Abstiegskampf der zweiten Mannschaft nimmt unglückliches Ende

Am vergangenen Sonntag stand für die zweite Mannschaft mit dem Auswärtsspiel beim SC Sulzbach-Rosenberg der Saisonabschluss in der Oberpfalzliga an. Gleichauf mit dem SV Oberviechtach und einen Mannschaftspunkt vor der SG Post/Süd Regensburg ging der Abstiegskampf in eine spannende letzte Runde.

Am dritten Brett (W) wählte Bedrich Prochazka die Zukertort-Eröffnung. Beide Seiten ließen sich in den ersten Zügen nichts zu Schaden kommen und so nahm Bedrich ein frühes Remisgebot seines Gegners an. (½-½)

Am sechsten Brett (S) spielte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Englische Eröffnung. Auch hier entwickelte sich eine ruhige Partie, und nachdem die Bauernstruktur weitgehend festgelegt war, einigte man sich ebenfalls auf Remis. (1-1)

Am siebten Brett (W) wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. Im Mittelspiel geriet er durch Druck auf den rückständigen d3-Bauern in die Defensive. Trotz dieser Schwäche ergab sich jedoch eine Chance zum Gegenangriff:

Nach 22. f5 hätte Weiß die Initiative übernommen. Schwarz kann den Angriff nicht ohne Materialverlust abwehren, da plötzlich alle Figuren auf den schwarzen König zielen und f6 eine gefährliche Drohung ist.

Nach 22. Sf6 opferte Manfred im weiteren Verlauf den d3-Bauern und versuchte sein Glück mit dem Läuferopfer auf h7. Schwarz konnte jedoch die Damen tauschen bevor der eigene König in Gefahr gekommen wäre und Manfred gab sich wegen des verlorenen Materials geschlagen. (1-2)

Am fünften Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Er erreichte eine sehr aktive Stellung mit guten Angriffschancen und fand auch die richtige Idee, nur leider in der falschen Zugreihenfolge:

Mit 20.f4 hätte Stefan hier den Angriff weiterführen können. Schwarz hat kein Gegenspiel und auch nach einem Damentausch hat Weiß starken Vorteil durch die aktiveren Figuren.

Nach 20. Sxb7 konnte sein Gegner aber die meisten seiner Probleme lösen und die passiven Figuren abtauschen. Als sich ein ausgeglichenes Endspiel abzeichnete, einigte man sich auch hier auf Remis. (1½-2½)

Am Spitzenbrett (W) fand sich Jindrich Novak nach einer unkonventionellen Eröffnung in einer Art Trompowsky-Angriff wieder, wo Weiß den Läufer auf g5 mit seinem h-Bauern verteidigte. Die Partie nahm einen ungewöhnlichen Verlauf, als Jindrichs König nach einem Damenschach auf e2 landete und dort zum Angriffsziel wurde. Zwar konnte Jindrich seine wichtigste Figur in Sicherheit und seinen Turm über h4 ins Spiel bringen, musste dafür aber einen Bauern hergeben, gegen den es sich im Endspiel zu verteidigen galt. Der Sulzbacher unterschätzte aber die unsichere eigene Königsstellung und plötzlich musste er selbst um Remis kämpfen:

Nach 39. Sh6 ist die Stellung für Weiß bereits gewonnen. Schwarz versuchte mit 39…f5+ ein Pattmotiv zu konstruieren, doch Jindrich wich der Falle aus und nahm den Läufer nach dem Turmopfer nicht. Im Zugzwang und bei drohendem Matt konnte er so überraschend den vollen Punkt erzielen. (2½-2½)

Am achten Brett (S) verteidigte sich Siegfried Stelzer Sizilianisch und fand sich nach Zugumstellung in einer französischen Struktur wieder. Nachdem sich die Damen tauschten besetzte Siegfried mit beiden Türmen die offene c-Linie, was seinen Gegner zur Passivität zwang. Trotz der schwarzen Aktivität war die Stellung bis ins Springerendspiel ausgeglichen, bis der Sulzbacher Spieler eine schwer zu findende Gewinnmöglichkeit nicht nutzte:

Hier hätte 45. Kb5! gewonnen. Weiß hat im Bauernrennen Zeit, Kb6 zu spielen, sodass der schwarze König entscheidend schlecht steht, dass Weiß am Ende trotz zeitgleicher Umwandlung gewinnt: Schwarz kann entweder den d- oder e-Bauern umwandeln. Nach Dd8+ ist aber entweder die Dame sofort weg oder der König muss in die e-Linie, wo nach De8+ wieder die Dame weg ist:

Glücklicherweise hat Weiß stattdessen 45. Sxc6 gespielt und das Bauernendspiel ist Remis. (3-3)

Am vierten Brett (S) spielte Rudolf Schön gegen die Reti-Eröffnung. Zu Beginn erreichte er angenehmen Vorteil und Aktivität, wählte im Mittelspiel aber eine forcierte Abwicklung, die seinem Gegner die offene a-Linie überließ:

Nach 22…Ta7 23. Lf4 schlug auf Rudolf auf a1. Am greift aber der Läufer den b6 Bauern an, sodass Weiß nach 25. Ld8 26.Lxd8 Txd8 mit Ta1 seinen Turm nach a6 bekommt.

Der Sulzbacher opferte später seinen Turm für den Springer und die beiden Bauern am Königsflügel. In eigentlich gewonnener Stellung ermöglichte er schließlich eine Zugwiederholung, mit der sich Rudolf ins Remis rettete:

47. Tf1 wiederholt die Stellung bereits zum zweiten Mal. Weiß hätte hier 48.Kf3 nebst Kg2 spielen können, um mit Sh3 seinen g-Bauern zu decken. Nach 48.Kg3 erzwingt 48… Tg1 das Remis, da auch der g-Bauer hängt und anschließend Tf1 entweder 50. f6+ forciert, sodass Schwarz die Bauern aufhalten kann, oder nach Kg3 die dreimalige Stellungswiederholung folgt. (3½-3½)

Am zweiten Brett wählte Johannes Denz die Nimzo-Indische Verteidigung. Johannes wählte im Mittelspiel einen passiven Plan und die weißen Figuren konnten aktiv werden. Glücklicherweise fand auch sein Gegner nicht die besten Züge, sodass die Bauern am Königsflügel festgelegt wurden. Gegen das Läuferpaar konnte Johannes den Damenflügel ausreichend verteidigen, in Zeitnot übersahen beide Spieler aber ein eigentlich gewinnbringendes Opfer:

40. Le2 hätte den schwarzen König freigelegt und dem h-Bauern den Weg zur Umwandlung geöffnet. Weiß wählte aber 40. Le2 als sicheren Zug vor der Zeitkontrolle und Johannes spielte 40…f6, was diese Idee aus dem Spiel nimmt.

Wenig später einigte man sich schließlich auf Remis, obwohl Weiß noch immer leicht besser stand. (4-4)

Dieses am Ende versöhnliche 4-4 hat zwar gereicht, um gleichauf mit Oberviechtach zu bleiben, die ebenfalls nur Unentschieden spielten, ein anderer Akteur nutzte aber die Gunst der Stunde: Post/Süd Regensburg gewann mit 6-2 überraschend hoch gegen ein gut aufgestelltes Burglengenfeld und verließ damit ausgerechnet am letzten Spieltag zum ersten Mal in der Saison die Abstiegsränge.

Damit hat sich das Glück im Vergleich zur vergangenen Saison gewendet: Während die erste Mannschaft nach aktuellem Stand denkbar knapp den Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft hat, konnte die zweite Mannschaft den erfolgreichen Abstiegskampf des Vorjahres nicht wiederholen und muss den Gang in die Bezirksliga antreten.

Achter Spieltag der Oberpfalzliga

In der vorletzten Etappe des Abstiegskampfes in der Oberpfalzliga war am 22. März die DJK Regensburg Nord zu Gast im Windischeschenbacher Feuerwehrhaus. Wie so oft ging es darum, wichtige Punkte zu holen, um den hauchdünnen Vorsprung der Oberviechtacher aufzuholen und die gefährdeten letzten beiden Tabellenplätze hinter sich zu lassen.

Am siebten Brett (S) verteidigte sich Svatoslav Zitek mit der Owen-Verteidigung. Beide Seiten entwickelten sich ohne Komplikationen, ehe sich das Zentrum öffnete. Bereits beim Übergang ins Mittelspiel einigte man sich im 15. Zug auf Remis. (½-½)

Am sechsten Brett (W) wählte Michael Betz gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Nach dem typischen Bauernhebel d4 wirkten die schwarzen Figuren zunächst recht passiv. Der Regensburger bekam diese aber schnell wieder flott, woraufhin die Leichtfiguren bald vom Brett verschwanden. Da alle Schwerfiguren am Brett blieben und keine Seite nennenswerte Schwächen vorzuzeigen hatte, einigte man sich auch hier auf Remis. (1-1)

Am dritten Brett (S) wählte Bedrich Prochazka die Horwitz-Verteidigung. Weiß erreichte einen angenehmen Raumvorteil, sodass Bedrichs Läuferpaar in geschlossener Stellung kaum zur Geltung kam. Nach langer Rochade sah sich unser Spieler sofort einem Bauernansturm auf seine Königsstellung ausgesetzt. Bedrich war zur Verteidigung gezwungen und musste seine Figuren passiv stellen. In komplizierter Stellung verlor er zudem die Uhr aus den Augen und musste sich wegen Zeitfall geschlagen geben. (1-2)

Am fünften Brett (S) verteidigte sich Elsbeth Horther-Schneider Indisch. Der Regensburger nutzte seinen Raumvorteil und begann einen Angriff am Königsflügel. Durch das schnelle Ziehen ihres Gegners geriet Elsbeth in Zeitnot, konnte aber die Damen tauschen und so dem Angriff den Wind aus den Segeln nehmen. Im Anschluss übersah sie aber eine starke Ressource:

Nach 30. Lh6 bringt 31. Se6 gewinnbringenden Vorteil. Weiß droht auf c5 zu nehmen und den a4-Bauern zu gewinnen. Elsbeth schlug selbst auf e6, konnte den Bauern aber wegen Sd5 nicht ohne Weiteres zurückgewinnen.

Nach einem Qualitätsopfer wehrte sich Elsbeth zwar noch einige Zeit, musste sich aber letztlich geschlagen geben. (1-3)

Am achten Brett (W) eröffnete Manfred Oppel Englisch. Nach einem fragwürdigen Zentrumsvorstoß seines Gegners kam er in deutlichen Vorteil, als sich die schwarze Königsstellung öffnete und Manfred mit seinen Figuren eindringen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle ergab sich schließlich ein Gewinnweg für Weiß:

Mit 38. g4 droht nicht nur g5 mit Matt, sondern der König hat auch einen Fluchtweg nach h4, da die Dame das Feld e1 deckt. Manfred wählte aber 38. Sf8 und nach Dd2 folgt Remis durch Dauerschach. (1½-3½)

Am zweiten Brett (W) spielte Johannes Denz die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch entstand eine typische Stellung mit isoliertem d-Bauern, mit dem er im 18. Zug sein Glück versuchte:

Nach 18. d5 Sxd5 19.Sxd5 exd5 hat Schwarz alle Drohungen pariert. Auch das folgende Te1+ bringt Weiß nicht weiter, da der König mit f6 ein Luftloch schaffen und so den Turm auf h8 ins Spiel bringen kann.

Im weiteren Verlauf versuchte Johannes, dem schwarzen Mehrbauern entgegenzuhalten, musste sich aber geschlagen geben, als immer mehr Figuren abgetauscht und so der Bauer immer stärker wurde. (1½-4½)

Am ersten Brett (S) wählte Jindrich Novak die Philidor-Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch verblieb Jindrichs König im Zentrum, wodurch die schwarze Stellung etwas gedrückt wirkte. Der Regensburger tauschte aber das meiste Material ab und die Stellung war wieder ausgeglichen. Im entstandenen Endspiel mit Springer gegen Läufer versuchte man durch lange Figurenmanöver einen Vorteil zu erreichen, was aber keiner Seite gelang. Schließlich setzte Jindrich auf einen Bauerndurchbruch und die Partie wurde noch einmal spannend:

Zwar konnte Weiß einen Bauern gewinnen, hatte aber am Ende den falschen Läufer zum Umwandlungsfeld h8. Jindrich opferte seinen Springer für den c-Bauern und die Partie endete Remis. (2-5)

Am vierten Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung, geriet aber im Mittelspiel nach einer Taktik einen Bauern in Rückstand. Der Regensburger konnte die Stellung vereinfachen, übersah aber seinerseits beim Übergang ins Turmendspiel eine Taktik:

Nach 29… b5 kann der schwarze König helfen, den Bauern auf d6 zu gewinnen und Schwarz behält die verbundenen Freibauern. Allerdings kam 29… Txd6 und Stefan hat nach 30. Txb7 gute Remischancen.

Der Regensburger blieb hartnäckig und spielte weiter auf Sieg. Im 98. Zug griff Stefan daneben, was nach einer so langen Partie durchaus verständlich ist. Bereits lange Zeit auf Inkrement spielend lief er auf die falsche Seite des Bauerns und musste sich schließlich geschlagen geben. (2-6)

Glücklicherweise kam auch der SV Oberviechtach nicht über eine 1½-6½ Niederlage hinaus und so sind wir nach dem achten Spieltag mannschafts- und brettpunktgleich, was zu einer spannenden letzten Begegnung gegen Sulzbach-Rosenberg führen wird:

Sieg der dritten Mannschaft gegen Neustadt/Luhe 2

Am vorletzten Spieltag in der Kreisliga 1 Nord war unsere Dritte am 26. 4. 2026 bei den Schachfreunden Neustadt/Luhe zu Gast. Gleichzeitig trat die erste Mannschaft der Neustädter gegen Oberviechtach 2 an. Somit kämpften alle drei Teams, die um die Meisterschaft in der Kreisliga 1 spielen in einem Raum. Um unsere Chancen zu wahren mußte unbedingt ein Sieg her. Den konnten wir auch erringen, aber Neustadt/Luhe 1 gewann gegen Oberviechtach und sicherte sich damit noch vor der letzten Runde mit drei Punkten Vorsprung die Meisterschaft.

Zunächst einigten sich am zweiten Brett Svatoslav Zitek (mit Schwarz) und sein Gegner bald auf ein Remis. In der Owen-Verteidigung konnte Weiß keinen Vorteil nachweisen und in ausgeglichener Stellung verloren die beiden „Kämpfer“ schon nach 14 Zügen die Lust am weiterspielen.

Es ging für uns nicht gut weiter, als Maximilian Warziwoda mit Schwarz an Brett 4 überhaupt nicht mit der Eröffnung zurecht kam. Sein Gegner setzte ihm aus der Wiener-Partie heraus einen Übergang zum Königsgambit vor und Maxi stand schon nach fünf Zügen deutlich schlechter. Weiß konnte bei anhaltendem Angriff den geopferten Bauern zurück gewinnen und die schwarze Stellung brach im taktischen Fahrwasser völlig zusammen, so dass im 21. Zug die Aufgabe erfolgte.

Am sechsten Brett hatte Jakob Treml seinen ersten Einsatz im Windischeschenbacher Team und holte mit den schwarzen Steinen gleich einen wichtigen Sieg. Auch Jakob bekam es mit der Wiener-Partie zu tun, wonach eine Stellung aus dem abgelehnten Königsgambit entstand. Sein Gegner spielte etwas verhalten weiter und die schwarze Stellung erwies sich bald als angenehmer. Im 21. Zug parkte Jakob einen Springer auf einem schönen Feld ein und sicherte sich damit schon einigen Vorteil. Nachdem Weiß sich einen vergifteten Bauern schnappte geriet sein König in eine sehr unangenehme Lage. Jakob konnte eine Qualität gewinnen, trieb den weißen König bis nach h5 und setzte ihn da matt.

Bei Florian Süß mit Weiß an Brett 5 kam es nach der Englischen Eröffnung zu einer Stellung mit symmetrischer Bauernstruktur bei offener e-Linie. Nach zunächst ausgeglichenem Verlauf gelang es dem Neustädter, seine Türme auf der offenen Linie zu verdoppeln, wonach schon sehr genaues Spiel nötig war um den schwarzen Vorteil wenigstens gering zu halten. Dies gelang Florian nicht, aber auch sein Gegner nutzte seine taktischen Chancen zunächst nicht. Auch wenn der Computer bei genauem Spiel nur noch minimalen Vorteil sieht, war die schwarze Stellung weiterhin angenehmer zu spielen. Im 26. Zug griff Florian dann noch einmal fehl und diesmal schlug sein Gegner erbarmungslos zu, opferte einen Springer und brachte den weißen König zur Strecke.

Am ersten Brett bekam Michel Betz (Weiß) es mit der Ragozin-Verteidigung im Damengambit zu tun und wählte dagegen ein selteneres Abspiel mit 5.Db3, das im Buch „A Cunning Opening Repertoire for White“ von Graham Burgess empfohlen wird. Michaels Erfahrungen damit waren bisher überwiegend positiv und auch diesmal erreichte er eine angenehme Position damit. Im weiteren Verlauf gelang es aber seinem Gegner die Stellung auszugleichen. In einem reinen Schwerfiguren-Endspiel unterlief dem Neustädter aber dann ein Fehler, der einen Bauern kostete. Nach einer weiteren Ungenauigkeit in schwieriger Lage konnte Michael die Damen tauschen und in ein sehr vorteilhaftes Turmendspiel abwickeln. Um seinen Turm nicht hoffnungslos passiv stellen zu müssen, ließ Schwarz ein Bauernendspiel zu, das vollkommen verloren war. Das Turmendspiel hätte Weiß noch etwas Arbeit abverlangt und selbst auf höherem Niveau wird bekanntlich nicht jedes gewonnene Turmendspiel auch gewonnen.

Somit war der Ausgleich wieder hergestellt und alles hing an der Partie von Benedikt Stock an Brett 3. Benedikt spielte mit Weiß die Abtauschvariante im klassischen Damengamit und ließ trotz kurzer Rochade einen Doppelbauern auf der f-Linie zu um Angriffschancen gegen die schwarze Rochadestellung zu erhalten. Dieses Konzept ging zunächst auch auf und die weiße Stellung war leicht vorteilhaft. Im 20-sten Zug stand Benedikt vor der Wahl mit dem f- oder dem h-Bauern auf g5 zu schlagen. Er wählte den f-Bauern, wonach der Computer nur Ausgleich sieht, während hg5 einen Vorteil bedeutet hätte. In der weiterhin verwickelten Stellung griff Benedikt dann im 22-sten Zug noch einmal daneben und steckte in erheblichen Schwierigkeiten. Vier Züge später unterlief dem Neustädter aber dann ein Fehler, der aus einem +5,5 Vorteil einen -2,4 Nachteil macht. Benedikt holte sich eine Figur für zwei Bauern und brachte diesen Vorteil mit stoischer Gelassenheit und genauem Spiel über die Zeitkontrolle im 40-sten Zug. Auch im folgenden Abschnitt ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und stellte bei wieder knapp werdender Zeit im 70-sten Zug den Gewinn und somit auch den Mannschaftssieg sicher.

Am 7. Juni haben wir dann am letzten Spieltag noch den Meister Neustadt/Luhe 1 zu Gast, während Oberviechtach das Team Weiden 2 empfängt. Im Fernduell geht es dann um Rang 2, nachdem wir mit Oberviechtach derzeit Punkt- und Brettpunktgleich sind.

Die Dritte erleidet erneut einen herben Rückschlag und rutscht auf den dritten Rang in der Tabelle ab

Am 8.3.2026 hatte unsere dritte Mannschaft die zweite Mannschaft des SC Oberviechtach zu Gast. Es war ein spannender Wettkampf zu erwarten, da auch dieses Team in der Kreisliga 1 um einen vorderen Platz mitspielt. Nominell waren unsere Aussichten nicht schlecht, wir hatten an fünf Brettern eine leicht bessere DWZ als unsere Gegner. Nur unser Nachwuchsspieler Maximilian Warziwoda hatte einen Gegner mit besserer Wertungszahl. Die Unterschiede waren insgesamt aber nicht groß und so war an allen Brettern ein völlig offener Kampf zu erwarten.

Zunächst zeigte Maximilian, der an Brett 5 Schwarz hatte, dass er kein Lückenfüller, sondern ein durchaus ernst zu nehmender Spieler ist. Sein Gegner wählte einen zurückhaltenden Aufbau in einem Dameninder bzw. Damenbauernspiel was zu einem ausgeglichenen Spiel führte. Im 14. Zug zeigten sich die Früchte von Stefans Training. Maxi zog einen angegriffenen Läufer nicht sofort zurück, sondern fand eine elegante taktische Möglichkeit, das noch zu verzögern. Auch wenn das zu keinem großen Vorteil führte, war es aber doch die Variante, die auch der Computer als stärkste betrachtet. Im 21. Zug fand er aber dann erneut einen sehr guten Zug, der zu deutlicherem Vorteil führt. In der Folge konnte Maxi dann wieder seine taktischen Fähigkeiten zeigen und eine Qualität gewinnen. Und schließlich krönte er sein Spiel mit einer weiteren, gar nicht so offensichtlichen taktischen Feinheit, die ihm eine ganze Mehrfigur plus Bauer bescherte. Die technische Verwertung dieses Vorteils ließ sich der Oberviechtacher Spieler nicht mehr zeigen und gab auf.

An Brett 6 hatte Florian Süß mit Weiß die Englische Eröffnung auf dem Brett. Sein Gegner spielte engagiert und versuchte einen Springer auf dem schwach erscheinenden Feld d3 einzupflanzen. Dies ging aber auf Kosten der Entwicklung und objektiv betrachtet hätte der Springer dort auch nicht viel ausrichten können. Florian fand aber eine noch bessere Lösung, bei der er zwar nach einem bekannten taktischen Motiv in ähnlichen Strukturen einen Bauern verlor, aber dafür mit der besseren Entwicklung seiner Figuren sehr gute Kompensation hatte. In der Folge hätte Schwarz die Damen tauschen sollen, was einen leichten Vorteil für Weiß bedeutet hätte. Nachdem die Damen aber auf dem Brett blieben, konnte Florian mit Tempo seine Entwicklung vorantreiben. Der schwarze König saß auch noch in der Mitte fest und trotz des Minusbauern zeigt der Computer im 15. Zug sehr deutlichen Vorteil (+5) für Weiß bei einer reichhaltigen Auswahl an guten Zügen an. Zunächst spielte Florian auch gut weiter, verlor dann aber den Faden und tauschte im 21. Zug die Damen, wonach der ganze Druck weg war und die Bewertung auf 0 sinkt. In der Folge kommen dann noch zwei weiter Bauern abhanden und der Oberviechtacher lässt sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Bei Rudolf Schicker mit Weiß am zweiten Brett ist die Eröffnung nicht klar zu benennen. Gegen das Fianchetto des Damenläufers spielt der Gegner seinen Läufer über e7 nach f6 und nachdem Rudi d2-d4 spielt entsteht ein Damenbauernspiel mit einer ungewöhnlichen Aufstellung von Schwarz. Auch wenn der Computer Weiß leichten Vorteil zuspricht ist der schwarze Aufbau aber kaum direkt zu widerlegen. Schwarz steht fest und die Partie verläuft ausgeglichen. Nach 20 Zügen einigen sich die Spieler auf Remis. Konkrete Ideen auf Gewinn zu spielen sind für keine Seite erkennbar. Zudem erschien die Lage an den restlichen Brettern für uns zumindest nicht ungünstig.

Dann aber nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Simon Lamm an Brett 4 spielte das Londoner System, wogegen sich der Gegner mit einem königsindischen Aufbau wehrte. Bis zum 11. Zug ergab sich keine Feindberührung und die 5. Reihe blieb komplett frei. Keine Seite konnte einen Vorteil verbuchen. Vom 21. bis zum 26. Zug gab es dann nur Schlagzüge und es wurde übersichtlicher, wobei die Lage trotzdem kompliziert war. Simon konnte einen Bauern erbeuten, aber Schwarz hatte mit dem Läuferpaar und aufgrund der etwas unkoordinierten weißen Figuren die Initiative. Im 29. Zug unterlief Simon dann ein Fehler, der Schwarz deutlichen Vorteil bescherte, der in der Folge zum Zusammenbruch der weißen Stellung führte. Simon mußte sich geschlagen geben.

Am ersten Brett folgte Michael Betz mit Schwarz einer Partie, die Elsbeth Horther-Schneider gegen den selben Gegner in der Oberpfalzliga gespielt hatte. Elsbeth war da gut aus der Eröffnung gekommen, aber Michael entdeckte in der Vorbereitung im achten Zug eine andere interessante Idee, die dann tatsächlich aufs Brett kam. Nachdem er, wie auch Elsbeth, das wilde Diemer-Gambit ablehnte ging das Spiel in die Steinitz-Verteidigung der Französischen Verteidigung über. Der Oberviechtacher spielte wie erhofft die gleiche Zugfolge und die Vorbereitung zahlte sich aus. Als Schwarz in der Folge mit einem Bauerngewinn drohte opferte Weiß lieber eine Figur gegen zwei Bauern um das Spiel zu verwickeln. Objektiv sollte die Kompensation dafür nicht reichen, aber in der Praxis erwies sich dieses Vorgehen als gute Wahl. Michael kam im weiteren Verlauf nicht so gut mit den Komlikationen klar, sah Gespenster und verfolgte an sich passable Ideen nicht konsequent genug. Als dann der Oberviechtacher einen dritten Bauern für die Figur zu gewinnen drohte und die weißen Freibauern am Damenflügel zur Gefahr werden konnten nahm Michael verunsichert das Remisangebot an.

Am dritten Brett hatte Markus Schwengler mit Schwarz einen Königsinder aufs Brett gebracht. In der Sämisch-Variante entstand ein schwerblütiger Positionskampf mit einer Bauernstruktur, die es beiden Seiten schwer machte, das Spiel zu öffnen. Markus konnte zwar einen guten Springer gegen einen schlechten Läufer verbuchen, was aber in der geschlossene Stellung nicht zu einem Vorteil reichte. Im 34. Zug fügte Markus sich ins unvermeidliche Remis.

Die unglückliche 2,5 – 3,5 Niederlage ließ Oberviechtach in der Tabelle an uns vorbeiziehen und verwies uns auf Rang 3.

Zweite Mannschaft mit Auswärtsniederlage gegen den SC Bavaria Regensburg

Zum siebten Spieltag war die zweite Mannschaft zu Gast beim SC Bavaria Regensburg. Bei diesem Großereignis wurden neben Bezirks- und Oberpfalzliga auch zwei Begegnungen in der zweiten Bundesliga ausgetragen, sodass vier Zweitligisten mit zahlreichen Titelträgern anwesend waren.

Während die erste Mannschaft von Bavaria Regensburg mit einem 4:4 schließlich den Klassenerhalt in der zweiten Liga sichern konnte, war für uns kein punktereicher Wettkampf zu erwarten. Zwar mussten sowohl wir als auch die zweite Mannschaft von Bavaria auf den vorderen Brettern auf einige starke Spieler verzichten, dennoch waren wir mit durchschnittlich über 90 DWZ-Punkten weniger klarer Außenseiter in der Begegnung.

Am zweiten Brett (S) verteidigte sich Bedrich Prochazka französisch. Der Regensburger Spieler fianchettierte seinen Läufer nach g2, wodurch eine königsindische Struktur entstand. Die Stellung bliebbis zum 15. Zug ausgeglichen, als Bedrich versuchte, einen Springer von h4 mittels dem Bauernvorstoß g5 zu vertreiben. Durch diesen Zug wurde die schwarze Königsstellung geschwächt und Weiß erhielt starkes Spiel mit dem typischen Bauernhebel f4:

Während Weiß für sein Läuferpaar die Stellung öffnen kann, ist der schwarze Läufer hinter seinen Bauern eingesperrt und auch der König wird in Kürze Probleme bekommen.

Bedrich versuchte mit f6 seine Bauern zu decken, öffnete damit aber dem weißen Läufer über h3 einen Weg in seine Stellung:

Nach 26. Le6 ist die schwarze Stellung gelähmt. Bedrich opferte mit Td6 und Txe6 die Qualität, nach einem Damentausch war aber auch hier nichts zu holen und Bedrich musste sich geschlagen geben. (0-1)

Siegfried Stelzer spielte am achten Brett (S) gegen das Londoner System. Nach einigen ungewöhnlichen Zügen seines Gegners erreichte er bereits früh eine bessere Stellung mit einem starken Zentrum. Der Regensburger spielte unbedarft weiter und verlor später die Qualität. In der folgenden Abwicklung wählte er jedoch eine unglückliche Fortsetzung, wodurch Siegfried stattdessen eine Leichtfigur gewinnen konnte und Weiß gab sich geschlagen. (1-1)

Svatoslav Zitek wählte am sechsten Brett (S) die Owen-Verteidigung mit 1. …b6. Auch hier erreichte Schwarz früh einen leichten Vorteil, doch im Mittelspiel glich sich die Stellung schnell wieder aus, nachdem die meisten Figuren vom Brett verschwanden. Der Regensburger Spieler ließ schließlich die Chance ungenutzt, durch ein Figurenopfer einen Bauern zu gewinnen, und kurz darauf einigte man sich auf Remis. (1½-1½)

Am fünften Brett (W) wählte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Sizilianische Verteidigung den Grand-Prix-Angriff. Als sich das Zentrum öffnete, konnte Schwarz zwei Bauern gewinnen, ließ im Gegenzug aber mit dem Bauerndurchbruch f5 starkes Spiel für Weiß zu. Elsbeth nutzte diese Gelegenheit leider nicht, woraufhin der Regensburger Material tauschen konnte. Ohne Gegenspiel zwangen die schwarzen Mehrbauern unsere Spielerin zu einer ungünstigen Abwicklung und Elsbeth musste sich geschlagen geben. (1½-2½)

Johannes Denz eröffnete am ersten Brett (W) mit dem Königsbauern. Gegen die Caro-Kann-Verteidigung mit 3…c5 entwickelte sich nach dem Abtausch der c-Bauern ein Kampf um den Bauern d4. Die Partie blieb lange Zeit ausgeglichen, bis Johannes den falschen Plan verfolgte. Neben a5 versuchte er, mit einem Durchbruch des b-Bauerns am Damenflügel die Initiative zu übernehmen. Als jedoch klar wurde, dass diese Idee so nicht umzusetzen war, griff er daneben:

Mit 21. Ld2 versuchte er, seinen b-Bauern dennoch anzuschieben. Dies lässt aber Scxd4 zu und der Verlust des wichtigen Bauerns führte in der Partie schließlich zur Niederlage. (1½-3½)

Am dritten Brett (W) spielte Rudolf Schön gegen die französische Verteidigung. Schwarz konnte seine Eröffnungsprobleme früh lösen und einen starken Springer auf b3 etablieren. Als Folge war die weiße Stellung sehr gedrückt und Rudolf hatte Probleme, seine Figuren zu aktivieren. Schließlich opferte er einen Bauern, um einen der starken schwarzen Springer abzutauschen. Doch auch das brachte keine Entlastung und bei drohendem Materialverlust gab er sich geschlagen. (1½-4½)

Manfred Oppel wählte am siebten Brett (W) die Englische Eröffnung. Nach einer unkonventionellen Eröffnungsbehandlung des Regensburgers konnte dieser zwar viel Raum gewinnen, musste jedoch mit seinem König im Zentrum bleiben. Obwohl die schwarze Stellung sehr wackelig aussah, erwies sie sich als sicher und Manfred fand keinen Weg in die schwarze Stellung. Als sich im Mittelspiel das meiste Material abtauschte und die Stellung weiterhin geschlossen blieb, einigte man sich auf Remis. (2-5)

Am vierten Brett (S) verteidigte sich Stefan Simmerl mit der Winawer Variante der französischen Verteidigung. Er erreichte eine angenehme Stellung mit seinem König auf f8, verpasste aber dann, das weiße Gegenspiel am Königsflügel mit h5 zu unterbinden. Nach h6 hatte der Regensburger Spieler weiter Angriffschancen, die schließlich zu einer gedrückten schwarzen Stellung führten. Aber auch der Weiße ließ in der Zeitnotphase einige Möglichkeiten ungenutzt, sodass Stefan mit einem Dauerschach das Remis hätte sichern können:

Nach 68. Ke4 gibt es zwei Schachs: Df5 und Dg6. Dg6 hält Remis, da die Dame auf der offenen g-Linie bleibt und von hinten weiter den König attackieren kann. Stefan wählte bei knapper werdender Bedenkzeit aber Df5 und Weiß kann wenig später die Damen tauschen. Der König ist schnell genug bei den schwarzen Freibauern und das Endspiel damit leider verloren. (2-6)

Damit stand mit 2-6 wie erwartet eine deutliche Niederlage zu Buche. Zwar musste sich auch SG Post/Süd Regensburg 2 in ihrer Begegnung geschlagen geben, aber der SV Oberviechtach, der spielerisch eigentlich mit 3-5 dem SC Sulzbach-Rosenberg unterlag, gewann diese Begegnung durch die Verspätung eines Sulzbacher Spielers mit 5-3 und überholte uns damit hauchdünn mit einem halben Brettpunkt. Die letzten beiden Spieltage gegen die DJK Regensburg Nord am 22.03 und Sulzbach-Rosenberg am 26.04 bringen uns damit in Zugzwang: Es gilt zu punkten, um den Abstieg noch abzuwenden.

Dritte Mannschaft mit schwacher Vorstellung in Weiden

Am 22.2.2026 trat unsere Dritte in der Kreisliga 1 zum Auswärtspiel gegen die zweite Mannschaft des SK Weiden 07 an. Nachdem in der Runde zuvor Neustadt/Luhe die Stammspieler 1-6 aufgeboten hatte überraschten uns diesmal die Weidener, die keinen der auf 1-6 gesetzten Spieler in der Aufstellung hatten. Zudem waren die Personalprobleme so groß, dass auch noch Brett 6 unbesetzt blieb. Bitter für Florian Süß, der extra aus Augsburg angereist war, aber beruhigend für uns, schon mal mit einer Führung in das Match gehen zu können.

Zunächst entwickelten sich die Partien ganz passabel für uns, aber am Ende sollte es nur zu einem bitteren Unentschieden reichen.

An Brett 5 konnte unser Nachwuchsspieler Maximilian Warziwoda mit Weiß schon aus der Eröffnung heraus eine gute Stellung erreichen, nachdem ihm sein Gegner in einer Damenbauerneröffnung unter Tempoverlust das Zentrum überlassen hatte. Die schwarze Stellung war zwar passiv, aber doch auch relativ fest. Im 17. Zug verpasste der Weidener die Damen zu tauschen, was zu einer ausgeglichenen Stellung geführt hätte. Aber Maxi griff auch daneben und öffnete mit einem unglücklichen Abtausch eine Linie gegen seinen König. Diese Chance nutzte der Gegner zu einem taktischen Schlag, der zu einem Bauerngewinn und deutlichen Vorteil führte. In der Folge spielte der Weidener nicht energisch genug und das Spiel war im 30. Zug wieder im Gleichgewicht. Dann entstand ein Endspiel, in dem der Gegner drei Bauern für einen Springer hatte. Zu unserem Glück fand er aber nicht die besten Züge und Maxi konnte schließlich alle drei Bauern unschädlich machen und den halben Punkt sichern.

Am ersten Brett hatte es Michael Betz mit einem Mannschaftskameraden aus Detag-Weiden-Zeiten zu tun, der ihm schon mehrfach mit seiner eher unkonventionellen Spielweise Probleme bereitet hatte. Michael ließ es mit Weiß ruhig angehen und konnte einen leichten Vorteil verwalten, nachdem Schwarz in einer zunächst symmetrischen englischen Vierspringer-Variante einen unüblichen Springertausch spielte und eine Igel-Struktur anstrebte. Die schwarze Stellung war passiv, aber fest. Nachdem die typischen Gegenschläge d6-d5 und b6-b5 zuverlässig verhindert waren startete Michael eine Aktion am Königsflügel um Chancen zu bekommen, auf Gewinn zu spielen. Weiß konnte schließlich einen starken Springer gegen einen schlechten Läufer sowie einen Freibauern auf der h-Linie verbuchen. Dieser Freibauer war allerdings nicht wirklich voran zu bringen und konnte auch zu einer Schwäche werden. Somit war Michael bei zunehmend knapperer Zeit zu sehr damit beschäftigt und übersah eine Wendung, durch die Schwarz am Damenflügel doch den Vorstoß b6-b5 durchsetzen konnte. So wurde der schlechte Läufer plötzlich stark und die schwarzen Türme sorgten auf der jetzt offenen c-Linie für Gegenspiel. Zu allem Überfluß wollte Michael dann eine unangenehme Variante vermeiden, die mit genauem Spiel aber haltbar gewesen wäre und im schlimmsten Fall in einem schlechten Turmendspiel mit Minusbauer noch Rettungschancen geboten hätte. Die gewählte Alternative beendete die Partie aber sofort, weil Schwarz nicht das erwartete Schach gab, sondern den weißen König abschnitt und Matt im nächsten Zug nicht mehr zu verhindern war.

Siegfried Stelzer an Brett 2 hatte es mit Schwarz mit dem Londoner-System zu tun und tauschte früh seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen den Kollegen auf g3, was dem weißen Turm die h-Linie öffnet. Zu dem Zeitpunkt hatte aber auch Siegfried noch nicht rochiert, so dass dies noch kein Unglück war. Später verwarf er aber die ursprünglich geplante lange Rochade und brachte seinen König doch auf dem Königsflügel in (Un)Sicherheit. Nach einem Abtausch im 15. Zug nahm er aber mit dem Springer (Nach Zurückschlagen mit der Dame hätte diese zum Königsflügel gebracht werden können, wo sie bei der Verteidigung wichtig gewesen wäre) zurück und der weiße Angriff auf der h-Linie sorgte schon für arge Probleme. Letztendlich landete Siegfried in einem sehr schlechten Doppelturmendspiel, in dem Weiß zwei Bauern einsacken konnte. Diesen Vorteil verwertete der routinierte Weidener sehr sicher.

So war also aus der kampflosen 1-0 Führung schon ein 1,5-2,5 Rückstand geworden und für einen Mannschaftserfolg wären zwei Punkte aus den verbleibenden Partien nötig gewesen.

Am dritten Brett hatte Simon Lamm mit Weiß auch auf das Londoner System gesetzt und eine angenehme Stellung erreicht. Im 14. Zug wurde die Lage für menschliche Betrachter unklar, als Simon kurz rochierte obwohl sich gefährlich wirkende gegnerische Figuren dort aufhielten. Ob berechnet oder intuitiv gespielt, es war jedenfalls die korrekte Entscheidung, die der Computer sehr gut findet. In der Folge kann Simon einen Läufer gegen zwei Bauern gewinnen und seine aufgerissene Königsstellung verteidigen. In der Folge lässt er bei knapper Bedenkzeit nichts anbrennen und sorgt mit der einzigen souveränen Leistung dieses Tages wieder für den Ausgleich.

Mannschaftsführer Christian Kraus spielte an Brett 4 mit Schwarz die Russische Verteidigung, die sein Gegner aber sehr zurückhaltend anging. Weiß baute sich wie sonst Schwarz in der Philidor-Verteidigung auf. Die Idee, einen Aufbau, den sonst Schwarz spielt, mit Weiß und einem Tempo mehr zu spielen, ist nicht unüblich, führt aber auch nicht zwingend zu einem Vorteil. Christian setzte jedenfalls aktiv fort und Weiß vergaß, seinen Bauern auf e4 ausreichend zu überdecken, als dieser zweimal angegriffen war. So konnte unser Spieler schon früh einen Mehrbauern verbuchen und auch gleich noch die Damen tauschen. Der Computer sieht eine gewisse Kompensation und der Vorteil ist objektiv nicht ganz so groß, wie gedacht. Nach Verwicklungen entstand ein Doppelturmendspiel mit nach wie vor einem Mehrbauern und leichtem Vorteil für Schwarz. Langsam zeichnete sich aber ab, dass der Vorteil nicht einfach zu verwerten sein würde. Der schwarze König hatte kein gutes Versteck, weshalb die Türme nicht richtig aktiv werden konnten. Schließlich konnte Weiß seinen Bauern zurück erobern und dabei ein Turmpaar tauschen. Bei symmetrischer Bauernstellung an einem Flügel war der friedliche Ausgang der Partie im 69. Zug die logische Folge.

Leider konnten wir unsere Chance nicht nutzen und mussten somit die Tabellenführung an die Schachfreunde Neustadt/Luhe abgeben, die uns nach einem 4-2 Erfolg über ihre zweite Mannschaft einen halben Brettpunkt voraus sind.

Oberviechtach kam gegen Schwandorf auch nicht über ein Unentschieden hinaus und bleibt so mit einem Mannschaftspunkt weniger hinter uns auf Rang 3. 

Wichtiger Sieg im Abstiegskampf der zweiten Mannschaft

Nach der deutlichen Auswärtsniederlage gegen den SK Kelheim rutschten wir auf den achten Tabellenplatz ab, sodass am sechsten Spieltag gegen den tabellenvorletzten SG Post/Süd Regensburg eine wichtige Begegnung für den Klassenerhalt der zweiten Mannschaft bevorstand.

Am dritten Brett (S) wählte Johannes Denz die sizilianische Verteidigung. Die Partie war nur von kurzer Dauer und man einigte sich bereits nach wenigen Zügen auf Remis. (½-½)

Stefan Simmerl eröffnete am sechsten Brett (W) mit dem Colle-System. Beide Seiten beendeten ihre Entwicklung und erreichten eine ausgeglichene Stellung, ehe sich auch hier auf Remis geeinigt wurde. (1-1)

Bedrich Prochazka eröffnete am vierten Brett (W) mit dem Königsbauern und sein Gegner verteidigte sich französisch. In der Abtauschvariante wiederholte Schwarz in gleicher Stellung lange Zeit die weißen Züge, bevor Bedrich mit einem Bauernhebel das Zentrum öffnete. Hier verlief sich der Regensburger Spieler in einer Taktik und musste fortan mit einem Minusbauern weiterspielen:

Nach 19. …f6 gewinnt Bedrich mit 20. Sxg6 einen Bauern. Zwar kontrollierte Schwarz nach dem Tausch der Türme auf der e-Linie die offene Linie, doch der Schein trog:
Nachdem der scheinbar aktivere Turm sich am b2-Bauern bediente, fand Bedrich den starken Zug 24. Te1!, der die Partie bereits entscheidet. Um die schwache Grundreihe zu decken, spielte der Regensburger noch 24. …Se7, gab sich aber nach 25. De8+ mit weiterem Materialverlust geschlagen. (2-1)

Elsbeth Horther-Schneider wählte an Brett sieben (S) die Holländische Verteidigung. Während Elsbeth neben ihrem frühen f5 auch g5 spielte, um ihren Angriff auf den weißen König vorzubereiten, konnte der Weiße durch Bauernvorstöße am Damenflügel Raum gewinnen und dort Druck aufbauen. Zwar räumt der Computer dem Weißen durch die gedrückte schwarze Stellung einen Vorteil ein, aus spielerischer Sicht war durch den anstehenden Königsangriff der Ausgang aber ungewiss. So einigte man sich wenig später auf Remis, bevor die Partie in die eine oder die andere Richtung kippen konnte. (2½-1½)

Am zweiten Brett (W) eröffnete Jindrich Novak mit dem Londoner System. Bereits früh wich die Partie von bekannten Theoriepfaden ab, als Jindrich seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen den Springer auf b8 abtauschte. Die entstandene Stellung erinnerte mehr an ein Stonewall-System:

Beide Parteien konnten einen starken Springer auf d5 beziehungsweise d4 etablieren. Jindrich wählte hier den Bauernhebel b4, um Spiel am Damenflügel zu schaffen. Nachdem beide Springer im Zentrum abgetauscht wurden, entstand eine Stellung mit eigentlich starker schwarzer Initiative:
Der weiße Springer auf c4 ist deplatziert. Statt mit 20. …Tf-c8 einen Bauern zu gewinnen, entschied sich der Regensburger für 20. …Lb5. Jindrich opferte die Qualität mit 21. Sd6 und nach einem überfrühten Bauernhebel kippte die vorher ausgeglichene Stellung zu unseren Gunsten:
Durch das Vorziehen des schwarzen Bauerns nach a5 war der Weg frei für die weißen Bauern. Auch das Zurückgeben der Qualität war nicht ausreichend und der c- und d-Bauer drohten umzuwandeln. Schwarz ließ sich das nicht mehr zeigen und gab sich im 27. Zug geschlagen. (3½-1½)

Am fünften Brett (S) verteidigte sich Rudolf Schön sizilianisch. Sein Gegner wählte den Rossolimo-Angriff und konnte in der Eröffnung einen angenehmen Raumvorteil erreichen. Rudolf konnte im Mittelspiel das weiße Zentrum mit einem Bauernhebel aufbrechen, woraufhin der Regensburger ein taktisches Opfer übersah:

Nach 19. Se4 opferte Rudolf mit 19. …Txf3. Der Turm kann nicht zurückgeschlagen werden, da ein schwarzer Springer nach f4 gelangt und der Bauer auf h3 nicht mehr gedeckt werden kann.

Nach 20. De2 übersah Rudolf aber, dass er seinen Turm nach f5 zurückspielen kann. Stattdessen gab er seinen Turm für den Läufer auf e3 und konnte einen starken Springer auf f4 etablieren. Rudolf opferte später erneut eine Figur auf h3, trotz der besseren Stellung war der Gewinnweg aber nicht leicht zu finden. Im Mannschaftssinne nahm er schließlich das Remisgebot seines Gegners an, da Rudolf Schickers Partie zu diesem Zeitpunkt schon klar auf Gewinn stand. (4-2)

Rudolf Schicker wählte am achten Brett (W) die Réti-Eröffnung. Sein Gegner musste bereits in der Eröffnung einige Zugeständnisse machen und seine Figuren standen als Folge nicht optimal. Bei einem vermeintlichen Befreiungsschlag übersah der junge Regensburger einen weißen Läufer auf f1 und verlor eine Figur. Ohne Kompensation war die Partie nicht mehr zu retten und Rudolf entschied trotz langer Gegenwehr den Mannschaftskampf schließlich für uns. (5-2)

Am ersten Brett (S) spielte Liliane Pavlov gegen die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Der Regensburger Spieler erreichte einen Raumvorteil und konnte so seine Leichtfiguren besser aktivieren. Liliane musste derweil einige Züge investieren, um ihre eigenen Läufer zu entwickeln, sodass der Weiße Zeit hatte, mit einem gedeckten Turm das Feld d6 zu besetzen. Dieser ließ sich trotz drohenden Qualitätsgewinns nicht vertreiben, da ansonsten die schwarzen Felder um den König zu sehr geschwächt wären:

Mit 23. …Ld7 versuchte Liliane ihre Stellung zu entlasten und selbst Druck auf den Turm d6 und den Bauern c3 aufzubauen. Weiß antwortete 24. Lg5 und erzwang damit 24. …Lxd6.

Weiß wählte hier zwar den schwächeren 25. exd6, stand damit aber immer noch auf Gewinn, da der Läufer nach f6 gelangte und der schwarze König dadurch zunehmend in Bedrängnis geriet. Das Matt war ohne großen Materialverlust nicht mehr zu verhindern und Liliane musste sich geschlagen geben. (5-3)

Trotz des wichtigen Siegs gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf hatten in den übrigen Begegnungen zumeist die Favoriten das Nachsehen, sodass wir uns nach wie vor in Abstiegsgefahr befinden:

Hoher Sieg für die Dritte gegen Neustadt/Luhe 2

Am dritten Adventsonntag hatte unsere dritte Mannschaft das B-Team der Schachfreunde Neustadt/Luhe zu Gast. Die Neustädter hatten an diesem Spieltag einige Ausfälle zu beklagen und konnten nicht in Bestbesetzung antreten.

Am sechsten Brett setzte Florian Süß mit den Weiß gewohnt flott seine Züge aufs Brett, was seinen unerfahrenen jungen Gegner dazu verführte ebenso schnell zu spielen. Florian konnte schon bald eine Qualität gewinnen und seinen Vorteil weiter ausbauen, so dass wir rasch in Führung lagen.

Auch an Brett 4 bei Markus Schwengler war der junge Nachwuchsspieler der Gäste mit den schwarzen Steinen schnell in Bedrängnis geraten. Markus konnte schon im 22sten Zug den schwarzen König zur Strecke bringen.

Michael Betz am zweiten Brett konnte gegen den g6-Lg7-Aufbau seines Gegners eine schöne aktive Stellung erreichen. Durch weitere Ungenauigkeiten geriet Schwarz immer mehr in Bedrängnis und konnte dem Druck der aktiven weißen Figuren nicht mehr standhalten. Somit hatten wir schon nach zwei Stunden Spielzeit alle drei Weißpartien gewonnen.

Rudolf Schicker an Drei konnte aus der Eröffnung heraus bequem ausgleichen. Nachdem der Neustädter mit einem isolierten Damenbauern nicht energisch genug spielte, konnte Rudi Druck aufbauen und drei weiße Bauern gewinnen. Das entstandene Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für den Gegner nicht zu halten.

Mannschaftsführer Christian Kraus kam an Brett 5 gegen den weißen Damenbauern-Torre-Aufbau gut aus der Eröffnung und konnte schon bald die Initiative übernehmen. Nachdem Christian zwei Bauern erobert hatte ließ er seinem Gegner in einem Springerendspiel keine Chance, so dass dieser den Widerstand einstellte.

Am Spitzenbrett hatte sich Elsbeth Horther-Schneider mit Schwarz einen isolierten Damenbauern verpassen lassen, wobei sie diesen Stellungstyp gut kennt und gerne spielt. Die Stellung entwickelte sich günstig. Elsbeth gewann einen Bauern und hatte deutlichen Vorteil. Für einen weiteren Bauern und einen Turm gab sie später zwei Springer, was dem Computer nicht gefällt. Die schwarze Stellung war aber trotzdem angenehmer zu spielen und so lehnte Elsbeth zunächst ein Remisangebot ab. Letztendlich konnte der Neustädter sich aber ausreichend verteidigen und man einigte sich doch auf Remis.

Insgesamt ein verdienter Erfolg für unser Team, wenn auch in dieser Höhe den personellen Problemen der Gäste geschuldet. Wir gehen als Tabellenführer ins neue Jahr und das ist nicht das schlechteste Gefühl.

Zweite Mannschaft unterliegt deutlich gegen Tabellenführer

Nachdem die zweite Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld die erste Saisonniederlage hinnehmen  musste, begrüßten wir am vierten Spieltag mit dem SC Bad Kötzting einen weiteren Gast zum Heimspiel. Gegen den Vorjahresmeister gingen wir als klarer Außenseiter in die Begegnung, was sich auch im knapp 100 DWZ-Punkte tieferem Spielstärkeniveau aufzeigte. Trotzdem verkauften wir uns verhältnismäßig schwach, und während uns im Vorjahr mit einer knappen 3,5-4,5 Niederlage fast eine Überraschung gelang, fiel das Ergebnis diesmal deutlich klarer aus.

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novak mit dem Damenbauern und sein Gegner wählte einen Aufbau mit beidseitigem Läufer-Fianchetto. Nach Abschluss der Eröffnung konzentrierten sich beide Spieler zunächst auf den Damenflügel. Nach einigen Bauernvorstößen waren diese schließlich festgelegt, Schwarz konnte sich allerdings einen angenehmen Raumvorteil sichern. Jindrich verlagerte seinen Fokus daraufhin auf den Königsflügel, ließ im weiteren Verlauf aber eine entscheidende Schwächung zu:

Nach 15. dxe5 erhält Schwarz gewinnbringenden Vorteil, da 15… Sxf4 16. exf4 d5! die schwarzen Figuren aktiviert und einen gefährlichen Freibauern schafft.

Diesen Vorteil verwertete der Bad Kötztinger Spieler, indem er später mit seinem Turm, gedeckt von dem Freibauern auf d3, auf e2 eindringen konnte. Die Drohung Dxf2 war ohne Materialverlust nicht mehr zu verhindern, sodass sich Jindrich geschlagen gab.
(0-1)

Stefan Simmerl verteidigte sich am fünften Brett gegen die Englische Eröffnung mit Königsindisch. Beide Seiten versuchten die am Königsflügel fianchettierten Läufer abzutauschen, Stefan verpasste es jedoch, mit dem typischen Befreiungsschlag f5 die Stellung zu öffnen und so die eigenen Figuren zu aktiveren. Der Weiße hielt sich glücklicherweise an seinen Plan und tauschte den Stefans schwachen Läufer auf g7 ab, wonach die Stellung wieder ausgeglichen war. Nach weiterem Materialabtausch einigte man sich auf Remis. (0,5-1,5)

Am dritten Brett spielte Johannes Denz gegen den Trompowsky-Angriff. Die Stellung blieb lange ausgeglichen, doch der Weißspieler konnte schließlich Schwächen am Damenflügel provozieren. Zwar waren auch die weißen Bauern am Königsflügel schwach, für die schwarzen Figuren aber nicht zu erreichen.

Johannes wählte hier 17… Tac8, um seinen rückständigen Bauern zu decken und gleichzeitig die Schwerfigur aus der Diagonale des weißen Läufers zu entfernen. Der Bauernhebel a4 verschaffte dem Weißen aber partieentscheidende Initiative.

Der Bad Kötztinger konnte im weiteren Verlauf einen Freibauern bilden und ins Turmendspiel abwickeln. Der weiße a-Bauern gelang nach a7 und Johannes geriet schließlich in Zugzwang:

Weiß kann hier den schwarzen König am Eindringen hindern. Die schwarze Bauernmehrheit am Königsflügel ist ebenfalls bedeutungslos, da kein Durchbruch möglich ist. Es bleibt nur, den weißen Freibauern zu gewinnen, aber der weiße König kann währenddessen den b-Bauern gewinnen und das Bauernendspiel ist verloren. (0,5-2,5)

Simon Lamm eröffnete am achten Brett mit dem Londoner System. In der Eröffnung ließ er sich zu einem Figurenopfer verleiten, das jedoch nicht die gehoffte Wirkung zeigte:

Nach 11. Lxc4 kann Schwarz mit dem Bauern statt mit dem Springer zurücknehmen und Weiß bekommt lediglich zwei Bauern für die Figur. Dieser Materialverlust war spielentscheidend und obwohl Simon noch einige Zeit dagegenhielt, musste er sich schließlich geschlagen geben. (0,5-3,5)

Siegfried Stelzer wählte am siebten Brett die Sizilianische Verteidigung. Beide Seiten lenkten die Partie in ruhigere Bahnen und so tauschten sich im Mittelspiel einige Figuren ab. Die Stellung verflachte zunehmend und als abzusehen war, dass sich bei gleichem Material für beide Seiten kein Gewinnversuch mehr möglich sein würde, einigte man sich auf Remis. (1-4)

Am sechsten Brett eröffnete Manfred Oppel mit der Englischen Eröffnung. Nach frühem Abtausch beider Springerpaare konnte Schwarz Schwächen in der weißen Stellung provozieren und zunehmend Druck aufbauen. Als Folge waren die weißen Figuren beschäftigt, sodass der Bad Kötztinger Spieler die a-Linie öffnen und mit seinen Schwerfiguren eindringen konnte. Wenig später musste sich Manfred wegen seiner schwachen Königsstellung geschlagen geben. (1-5)

Rudolf Schön wählte am vierten Brett gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Als er schließlich d4 durchsetzte, konnte Schwarz über die nun halboffene c-Linie Druck machen. Vor allem die schwarzen Läufer entfalteten im weiteren Verlauf ihre volle Wirkung, während Rudolfs Leichtfiguren nur schwer ins Spiel fanden. Dadurch bekam er Probleme bei der Verteidigung seines Königs und musste sich nach Materialverlust geschlagen geben. (1-6)

Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov die Sizilianische Verteidigung. Sie opferte einen Bauern, die dadurch gewonnene Initiative verflachte aber wenig später. Daraufhin übernahm Weiß die Kontrolle über die Partie und sicherte sich ein starkes Zentrum und Raumvorteil. Liliane musste einen weiteren Bauern geben und geriet schon bald darauf in Zeitnot. Trotzdem konnte sie lange Zeit dagegenhalten und sogar eine Qualität gewinnen, gegen die beiden Mehrbauern blieb sie aber weiter in der Defensive. Als die Partie schließlich ins Endspiel überging, konnte Lilianes Turm gegen den Läufer und die Mehrbauern nicht standhalten und sie musste sich schließlich geschlagen geben. (1-7)

Knappe Niederlage der zweiten Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld

Nach dem 5-3 Auswärtserfolg gegen den SK Weiden 07 begrüßte unsere zweite Mannschaft am dritten Spieltag den ASV Burglengenfeld zum Heimspiel. Während beide Mannschaften in der letzten Saison im Abstiegskampf steckten, belegten sie nach zwei Spielen nun die Tabellenplätze drei und vier.

Am sechsten Brett baute sich Stefan Simmerl gegen die Damenindische Verteidigung gewohnt solide auf. Als sich im Mittelspiel das Zentrum schließlich öffnete, wurden die meisten Figuren abgetauscht. Beide Seiten ließen sich in dieser Abwicklung keine Schwäche provozieren und die Partie endete wenig später in einem leistungsgerechten Unentschieden. (0,5-0,5)

Michael Betz wählte am siebten Brett gegen das Londoner System eine scharfe Nebenvariante und setzte nach frühem Damentausch seine Bauern am Damenflügel in Bewegung. Er erreichte eine angenehme Stellung, unterschätzte jedoch die aktiven Möglichkeiten des Weißen Dessen Figuren wurden zunehmend gefährlich, während Michael Probleme hatte, seine Entwicklung abzuschließen. Bei knapper werdender Bedenkzeit seines Gegners fand dieser nicht die genauesten Züge, sodass Michael wieder ausgleichen konnte:

Nach 24…Txa5 ist die Stellung wieder im Gleichgewicht, da Schwarz nach 25. Txb7 mit Le8 ausreichend Gegenspiel erhält.

Weiß tauschte daraufhin ein Turmpaar ab und ließ sich dennoch zu dem vergifteten b7 Bauern hinreißen. Michael drang mit seinem Turm in die weiße Stellung ein und als der Burglengenfelder auch noch einen Angriff auf seine Figur übersah, gab er sich geschlagen. (1,5-1,5)

Am achten Brett wählte Rudolf Schicker die Englische Eröffnung und erreichte schnell einen angenehmen Raumvorteil, während der Burglengenfelder Spieler Probleme hatte, bei gedrückter Stellung seine Figuren zu entwickeln.

Im 12. Zug hätte Rudolf mit e4 seinen Vorteil weiter ausbauen können. Da die weißen Zentrumsbauern aber sehr schwach erschienen, wählte Rudolf den soliden Zug 12. Dc2.

Im weiteren Verlauf verflachte die Partie und der Schwarze konnte seine Eröffnungsprobleme lösen. Einige Züge später einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (2-1)

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novák mit dem Londoner System und gewann bereits früh eine Qualität. Nach dem Damentausch kam der weiße Materialvorteil gegen das schwarze Läuferpaar und einen gedeckten Freibauern aber kaum zur Geltung. Zwar musste Jindrich nach einer Unachtsamkeit die Qualität später wieder zurückgeben, doch auch im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für keine Seite ein Vorteil zu erreichen. (2,5-1,5)

Am Spitzenbrett tauschte Liliane Pavlov gegen die Englische Eröffnung bereits im zehnten Zug die Damen. Im entstandenen Endspiel übten die weißen Leichtfiguren unangenehmen Druck auf die schwarzen Bauern aus, sodass Liliane einen rückständigen d-Bauern hinnehmen musste. Der Burglengenfelder blockierte diesen und gewann ihn schließlich auch. Im Endspiel mit Läufer gegen Springer war Liliane gegen den Mehrbauern chancenlos und musste sich schließlich geschlagen geben. (2,5-2,5)

Am vierten Brett eröffnete Bedrich Procházka mit dem Colle-System. Er sicherte sich früh einen Raumvorteil und die aktiveren Figuren. Dadurch bot sich ihm früh die Möglichkeit, den schwarzen König anzugreifen:

Mit 13. Lc2 oder dem gleichwertigen 13. Dh4 hätte Weiß Schwächen in der schwarzen Königsstellung provozieren können. Nach 13. f4 haben die weißen Figuren aber nach 13…g6 keine Möglichkeit mehr, über die schwarzen Felder anzugreifen.

Die Partie erreichte wieder eine ausgeglichene Stellung, dieses Mal war es aber eher der Burglengenfelder, der die Initiative übernahm. Nachdem sich im Zentrum die meisten Figuren abtauschten, schien das schwarze Läuferpaar stärker als die weißen Leichtfiguren. Bedrich konnte einem Damentausch aber ausweichen und durch Dauerschach die Punktteilung erreichen. (3-3)

Am dritten Brett wählte Johannes Denz gegen das Londoner System eine scharfe Variante. Sein Gegner ließ einige frühe Schwächen in seiner Stellung zu, nachdem Johannes das Zentrum öffnete und der weiße König in Sicherheit rochieren konnte, bewies aber das weiße Läuferpaar seine Stärke. Der Burglengenfelder konsolidierte seine Stellung und gewann schließlich einen Bauern. Zwar hatte Johannes noch Remischancen, diese konnte er bei knapper Bedenkzeit aber nicht nutzen und er musste das Handtuch werfen. (4-3)

An Brett vier entschied sich Weiß für einen Königsindischen Aufbau. Rudolf Schön tauschte früh die Damen und erreichte eine angenehme Stellung. Als der Weiße Rudolfs starkes Zentrum mit einem Bauernhebel angriff, entschied sich Rudolf dazu, durchzuziehen. Die erwies sich jedoch als Fehler, da der schwarze Bauer tief in der weißen Stellung nicht mehr zu halten war und Rudolf fand sich in einem Endspiel mit Läufer gegen Springer und einen Minusbauern wieder. Der Burglengenfelder Spieler versuchte lange, den vollen Punkt einzufahren, ließ Rudolf jedoch wieder aus. Er versteckte sich hinter dem letzten verbliebenen Randbauern und die Partie endete Remis (4,5-3,5)