Dritte Mannschaft holt knappen Sieg gegen Schwandorf

Am dritten Spieltag war die Mannschaft des SK Schwandorf III zu Gast. Auf dem Papier hatten wir ein leichtes DWZ-Plus, aber es entwickelte sich ein spannender Wettkampf bis zum Schluss.

Als erster einigte sich Svatoslav Zitek an Brett 2 (w) mit seinem Gegenspieler auf ein Remis (½-½). Beginnend mit dem Nimzowitsch-Larsen-Angriff wurden bereits früh etliche Figuren abgetauscht und man befand sich alsbald schon im Endspiel.

Der Computer wähnt hier Weiß nach 25. Lb7 Ld3+ 26. Ke1 Tc7 27. Le4 Lxe4 28. Sxe4 Sd7 (nicht Sxe4 wegen Te8#) 29. Te8+ Sf8 stellungsmäßig im Vorteil. Svatoslav zog 25. Txf5 Txc6 26. Te5 und beide Seiten waren bei ausgeglichener Stellung mit einem Remis zufrieden.

An Brett 4 eröffnete Simon Lamm (w) mit dem Londoner System und setzte seinen Gegenspieler schon früh am Königsflügel unter Druck. Er verzichtete (schon wieder) auf die Rochade und erreichte folgende schöne Angriffsstellung:

Zwar wäre die Partie nach 24. Dxe6+ gefolgt von Dd6+, Se6 und Dc7# noch schneller entschieden worden, aber auch mit 24. Sxe6 (24. … Dxh7 scheitert an Sxf8+) Tb8 25. Sc5+ Ke8 26. Dd7+ Kf8 27. Se6+ fxe6 28. De7# setzte Simon seinen Gegner nach wenigen weiteren Zügen Schachmatt und brachte uns die Führung (1½-½).

Florian Süß spielte an Brett 5 mit Schwarz ein Königsfianchetto, kam aber etwas schlechter aus der Eröffnung. Nachdem er seinen schwarzfeldrigen Fianchettoläufer und die Damen getauscht hatte, entstand eine ausgeglichenere Stellung. Einige ungenaue Züge brachten Florian wieder in Bredouille, aber glücklicherweise fand Weiß nicht immer die beste Fortsetzung. Bei ausgeglichener Stellung einigte man sich schließlich kurze Zeit später auf ein Remis (2-1).

An Brett 6 bekam es Johanna Sperber (w) mit dem Russischen Dreispringerspiel zu tun. Schwarz versuchte im Mittelspiel ein aktiveres Figurenspiel zu erhalten und opferte dafür einen Bauern.

Weiß hätte hier mit 19. c3 den Springer decken oder einfach nach e2 oder f3 in Sicherheit bringen können und einen Mehrbauern behalten. Nach Johannas 19. De4 hätte aber Schwarz das Blatt mit 19. … Dxd4 und der Springergabel auf e2 umgehend wenden können. Zum Glück spielte Schwarz 19. … Dg5 und Weiß steht eigentlich gut da, muss aber trotzdem immer noch aufpassen.

Leider fand Johanna in der Folge nicht mehr die besten Züge und so entglitt der Vorteil mehr und mehr. Schließlich stellte Johanna auch noch eine Figur ein und gab die Partie wenig später auf (2-2).

Am Spitzenbrett mit Elsbeth Horther-Schneider (s) kam die Holländische Verteidigung auf das Brett. Elsbeth kam in gedrückter Stellung aus der Eröffnung und erzielte dank ihrer Kavallerie einen Ausgleich im Mittelspiel. Weiß hatte fortan die offene d-Linie mit den Türmen besetzt und versuchte am Damenflügel zu agieren, wogegen Elsbeth mit dem Läuferpaar die Eindringfelder der weißen Türme bewachte und am Königsflügel ihre Bauern in Marsch setzte. Weiß versuchte, den schwarzen Angriff durch Abtausch der weißfeldrigen Läufer und der Damen zu entkräften, was begünstigt durch einen ungenauen schwarzen Zug auch gelang (2½-2½).

Der Computer sieht nach 33. … g3+ gefolgt von bxc5 und Te7 immer noch die schwarze Stellung im Vorteil. Elsbeth zog hier 33. …gxf3 und nach 34. gxf3 Te7 35. Ted1 Tg8 war jeglicher schwarzer Vorteil dahin und das Remis da.

Somit musste die Entscheidung an Brett 3 fallen. Siegfried Stelzer (s) entschied sich für die Sizilianische Verteidigung und konnte im Mittelspiel einen Bauern erobern. Diesen Materialvorteil konservierte er bis ins Endspiel.

Siegfried entschied sich hier für 46. … h5, wonach Weiß gezwungen ist, die Qualität zu geben und den lästigen Läufer auf c5 zu entfernen, um dem drohenden Matt durch Tf2# oder Te3# zu entgehen. Natürlich wäre laut Computer im Gewinnsinne 46. … Te3+ 47. Kg4 Txh2 noch präziser gewesen, da auch jetzt Weiß die Qualität geben muss und z.B. nach 48. Txc5 bxc5 49. f5 (um dem Matt nach h5+ und Tg3# zu entkommen) Schwarz noch größeren Vorteil bekommen hätte.

Mit dem Materialvorteil wickelte Siegfried in ein gewonnenes reines Bauernendspiel ab und so sicherte ein Mehrbauer nicht nur den Sieg in der Partie sondern entschied obendrein auch noch den Mannschaftswettkampf zu unseren Gunsten (3½-2½).

Zum letzten Wettkampftag in diesem Jahr erwarten wir die Mannschaft der Schachfreunde Neustadt/Luhe II wieder zu einem Heimspiel und können dies hoffentlich wieder erfolgreich gestalten.

Dritte Mannschaft spielt 3:3 in Oberviechtach

Am zweiten Spieltag war die dritte Mannschaft auswärts gegen Oberviechtach II gefordert. An Brett 6 spielte Florian Süß mit Schwarz eine königsindische Verteidigung gegen den Aufbau seines Gegners und kam etwas schlechter aus der Eröffnung. Nach einem Fehler seines Gegners erhielt Florian aber einen vielversprechenden Angriff. Da ein Figurenverlust unvermeidlich war um das Matt zu verhindern, gab Weiß im 25. Zug auf und brachte uns die schnelle Führung (0:1).

Maximilian Warziwoda bekam es mit Weiß am fünften Brett mit der Grünfeldindischen Verteidigung zu tun. Nach dem Abtausch vieler Figuren konnte Maximilian einen Mehrbauern verbuchen. Leider übersah er eine taktische Möglichkeit seines Gegners und verlor dabei eine Leichtfigur. Trotz verzweifelter Gegenwehr konnte Schwarz mit seiner Mehrfigur noch einen Bauern umwandeln und mit dieser drückenden Materialüberlegenheit die Partie gewinnen (1:1).

Am vierten Brett spielte Benedikt Stock mit Schwarz ebenfalls Grünfeldindisch gegen seinen Gegner. Im Mittelspiel übte Benedikt mit den Schwerfiguren auf der c-Linie und seinem starken Läufer auf g7 Druck gegen den rückständigen weißen Isolanibauern auf c3 aus und nutzte dessen Fesselung, um den weißen Läufer auf b2 zu erobern. Nachdem Weiß anschließend noch einen Bauern einzubüsen drohte, gab sein Gegner die Partie auf (1:2).

Simon Lamm spielte mit Weiß an Brett 3 das Londoner System und konnte im Mittelspiel einen starken Springer auf e5 postieren. Simon verzichtete auf eine Rochade und begann mit seinen Bauern am Königsflügel loszustürmen. Nach starkem positionellen Druck auf die schwarze Stellung wickelte Simon in bereits bemerkbarer Zeitnot in ein Doppelturmendspiel mit zwei Mehrbauern ab. Nach dem die Zeitkontrolle überstanden war und er noch einen weiteren Turm abtauschen konnte, gewann Simon noch den letzten schwarzen Bauern und führte das Endspiel mit nunmehr Turm + 3 verbundene Bauern gegen Turm gekonnt zu Ende (1:3).

Bei nunmehr komfortablem Vorsprung sollte es doch möglich sein, an den verbliebenen beiden Spitzenbrettern noch einen halben Punkt zum Gewinn des Mannschaftskampfes zu holen, zumal auch die Stellungen dies entsprechend hergegeben hätten.

An Brett 1 erhielt Elsbeth Horther-Schneider mit Weiß nach einem geschlossenen Sizilianer einen vielversprechenden Angriff auf den in der Mitte stecken gebliebenen schwarzen König. Nach 21 Zügen ergab sich folgende gewinnbringende Stellung:

Nach 22. Txf6! hätte Schwarz einpacken können, da 22. …Kxf6 23. Tf1+ zum Matt führt und Weiß bei anderen schwarzen Zügen seinen starken Angriff z.B. mit Df7 oder Lg5 spielentscheidend fortsetzen hätte können. So aber geschah 22. Ld2, was aber immer noch einen großen Vorteil für Weiß bedeutet.

Schwarz schaffte es aber, in den nächsten Zügen Material abzutauschen und mit einer Bauernwalze für ein gefährliches Gegenspiel am Damenflügel und im Zentrum zu sorgen. Leider kommt meistens ein schlechter Zug nicht allein und so stellte Elsbeth bei der Verteidigung ihre Figuren so unglücklich, dass Schwarz einen Mattangriff auf der h-Linie iniziieren konnte und Weiß das Handtuch warf (2:3).

Siegfried Stelzer spielte an Brett 2 mit Schwarz auch Grünfeldindisch und erzielte ein ausgeglichendes Mittelspiel. Nach 33 Zügen eröffnete sich nach dem weißen Tc4-c6 plötzlich eine taktische Möglichkeit:

Hier ließe sich mit 33. …Ld2+ 34. Kd3 (34. Kxd2 ist wegen 34. …Txd4+ und anschliendem Txa4 schlechter) 34. …Lxf4 (droht Le5) 35. Kc3 Tc7 in ein gleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauer abwickeln. Schwarz zog aber 33. …bxa4 und musste nach dem Zwischschach 34. Lf6+ in ein Turmendspiel mit Minusbauer.

Das entstandene Endspiel ist eigentlich remis zu halten, aber die Schachgöttin Caissa meinte es an diesem Tag nicht mehr gut mit uns und so verloren wir auch diese Partie noch (3:3).

Dieses nach dem Spielverlauf doch etwas enttäuschende Unentschieden ist aber kein Beinbruch und in kürze steht bereist die nächste Runde mit einem Heimspiel gegen SK Schwandorf III auf dem Programm.

Schachclub ehrt Spieler/Mitglied des Jahres

Bei der Jahreshauptversammlung des SC Windischeschenbach am vergangenen Freitag (26.09.2025) wurde schon traditionsgemäß der Spieler oder das Mitglied des Jahres ausgezeichnet. Die Wahl fiel diesmal auf unseren allseits geschätzten Spieler der 1. Mannschaft Stephan Schmahl.

In seiner Laudatio würdigte der 1. Vorsitzende Manfred Oppel ihn als „schweizer Vielspieler“, der unzählige Stunden am Schachbrett verbringt, da er an sehr vielen Turnieren (auch erfolgreich) teilnimmt und so den SC Windischeschenbach überall würdig repräsentiert. Überdies hinaus erstellt er die ausführlichen Berichte der Mannschaftswettkämpfe auf der vereinseigenen Homepage und illustriert diese Analysen gekonnt und anschaulich.

Als Dank und Anerkennung erhielt Stephan ein kleines Präsent.

Glückwunsch!! 3x Meister!!

Schachclub hat mit drei Mannschaften jeweils den Meistertitel geholt

Am gestrigen Sonntag konnte der Schachclub Windischeschenbach ein seltenes und außergewöhnliches Ereignis feiern: gleich drei Mannschaften haben den Meistertitel errungen.

Wogegen die dritte Mannschaft in der Kreisliga II Nord bereits vorzeitig als Meister feststeht (mit noch einem ausstehenden Spieltag), haben sowohl die zweite Mannschaft in der Bezirksliga Nord als auch die erste Mannschaft in der Regionalliga Nord-Ost ihre Wettkämpfe am gestrigen letzten Spieltag gewonnen und sich jeweils den Meistertitel gesichert.

Ausführliche Berichte folgen.

Ein großer Dank gilt allen Spielern für diese herausragende Leistung sowie allen Unterstützern.

DSOL-Interview von Stefan Simmerl

Arne Kaehler von Chessbase spricht mit Stefan über unseren Verein

Im Rahmen der DSOL steht neben der Live-Kommentierung von DSOL-Partien auch die Vorstellung von teilnehmenden Vereinen im Mittelpunkt. So geschehen auch mit dem Schachclub aus Windischeschenbach, dem Ort mit dem wahrscheinlich längsten zusammengeschriebenen Ortsnamen (gem. Arne Kaehler von Chessbase), der auch gestandenen Großmeistern beim kommentieren anfangs einige Versuche abnötigte.

Das Interview wurde bereits 2 Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase gemacht und ist jetzt unter dem folgendem Link veröffentlicht und einzusehen:
https://de.chessbase.com/post/dsol-interview-stefan-simmerl-vom-sc-windischeschenbach

Herzlichen Dank an Stefan, der in seiner charmanten und unverwechselbaren Art unseren Schachclub bestens repräsentiert und vorstellt. Natürlich ist es bisher auch das längste Interview der DSOL…