1. Mannschaft gewinnt Kampf um Platz 3

Zum letzten Heimspiel der Saison empfing die 1. Mannschaft Mitte April im Feuerwehrhaus mit dem SK Herzogenaurach den direkten Konkurrenten um Platz 3. Die Gäste waren trotz ihres fehlenden Brett 3 stark aufgestellt und hatten uns nach dem Sieg im Nachholspiel beim PTSV SK Hof überholt und auf den 4. Platz verwiesen. Im Schnitt waren sie uns an jedem Brett um 40 Ratingpunkte voraus, doch nach dem bereits gesicherten Klassenerhalt konnte uns das nicht verunsichern und wir gingen, erneut in Bestaufstellung, „Volldampf voraus“ in den Kampf.

An Brett 1 (S) erwischte FM Zdenek Haba einen rabenschwarzen Tag. In einer völlig harmlos anmutenden Variante der Sizilianischen Verteidigung kam es zum ultra-frühen Damentausch und einem ausgeglichenen Endspiel. Leider konnte Zdenek aber den roten Faden einfach nicht finden und geriet nach einem Fehler im (verflixten?) 13. Zug ernsthaft in Nachteil:

Brett 1: Die schwarze Stellung fühlt sich bereits komisch an. Der beste Zug laut Computer war 13…Sc6 mit nur leichtem aber spürbarem Vorteil für Weiß. Zdenek wählte jedoch 13…Lxc3? und sah sich fortan in die Defensive gedrängt.

Der weiße Doppelbauer sieht zwar hässlich aus, spielte aber im weiteren Verlauf der Partie überhaupt keine Rolle. Vielmehr entfaltete der Anziehende mit Hilfe seines Entwicklungsvorsprungs und des Läuferpaars eine unangenehme Initiative gegen die löchrige schwarze Bastion. Schwer unter Druck unterliefen Zdenek weitere Fehler, die seine Stellung nicht mehr verkraftete:

Brett 1: Die Figurenaktivität insbesondere der Türme machte den Unterschied.

Zdenek fand keine ausreichende Verteidigung mehr, versuchte noch 18…0-0-0 und musste nach 19.La6+ Kb8 20.Lf4! (mit Matt in 6) die Waffen strecken. Zu seiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass er mit Moritz Lauer und dessen Wertung von 2429(!) den nominell stärksten Spieler der Liga zum Gegner hatte und eine Niederlage gegen dieses Kaliber ganz sicher keine Schande ist. (0-1)

An Brett 5 (S) verteidigte sich Stephan Schmahl Damenindisch und konnte in einem ruhigen Abspiel der Hauptvariante schnell eine ausgeglichene Stellung erreichen:

Brett 5: Nicht viel los am Brett von Stephan.

Zwar konnte der Herzogenauracher leichte optische Vorteile verbuchen, doch durch präzises Spiel gelang es Stephan die Partie im Gleichgewicht zu halten. Nach Damen- und Turmtausch bot er folgerichtig Remis an, was nach kurzer Bedenkzeit angenommen wurde:

Brett 5: Nach 23 Zügen war die Luft weitestgehend raus und die Kontrahenten einigten sich auf Remis.

Keine Partie, die einen Schönheitspreis verdient hätte, aber zumindest ein sicheres Schwarz-Remis in einem auf Messers Schneide stehenden Wettkampf. Wer konnte schon ahnen, dass es das einzige Unentschieden an diesem Tag bleiben sollte? (½-1½)

An Brett 8 (W) bekam Miroslav Kalous in einer unregelmäßigen Eröffnung schon nach wenigen Zügen die Chance auf ein ungewöhnliches, aber chancenreiches Bauernopfer:

Brett 8: Nach verhaltener Anfangsphase hätte Mirek hier zum überraschenden Bauernopfer 5.e4! greifen können mit der möglichen Folge 5…Lxe4 6.Sc3 Lb7 7.d5 mit scharfem Spiel und guten Chancen für Weiß.

Entsprechend seinem Charakter wählte er aber 5.e3 und die Partie mündete zunächst in ruhiges Fahrwasser. Nach weiteren ungewöhnlichen Zügen auf beiden Seiten bot sich dem Windischeschenbacher die nächste Gelegenheit:

Brett 8: Mit 10.d5! konnte Mirek die Initiative übernehmen und klaren Vorteil erlangen.

Er wählte jedoch 10.Se5? und nach Abtausch mehrere Figurenpaare hatte der Herzogenauracher eine ausgeglichene Stellung erreicht, die er jedoch gleich im nächsten Zug wieder verdarb. Mirek gewann eine Qualität für einen Bauern, fand aber keinen klaren Weg zum Gewinn, so dass die Partie mehrfach hin und her wogte. Beide Seiten ließen selbst beste Gelegenheiten ungenutzt, doch am Ende gelang es dem Weißen doch noch entscheidend in die schwarze Stellung einzudringen:

Brett 8: Nach 30.De8+ Kg8 31.Te7! brach die schwarze Stellung zusammen. Der schwarze Springer ist überlastet, da er selbst hängt und nach einem Wegzug die Verteidigung des Lf8 aufgeben muss.

Der Versuch den Kopf mit 31…Se5 aus der Schlinge zu ziehen, scheiterte an 32.Txe5! und da Weiß nun wegen der ungedeckten schwarzen Dame einen ganzen Turm für nur zwei Bauern aufwies, gab sich der Gast wenige Züge später geschlagen. (1½-1½)

An Brett 6 (W) bekämpfte Jaroslav Illetsko die Sizilianische Drachenvariante seines Gegners mit dem Maroczy-Aufbau. Der Kampf tobte um die Vorherrschaft im Zentrum, das Weiß mit zwei Bauern besetzt hatte und Schwarz mit Figurenspiel unter Druck zu setzen versuchte. Lange Zeit blieb die Stellung im Gleichgewicht, wobei die Chancen mit dem weit vorgerückten a-Bauern für Schwarz zwar günstiger aussahen, Jaroslav seine Position aber hätte stabilisieren können:

Brett 6: Mit dem Universalzug 23.Sge2! hätte Jaroslav seine Figurenaufstellung harmonisieren und die Stellung ausgleichen können. Der untätige Springer auf g3 hätte mit einem Schlag seine Kollegen auf c1, c3 und f4 überdeckt und somit mögliche schwarze Taktiken von vornherein vereitelt.

Doch leider wählte der Windischeschenbacher 23.Tdc2?? und schwächte damit das Feld d3 fatal. Sein Gegner ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, tauschte auf e5 und drang mit dem Springer auf d3 ein:

Brett 6: Die partieentscheidende Gabel 25…Sd3.

Angesichts des kommenden entscheidenden Materialverlusts versuchte Jaroslav noch mit 26.Sd5 im Trüben zu fischen, doch der Herzogenauracher gab sich keine Blöße mehr und wickelte mit 26…Txc2 27.Txc2 Db7! präzise ab. Nach 28.De4 Dxd5 hatte er eine Figur mehr und Jaroslav warf das Handtuch. (1½-2½)

An Brett 2 (W) wählte Tobias Brunner gegen die Sizilianische Verteidigung wie üblich eine geschlossene Aufstellung. Schwarz expandierte am Damenflügel während Weiß seine Figuren zum Königsflügel manövrierte:

Brett 2: Der Herzogenauracher stemmte sich schon früh mit 11…f5 gegen den weißen Aufmarsch.

Zug um Zug nahmen Intensität und Komplexität, aber auch die Ungenauigkeiten und Fehler zu. Mehrfach springt der Computer in seiner Bewertung von +1 auf -1 und wieder zurück, was die Anspannung der Kontrahenten verdeutlicht. In haarsträubender Zeitnot schien es schließlich um den Gast geschehen zu sein:

Brett 2: Mit 27.Sg6+! hätte Tobias seinen Gegner vor unlösbare Probleme stellen können, doch er wählte 27.Tee3?? und produzierte damit den größten Enginesprung in dieser Partie von +5 auf -1! Nach 27…Dd4! wäre wieder Schwarz am Drücker gewesen mit guten Chancen sich zumindest zu retten.

Doch der enorme Zeitdruck verhinderte eine präzise Fortsetzung und sorgte sogar im Gegenteil zu weiteren Irrungen und Wirrungen:

Brett 2: Nach vertaner Chance war 28.Sg6+! hier noch gut für ein Remis, aber Tobias setzte angesichts der gegnerischen Zeitknappheit und des Mannschaftsrückstands alles auf eine Karte, spielte 28.Txe8?? und wäre nach 28…Lxe8! selbst auf Verlust gestanden.

Nach dem natürlich aussehenden 28…Txe8? ist die Stellung für den Computer wieder ausgeglichen, doch die Zeitnot war noch lange nicht überstanden:

Brett 2: Mit dem coolen 29…Tb8 konnte Schwarz die beiden angegriffenen Figuren retten, doch er zog impulsiv 29…Da1+?? und das Verhängnis nahm endgültig seinen Lauf.

Nach 30.Kh2 fehlte die schwarze Dame in der Verteidigung, so dass der eben noch rettende 30…Tb8 an 31.Sg6+! mit vernichtendem Angriff gescheitert wäre. In seiner Not warf der Gast mit 30…Te1 die letzten Reserven nach vorne, doch diesmal ließ sich Tobias die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und kombinierte seinen Angriff mit Figurengewinn und Generalabtausch zu einem leicht gewonnenen Endspiel:

Brett 2: Mit 43.Lxf5 gewann Tobias einen weiteren Bauern und zwei Züge später die Partie.

Die Zeitkontrolle hatte der Herzogenauracher wie durch ein Wunder noch geschafft, doch auf dem Weg dorthin die Übersicht und damit die Partie verloren. Ein wildes Gefecht mit einem für uns guten, aber lange Zeit unvorhersagbaren Ergebnis. (2½-2½)

An Brett 3 (S) begegnete Christian Müller der Abtauschvariante im Damengambit mit dem zweischneidigen Ragozin-System. Die Stellung war beiden Spielern bestens vertraut und so folgte man 12 Züge lang bekannter Theorie. Mit dem (wieder verflixten?) 13. Zug verließ der Herzogenauracher aber den Pfad der Tugend:

Brett 3: Als richtig bekannt ist 13.Sge2 mit ausgeglichener Stellung, doch der Gast spielte 13.Le2? und sah sich nach 13…gxh4! mit diversen Problemen konfrontiert.

Christian packte die Gelegenheit beim Schopfe und vergrößerte seinen Vorteil über die nächsten Züge mit geradezu chirurgischer Präzision. In laut Computer bereits gewonnener Stellung verpasste er dann leider die klarste Fortsetzung zum Gewinn:

Brett 3: Mit 19…Txg2! hätte Christian seine fantastische Leistung krönen können. Nach 20.Lf3 h3! ist die weiße Stellung aufgabereif. Leider verpasste er diese Möglichkeit und spielte stattdessen 19…Lg4, was aber immer noch in Ordnung und zum Gewinn ausreichend war.

In der Folge kam es zum Generalabtausch und übrig blieb ein klar gewonnenes Turmendspiel:

Brett 3: Weiß hat zwar nur einen Bauern weniger, aber seine Stellung ist völlig hoffnungslos.

Christian ließ nichts mehr anbrennen und zwang seinen Gegner direkt nach der Zeitkontrolle zur Aufgabe. Eine großartige Vorstellung und ein enorm wichtiger Punkt für unsere Mannschaft! (3½-2½)

An Brett 4 (W) duellierte sich Philipp Mark mit seinem Gegner in einem der tiefst analysierten Systeme der Königsindischen Verteidigung, der sogenannten Mar-del-Plata-Variante. Die beiden Kontrahenten spulten im Blitztempo 15 Züge Theorie herunter, bevor Philipp im 16. Zug anscheinend eine Neuerung präsentierte:

Brett 4: Der Theoriezug ist 16.Sf2, um die eigene Verteidigung nicht außer Acht zu lassen. Philipp zog aber das anscheinend noch nie gespielte 16.c6, womit der Computer nicht minder zufrieden war.

Nach vollendetem Aufmarsch aller Kräfte verschärfte sich die Situation zusehends und gipfelte in einem überraschenden Scheinopfer des Schwarzen im Zentrum:

Brett 4: Schwarz hat aktuell nur einen Bauern für einen Läufer, doch bei Weiß hängen zwei Figuren. Laut Computer hätte Philipp mit 23.Ta4! exd3 24.Lxd3 wegen der Schwäche der weißen Felder im schwarzen Lager einen schönen Vorteil erlangen können, doch er wählte 23.Lb2?! und die Stellung war ausgeglichen.

Da beide Könige offen wie ein Scheunentor waren, konnte jeder Fehltritt zu einer Katastrophe führen, wie die Situation im 28. und 29. Zug verdeutlicht:

Brett 4: Schwarz hatte gerade mit dem logisch aussehenden 28…Tb8? (richtig war 28…De8=) seine letzte Figur aktiviert und Philipp seinen Bauern b5 mit 29.Db1? gedeckt. Viel besser war jedoch 29.Th3! mit der Idee Th5 und h4, wonach der schwarze Monarch plötzlich in Bedrängnis gerät.

Der Herzogenauracher spielte weiterhin kompromisslos auf Sieg und schreckte auch vor einem Qualitätsopfer nicht zurück:

Brett 4: Schwarz sah die Chance gekommen ein Ungleichgewicht herzustellen und spielte 31…Txe6!? 32.dxe6 Dxe6, was ihm praktische Chancen gab, auf Gewinn zu spielen.

Die Lage blieb weiterhin angespannt und verharrte in einem dynamischen Gleichgewicht, Bis Philipp kurz vor der Zeitkontrolle der entscheidende Fauxpas unterlief:

Brett 4: Mit 38.De2 war das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, doch Philipp wollte die letzten Züge vor der Zeitkontrolle schnell hinter sich bringen und spielte 38.Th6+??, wohl in der irrigen Annahme, Schwarz wäre zu 38…Kf7 gezwungen und er könnte auf diese Weise die Züge wiederholen.

Nach 38…Kg7! 39.Th5 Kg6! wurde er aber jäh aus allen Träumen gerissen und musste sich von seinem eingesperrten Turm verabschieden. Er fand zwar noch einen Weg, zwei Bauern für seinen Turm zu erhalten, doch am Ende war er gegen die schwarze Übermacht chancenlos und musste sich nach 62 Zügen geschlagen geben. (3½-3½)

An Brett 7 (S) gelang es Jindrich Novak schon im 2. Zug jeglicher Theorie auszuweichen:

Brett 7: Der Zug 2…Ld7?! wurde tatsächlich schon gespielt, hat aber sicherlich keinen guten Ruf.

Nach einigen Zügen entwickelte sich die anfangs neuartige Stellung zu einem fast normalen Königsinder. Scheinbar angestachelt durch die überraschende schwarze Eröffnungsbehandlung begann auch der Herzogenauracher ungewöhnliche Manöver zu vollführen. Der Computer sieht Weiß zwar stets im Vorteil, ein klarer Plan war jedoch nicht zu erkennen. Sage und schreibe erst im 17. Zug machte Jindrich seinen dritten Bauernzug, der den Beginn einer großen Abtauschaktion markierte. Nach Abschluss der selben stand ein völlig ausgeglichenes Schwerfigurenendspiel auf dem Brett:

Brett 7: Nach ungewöhnlichem Partieverlauf war ein gewöhnliches Endspiel entstanden.

Bis zur Zeitkontrolle lichtete sich das Feld weiter, wobei Jindrich zwar einen Freibauern bilden konnte, dieser aber zuverlässig blockiert war, so dass die Stellung weiterhin im Gleichgewicht blieb:

Brett 7: Auch nach 42 Zügen konnte keine der beiden Parteien einen Vorteil verzeichnen.

Niemand hätte sich beschwert, wenn ein Remis vereinbart worden wäre, doch anscheinend war keiner der Kontrahenten gewillt klein beizugeben und so plättscherte die Partie weiter vor sich hin. Im 59. Zug kam es schließlich zum Damentausch, was das Signal für die Könige war, aktiv ins Geschehen einzugreifen. An der Einschätzung der Stellung änderte dies jedoch weiterhin nichts. Nichtsdestotrotz gewann der schwarze Freibauer an Wert, was nach einem Fehler des Weißen urplötzlich zu Vorteil für Jindrich führte:

Brett 7: Nach dem richtigen 62.Td1 wäre das Remis wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, doch der Herzogenauracher wählte 62.Tf3? und nach 63…Td6! stand Jindrich plötzlich auf Gewinn!

Der Nachziehende überführte seinen König nach d5 und sein Turm drang über c6 und c3 in die weiße Stellung ein. Beide Türme bedienten sich an den ungeschützten Bauern im Hinterland des Gegners, scheinbar mit dem besseren Ende für Schwarz:

Brett 7: Praktisch jeder Zug gewinnt für Schwarz bis auf einen. Jindrich zog 77…Ke4?? und hätte sich nach 78.f6 b4 77.Txb4! mit einem Remis begnügen müssen. f- und h-Bauer werden getauscht und mit dem König vor dem letzten verbliebenen Bauern ist die Stellung theoretisch Remis.

Doch neben seiner stoischen Ruhe und seinem unbändigen Kampfgeist weist Jindrich noch eine weitere sehr wertvolle praktische Eigenschaft auf. Er spielt sehr schnell und bringt seine Gegner damit immer wieder unter Zeitdruck, was in diesem Fall vermutlich der Grund für den am Ende sicher etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Erfolg war. Zermürbt vom stundenlangen Kampf und der dauerhaften Zeitnot fand der Gast die rettende Abwicklung nicht und musste schließlich im 88. Zug konsterniert die Waffen strecken. (4½-3½)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Mit diesem grandios erkämpften Sieg ziehen wir wieder an den Gästen vorbei und werden die Saison damit definitiv mindestens auf dem 4. Platz beenden. Für uns als Aufsteiger eine mehr als respektable Leistung! Da wir aber nun schonmal 3. sind, wollen wir diesen Platz auch im letzten Spiel in Kelheim verteidigen!

Es folgt die aktuelle Tabelle:

In der 9. und letzten Runde am 28. April sind wir zu Gast beim stark abstiegsgefährdeten SK Kelheim, der zuletzt in nahezu bestmöglicher Aufstellung einen klaren 5½-2½ Auswärtssieg in Würzburg einfahren konnte. Somit kommt es für unsere oberpfälzer Rivalen zum Showdown, in dem für sie nur ein Sieg zählt. Es ist also mit einem harten Fight zu rechnen, den wir aber völlig entspannt und mit unserem von Runde zu Runde gewonnenen Selbstvertrauen angehen werden!

Saisonabschluss der zweiten Mannschaft

Zum Abschluss einer erfolgreichen Saison, in der uns der als Ziel gesetzte Klassenerhalt bereits gelungen ist, stand ein letzter Auswärtsspieltag gegen den SK Kelheim an. Auch die erste Mannschaft trat in der Landesliga gegen Kelheim an, wo deren Erste noch im Abstiegskampf steckte.

In der Begegnung in der Oberpfalzliga ging es für beide Mannschaften um nichts mehr, was man auch am Verlauf des Spieltags erahnen konnte, der von vielen Remisen geprägt war.

Den Anfang machte hierbei Johannes Denz am vierten Brett. In der Eröffnung tauschten sich bereits die meisten Figuren, in einem ausgeglichenen Endspiel wurde sich dann auf Unentschieden geeinigt. (1/2-1/2)

Jürgen Zant sicherte sich in seiner Partie zwar das Läuferpaar, als sich auf der einzigen offenen Linie allerdings die Schwerfiguren tauschten, wurde bei symmetrischen Bauern in einer relativ geschlossenen Stellung ebenfalls Remis gegeben. (1-1)

Am Spitzenbrett wurde Bedrich Prochazka mit einem Qualitätsopfer konfrontiert, das seine Königsstellung aufriss. Obwohl es Bedrich gelang, die Stellung zu vereinfachen, war es schwierig mit Dame und Turm gegen Dame und Läufer bei ständigen Mattdrohungen Fortschritte in der Stellung zu machen, sodass sich auch hier auf Remis geeinigt wurde. (1,5-1,5)

Stefan Simmerl geriet am siebten Brett im Mittelspiel in eine etwas schlechtere Stellung. Nach einer ungenauen Abwicklung seiner Gegnerin konnte er allerdings wieder ausgleichen und wenig später gab man auch diese Partie im Endspiel Unentschieden. (2-2)

Am sechsten Brett hatte Svatoslav Zitek mit Raumproblemen zu kämpfen und konnte folglich seine Figuren nur langsam entwickeln. Seinem Gegner blieb dabei Zeit, mit den eigenen Figuren einen Angriff auf Svatoslavs Königsstellung zu starten, der mit einem Turmopfer schließlich nicht mehr aufzuhalten war. (2-3)

Rudolf Schön opferte in der Eröffnung einen Bauern, den er mit einem Scheinopfer auf f7 schnell zurückbekam. Die meisten Figuren tauschten sich ab und es resultierte ein Endspiel mit Springer gegen Läufer. Der Läufer übte zwar viel Druck aus, Rudolf konnte sich aber gekonnt verteidigen. Als am Ende die Züge wiederholt wurden einigte man sich auf Remis. (2,5-3,5)

Rudolf Schicker erreichte nach einer zwischenzeitlich etwas schlechteren Stellung ein Doppelturmendspiel, wo er die Initiative übernahm. Nach einem Turmtausch sicherte er sich die einzige offene Linie, sein Gegner verteidigte sich allerdings gegen den drohenden Einfall des Turmes und so einigte man sich auch hier auf Remis. (3-4)

Am zweiten Brett gewann Milo Müller in einem Slaven einen Bauern, den er zurückgab um Figuren zu tauschen und den Druck auf seine Stellung aufzulösen. Schließlich erreichte er ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, das am Ende auch Remis endete. (3,5-4,5)

Mit dieser knappen 3,5-4,5 Niederlage beendeten wir damit die Saison auf dem sechsten Platz, eine Leistung, mit der wir als Aufsteiger des letzten Jahres durchaus zufrieden sein können.

1. Mannschaft gelingt vorzeitiger Klassenerhalt!

Nach dem überragenden Heimerfolg gegen das Top-Team vom TSV Kareth-Lappersdorf wollte unsere 1. Mannschaft Mitte März beim Tabellenschlusslicht PTSV SK Hof unbedingt nachlegen, um sich auch der letzten Abstiegssorgen zu entledigen. Erneut in Bestbesetzung angetreten, waren alle Spieler hoch motiviert und voll konzentriert bei der Sache, während die Gastgeber mit dem Mute der Verzweiflung voll dagegen hielten und sich so von Anfang an ein spannender Fight entwickelte. Mit zunehmender Spielzeit neigte sich die Waagschale zusehends zu unseren Gunsten, was schließlich in einem furiosen 6-2 gipfelte, erneut ohne eine einzige Niederlage!

An Brett 7 (W) erstrahlte Jindrich Novak frisch wie der junge Morgen als er zwar wie üblich das Londoner System antäuschte, dann jedoch völlig überraschend in eine Art Damengambit überleitete und noch dazu den Damentausch vermied. Solchermaßen verwirrt, griff der Hofer schon in der Eröffnung gleich mehrfach daneben und ruinierte seine Stellung im 21. Zug vollends:

Brett 7: In schwieriger Stellung wurde die beabsichtigte Befreiung der Stellung mittels 21…c5?? unversehens zum Boomerang. Jindrich ließ sich nicht zweimal bitten und packte die Gelegenheit beim Schopfe!

Weiß nahm das Geschenk dankend an, kassierte den Bauern und staunte nicht schlecht als sein Gegner, scheinbar immer noch in dem Glauben alles im Griff zu haben, mit dem Turm zurück nahm:

Brett 7: Ein klassischer Doppelangriff mit Fesselung, der Jindrich einen Figurengewinn bescherte.

Aufgrund der ungedeckten Dame gab es keine Rettung mehr für Schwarz, der die Partie zwar noch fast bis zur Zeitkontrolle hinschleppte, letztlich aber chancenlos blieb. (1-0)

An Brett 2 (S) verteidigte sich Tobias Brunner Skandinavisch und landete wie üblich für diese Eröffnung in einer etwas passiven aber soliden Stellung mit Konterchancen. Der Hofer spielte zunächst vorbildlich, gewann das Läuferpaar und verzeichnete aufgrund seines Raumvorteils im Zentrum einen leichten aber dauerhaften Vorteil. Als er jedoch anschließend keine energische Fortsetzung fand, gelang es Tobias die Stellung wieder auszugleichen und sein Gegenspiel langsam in Schwung zu bringen. Scheinbar enttäuscht vom Lauf der Dinge, verlor der Hofer allmählich den Faden. Im Bestreben einen Angriff gegen den schwarzen König einzuleiten, warf er seine Bauern unmotiviert nach vorne und entblößte seinen eigenen Monarchen entscheidend:

Brett 2: Ein seltener Anblick. Ein völlig nackter König in der Mitte des Brettes.

Tobias reagierte souverän und zwang seinen Gegner im Angesicht des unvermeidlichen Damenverlusts zur sofortigen Aufgabe. (2-0)

An Brett 4 (S) wählte Philipp Mark die Russische Verteidigung und erreichte nach verhaltenem Beginn seines Gegners schnell eine ausgeglichene Stellung. In der Folge fand Philipp jedoch nicht die beste Figurenaufstellung, zog hauptsächlich rückwärts und überließ dem Hofer die Initiative. Doch dieser nutzte seine Chancen nicht konsequent und so landete man nach 20 Zügen in einem ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel:

Brett 4: Nach überstandener Krise konnte Philipp mit dem erreichten Endspiel zufrieden sein.

Der Hofer versuchte zwar noch 24 Züge lang seine Versäumnisse nachzuholen, doch am Ende gab es kein Durchkommen und man einigte sich stellungsgerecht auf Remis. (2½-½)

An Brett 3 (W) überraschte Christian Müller seinen Gegner in dessen Französischer Verteidigung mit dem sofortigen Fianchetto seines Damenläufers. Der Hofer wählte eine wenig ambitionierte Aufstellung mit früher Aufgabe seines wichtigen schwarzfeldrigen Läufers und fand sich noch vor Abschluss der Figurenentwicklung in einem schwierigen Endspiel wieder:

Brett 3: Der schlechte französische Läufer bereitete dem Schwarzen einiges Kopfzerbrechen.

Angesichts eines Spiels auf nur noch zwei Ergebnisse manövrierte Christian geduldig und erreichte schließlich folgende Gewinnstellung:

Brett 3: Mit dem Manöver 44.Le7-d8 und folgendem h4 hätte Christian den Sack zumachen können.

Er entschied sich jedoch für eine andere Idee und hätte nach 44.Kg3 Sc8 45.h4?? eine unangenehme Überraschung erleben können:

Brett 3: Mit 45…h5!! hätte Schwarz alle Bauern am Königsflügel tauschen und damit seine zweite Schwäche auflösen und ein Remis erreichen können.

Zu unserem Glück übersah der Hofer diese Möglichkeit und so gelang es Christian schließlich doch noch seinen Läufer nach d8 zu überführen, von wo aus er den schwarzen Springer zur passiven Verteidigung des Bauern b6 zwang und zugleich die zweite Schwäche auf g5 aufs Korn nahm. In Zugzwang konnte der Schwarze seine Verteidigungslinie nicht mehr aufrecht erhalten und musste schließlich im 57. Zug die Waffen strecken. (3½-½)

An Brett 8 (S) wurde Miroslav Kalous in der Französischen Verteidigung mit der seltenen Tschigorin-Variante konfrontiert. Nach ruhiger Figurenentwicklung ergriff Mirek bei geschlossenem Zentrum die Initiative am Königsflügel:

Brett 8: Mit 10…g5!? zeigte sich Mirek schon früh unternehmenslustig!

Durch den furchtlosen Auftritt sah sich der Hofer genötigt, sofortige Gegenmaßnahmen gegen den Vormarsch der schwarzen Bauern zu ergreifen, kam damit aber vom Regen in die Traufe:

Brett 8: Nach 16…f5! gibt der Computer Schwarz bereits entscheidenden Vorteil. Doch Mirek entschied sich für 16…Sf8 und der Kampf blieb offen.

Die komplizierte Stellung war höchst rechenintensiv und produzierte auf beiden Seiten diverse Ungenauigkeiten und Fehler. Die Waagschale neigte sich mal zur einen, mal zur anderen Seite bis sich Mirek nach einem groben Schnitzer des Heimspielers erneut die Chance bot, eine Gewinnstellung zu erreichen:

Brett 8: Nach 28…dxc4! möchte Die Engine das Feld d4 nutzen und nach anschließendem Dd8-d4 mit dem Turm mit durchschlagendem Angriff auf g4 schlagen. Ein Plan, der für Normalsterbliche unmöglich zu entdecken, geschweige denn zu berechnen ist.

Mirek machte den menschlichen Zug 28…d4 und plötzlich war die Stellung wieder ausgeglichen. Bei beginnender Zeitnot ging es weiter mit haarsträubenden Verwicklungen die dem Windischeschenbacher im 31. Zug erneut eine Gewinnstellung bescherten:

Brett 8: Nach 31…Le3! hätten die schwarzen Läufer das Brett beherrscht, aber auch Mireks Fortsetzung 31…Lxd2 32.Dxd2 Dxe5+ 33.Df4 Dxf4+ hätte nach 34.Txf4 e5! gute Gewinnchancen geboten, doch leider wählte er 34…Te8?! und musste weiter um den Sieg kämpfen.

Die letzten Züge vor der Zeitkontrolle wurden noch einmal zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle:

Brett 8: Nach 38.Lg2! wäre Mirek wegen des hängenden Lb7 gezwungen gewesen die Qualität zu geben und hätte sich mit einem Remis begnügen müssen. Doch der Hofer spielte 38.Txa5?? und stand nach 38…Te2+ 39.Kg1 zum wiederholten Male auf Verlust.

Doch die Irrungen und Wirrungen gingen weiter:

Brett 8: Mit 39…d3! war der Sieg endgültig einzutüten, doch Mirek spielte 39…Tge6? und ließ seinen Gegner weiter leben.

Schließlich kam es kurz nach der Zeitkontrolle zum letzten Showdown:

Brett 8: Leicht gewonnen hätte 43…Te1!, doch Mirek zog 43…Td2?? und musste nach 44.g5! zähneknirschend einer Zugwiederholung und Remis zustimmen.

Eine zwar fehlerbehaftete aber nichtsdestotrotz faszinierende Partie, die alle Facetten des Schachspiels beleuchtete und bis zum letzten Zug ausgekämpft war! (4-1)

An Brett 5 (W) entschied sich Stephan Schmahl gegen die Sizilianische Drachenvariante seines Gegners zum sogenannten Maroczy-Aufbau. Der Hofer brachte schon im 9. Zug eine Neuerung, die Stephan bestmöglich beantwortete und sich dadurch einen kleinen aber feinen Vorteil sicherte. Im Mittelspiel unterliefen beiden Kontrahenten mehrere Ungenauigkeiten, die jedoch an der generellen Einschätzung der Stellung wenig änderten. Im 16. Zug überschätze Stephan dann aber eindeutig seine Möglichkeiten und hätte sofort in Nachteil geraten können:

Brett 5: Der Computer empfiehlt 16.Dd2 nebst baldigem h4 mit weiterhin leicht vorteilhafter Stellung für Weiß. Stephan wählte jedoch das zweifelhafte 16.f5?, wonach 16…gxf5 günstig für Schwarz gewesen wäre.

Der Hofer traute dem Braten jedoch nicht und verschmähte das angebotene Opfer, so dass der Kampf in nun ausgeglichener Stellung von neuem entbrannte. In zweischneidiger Stellung verlor der Heimspieler mehr und mehr den Faden und stand plötzlich glatt auf Verlust:

Brett 5: Bereits mit einem Mehrbauern ausgestattet, hätte Stephan hier mit 28.Sxe7! den Sack einfach zumachen können, doch er träumte von einem Angriff auf der g-Linie und zog 26.Tc3??, wonach fast der gesamte Vorteil wieder weg war.

Bei aufkommender Zeitnot entwickelte sich eine Schlacht mit offenem Visier und groben Schnitzern auf beiden Seiten, in der Stephan gleich ein halbes Dutzend Gewinnzüge ausließ, um schließlich mit Erreichen der Zeitkontrolle in einer ausgeglichenen Stellung zu landen und mit leeren Händen dazustehen. Solchermaßen ernüchtert unterlief ihm gleich im 41. Zug ein schrecklicher Fehler:

Brett 5: Der Wunsch nach Abriegelung der h-Linie war verständlich, doch 41.g3?? war aus taktischen Gründen denkbar ungeeignet für diesen Zweck. Mit 41…Txh3+! 42.Sxh3 Txh3+ 43.Kg2 Dh5 hätte Schwarz den Spieß umdrehen und Stephan schwer in Bedrängnis bringen können.

Doch wie durch ein Wunder zog sein Gegner schnell 41…T4h6?? und musste sich nach 42.h4! wieder auf Verteidigung einstellen. Seinerseits enttäuscht vom Lauf der Dinge unterlief dem Hofer schließlich der entscheidende Patzer:

Brett 5: Der doppelt angegriffene Springer musste nolens volens zurückweichen, wonach Stephan mit einem gesunden Mehrbauern wieder Gewinnchancen gehabt hätte. Doch Schwarz spielte völlig unerwartet 45…e5?? und entblößte seinen König mit diesem Einsteller vollends.

Stephan ließ sich nicht zweimal bitten, drang in die schwarze Stellung ein, eroberte einen weiteren Bauern und stand nach dem Damentausch in einem Doppel-Turmendspiel klar auf Gewinn:

Brett 5: Der vermeintliche Bauerngewinn 56…Txh4 wurde von Stephan mit dem hübschen Gegentrick 57.Txd6+! beantwortet.

Nach dem erzwungenen Abtausch aller Türme gab der Hofer das aussichtslose Bauernendspiel sofort auf. Ein harter Kampf mit dem glücklicheren Ende für uns! (5-1)

An Brett 6 (S) konnte Jaroslav Illetsko in einer Philidor-Verteidigung nach ambitionsloser Eröffnung seitens des Weißen schnell eine ausgeglichene Stellung erreichen:

Brett 6: Trotz des blockierten Doppelbauern auf der c-Linie hatte Jaroslav keinerlei Probleme und stand nach 20.Sd2? Lg5! bereits aussichtsreicher.

Es entwickelte sich ein zähes Ringen am Königsflügel, in dessen Folge Schwarz zwar leichten Vorteil behaupten, aber keinen messbaren Fortschritt erzielen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle stiftete der verbliebene weiße Springer etwas Verwirrung im schwarzen Lager:

Brett 6: Mit 34…La6 konnte das Gleichgewicht aufrecht erhalten werden, doch Jaroslav zog 34…Tc7?? und hätte jäh aus allen Träumen gerissen werden können. Nach 35.Sxc8 Txc8 hätte der Doppelangriff 36.Dg4! die Partie sofort gewonnen, doch der Hofer wählte 36.Dxf7+?? und übrig blieb lediglich ein Mehrbauer, der jedoch bei ungleichfarbigen Läufern wenig bis gar keine Gewinnchancen versprach.

In seinem Bemühen doch noch etwas aus der Stellung rauszuholen, verzettelte sich der Hofer zusehends und stand plötzlich seinerseits mit dem Rücken zur Wand:

Brett 6: Mittels des Manövers 45…Kd6!, gefolgt von …Tb3, …Th8-b8-b4 hätte Jaroslav das Vakuum in der weißen Stellung zu seinen Gunsten nutzen können. Der schwarze Läufer ist hier wesentlich stärker als sein Gegenpart und verhindert durch die Kontrolle des Feldes c1 jegliches weißes Gegenspiel auf der c-Linie.

Der Windischeschenbacher entschied sich jedoch zum sofortigen Schlagen des Bauern a4 und gestattete seinem Gegner nach einem weiteren Fehler, sich zu befreien. Nachdem die ehemals passiven weißen Türme Morgenluft schnupperten, verflachte die Partie zusehends und als alles bereits auf ein Remis hindeutete, kam es zu folgender geradezu mysteriösen Stellung:

Brett 6: Gemäß Computer konnte Weiß mit 58.Lf7! das Gleichgewicht halten, doch er wählte das eigentlich völlig natürlich aussehende 58.Lg4?? und war plötzlich total verloren, was Jaroslav mit 58…Kc6!! hätte nachweisen können.

Die Erklärung des Phänomens besteht aus zwei Teilen, die für Spieler unseres Niveaus am Brett unmöglich zu ergründen ist. Das Problem des Weißen ist sein eingesperrter König (1), der in einem unzerreißbaren Mattnetz zappelt, sobald Schwarz ungestraft zu …Taa1 kommt. Solange jedoch der schwarze Bauer c5 mit Schach fallen kann, hat Weiß genügend Potential, selbst ein Dauerschach geben zu können. Schwarz muss also so manövrieren, dass sein König auf die b-Linie gelangt, ohne dabei seinen Bauern zu verlieren. Danach würde sich Weiß in einem eigenartigen Zugzwang befinden, der laut Computer unweigerlich zum Matt führt! Die Lösung für Weiß ist, seinen Läufer nach f7 zu bringen, um von dort nach e8 gelangen zu können und dem schwarzen König so den Eingang nach b5 zu versperren (2). Faszinierend!

Jaroslav spielte 58…Th1 und nach weiteren fast 30 Zügen wurde das Remis unterzeichnet. (5½-1½)

An Brett 1 (W) griff FM Zdenek Haba gegen die Grünfeld-Indische-Verteidigung seines Gegners zur Abtauschvariante, einer Spielweise, die den Schwarzen schon immer auf eine harte Probe gestellt hat, auch wenn mittlerweile genügend Ressourcen gefunden wurden, um das Gleichgewicht zu halten. Dem weißen Übergewicht im Zentrum steht eine schwarze Bauernmajorität am Damenflügel gegenüber, die in einem späteren Endspiel zum Trumpf-Ass für den Nachziehenden werden kann. Häufig kommt es zu frühem Damentausch und einem langwierigen Mittelspiel mit etwa ausgeglichenen Chancen. Und genau so kam es auch in dieser Partie:

Brett 1: Ein typischer Grünfeld-Kampf. Besseres Zentrum gegen Überlegenheit am Damenflügel. Zdenek musste hier sein Zentrum indirekt mit 18.Lg5 schützen, wählte jedoch 18.dxe6? und geriet in Nachteil.

Es folgte ein zähes Ringen um kleinste positionelle Zugeständnisse mit Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ohne dabei die Remisbreite zu verlassen. Erst kurz vor der Zeitkontrolle kristallisierte sich aufgrund von Läuferpaar und entferntem Freibauern ein greifbarer schwarzer Vorteil heraus:

Brett 1: Leichte Sorgen bei Zdenek. Die schwarze Strategie hat die Oberhand gewonnen.

Nach und nach verdichtete sich der schwarze Vorteil und die Sorgenfalten bei Zdenek wurden größer, doch am Ende fand der Hofer trotz zwischenzeitlich laut Computer erreichter Gewinnstellung keinen entscheidenden Durchbruch und gab die Partie auch aufgrund des längst entschiedenen Mannschaftskampfes zerknirscht Remis. (6-2)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach diesem erneuten Paukenschlag hat die Mannschaft vorzeitig ihr Saisonziel erreicht und den Klassenerhalt gesichert! Eine fantastische Leistung, die uns als Aufsteiger niemand zugetraut hätte und die vor allem auf die herausragende Konsistenz zurück zu führen ist. Sieben von acht Spielern saßen in allen bisherigen sieben Runden am Brett, nur Jaroslav musste aus gesundheitlichen Gründen fünf Partien aussetzen und wurde von Milo und Rudi erfolgreich vertreten, die 50 % der möglichen Punkte erzielten. Wir können zurecht stolz auf uns sein!

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch immer das Ergebnis des wegen des Schneechaos Anfang Dezember 2023 ausgefallenen Kampfes PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlt:

In der 8. Runde am 14. April empfangen wir zum letzten Heimspiel der Saison den Tabellennachbarn aus Herzogenaurach, der uns im Falle eines Sieges im Nachholspiel gegen Hof überholen und vom 3. Platz verdrängen könnte. Da wir ab sofort völlig unbeschwert aufspielen können, wollen wir jetzt auch unseren 3. Platz verteidigen und werden uns wie gewohnt mit höchstem Engagement in den Kampf stürzen!

Das LigaOrakel weist uns als eine von nur drei Mannschaften aus, die auch theoretisch nicht mehr absteigen können! Was für ein Erfolg schon zu so einem frühen Zeitpunkt!

Die Situation in den oberen Ligen hat sich mittlerweile so weit stabilisiert, dass maximal zwei Teams den Weg in die Regionalliga antreten müssen:

Nachdem alle unsere Mannschaften den Klassenerhalt sichergestellt haben, bleibt nur noch die Kür der letzten beiden Runden, begleitet von der bereits wachsenden Vorfreude auf das kommende Sommerfest!

Zwei Jugendturniere dahoam oder besser daham!

Am vergangenen Samstag, 20.04.2024, durften wir gleich zwei Jugendturniere in der Aula der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach ausrichten. Während am Vormittag die Oberpfälzer Jugendeinzelmeisterschaft (OJEM) im Blitzschach für die Altersklassen U10 bis U20 ausgespielt wurde, fand nachmittags der 4. OSJ-Cup der Saison 2023/24 statt. Konnte bei der OJEM im Blitzschach mit 32 Kindern und Jugendlichen die Teilnehmerzahl der vergangenen Jahre sogar leicht gesteigert werden, wurden beim OSJ-Cup doch etwas mehr als die 72 Spielerinnen und Spieler erwartet.
Die Organisation und Verpflegung während des ganzen Tages lag in der Federführung unseres Vorsitzenden Manfred Oppel, der sich über viele fleißige Helfer freuen konnte.

Dass an diesem Tag viele Kids aus den unterschiedlichsten Gründen terminlich verhindert waren, bekamen auch wir insbesondere bei der OJEM im Blitzschach zu spüren. Hier hatten wir mit Christian Kraus nur einen Spieler am Start. In der gemeinsamen Gruppe der Altersklassen (AK) U16, U18 und U20 erreichte er in elf Runden nach dem Schweizer System gute 6,0 Punkte. Dies brachte Christian den Titel in der AK U20 ein.

Beim OSJ-Cup am Nachmittag stellten wir immerhin sechs Teilnehmende, wobei Jonas Zackel und Leandra Müller erstmals dabei waren. Die beste Leistung zeigte dabei Maximilian Warziwoda, der in der AK U12 aus sieben Runden im Schweizer System 4,5 Zähler erzielte. Für die beste Platzierung sorgte Oskar Wegerer als Zweiter in der AK U8. Die Ergebnisse unserer Protagonisten im Einzelnen:
U16:      12. Zackel, Jonas 2,5 (7)
U14:      7. Treml, Jakob 3,0 (7)
U12:      5. Warziwoda, Maximilian 4,5 (7)
             19. Müller, Leandra 1,0 (7)
U10:      9. Luber, Elias 3,0 (7)
U8:        2. Wegerer, Oskar 3,0 (7)

Eine besondere Note und Aufwertung erfuhr der OSJ-Cup durch die Teilnahme von sechs Jugendlichen des Schachklubs Valdstejn Cheb aus unserem Nachbarland Tschechien. Die bemerkenswerteste Leistung lieferte dabei der erst achtjährige Daniel Vo ab. Der tschechische Landesmeister startete freiwillig in der kombinierten Altersgruppe U18/U16. Dabei wurde er sensationell Zweiter und gewann sogar die separate Wertung in der AK U16. Die tschechischen Schachfreunde haben hier einen eigenen Bericht mit Fotos veröffentlicht.

Die genauen Ergebnisse sind hier für die OJEM im Blitzschach und hier für den 4. OSJ-Cup nachzulesen.

Achter Spieltag gegen den SC Bad Kötzting

Zum vorletzten Spieltag der Oberpfalzliga empfing unsere zweite Mannschaft zuhause den SC Bad Kötzting. Weder für uns noch für unsere Gäste gab es in dieser Saison noch etwas zu erreichen, sodass ein zwangloser Mannschaftskampf bevorstand.

Am vierten Brett geriet Jürgen Zants König früh unter Beschuss. Trotz Verteidigungsversuchen hielt der Kötztinger den Druck aufrecht und konnte seinen Angriff fortsetzen, sodass Jürgen sich schließlich geschlagen geben musste. (0-1)

Milo Müller erreichte derweil an Brett zwei eine angenehme Stellung, die er kontinuierlich verbessern konnte und dadurch zwei Bauern gewann. Nach einem verpassten Qualitätsopfer, das allerdings schwer zu sehen war, wurde die Stellung noch einmal scharf, und beide Könige standen sehr unsicher. Milos Gegner erlangte Gegenspiel, sodass Milo in einer inzwischen ausgeglichenen Stellung das sichere Dauerschach wählte. (0,5-1,5)

Am Spitzenbrett manövrierte sich Bedrich Prochazka sehr gut durch eine komplizierte Stellung. Sein Gegner opferte schließlich einen Bauern beim Versuch, einen Vorteil zu erlangen, was Bedrich jedoch erfolgreich verhinderte. Aufgrund von Zeitnot musste sich Bedrich jedoch letztendlich mit einer Niederlage abfinden. (0,5-2,5)

Johannes Denz erreichte am vierten Brett eine Stellung, die besser aussah als sie tatsächlich war. Nachdem sein Königsangriff ins Stocken geriet, erlangte der Gegner schnelles Gegenspiel, wählte aber eine ungenaue Abwicklung. In einem für den Spieler aus Bad Kötzting immer noch besseren Turmendspiel einigten sich beide Spieler in beidseitiger Zeitnot schließlich auf Remis. (1-3)

An Brett acht erreichte Siegfried Stelzer nach der Eröffnung eine angenehme Stellung, die er nutzte, um den schwarzen König anzugreifen. Beim Versuch, sich zu verteidigen, geriet die Dame seines Gegners auf Abwege und wurde schließlich gefangen. Mit Dame gegen Turm und Läufer baute Siegfried im Mittelspiel weiter Druck auf, sodass sein Gegner aufgab, als klar war, dass die weißen Freibauern nicht mehr aufzuhalten waren. (2-3)

Svatoslav Zitek geriet am sechsten Brett in ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer. Svatoslavs vereinzelter Randbauer erwies sich hier als ziemlich schwach und ging nicht viel später verloren. Da alle Bauern am Königsflügel standen, erwies sich der Springer als stark genug, sodass sich Svatoslav lange gegen den Mehrbauern verteidigen konnte, bis sich beide Spieler nach einem harten Kampf auf Remis einigten. (2,5-3,5)

Am fünften Brett überspielte Rudolf Schön seinen Gegner in der Eröffnung und erreichte eine bessere Stellung. Der Kötztinger konnte allerdings die meisten Figuren abtauschen und seine Stellung so entknoten. Im entstandenen Endspiel einigten sich beide Spieler in ausgeglichener Stellung auf Remis. (3-4)

Stefan Simmerl geriet am siebten Brett in eine etwas gedrückte Stellung. Nach einem Damentausch ging bei einem versuchten Befreiungsschlag in Zeitnot ein Bauer verloren. Sein Gegner wickelte in ein Läuferendspiel ab und konnte einen weiteren Bauern gewinnen, sodass sich Stefan geschlagen geben musste. (3-5)

Damit endete dieser etwas unglücklich verlaufene Mannschaftskampf mit einem Endstand von 3-5. Der nächste und auch letzte Spieltag findet am 28.04 gegen den SK Kelheim statt, der wie wir in der Oberpfalzliga nicht mehr auf- oder absteigen kann.

OSEM 2024 in Neustadt/WN

Vom 23. bis 26.03.2024 fand in der Neustädter Stadthalle die diesjährige oberpfälzer Einzelmeisterschaft und damit das größte Bezirksturnier der Saison 2023/24 unter der Ausrichtung der SF Naabtal statt. Von den insgesamt 96 Teilnehmenden fanden sich auch 12 Akteure des SC Windischeschenbach dort ein, womit wir nach dem SK Kelheim die zweitgrößte Teilnehmerzahl stellten.

Ein Blick in den Turniersaal

In der im letzten Jahr neu eingeführten Meisterklasse IV, in welcher an den beiden Wochenendtagen insgesamt sechs Runden bei einer Bedenkzeit von 60 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug gespielten wurden, traten fünf Nachwuchsspieler an, welche während des Turniers unter der Betreuung von Stefan standen, der ihnen mit Rat und Tat und natürlich mit Analysen nach den Partien zur Seite stand. Neben den bereits mit Langzeitpartien erprobten Jakob und Maximilian, hatten hier auch Jonas, Linus und Elias erstmals die Chance Partien mit längerer Bedenkzeit zu spielen und damit erstmals echte Turniererfahrung zu sammeln.
Jakob konnte sich in dem guten Teilnehmerfeld nach zwei Niederlagen zum Start sehr gut ins Turnier kämpfen, dabei stolze 3,0 Punkte erringen und damit einen guten zwölften Platz erreichen. Ebenfalls 3,0 Zähler sammelte Linus und belegte damit den 15. Rang bei seinem ersten Turnier. Beachtlich ist dabei, dass er die erste Runde nicht spielen konnte und daher die Punkte aus nur fünf Partien holte. Maximilian, der u.a. gegen den späteren Zweitplatzierten spielen musste, konnte insgesamt 2,5 Punkte holen und belegte damit den 17. Platz. Elias kam bei seinem Debut im Langzeitschach zu starken 2,0 Zählern und reihte sich am Ende auf dem 20. Rang ein. Für Jonas, der allgemein sein erstes Turnier spielte, erreichte am Ende mit einem erspielten Punkt den 23. Platz. Insgesamt können alle Jugendlichen sehr zufrieden mit ihren Ergebnissen sein.


In der Meisterklasse II, in welcher mit acht Runden an vier Turniertagen und einer Bedenkzeit von 90 + 30 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug gespielt wurde, versuchten Elsbeth und unser neues passives Mitglied Stephan, oben anzugreifen. Dies gelang beiden auch und daher war es nicht überraschend, dass beide stetig in der oberen Tabellenhälfte zu finden waren. Stephan spielte ein sehr gutes und solides Turnier ohne größere Ausreißer nach oben oder unten und verlor nur zwei Spiele gegen den am Ende Zweitplatzierten und Viertplatzierten. Insgesamt erzielte er 5,0 Punkte und belegte damit einen sehr guten siebten Platz bei den 36 Teilnehmenden. Elsbeth spielte ebenfalls ein sehr gutes Turnier, was sich vor allem daran zeigte, dass sie bis zur letzten Runde die Chance hatte, einen Podestplatz zu erringen. Leider kam sie in der der letzten Runde gegen den Topgesetzten nicht über ein Remis hinaus und musste sich am Ende nur aufgrund der schlechteren Buchholzwertung bei 5,5 Zählern mit dem sechsten Rang begnügen.


In der Meisterklasse I, der Königsklasse der OSEM, traten in diesem Jahr erstmals fünf Zoiglstädter an, welche in den vier Tagen um Ruhm, Ehre und natürlich den Oberpfalzmeistertitel unter den insgesamt 18 Teilnehmern kämpften. Neben dem erfahrenen Stephan, kämpfte die junge wilde U25-Truppe, bestehend aus Milo, Philipp, Johannes und Tobias, um jeden einzelnen Punkt. Leider ließ es sich aufgrund der Teilnehmerzahl nicht vermeiden, dass vereinsinterne Duelle entstanden. So kam es z.B. bereits in der ersten Runde zu den Duellen von Milo gegen Tobias sowie Johannes gegen Stephan, die beide nach langem Kampf mit Siegen von Tobias und Stephan endeten.
Johannes, der sich durch den dritten Platz in der MII im letzten Jahr das Recht auf eine Teilnahme in der M I erspielt hatte, wusste von Vornherein, dass das Turnier hart werden wird. Mit seiner kompromisslosen Spielweise, mit welcher er seine Gegner schon oftmals überflügelte, kam er leider nicht so oft ans Ziel und musste einige Niederlagen einstecken. Insgesamt konnte er sich dennoch 2,5 Punkten aus sieben Partien erkämpfen und erlangte damit den 17. Platz.
Philipp erwischte leider bei seiner ersten Oberpfalzmeisterschaft in der Meisterklasse I kein so gutes Turnier, welches aber auch bereits in der ersten Runde einen anderen Verlauf hätte nehmen können, da er gegen den späteren Oberpfalzmeister eine gute und bequeme Stellung in Zeitnot leider einstellte. Am Ende konnte er mit 3,0 Zählern den 13. Platz belegen.
Milo, der als jüngster Teilnehmer in der M I startete, konnte seine aktuell  zunehmende Spielstärke unter Beweis stellen, indem er sich den etablierten Spielern mit aller Kraft und sehr viel Spielwitz entgegenstellte. Diese zeigte sich u.a. durch einen beeindruckenden Sieg, bei dem er seinen Gegner innerhalb von nur 26 Zügen förmlich überrollte. Mit insgesamt 3,5 Punkten erreichte Milo den zwölf Rang und wurde damit als bester Jugendspieler des Turniers ausgezeichnet.
Stephan, der sich vor allem durch seine solide und durchdachte Spielweise auszeichnet, konnte diese von Anfang an zeigen und in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Mit drei soliden Remisen, zweier etwas unnötigen Niederlagen und drei starken Siegen erspielte er sich 4,5 Punkte und kam am Ende auf Platz sieben ins Ziel.
Das beste Ergebnis aller Windischeschenbacher Teilnehmer glückte Tobias. Dieser startete mit vier Punkten aus den ersten fünf Partien, in welchen er u.a. den Titelverteidiger schlug und nur unglücklich gegen den späteren Oberpfalzmeister verlor. In einem Turnier, in welchem er mit viel Glück in der ersten Runde gegen Milo startete, verließ ihn jenes Glück zum Ende hin ein wenig, sodass er schlussendlich 5,0 Zähler holte. Dass das Glück ihm doch noch ein wenig Hold war, zeigte dann die Buchholz, welche ihm am Ende knapp den dritten Platz bescherte.

Vereinspartien:

Siegerfoto der Meisterklasse I mit Tobias und Milo:

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

Knappe Niederlage beim Auswärtskampf der zweiten

Zum siebten Spieltag war die zweite Mannschaft erneut zu Gast beim TSV Kareth-Lappersdorf. Da wir bereits unser gesetztes Saisonziel, den Klassenerhalt in der Oberpfalzliga, erreicht hatten, konnten wir diese Begegnung entspannt angehen. Obwohl wir gegen die zweite Mannschaft der Lappersdorfer, die aktuell auf dem besten Weg ist, Meister in der Oberpfalzliga zu werden, mit einem DWZ-Schnitt, der um 120 Punkte niedriger lag, klarer Außenseiter waren, konnten wir uns in einem sehr knappen Mannschaftskampf gut behaupten.

Zu Beginn sah es allerdings düster aus. Am zweiten Brett griff Milo Müller am Damenflügel an, während sein Gegner sich am Königsflügel positionierte. Milo musste bald feststellen, dass sein Angriff ins Leere lief, während der seines Gegners ins Rollen kam. Der Karether sicherte sich starke Diagonalen für seine Läufer und schaffte es, die Königsstellung aufzubrechen, sodass Milo wenig später gezwungen war aufzugeben. (0-1)

Rudolf Schicker verteidigte sich währenddessen am achten Brett und ließ seinem Gegner keine Möglichkeit, in Vorteil zu kommen. Da für beide Seiten keine gewinnversprechenden Ideen zu finden waren, einigte man sich in einer völlig ausgeglichenen Stellung auf Remis. (0,5-1,5)

Am Spitzenbrett erreichte Bedrich Prochazka nach der Eröffnung eine angenehme Stellung. Auch im Mittelspiel konnte er diesen leichten Vorteil beibehalten, sein Gegenspieler hielt jedoch standhaft dagegen, sodass es am Ende nicht für den vollen Punkt reichte. (1-2)

Auch Stefan Simmerl kam an Brett sieben gut aus der Eröffnung. Zwischenzeitlich hatte sein Gegner zwar die Möglichkeit, mit einem Opfer selbst in Vorteil zu kommen, er nutzte diese Chance jedoch nicht. Stefan konnte seinen Vorteil ebenfalls nicht entscheidend ausbauen, sodass die Partie schließlich unentschieden endete. (1,5-2,5)

Am vierten Brett spielte Johannes Denz eine passive Eröffnung, aus der sein Gegner Kapital schlagen konnte. Die schwarzen Figuren wurden ins Abseits gedrängt und Weiß drohte einen entscheidenden Königsangriff zu starten. Als die Stellung jedoch taktischer wurde, wählte der Lappersdorfer nicht die genaueste Abwicklung, sodass Johannes Dame aktiv werden konnte. Schwarz konnte etwas Initiative erlangen und sich schließlich mit einem Dauerschach ins Remis retten. (2-3)

Den unerwarteten Ausgleich brachte Jürgen Zant an Brett drei. In einem Mittelspiel mit ungleichfarbigen Läufern schlug sein Gegner in einer ausgeglichenen Stellung ein Remisangebot aus, musste aber bald einsehen, dass sein König der schwächere von beiden war. Jürgen ging in die Offensive und schaffte es, die Königsstellung zu öffnen. Beide Spieler hatten jeweils noch eine Dame, einen Turm und einen Läufer auf dem Brett, allerdings waren die Figuren des Karethers zu unkoordiniert, um Jürgens Angriffe dauerhaft abzuwehren. Nachdem das Matt nur noch durch Materialverlust aufzuhalten war, gab sich der Karether geschlagen. (3-3)

Svatoslav Zitek wehrte sich am sechsten Brett in einer passiven Stellung gegen den Mehrbauern seines Gegners. Dennoch konnte er nicht verhindern, dass die weißen Figuren in seine Stellung eindrangen. Nachdem er einen weiteren Bauern verloren und sich seine Stellung weiter verschlechtert hatte, gab er auf. (3-4)

Damit brauchte Rudolf Schön am fünften Brett einen Sieg, um den Mannschaftskampf in ein Unentschieden zu retten. Seine Stellung hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in einem Endspiel mit jeweils zwei Türmen und einem Springer festgefahren. Rudolf versuchte noch, die Stellung zu öffnen, mehr als ein Unentschieden gab die Stellung allerdings nicht her. (3,5-4,5)

Bei einem Endstand von 3,5-4,5 haben wir uns also um einiges besser geschlagen, als wir vor dem Spieltag erwartet hätten. Auch im kommenden Heimspiel am 14.04 gegen Bad Kötzting erwartet uns ein harter Gegner, dem wir uns jedoch genauso motiviert stellen werden.

3. Mannschaft beendet Saison auf dem hervorragenden 3. Platz!

Am 6. Spieltag musste unsere 3. Mannschaft beim direkten Tabellennachbarn dem SK Schwandorf 3 antreten, nachdem bereits der Verbleib in der Kreisliga 1 gesichert war, konnten unser Team befreit aufspielen. 

Am 1. Brett sah sich Elsbeth Horther-Schneider mit der Skandinavischen Verteidigung konfrontiert. Durch die passive Verteidigung ihres Gegners konnte sich Elsbeth bereits zu Beginn des Mittelspiels einen guten Raumvorteil erarbeiten. 

Diesen Raumvorteil münzte unsere Spielerin in eine sehr gute und angenehme Stellung um. Eine von ihrem Gegner gestellte Falle übersah leider Elsbeth, dadurch verlor sie Material und musste bald die Segel streichen. (0-1)

Kraus Christian entschied sich an Brett 6 für das Zweispringerspiel. Die beiden Kontrahenten baute ihre Figuren ruhig auf, es wurde auch eine Leichtfigur getauscht. In einer ausgeglichenen Stellung wählte Christian leider eine falsche Abwicklung, was ihm den Verlust einer Qualität bescherte. Sein Gegner nutzte diesen Vorteil konsequent aus, was Christian ein paar Züge später zu Aufgabe zwang. (0-2)

Die Bogoljubow-Variante der Damenindischen Verteidigung wählte Schicker Rudi an Brett 2 mit den schwarzen Steinen. Rudi nahm das angebotene Bauernopfer an und versuchte mit allen Mitteln diesen Vorteil zu behalten. Leider verschlechtere er seine Stellung dadurch sehr und stand nach einen weiteren Bauernopfer seines Gegners eigentlich klar auf Verlust. Rudi bemühte sich so gut wie möglich zu verteidigen und hatte das Glück auf seiner Seite, das der Schwandorfer Spieler nicht nur den Gewinnzug auslies sondern gleich noch einen Turm einstellte was zum schnellen Verlust führte. (1-2)

Der Gegener von Benedikt Stock am 5. Brett entschied sich für das angenommene Damengambit. Unser Spieler versuchte von Anfang an, Druck auf die Stellung seines Gegners aufzubauen, wobei er davon profitierte, das der Schwandorfer unglückliche Tauschaktionen mit den Leichtfiguren wählte und dadurch zwei Doppelbauern und gleichzeitig Benedikt zwei Freibauern im Zentrum erhielt. Durch die starke Dominanz im Zentrum und die Besetzung der E-Reihe mit seinen Türmen musste sein Gegenspieler die Dame und gleich danach die Partie opfern. (2-2)

Der Gegner von Manfred Oppel spielte die Französiche Abtauschvariante, wobei beide Spieler darauf achteten sich gut zu entwickeln und ihre Figuren stark zu positionieren. Der Schwandorfer entschied sich bereits in der Eröffnung für die kurze Rochade, während Manfred seinen König recht lange in der Mitte des Brettes stehen lies und einen Angriff auf den weißen König vorbereitete. Sein Kontrahent reagierte sehr Verhalten auf den Angriff und den Windsicheschenbacher die Möglichkeit eine Figur gegen 2 Bauern zu opfern um klaren Vorteil zu erreichen. Die Partie endete schnell da sich sein Gegenüber Matt setzen lies. (3-2)

Auch Siegfried Stelzer sah sich an Brett 3 mit der Skandinavischen Verteidigung konfrontiert. Siegfried versuchte von Anfang an, im Zentrum Übergewicht erreichen, jedoch verteidigte sich sein Kontrahent sehr geschickt und gab unserem Spieler kaum Möglickeiten sich Vorteile zu erarbeiten. Leider entschied sich Siegfried dafür das Zentrum mit der Brechstange zu öffnen, was sich leider als großes Nachteil herausstellte und er leider eine Qualität opfern musste. Dieses Übergewicht nutzte sein Gegner konsquent aus und konnte mit zwei Schwerfiguren den Sieg erringen. (3-3)

Durch dieses etwas glückliches Unentschieden und einem kampflosen Sieg im letzten Wettkampf erreichte unsere 3. Mannschaft im Aufstiegsjahr in der Kreisliga 1 einen hervorragenden 3. Platz mit einem 9-5 positiven Punkteergebnis. 

Hier können wir sehr stolz auf unsere 3. Mannschaft und ihre Spieler sein.