Saisonauftakt der zweiten Mannschaft- 4-4 gegen Oberviechtach

Nachdem wir uns vergangene Saison knapp in der Oberpfalzliga halten konnten, war unser erneuter Gegner der SC Oberviechtach. Im April konnten wir uns hier noch mit 5-3 behaupten und damit gerade noch auf den sicheren siebten Platz der Oberpfalzliga rutschen. Bei zwei starken Aufsteigern stehen wir aber auch dieses Jahr wieder vor einem drohenden Abstiegskampf. Gerade gegen die anderen Abstiegskandidaten ist es da angebracht, wichtige Punkte zu holen.

Gegen das slawische Damengambit entschied sich Stefan Simmerl an Brett sechs für eine strategisch angelegte Nebenvariante. Nachdem er es verpasste, das Zentrum energisch zu besetzen, erzielte Schwarz problemlos Ausgleich und die Partie verflachte im weiteren Verlauf. Bei knapp werdender Bedenkzeit leistete sich Stefan eine kleine Unachtsamkeit, wonach sein Gegner in ein angenehmeres Endspiel überleiten konnte. Allerdings war dieser mit Remis zufrieden, das er durch ein taktisches Bauernopfer mit anschließendem Dauerschach erreichte. (0,5-0,5)

An Brett acht spielte Siegfried Stelzer gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Er erreichte im Mittelspiel einen angenehmen Raumvorteil und versuchte, den Druck auf die Bauernschwäche seines Gegners zu verstärken. Dabei überließ er dem Schwarzspieler die offene d-Linie. Der Versuch, die eigene Stellung durch das Vorziehen des f-Bauern zu stabilisieren, erwies sich als fatal, da Siegfrieds offener König zur Zielscheibe der schwarzen Schwerfiguren wurde. Diese konnten schließlich in die weiße Stellung eindringen und Siegfried musste sich geschlagen geben. (0,5-1,5)

Am fünften Brett eröffnete Rudolf Schöns Gegner mit dem Stonewall-Angriff. Nachdem sich der Weiße mit d4 und f4 aufbaute, suchte er den offenen Kampf und schob auch einen weiteren Bauern bis nach g5 vor. Rudolf konnte alle Drohungen verteidigen, sodass sich der Oberviechtacher zu einem Figurenopfer hinreißen ließ:

Mit 15. Lh7? versuchte Weiß die schwarze Königsstellung zu öffnen. Rudolf gab die Leichtfigur aber rechtzeitig zurück und plötzlich war es der weiße König, der offen in der Mitte stand.

Wenige Züge später war nicht mehr zu verhindern, dass die weiße Dame abhandenkommt, und Rudolf fuhr den vollen Punkt ein. (1,5-1,5)

Am vierten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit 1.b3 und erreichte eine ruhige Stellung. Nachdem sich die meisten Leichtfiguren abtauschten, blieb Bedrich ein weißfeldriger Läufer, der allerdings durch die auf den hellen Feldern festgelegten Bauern Probleme hatte, ins Spiel zu kommen. Schwarz hatte derweil leichtes Spiel gegen zwei vereinzelte Bauern und Bedrich musste sich bald von einem davon trennen. Je mehr weitere Figuren verschwanden, desto stärker wurde der Vorteil des schwarzen Springers gegenüber Bedrichs Läufer, bis im Endspiel der Verlust eines zweiten Bauern nicht mehr zu verhindern war, weshalb Bedrich sich schließlich geschlagen geben musste. (1,5-2,5)

An Brett zwei eröffnete Liliane Pavlov mit Katalanisch. Nach einem frühen Damentausch klammerte sich der Schwarze an seinen Mehrbauern, musste dafür aber Abstriche in der Figurenentwicklung machen. Liliane konnte weiter Druck auf die schwarzen Figuren aufbauen, die weiterhin Schwierigkeiten hatten, aktiv ins Spiel zu kommen. Zwar hatte Liliane Kompensation für den geopferten Bauern, nach einem Vorteil sah es trotz der weitaus aktiveren weißen Figuren dennoch nicht aus. Nach Zugwiederholung einigte man sich schließlich bei beidseitig knapp werdender Bedenkzeit auf Remis. (2-3)

Elsbeth Horther-Schneider erreichte am siebten Brett durch Zugumstellung die Französische Verteidigung. Ihr Gegner trennte sich bereits früh von beiden Läufern, sodass Elsbeth mit dem Läuferpaar einen angenehmen Vorteil hatte. Gegen die schlecht stehenden weißen Springer begann sie das Zentrum zu öffnen, als der Weißspieler eine Figur opferte:

Nach 19. Sxe5 gewinnt man durch den Doppelangriff auf König und Läufer die Figur nur scheinbar zurück, denn nach Td8 verschwindet wiederum der weiße Springer auf d2 vom Spielfeld.

Elsbeth konnte schließlich den weißen König freilegen und die Dame gewinnen, woraufhin ihr Gegner das Handtuch warf. (3-3)

Am Spitzenbrett wählte Miroslav Kalous die französische Verteidigung. Sein Gegner opferte im Mittelspiel seinen Bauern auf c4, um über die offene a-Linie in die schwarze Stellung einzudringen. Trotz der aktiveren weißen Figuren konnte Miroslav den Mehrbauern verteidigen und die meisten Figuren abtauschen. Als nur noch die Damen und jeweils ein Springer übrig waren, ergab sich schließlich eine Chance für Miroslav:

Nach 31. Se4 hätte 31. …Df4! gewinnbringenden Vorteil versprochen, da die Dame Zugang zu den wichtigen Feldern e1 und d4 bekommt, sodass der weiße König in Bedrängnis kommt. Eine letzte Ausflucht wäre 32. Sf3+ Kg6 33. Dxg7! Kxg7 34. Sh5+ mit Gabel auf Dame und König gewesen, aber auch hier hätte Schwarz durch den aktiveren König ein besseres Endspiel.

Bei knapper werdender Bedenkzeit wählte Miroslav stattdessen den sicheren 31. …Kg6 und nach Zugwiederholung einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (3,5-3,5)

Am dritten Brett verteidigte sich Johannes Denz gegen das Aufziehen des Damenbauerns mit Nimzo-Indisch. Er opferte im zwölften Zug einen Bauern und erreichte eine eigentlich leicht bessere Stellung:

Nach 12… e4 13.fxe4 hätte 13. …Sxd5 Vorteil für schwarz bedeutet. Stattdessen wählte Johannes 13. …Sxe4, der nach 14. Dxg7 zu einem Mehrbauern für Weiß führt.

Durch die gedrückte schwarze Stellung musste Johannes bald einen zweiten Bauern geben, der Weißspieler ließ allerdings zu, dass er mit seinen Türmen aber über die b-Linie aktiv werden konnte. Er gewann einen Bauern zurück und konnte die Stellung durch die aktiveren Figuren wieder zum Ausgleich bringen. Nach einem Turmtausch kämpfte er im Endspiel mit Springer gegen Läufer und einen Mehrbauern erneut um Remis, nach einem vorschnellen Bauerndurchbruch seines Gegners musste dieser jedoch seinen Läufer für zwei Bauern opfern. König und Springer konnten jeweils einen davon aufhalten, sodass mit einem Remis auch der Mannschaftskampf unentschieden endete. (4-4)

Einen guten Ausblick auf die Saison gibt es trotz des knappen 4-4 allemal: Das Ligaorakel prophezeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit maximal zwei Absteiger und gibt uns dabei eine Abstiegswahrscheinlichkeit von gerade einmal 3,4%.

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