröffnung. Zu Beginn erreichte er angenehmen Vorteil und Aktivität, wählte im Mittelspiel aber eine forcierte Abwicklung, die seinem Gegner die offene a-Linie überließ:

Nach 22…Ta7 23. Lf4 schlug auf Rudolf auf a1. Am greift aber der Läufer den b6 Bauern an, sodass Weiß nach 25. Ld8 26.Lxd8 Txd8 mit Ta1 seinen Turm nach a6 bekommt.

Der Sulzbacher opferte später seinen Turm für den Springer und die beiden Bauern am Königsflügel. In eigentlich gewonnener Stellung ermöglichte er schließlich eine Zugwiederholung, mit der sich Rudolf ins Remis rettete:

47. Tf1 wiederholt die Stellung bereits zum zweiten Mal. Weiß hätte hier 48.Kf3 nebst Kg2 spielen können, um mit Sh3 seinen g-Bauern zu decken. Nach 48.Kg3 erzwingt 48… Tg1 das Remis, da auch der g-Bauer hängt und anschließend Tf1 entweder 50. f6+ forciert, sodass Schwarz die Bauern aufhalten kann, oder nach Kg3 die dreimalige Stellungswiederholung folgt. (3½-3½)

Am zweiten Brett wählte Johannes Denz die Nimzo-Indische Verteidigung. Johannes wählte im Mittelspiel einen passiven Plan und die weißen Figuren konnten aktiv werden. Glücklicherweise fand auch sein Gegner nicht die besten Züge, sodass die Bauern am Königsflügel festgelegt wurden. Gegen das Läuferpaar konnte Johannes den Damenflügel ausreichend verteidigen, in Zeitnot übersahen beide Spieler aber ein eigentlich gewinnbringendes Opfer:

40. Le2 hätte den schwarzen König freigelegt und dem h-Bauern den Weg zur Umwandlung geöffnet. Weiß wählte aber 40. Le2 als sicheren Zug vor der Zeitkontrolle und Johannes spielte 40…f6, was diese Idee aus dem Spiel nimmt.

Wenig später einigte man sich schließlich auf Remis, obwohl Weiß noch immer leicht besser stand. (4-4)

Dieses am Ende versöhnliche 4-4 hat zwar gereicht, um gleichauf mit Oberviechtach zu bleiben, die ebenfalls nur Unentschieden spielten, ein anderer Akteur nutzte aber die Gunst der Stunde: Post/Süd Regensburg gewann mit 6-2 überraschend hoch gegen ein gut aufgestelltes Burglengenfeld und verließ damit ausgerechnet am letzten Spieltag zum ersten Mal in der Saison die Abstiegsränge.

Damit hat sich das Glück im Vergleich zur vergangenen Saison gewendet: Während die erste Mannschaft nach aktuellem Stand denkbar knapp den Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft hat, konnte die zweite Mannschaft den erfolgreichen Abstiegskampf des Vorjahres nicht wiederholen und muss den Gang in die Bezirksliga antreten.

Achter Spieltag der Oberpfalzliga

In der vorletzten Etappe des Abstiegskampfes in der Oberpfalzliga war am 22. März die DJK Regensburg Nord zu Gast im Windischeschenbacher Feuerwehrhaus. Wie so oft ging es darum, wichtige Punkte zu holen, um den hauchdünnen Vorsprung der Oberviechtacher aufzuholen und die gefährdeten letzten beiden Tabellenplätze hinter sich zu lassen.

Am siebten Brett (S) verteidigte sich Svatoslav Zitek mit der Owen-Verteidigung. Beide Seiten entwickelten sich ohne Komplikationen, ehe sich das Zentrum öffnete. Bereits beim Übergang ins Mittelspiel einigte man sich im 15. Zug auf Remis. (½-½)

Am sechsten Brett (W) wählte Michael Betz gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Nach dem typischen Bauernhebel d4 wirkten die schwarzen Figuren zunächst recht passiv. Der Regensburger bekam diese aber schnell wieder flott, woraufhin die Leichtfiguren bald vom Brett verschwanden. Da alle Schwerfiguren am Brett blieben und keine Seite nennenswerte Schwächen vorzuzeigen hatte, einigte man sich auch hier auf Remis. (1-1)

Am dritten Brett (S) wählte Bedrich Prochazka die Horwitz-Verteidigung. Weiß erreichte einen angenehmen Raumvorteil, sodass Bedrichs Läuferpaar in geschlossener Stellung kaum zur Geltung kam. Nach langer Rochade sah sich unser Spieler sofort einem Bauernansturm auf seine Königsstellung ausgesetzt. Bedrich war zur Verteidigung gezwungen und musste seine Figuren passiv stellen. In komplizierter Stellung verlor er zudem die Uhr aus den Augen und musste sich wegen Zeitfall geschlagen geben. (1-2)

Am fünften Brett (S) verteidigte sich Elsbeth Horther-Schneider Indisch. Der Regensburger nutzte seinen Raumvorteil und begann einen Angriff am Königsflügel. Durch das schnelle Ziehen ihres Gegners geriet Elsbeth in Zeitnot, konnte aber die Damen tauschen und so dem Angriff den Wind aus den Segeln nehmen. Im Anschluss übersah sie aber eine starke Ressource:

Nach 30. Lh6 bringt 31. Se6 gewinnbringenden Vorteil. Weiß droht auf c5 zu nehmen und den a4-Bauern zu gewinnen. Elsbeth schlug selbst auf e6, konnte den Bauern aber wegen Sd5 nicht ohne Weiteres zurückgewinnen.

Nach einem Qualitätsopfer wehrte sich Elsbeth zwar noch einige Zeit, musste sich aber letztlich geschlagen geben. (1-3)

Am achten Brett (W) eröffnete Manfred Oppel Englisch. Nach einem fragwürdigen Zentrumsvorstoß seines Gegners kam er in deutlichen Vorteil, als sich die schwarze Königsstellung öffnete und Manfred mit seinen Figuren eindringen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle ergab sich schließlich ein Gewinnweg für Weiß:

Mit 38. g4 droht nicht nur g5 mit Matt, sondern der König hat auch einen Fluchtweg nach h4, da die Dame das Feld e1 deckt. Manfred wählte aber 38. Sf8 und nach Dd2 folgt Remis durch Dauerschach. (1½-3½)

Am zweiten Brett (W) spielte Johannes Denz die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch entstand eine typische Stellung mit isoliertem d-Bauern, mit dem er im 18. Zug sein Glück versuchte:

Nach 18. d5 Sxd5 19.Sxd5 exd5 hat Schwarz alle Drohungen pariert. Auch das folgende Te1+ bringt Weiß nicht weiter, da der König mit f6 ein Luftloch schaffen und so den Turm auf h8 ins Spiel bringen kann.

Im weiteren Verlauf versuchte Johannes, dem schwarzen Mehrbauern entgegenzuhalten, musste sich aber geschlagen geben, als immer mehr Figuren abgetauscht und so der Bauer immer stärker wurde. (1½-4½)

Am ersten Brett (S) wählte Jindrich Novak die Philidor-Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch verblieb Jindrichs König im Zentrum, wodurch die schwarze Stellung etwas gedrückt wirkte. Der Regensburger tauschte aber das meiste Material ab und die Stellung war wieder ausgeglichen. Im entstandenen Endspiel mit Springer gegen Läufer versuchte man durch lange Figurenmanöver einen Vorteil zu erreichen, was aber keiner Seite gelang. Schließlich setzte Jindrich auf einen Bauerndurchbruch und die Partie wurde noch einmal spannend:

Zwar konnte Weiß einen Bauern gewinnen, hatte aber am Ende den falschen Läufer zum Umwandlungsfeld h8. Jindrich opferte seinen Springer für den c-Bauern und die Partie endete Remis. (2-5)

Am vierten Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung, geriet aber im Mittelspiel nach einer Taktik einen Bauern in Rückstand. Der Regensburger konnte die Stellung vereinfachen, übersah aber seinerseits beim Übergang ins Turmendspiel eine Taktik:

Nach 29… b5 kann der schwarze König helfen, den Bauern auf d6 zu gewinnen und Schwarz behält die verbundenen Freibauern. Allerdings kam 29… Txd6 und Stefan hat nach 30. Txb7 gute Remischancen.

Der Regensburger blieb hartnäckig und spielte weiter auf Sieg. Im 98. Zug griff Stefan daneben, was nach einer so langen Partie durchaus verständlich ist. Bereits lange Zeit auf Inkrement spielend lief er auf die falsche Seite des Bauerns und musste sich schließlich geschlagen geben. (2-6)

Glücklicherweise kam auch der SV Oberviechtach nicht über eine 1½-6½ Niederlage hinaus und so sind wir nach dem achten Spieltag mannschafts- und brettpunktgleich, was zu einer spannenden letzten Begegnung gegen Sulzbach-Rosenberg führen wird:

Sieg der dritten Mannschaft gegen Neustadt/Luhe 2

Am vorletzten Spieltag in der Kreisliga 1 Nord war unsere Dritte am 26. 4. 2026 bei den Schachfreunden Neustadt/Luhe zu Gast. Gleichzeitig trat die erste Mannschaft der Neustädter gegen Oberviechtach 2 an. Somit kämpften alle drei Teams, die um die Meisterschaft in der Kreisliga 1 spielen in einem Raum. Um unsere Chancen zu wahren mußte unbedingt ein Sieg her. Den konnten wir auch erringen, aber Neustadt/Luhe 1 gewann gegen Oberviechtach und sicherte sich damit noch vor der letzten Runde mit drei Punkten Vorsprung die Meisterschaft.

Zunächst einigten sich am zweiten Brett Svatoslav Zitek (mit Schwarz) und sein Gegner bald auf ein Remis. In der Owen-Verteidigung konnte Weiß keinen Vorteil nachweisen und in ausgeglichener Stellung verloren die beiden „Kämpfer“ schon nach 14 Zügen die Lust am weiterspielen.

Es ging für uns nicht gut weiter, als Maximilian Warziwoda mit Schwarz an Brett 4 überhaupt nicht mit der Eröffnung zurecht kam. Sein Gegner setzte ihm aus der Wiener-Partie heraus einen Übergang zum Königsgambit vor und Maxi stand schon nach fünf Zügen deutlich schlechter. Weiß konnte bei anhaltendem Angriff den geopferten Bauern zurück gewinnen und die schwarze Stellung brach im taktischen Fahrwasser völlig zusammen, so dass im 21. Zug die Aufgabe erfolgte.

Am sechsten Brett hatte Jakob Treml seinen ersten Einsatz im Windischeschenbacher Team und holte mit den schwarzen Steinen gleich einen wichtigen Sieg. Auch Jakob bekam es mit der Wiener-Partie zu tun, wonach eine Stellung aus dem abgelehnten Königsgambit entstand. Sein Gegner spielte etwas verhalten weiter und die schwarze Stellung erwies sich bald als angenehmer. Im 21. Zug parkte Jakob einen Springer auf einem schönen Feld ein und sicherte sich damit schon einigen Vorteil. Nachdem Weiß sich einen vergifteten Bauern schnappte geriet sein König in eine sehr unangenehme Lage. Jakob konnte eine Qualität gewinnen, trieb den weißen König bis nach h5 und setzte ihn da matt.

Bei Florian Süß mit Weiß an Brett 5 kam es nach der Englischen Eröffnung zu einer Stellung mit symmetrischer Bauernstruktur bei offener e-Linie. Nach zunächst ausgeglichenem Verlauf gelang es dem Neustädter, seine Türme auf der offenen Linie zu verdoppeln, wonach schon sehr genaues Spiel nötig war um den schwarzen Vorteil wenigstens gering zu halten. Dies gelang Florian nicht, aber auch sein Gegner nutzte seine taktischen Chancen zunächst nicht. Auch wenn der Computer bei genauem Spiel nur noch minimalen Vorteil sieht, war die schwarze Stellung weiterhin angenehmer zu spielen. Im 26. Zug griff Florian dann noch einmal fehl und diesmal schlug sein Gegner erbarmungslos zu, opferte einen Springer und brachte den weißen König zur Strecke.

Am ersten Brett bekam Michel Betz (Weiß) es mit der Ragozin-Verteidigung im Damengambit zu tun und wählte dagegen ein selteneres Abspiel mit 5.Db3, das im Buch „A Cunning Opening Repertoire for White“ von Graham Burgess empfohlen wird. Michaels Erfahrungen damit waren bisher überwiegend positiv und auch diesmal erreichte er eine angenehme Position damit. Im weiteren Verlauf gelang es aber seinem Gegner die Stellung auszugleichen. In einem reinen Schwerfiguren-Endspiel unterlief dem Neustädter aber dann ein Fehler, der einen Bauern kostete. Nach einer weiteren Ungenauigkeit in schwieriger Lage konnte Michael die Damen tauschen und in ein sehr vorteilhaftes Turmendspiel abwickeln. Um seinen Turm nicht hoffnungslos passiv stellen zu müssen, ließ Schwarz ein Bauernendspiel zu, das vollkommen verloren war. Das Turmendspiel hätte Weiß noch etwas Arbeit abverlangt und selbst auf höherem Niveau wird bekanntlich nicht jedes gewonnene Turmendspiel auch gewonnen.

Somit war der Ausgleich wieder hergestellt und alles hing an der Partie von Benedikt Stock an Brett 3. Benedikt spielte mit Weiß die Abtauschvariante im klassischen Damengamit und ließ trotz kurzer Rochade einen Doppelbauern auf der f-Linie zu um Angriffschancen gegen die schwarze Rochadestellung zu erhalten. Dieses Konzept ging zunächst auch auf und die weiße Stellung war leicht vorteilhaft. Im 20-sten Zug stand Benedikt vor der Wahl mit dem f- oder dem h-Bauern auf g5 zu schlagen. Er wählte den f-Bauern, wonach der Computer nur Ausgleich sieht, während hg5 einen Vorteil bedeutet hätte. In der weiterhin verwickelten Stellung griff Benedikt dann im 22-sten Zug noch einmal daneben und steckte in erheblichen Schwierigkeiten. Vier Züge später unterlief dem Neustädter aber dann ein Fehler, der aus einem +5,5 Vorteil einen -2,4 Nachteil macht. Benedikt holte sich eine Figur für zwei Bauern und brachte diesen Vorteil mit stoischer Gelassenheit und genauem Spiel über die Zeitkontrolle im 40-sten Zug. Auch im folgenden Abschnitt ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und stellte bei wieder knapp werdender Zeit im 70-sten Zug den Gewinn und somit auch den Mannschaftssieg sicher.

Am 7. Juni haben wir dann am letzten Spieltag noch den Meister Neustadt/Luhe 1 zu Gast, während Oberviechtach das Team Weiden 2 empfängt. Im Fernduell geht es dann um Rang 2, nachdem wir mit Oberviechtach derzeit Punkt- und Brettpunktgleich sind.

1. Mannschaft verteidigt Tabellenführung

Im letzten Heimspiel der Saison empfingen wir am 22. März im Feuerwehrhaus den abstiegsgefährdeten SC Jäklechemie aus Nürnberg. Die Vorzeichen waren für beide Mannschaften klar: nur ein Sieg würde helfen die selbst gesteckten Ziele noch zu erreichen. In erneut unveränderter und stärkster Aufstellung wollten wir unbedingt unseren Heimvorteil nutzen, um so das Traumfinale am letzten Spieltag Wirklichkeit werden zu lassen. Der auf dem Papier nahezu gleichstarke Gegner machte uns das Leben wie erwartet schwer und erst als Fortuna uns zulächelte, kamen wir schließlich zu einem äußerst knappen 4½-3½ Sieg.

An Brett 2 (W) landete FM Zdenek Haba durch Zugumstellung in einer Modevariante der Katalanischen Eröffnung. Nachdem man lange auf bekannten Pfaden gewandelt war, erreichte man eine optisch für Weiß ansprechende, aber in Wirklichkeit völlig ausgeglichene Mittelspielstellung:

Brett 2: Nachdem vorher bereits zweimal die Züge wiederholt wurden, hätte Zdenek an dieser Stelle mittels 20.Sc4 ein Remis forcieren können, doch er wollte weiterspielen und wählte 20.Df3. Eine zu so frühem Zeitpunkt im Match nachvollziehbare Entscheidung, zumal mit den weißen Steinen.

Die Gretchenfrage sollte sich wenige Züge später stellen:

Brett 2: Der Nürnberger hatte soeben 27…b6 gezogen um den weißen Springer zu befragen.

Eventuell beeinflusst durch seine vorherige Wahl einem Remis auszuweichen, sah sich Zdenek in der Pflicht seine Entscheidung zu rechtfertigen und nahm den Bauern auf a6. Per se kein Fehler, doch fortan musste er sich dauerhaft Sorgen um seinen am Brettrand gestrandeten Gaul machen. In nur leicht schlechterer Stellung unterlief ihm dann aber kurz vor der Zeitkontrolle ein schwerer Fehler, der den sofortigen Verlust zur Folge hatte. (0-1)

An Brett 8 (W) musste sich Miroslav Kalous mit der Polnischen Eröffnung beschäftigen. Der Nürnberger behandelte die Stellung zunächst gut, hätte nach einer Ungenauigkeit aber dennoch ins Hintertreffen geraten können:

Brett 8: Nach dem einfachen 8…dxc4 hätte Schwarz keine Probleme gehabt, doch er wählte 8…Sbd7? und hätte sich nach 9.c5! in einer passiven Stellung wiederfinden können. Diese Möglichkeit verpasste Mirek, spielte 9.Dc2?! und nach 9…c5 waren die Chancen völlig ausgeglichen.

Auch im Mittelspiel gelang es dem Windischeschenbacher nicht nennenswerten Druck gegen die schwarze Stellung aufzubauen, so dass vieles bereits auf einen friedlichen Ausgang hindeutete. Die Vorentscheidung fiel dann aber plötzlich und unerwartet im 17. Zug:

Brett 8: Statt mit 17…h6! 18.Sf3 Da5 seine Chancen intakt zu halten und sogar leicht besser zu stehen, zog der Nürnberger sofort 17…Da5? und verlor nach der forcierten Folge 18.Lxc5 Sxc5 19.Sxc5 Lxc5 20.dxc5 den entscheidenden Bauern.

Der Versuch sich dem Vorrücken des Freibauern entgegen zu stemmen, brachte den Gastspieler vom Regen in die Traufe, da er sich zusätzlich einem Angriff gegen seinen König ausgesetzt sah, den er nicht mehr abzuwehren vermochte. (1-1)

An Brett 6 (W) bekämpfte Carolin Werner die Russische Verteidigung mit einer Nebenvariante, die zwar laut Theorie keinen echten Vorteil verspricht, sich in der Partie aber als unerwartet gut für Weiß entpuppte. Ihr Gegner wählte einen langsamen Aufbau, der Carolin einen Entwicklungsvorsprung einräumte, den sie zu einer leichten Initiative nutzen konnte. Und gerade als der Schwarze diese neutralisiert zu haben glaubte, fand die Windischeschenbacherin eine fantastische Idee:

Brett 6: Der vorwitzige Springer konnte wegen Qualitätsverlust nicht genommen werden und die Rochade hätte nach 15.Se7+ Kh8 16.Sxc8 Taxc8 17.Lxb7 gleich zwei Bauern eingebüßt!

Guter Rat war also teuer und kostete den Nürnberger eine Menge Bedenkzeit. Am Ende kam es wie so häufig. Je länger man überlegt, desto schlechter das Ergebnis. Der letztendlich ausgeführte Zug 14…Le6? führte nach 15.Sa5 zu einer Verluststellung, da Materialverlust nicht mehr zu vermeiden war. Wahrlich sehenswert war die anschließende Abwicklung in ein leicht gewonnenes Endspiel:

Brett 6: „Der Täter kommt immer zum Tatort zurück“ lautet ein altes Sprichwort, das für die Schlusskombination von Caro wie die Faust aufs Auge passte!

Mit der forcierten Abfolge 17.Sc6! Txb7 18.Td8+ Kf7 19.Txh8 Lxh8 20.Sd8+ Ke7 21.Sxb7 gewann Carolin zusätzlich zum Mehrbauern auch noch eine Qualität und stand glatt auf Gewinn. Das Läuferpaar gab dem Gegner zwar noch etwas Hoffnung auf Rettung, doch Caro machte auch diese durch Rückgabe der Qualität und Transformation zu zwei Mehrbauern zunichte. Ein beeindruckender Sieg! (2-1)

An Brett 5 (S) geriet Milo Müller mit seinem super-beschleunigten Drachen schon nach wenigen Zügen in eine unbequeme Stellung, die auch im Mittelspiel nicht besser wurde:

Brett 5: Nach nur 17 Zügen war es für Milo bereits schwierig überhaupt noch einen sinnvollen Zug zu finden. Die Engine bewertet die Stellung entsprechend leider schon als klar gewonnen für Weiß.

Doch Milo ließ sich nicht unterkriegen, stellte sich auf die Hinterbeine und verteidigte sich mit aller Kraft und stoischer Ruhe. Beeindruckt von der Hartnäckigkeit seines Gegenüber geriet der Nürnberger ins Straucheln und verspielte seinen Vorteil fast vollständig bis es noch einmal zu einem Herzschlagmoment kam:

Brett 5: Nach dem letzten Zug 31.f3? ist die Stellung wieder völlig ausgeglichen, was Milo mit 31…Sg3 hätte belegen können. Doch in einem Augenblick der Unachtsamkeit spielte er 31…Dg3?? und hätte nach 32.Txe4! doch noch den Kürzeren ziehen können.

Zu unserem Glück übersah der Weiße diese Möglichkeit, wählte 32.De2?? und konnte mehrfachem Figurentausch nicht mehr ausweichen. Die Partie verflachte zusehends und endete in einem Bauernendspiel das tot Remis war. Ein glücklicher halber Punkt nach einem denkbar ungünstigen Eröffnungsverlauf. (2½-1½)

An Brett 4 (W) eröffnete Christian Müller mit dem Königsspringer und landete nach dem Umweg über Englisch in der Maroczy-Formation der Sizilianischen Drachenvariante. Im Mittelspiel neutralisierte man sich gegenseitig mit den für die bekannte Zentrumsformation (c4 & e4 gegen d6 & e7) typischen Manövern. Der Engine gefällt die weiße Stellung zwar praktisch durchgängig besser, doch konkrete Ansatzpunkte für etwas Greifbares gab es nicht. Interessant wurde es schließlich im resultierenden reinen Schwerfiguren-Endspiel:

Brett 4: Die Stellung ist ausgeglichen, erfordert aber von beiden Parteien höchste Präzision und Aufmerksamkeit. Mit 30.Da8+ Kg7 31.Da1+ hätte Christian hier ein Remis forcieren können, doch er wollte mehr und spielte 30.De5?? Danach hätte ihn 30…Dd2 31.Dg3 Tc3! in ernste Schwierigkeiten bringen können, da das Objekt der Begierde auf d6 ersatzlos verloren gegangen wäre.

Zu unserem Glück wählte die Nürnbergerin aber 31…Tc1? und vergab damit eine gute Möglichkeit die Partie zu ihren Gunsten zu gestalten. Es folgte eine lange Serie von Schachgeboten, die nach Damentausch schließlich zu einem spannenden aber völlig ausgeglichenen Bauernendspiel führten:

Brett 4: Die nicht einfach korrekt einzuschätzende Stellung war laut Engine mit 40…b5 oder 40…h6 Remis zu halten, doch die Gastspielerin erwischte direkt vor der Zeitkontrolle mit 40…Kd7?? genau den falschen Zeitpunkt für einen Königszug und gab Christian damit Gelegenheit zu einem studienartigen Gewinn.

Wer würde glauben und vor allem berechnen können, dass in dieser Stellung der weiße e-Bauer gegen den freien schwarzen b-Bauern das Rennen macht? Gewonnen hätte 41.Kg5! Ke6 (sonst 42.Kf6+-) 42.Kh6! b5 43.Kg7! b4 44.d7!! (des Pudels Kern!) Kxd7 45.Kxf7 b3 46.e6+ (der entscheidende Tempogewinn!) Kd6 47.e7 b2 48.e8D b1D 49.De7+ Kd5 50.Kg7 und das Damenendspiel ist für Schwarz wegen seiner schwachen Bauern nicht zu halten.

Es ist sicher keine Schande, dass Chris diese Variante nicht fand, doch die Partie war noch nicht zu Ende. Zwei Züge später bekam er die gleiche Chance noch einmal, doch leider ging er erneut an seinem und unserem Glück vorbei. Eine dritte Gelegenheit bekam er nicht mehr und als das Brett komplett leer gefegt war, wurde das Remis unterzeichnet. Eine wahrlich lehrreiche Partie! (3-2)

An Brett 3 (S) wählte Philipp Mark mit Damenindisch eine Verteidigung, die ihm schon häufig gute Dienste geleistet hatte. Sein Gegner war offensichtlich sehr gut vorbereitet, da sein erstes Dutzend Züge wie aus der Pistole geschossen kamen. Den Raumvorteil von Weiß hoffte Philipp langfristig mit dem Läuferpaar kompensieren zu können:

Brett 3: Der logisch erscheinende Zug war 17.a4, doch der Nürnberger wollte vermutlich den schwarzen Vorstoß …e4 unterbinden und stellte deshalb seinen eigenen Bauern ins Zentrum. Damit spielte er aber Philipp in die Karten, denn für Aktionen in diesem Brettabschnitt war er besser gerüstet.

Durch den radikalen Szenenwechsel verlor der Gastspieler den Faden. Philipp nutzte dessen Ungenauigkeiten zur Aktivierung seiner Figuren und gewann einen wichtigen Bauern:

Brett 3: Nach dem einfachen 25…dxc5 war plötzlich der Bauer d5 ungedeckt und Materialverlust für Weiß nicht mehr zu verhindern.

In der Folge setzte sich der Abwärtstrend für den Nürnberger fort und führte schnurstracks in ein verlorenes Doppelturm-Endspiel mit zwei Minusbauern. Dessen Verwertung bereitete Philipp keinerlei Schwierigkeiten und führte nach 52 Zügen zur Aufgabe. (4-2)

An Brett 1 (S) nutzte Tobias Brunner in einem Abgelehnten Damengambit den Umstand, dass sein Gegner lange auf die natürliche Entwicklung Sc3 verzichtete, zu einem frühen Einsteigen mit seinem Königsspringer auf e4 und einer günstigen Transformation zum Holländischen Stonewall. Der verdiente Lohn war eine unerschütterliche Stellung, die, wenn überhaupt, nur ihm Chancen auf Vorteil bot:

Brett 1: Sehr stark wäre an dieser Stelle 16…c5! gewesen mit der Idee 17.cxd5 c4! 18.Dc2 exd5 und klar besserer Stellung für Schwarz hauptsächlich aufgrund der aktiveren Läufer.

Tobias ging jedoch zurückhaltender vor und und musste sich mit einem nur symbolischen Vorteil begnügen. Ein von langer Hand vorbereiteter Durchbruch am Damenflügel brachte ihm zwar einen Bauerngewinn, doch leider keine echten Siegchancen:

Brett 1: In der vorliegenden Stellung konnte Tobias mit seinem Mehrbauern keine Fortschritte erzielen, da das weiße Gegenspiel am Königsflügel stark und schnell genug war, um das Gleichgewicht zu halten.

Schließlich einigte man sich per Zugwiederholung auf ein Remis, was uns den noch benötigten halben Punkt zum Mannschaftssieg bescherte. (4½-2½)

An Brett 7 (S) musste sich Stephan Schmahl mit der Abtausch-Variante der Französischen Verteidigung auseinandersetzen. In dem für seine Remistendenz bekannten Abspiel nahm Stephan freiwillig einen Isolani und die Aufgabe des Läuferpaars in Kauf, um zumindest die Chance auf ein Ungleichgewicht am Leben zu erhalten. Leider fand er nicht rechtzeitig das Bremspedal in Form des gesunden Menschenverstands und überzog seine Stellung vollkommen:

Brett 7: Trotz reichlich vorhandener Möglichkeiten, die Partie zumindest ausgeglichen zu gestalten, hielt Stephan an seinem unrealistischen Wunsch fest, auf Gewinn zu spielen und entschied sich für den denkbar schlechtesten Zug 15…Sge5?, der ihn nach dem einfachen 16.Tad1 in Teufels Küche brachte.

Nach dem unvermeidbaren Verlust seines Zentralbauern war Stephan auf dem harten Boden der Realität angekommen und konnte nur noch verzweifelt um ein Remis kämpfen. Enttäuscht über seine eigene schlechte Leistung fand er unter Zeitdruck keine erfolgversprechende Verteidigung und landete in einem denkbar ungünstigen reinen Springerendspiel. Der Nürnberger ließ sich nicht beirren und verwertete seinen Materialvorteil sicher. Eine unterirdische Performance, die glücklicherweise von den Mannschaftskameraden aufgefangen wurde. (4½-3½)

Mit dem Gewinn dieses Kampfes konnten wir unsere Tabellenführung erfolgreich verteidigen und bekamen obendrein bereits einen Vorgeschmack auf die anstehende Nervenschlacht am letzten Spieltag beim direkten Verfolger Altensittenbach. Die aktuelle Tabelle verdeutlicht wie eng es an der Spitze zugeht:

Nur ein Sieg garantiert die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga! Bei einem 4-4 Unentschieden wäre wahrscheinlich die SG Fürth der lachende Dritte, da sie zu Hause gegen Schlusslicht Kareth-Lappersdorf gute Chancen hat uns nach Brettpunkten noch abzufangen.

Das Liga-Orakel räumt uns vor dem Showdown die besten Chancen ein:

Am 26. April werden wir sehen, was am Ende herauskommt. Mit einer ähnlich guten Einstellung wie beim Kampf in Fürth stehen uns alle Türen offen. Wir haben es selbst in der Hand!

Aus im Viererpokal

Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre stand der Viererpokal für uns in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Nach dem Freilos in der Hauptrunde trat unser Gegner im Achtelfinale nicht an, so dass wir erst im Viertelfinale am 15. März zum ersten Mal in dieser Saison an die Bretter gingen. Leider auch bereits zum letzten Mal, da wir auswärts den starken Kelheimern knapp aber verdient mit 1½-2½ unterlagen.

An Brett 1 (W) erspielte sich Tobias Brunner einen zumindest optischen Vorteil, den er jedoch nicht weiter zu verdichten vermochte. Kurz vor dem Ende keimte noch einmal Hoffnung auf, doch auch diesmal konnte der Kelheimer seinen Laden zusammenhalten und man einigte sich auf Remis. (½-½)

An Brett 4 (W) sah die Stellung von Milo Müller vielversprechend aus, doch auch ihm gelang es leider nicht etwas Zählbares herauszuholen. In ausgeglichener Stellung besiegelte man das zweite Remis. (1-1)

An Brett 2 (S) geriet Philipp Mark in das Trommelfeuer rausgeblitzter Züge einer minutiös vorbereiteten Variante, die er zwar selbst gut kannte, sein Gegner aber leider noch ein bisschen besser. In extrem scharfer Stellung stellte er die falsche Figur auf das richtige Feld und ging in der Folge in einem starken Königsangriff unter. (1-2)

An Brett 3 (S) verteidigte sich Stephan Schmahl lange Zeit ausgezeichnet und hatte eigentlich keine Probleme bis er einen verhängnisvollen strategischen Fehler beging. Als Folge wurde er in die Defensive gedrängt und konnte nur noch passiv der Dinge harren die da kamen. Als die Niederlage an Brett 2 feststand, unterbreitete der Kelheimer ein großzügiges Remisangebot. Da auch ein wundersamer Sieg unser Ausscheiden nicht mehr verhindert hätte, wurde notgedrungen akzeptiert. (1½-2½)

Leider nur ein kurzer Auftritt unseres Teams in diesem Jahr, aber auf ein Neues in der nächsten Saison!

1. Mannschaft ist Spitze!

Am 1. März kam es zum mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen bei der SG Fürth. Der Tabellenführer empfing den Tabellenzweiten, mehr Nervenkitzel geht nicht! In unserer bewährten Aufstellung trafen wir völlig entspannt bereits eine knappe halbe Stunde vor dem offiziellen Startschuss vor Ort ein und waren bereit mit vollem Engagement in den Kampf zu gehen. Dieser Optimismus wurde noch beflügelt als sich herausstellte, dass ein Fürther aus unbekanntem Grund nicht antreten würde, was uns kampflos die frühe Führung bescherte. Solchermaßen motiviert, gelang es uns den Spitzenreiter in einem Matchup auf Augenhöhe mit 5-3 zu schlagen und ihn somit vom Thron zu stoßen.

An Brett 5 (W) wartete Milo Müller vergeblich auf seinen Gegner bis nach Ablauf der obligatorischen 60 Minuten Karenzzeit der kampflose Punkt für uns verbucht wurde. Aus rein schachlicher Sicht für alle Beteiligten unbefriedigend, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. (1-0)

An Brett 2 (S) sah sich FM Zdenek Haba mit dem Grand-Prix-Angriff gegen seine Sizilianische Verteidigung konfrontiert. In einer statistisch ohnehin wenig vielversprechenden Variante für Weiß ging sein Gegner zudem schon sehr früh mit dem Vorstoß des g-Bauern extrem forsch zur Sache. Nach dem Gegenstoß im Zentrum verließ die Stellung die Theorie und sah nach nur neu Zügen bereits vorteilhaft für Schwarz aus:

Brett 2: Die erhoffte weiße Initiative am Königsflügel verpuffte wirkungslos, so dass Zdenek mit seinem starken Vorposten auf f5 laut Engine bereits klar besser stand.

In der Folge konnte der Windischeschenbacher zwar seinen Vorteil behaupten, doch einen Weg zu etwas Zählbarem fand er leider nicht. Dem Heimspieler gelang es sich zu befreien und die Stellung wieder auszugleichen, so dass man sich nach 28 Zügen auf Remis einigte. (1½-½)

An Brett 8 (S) bekam es Miroslav Kalous in der Französischen Winawer-Variante mit einem Nebenabspiel zu tun, in dem er nach leichten Anfangsschwierigkeiten die übertrieben aggressive Vorgehensweise seines Gegenüber gut in den Griff bekam. In mittlerweile ausgeglichener Stellung stand Miro nach einem Fehler der Fürthers plötzlich sogar auf Gewinn:

Brett 8: Die unsichere Stellung des weißen Turms auf e4 nutze Miro mit dem starken Zug 21…Dc6!, wonach nicht nur der Vorstoß des d-Bauern drohte, sondern sich auch noch eine weitere versteckte Idee auftat!

Die erste Drohung konnte der Weiße zwar mit 22.Td3 parieren, doch die zweite wurde anscheinend von beiden Kontrahenten gänzlich übersehenen! Mit 23…Thg8! hätte Miro seinen Königsturm entscheidend aktivieren können, da der Springer wegen des hängenden Turms im Zentrum überlastet war! Doch leider entging ihm diese Möglichkeit und er manövrierte sich stattdessen mit 23…Db5?? schnurstracks selbst in eine schwierige Lage aus der er sich nicht mehr zu befreien vermochte. Kurz vor der Zeitkontrolle zwangen ihn die weit vorgerückten weißen Freibauern schließlich zur Aufgabe. (1½-1½)

An Brett 3 (W) wählte Philipp Mark gegen das Wolga-Gambit eine lange Theorievariante, die ihm für einen Eröffnungsvorteil zwar sehr genaues Spiel abverlangte, gleichzeitig aber langfristig die besseren Aussichten versprach. Nachdem sich das typische schwarze Spiel am Damenflügel festgefahren hatte, sah sich der Heimspieler genötigt, mittels …f5 Gegenmaßnahmen im Zentrum einzuleiten, was sich als Initialzündung für ein wildes Handgemenge entpuppte. Philipp saß dabei aber am stets längeren Hebel und hätte sich im 29. Zug selbst belohnen können:

Brett 3: Ein einziger genauer Zug hätte die Partie sofort gewonnen. Nach dem richtigen 29.Db1! hätte der weiße Freibauer wegen des auf Matt stehenden schwarzen Königs den Tag für Philipp entschieden, da Weiß nach 29…Lxe5 30.a6! c3 31.Db7 den berühmten Schritt schneller gewesen wäre.

Doch der Windischeschenbacher ging an seinem Glück vorbei und wählte 29.Dc2??, womit er sich selbst seiner eigenen Hauptdrohung beraubte und nach 29…Lxe5 in plötzlich wieder völlig ausgeglichener Stellung dem Remisangebot seines Gegners zustimmen musste. Was für eine verpasste Chance! (2-2)

An Brett 6 (S) verteidigte sich Carolin Werner mit der hochtheoretischen Sveshnikov-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Nach sage und schreibe 19 Zügen hatte man das Ende der bekannten Pfade erreicht als der Computer Weiß einen Vorteil bescheinigte:

Brett 6: Richtig war laut Engine die weitere Mobilisation mittels 20.Sce3, doch der Fürther wollte angreifen und entschied sich für 20.f5?, was nach 20…Lxd5 21.Dxd5 Db6+ 22.Kh1 Se5 den Vorteil verspielte.

Es begann eine längere Phase des Lavierens in der beide Spieler versuchten die besten Plätze für ihre Figuren auszuloten und die gegnerischen Pläne zu durchkreuzen. Auf dem Weg zur Zeitkontrolle verpassten beide Seiten einige Möglichkeiten, so dass die Stellung im Gleichgewicht blieb bis der Heimspieler völlig unvermittelt eine Qualität einstellte. In seiner Verzweiflung versuchte er die Situation noch einmal zu verschärfen, doch Carolin ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen:

Brett 6: Mit der kaltblütigen Abwicklung 46…Txd5! 47.cxd5 gxf5 sicherte sich Carolin eine Mehrfigur.

Wenige Züge später sah der Heimspieler die Sinnlosigkeit weiteren Widerstands ein und gab sich geschlagen. Ein hart erkämpfter Sieg in einer zeitlosen Modevariante! (3-2)

An Brett 4 (S) griff Christian Müller zur Kalashnikov-Variante der Sizilianischen Verteidigung in der er in einem Hauptzweig des Variantenbaums durch genaues Spiel nach 16 Zügen eine ausgeglichene Stellung erreichen konnte. Diese Bewertung änderte sich die folgenden Züge nicht, doch als der Fürther ohne Not freiwillig einen Raumnachteil in Kauf nahm, war die schwarze Stellung deutlich angenehmer zu spielen:

Brett 4: Mit dem Vorstoß des f-Bauern konnte sich Christian unter doppeltem Tempogewinn langfristig Raumvorteil und Angriffschancen am Königsflügel erarbeiten.

Beide Spieler gingen äußerst vorsichtig und mitunter etwas zaghaft zur Sache, doch wer wollte ihnen das verdenken im Hinblick auf die Tabellensituation. Jeder wollte die letzten Züge bis zur Zeitkontrolle unbeschadet überstehen und ließ mitunter gute Möglichkeiten aus, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Schließlich war es der Heimspieler, dem in schwieriger aber noch nicht gänzlich verlorener Stellung der entscheidende Fehler unterlief:

Brett 4: Mit dem richtigen 47.Sd3 konnte der Weiße noch kämpfen, doch er zog 47.Sf3?? und musste nach 47…Dc5! tatenlos zusehen, wie sich der schwarze Turm über die h-Linie in den Mattangriff einschaltete.

Zwei Züge später warf der Fürther angesichts des undeckbaren Matts das Handtuch. (4-2)

An Brett 7 (W) entschied sich Stephan Schmahl gegen die Caro-Kann Verteidigung zur Abtausch-Variante. Die prinzipiell ruhige Partieanlage wurde vom Fürther korrekterweise durch den Vorstoß seiner Königsflügelbauern früh verschärft. Da er jedoch nicht konsequent nachsetzte, konnte Stephan Schritt für Schritt die Initiative übernehmen und seinen Entwicklungsvorsprung in einen Angriff gegen den unrochierten König ummünzen:

Brett 7: Mit dem energetischen Durchbruch 24.c5! entfesselte Stephan einen Sturm gegen die schwarze Stellung, der Linienöffnung forcierte und die Kraft seiner Figuren maximal entfaltete.

Trotz starker Zeitnot konnte der Fürther den sofortigen K.O. vermeiden und seinen König per extrem später Rochade aus der Gefahrenzone evakuieren. Der Preis dafür war jedoch der Verlust eines Bauern und ein kaum haltbares Endspiel:

Brett 7: Nach Ende des Angriffs wickelte Stephan mittels der forcierten Zugfolge 30.Lxd7 Dxd7 31.Dxd7 Txd7 32.c6 Tc7 33.Tb7 Tfc8 34.Txc7 Txc7 35.f4 gxf4 36.Lxf4 in ein klar gewonnenes Endspiel ab.

Die technische Gewinnführung erforderte zwar noch etwas Geduld, doch zu guter Letzt erwies sich der Windischeschenbacher dieser Aufgabe gewachsen und brachte den ganzen Punkt sicher nach Hause. Ein extrem wichtiger Sieg, der den Mannschaftssieg unter Dach und Fach brachte. (5-2)

An Brett 1 (W) beantwortete Tobias Brunner die Sizilianische Verteidigung mit dem Geschlossenen System. Gegen den klassischen Aufbau seines Gegners fand er zunächst keinen erfolgversprechenden Plan und geriet folgerichtig in die Defensive. Doch die hohe Komplexität der Stellung bot beiden Seiten nicht nur viele Möglichkeiten, sondern enthielt auch ebenso viele versteckte Fallstricke. Letztendlich gelang es beiden Kontrahenten alle Klippen zu umschiffen und man landete in einem ausgeglichenen Endspiel:

Brett 1: Trotz optischer Überlegenheit sieht die Engine keinerlei Vorteil für Schwarz.

Im anschließenden langen Endspiel unterliefen beiden Seiten zahlreiche Ungenauigkeiten, die die Bewertung von ausgeglichen zu klar gewonnen für Schwarz und wieder zurück springen ließ. Im 73. Zug beging Tobias zu unserem Leidweisen schließlich den vorentscheidenden Fehler:

Brett 1: Chancen auf ein Remis konnte sich Tobias nur mit 73.Kf2! erhalten, er wählte jedoch 73.Kf4?? und musste sich schließlich neun Züge später geschlagen geben.

Der Unterschied beider Züge liegt in der Möglichkeit für den schwarzen König sich quasi durch die Hintertür (h3-g2-f2 usw.) zum Damenflügel zu bewegen, um dort entscheidende Beute zu machen. (5-3)

Nach diesem grandiosen Erfolg haben wir es tatsächlich selbst in der Hand den erneuten Aufstieg in die Landesliga zu realisieren. Dazu werden allerdings mit ziemlicher Sicherheit zwei weitere Siege in den beiden Schlussrunden vonnöten sein. Da aber auch die direkte Konkurrenz aus Altensittenbach und Fürth genau den selben Druck verspürt, könnte es durchaus sein, dass am Ende einzig die Nerven entscheiden werden.

So oder so, wir sind gerüstet!