Hoher Sieg für die Dritte gegen Neustadt/Luhe 2

Am dritten Adventsonntag hatte unsere dritte Mannschaft das B-Team der Schachfreunde Neustadt/Luhe zu Gast. Die Neustädter hatten an diesem Spieltag einige Ausfälle zu beklagen und konnten nicht in Bestbesetzung antreten.

Am sechsten Brett setzte Florian Süß mit den Weiß gewohnt flott seine Züge aufs Brett, was seinen unerfahrenen jungen Gegner dazu verführte ebenso schnell zu spielen. Florian konnte schon bald eine Qualität gewinnen und seinen Vorteil weiter ausbauen, so dass wir rasch in Führung lagen.

Auch an Brett 4 bei Markus Schwengler war der junge Nachwuchsspieler der Gäste mit den schwarzen Steinen schnell in Bedrängnis geraten. Markus konnte schon im 22sten Zug den schwarzen König zur Strecke bringen.

Michael Betz am zweiten Brett konnte gegen den g6-Lg7-Aufbau seines Gegners eine schöne aktive Stellung erreichen. Durch weitere Ungenauigkeiten geriet Schwarz immer mehr in Bedrängnis und konnte dem Druck der aktiven weißen Figuren nicht mehr standhalten. Somit hatten wir schon nach zwei Stunden Spielzeit alle drei Weißpartien gewonnen.

Rudolf Schicker an Drei konnte aus der Eröffnung heraus bequem ausgleichen. Nachdem der Neustädter mit einem isolierten Damenbauern nicht energisch genug spielte, konnte Rudi Druck aufbauen und drei weiße Bauern gewinnen. Das entstandene Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für den Gegner nicht zu halten.

Mannschaftsführer Christian Kraus kam an Brett 5 gegen den weißen Damenbauern-Torre-Aufbau gut aus der Eröffnung und konnte schon bald die Initiative übernehmen. Nachdem Christian zwei Bauern erobert hatte ließ er seinem Gegner in einem Springerendspiel keine Chance, so dass dieser den Widerstand einstellte.

Am Spitzenbrett hatte sich Elsbeth Horther-Schneider mit Schwarz einen isolierten Damenbauern verpassen lassen, wobei sie diesen Stellungstyp gut kennt und gerne spielt. Die Stellung entwickelte sich günstig. Elsbeth gewann einen Bauern und hatte deutlichen Vorteil. Für einen weiteren Bauern und einen Turm gab sie später zwei Springer, was dem Computer nicht gefällt. Die schwarze Stellung war aber trotzdem angenehmer zu spielen und so lehnte Elsbeth zunächst ein Remisangebot ab. Letztendlich konnte der Neustädter sich aber ausreichend verteidigen und man einigte sich doch auf Remis.

Insgesamt ein verdienter Erfolg für unser Team, wenn auch in dieser Höhe den personellen Problemen der Gäste geschuldet. Wir gehen als Tabellenführer ins neue Jahr und das ist nicht das schlechteste Gefühl.

Zweite Mannschaft unterliegt deutlich gegen Tabellenführer

Nachdem die zweite Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld die erste Saisonniederlage hinnehmen  musste, begrüßten wir am vierten Spieltag mit dem SC Bad Kötzting einen weiteren Gast zum Heimspiel. Gegen den Vorjahresmeister gingen wir als klarer Außenseiter in die Begegnung, was sich auch im knapp 100 DWZ-Punkte tieferem Spielstärkeniveau aufzeigte. Trotzdem verkauften wir uns verhältnismäßig schwach, und während uns im Vorjahr mit einer knappen 3,5-4,5 Niederlage fast eine Überraschung gelang, fiel das Ergebnis diesmal deutlich klarer aus.

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novak mit dem Damenbauern und sein Gegner wählte einen Aufbau mit beidseitigem Läufer-Fianchetto. Nach Abschluss der Eröffnung konzentrierten sich beide Spieler zunächst auf den Damenflügel. Nach einigen Bauernvorstößen waren diese schließlich festgelegt, Schwarz konnte sich allerdings einen angenehmen Raumvorteil sichern. Jindrich verlagerte seinen Fokus daraufhin auf den Königsflügel, ließ im weiteren Verlauf aber eine entscheidende Schwächung zu:

Nach 15. dxe5 erhält Schwarz gewinnbringenden Vorteil, da 15… Sxf4 16. exf4 d5! die schwarzen Figuren aktiviert und einen gefährlichen Freibauern schafft.

Diesen Vorteil verwertete der Bad Kötztinger Spieler, indem er später mit seinem Turm, gedeckt von dem Freibauern auf d3, auf e2 eindringen konnte. Die Drohung Dxf2 war ohne Materialverlust nicht mehr zu verhindern, sodass sich Jindrich geschlagen gab.
(0-1)

Stefan Simmerl verteidigte sich am fünften Brett gegen die Englische Eröffnung mit Königsindisch. Beide Seiten versuchten die am Königsflügel fianchettierten Läufer abzutauschen, Stefan verpasste es jedoch, mit dem typischen Befreiungsschlag f5 die Stellung zu öffnen und so die eigenen Figuren zu aktiveren. Der Weiße hielt sich glücklicherweise an seinen Plan und tauschte den Stefans schwachen Läufer auf g7 ab, wonach die Stellung wieder ausgeglichen war. Nach weiterem Materialabtausch einigte man sich auf Remis. (0,5-1,5)

Am dritten Brett spielte Johannes Denz gegen den Trompowsky-Angriff. Die Stellung blieb lange ausgeglichen, doch der Weißspieler konnte schließlich Schwächen am Damenflügel provozieren. Zwar waren auch die weißen Bauern am Königsflügel schwach, für die schwarzen Figuren aber nicht zu erreichen.

Johannes wählte hier 17… Tac8, um seinen rückständigen Bauern zu decken und gleichzeitig die Schwerfigur aus der Diagonale des weißen Läufers zu entfernen. Der Bauernhebel a4 verschaffte dem Weißen aber partieentscheidende Initiative.

Der Bad Kötztinger konnte im weiteren Verlauf einen Freibauern bilden und ins Turmendspiel abwickeln. Der weiße a-Bauern gelang nach a7 und Johannes geriet schließlich in Zugzwang:

Weiß kann hier den schwarzen König am Eindringen hindern. Die schwarze Bauernmehrheit am Königsflügel ist ebenfalls bedeutungslos, da kein Durchbruch möglich ist. Es bleibt nur, den weißen Freibauern zu gewinnen, aber der weiße König kann währenddessen den b-Bauern gewinnen und das Bauernendspiel ist verloren. (0,5-2,5)

Simon Lamm eröffnete am achten Brett mit dem Londoner System. In der Eröffnung ließ er sich zu einem Figurenopfer verleiten, das jedoch nicht die gehoffte Wirkung zeigte:

Nach 11. Lxc4 kann Schwarz mit dem Bauern statt mit dem Springer zurücknehmen und Weiß bekommt lediglich zwei Bauern für die Figur. Dieser Materialverlust war spielentscheidend und obwohl Simon noch einige Zeit dagegenhielt, musste er sich schließlich geschlagen geben. (0,5-3,5)

Siegfried Stelzer wählte am siebten Brett die Sizilianische Verteidigung. Beide Seiten lenkten die Partie in ruhigere Bahnen und so tauschten sich im Mittelspiel einige Figuren ab. Die Stellung verflachte zunehmend und als abzusehen war, dass sich bei gleichem Material für beide Seiten kein Gewinnversuch mehr möglich sein würde, einigte man sich auf Remis. (1-4)

Am sechsten Brett eröffnete Manfred Oppel mit der Englischen Eröffnung. Nach frühem Abtausch beider Springerpaare konnte Schwarz Schwächen in der weißen Stellung provozieren und zunehmend Druck aufbauen. Als Folge waren die weißen Figuren beschäftigt, sodass der Bad Kötztinger Spieler die a-Linie öffnen und mit seinen Schwerfiguren eindringen konnte. Wenig später musste sich Manfred wegen seiner schwachen Königsstellung geschlagen geben. (1-5)

Rudolf Schön wählte am vierten Brett gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Als er schließlich d4 durchsetzte, konnte Schwarz über die nun halboffene c-Linie Druck machen. Vor allem die schwarzen Läufer entfalteten im weiteren Verlauf ihre volle Wirkung, während Rudolfs Leichtfiguren nur schwer ins Spiel fanden. Dadurch bekam er Probleme bei der Verteidigung seines Königs und musste sich nach Materialverlust geschlagen geben. (1-6)

Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov die Sizilianische Verteidigung. Sie opferte einen Bauern, die dadurch gewonnene Initiative verflachte aber wenig später. Daraufhin übernahm Weiß die Kontrolle über die Partie und sicherte sich ein starkes Zentrum und Raumvorteil. Liliane musste einen weiteren Bauern geben und geriet schon bald darauf in Zeitnot. Trotzdem konnte sie lange Zeit dagegenhalten und sogar eine Qualität gewinnen, gegen die beiden Mehrbauern blieb sie aber weiter in der Defensive. Als die Partie schließlich ins Endspiel überging, konnte Lilianes Turm gegen den Läufer und die Mehrbauern nicht standhalten und sie musste sich schließlich geschlagen geben. (1-7)

Knappe Niederlage der zweiten Mannschaft gegen den ASV Burglengenfeld

Nach dem 5-3 Auswärtserfolg gegen den SK Weiden 07 begrüßte unsere zweite Mannschaft am dritten Spieltag den ASV Burglengenfeld zum Heimspiel. Während beide Mannschaften in der letzten Saison im Abstiegskampf steckten, belegten sie nach zwei Spielen nun die Tabellenplätze drei und vier.

Am sechsten Brett baute sich Stefan Simmerl gegen die Damenindische Verteidigung gewohnt solide auf. Als sich im Mittelspiel das Zentrum schließlich öffnete, wurden die meisten Figuren abgetauscht. Beide Seiten ließen sich in dieser Abwicklung keine Schwäche provozieren und die Partie endete wenig später in einem leistungsgerechten Unentschieden. (0,5-0,5)

Michael Betz wählte am siebten Brett gegen das Londoner System eine scharfe Nebenvariante und setzte nach frühem Damentausch seine Bauern am Damenflügel in Bewegung. Er erreichte eine angenehme Stellung, unterschätzte jedoch die aktiven Möglichkeiten des Weißen Dessen Figuren wurden zunehmend gefährlich, während Michael Probleme hatte, seine Entwicklung abzuschließen. Bei knapper werdender Bedenkzeit seines Gegners fand dieser nicht die genauesten Züge, sodass Michael wieder ausgleichen konnte:

Nach 24…Txa5 ist die Stellung wieder im Gleichgewicht, da Schwarz nach 25. Txb7 mit Le8 ausreichend Gegenspiel erhält.

Weiß tauschte daraufhin ein Turmpaar ab und ließ sich dennoch zu dem vergifteten b7 Bauern hinreißen. Michael drang mit seinem Turm in die weiße Stellung ein und als der Burglengenfelder auch noch einen Angriff auf seine Figur übersah, gab er sich geschlagen. (1,5-1,5)

Am achten Brett wählte Rudolf Schicker die Englische Eröffnung und erreichte schnell einen angenehmen Raumvorteil, während der Burglengenfelder Spieler Probleme hatte, bei gedrückter Stellung seine Figuren zu entwickeln.

Im 12. Zug hätte Rudolf mit e4 seinen Vorteil weiter ausbauen können. Da die weißen Zentrumsbauern aber sehr schwach erschienen, wählte Rudolf den soliden Zug 12. Dc2.

Im weiteren Verlauf verflachte die Partie und der Schwarze konnte seine Eröffnungsprobleme lösen. Einige Züge später einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (2-1)

Am zweiten Brett eröffnete Jindrich Novák mit dem Londoner System und gewann bereits früh eine Qualität. Nach dem Damentausch kam der weiße Materialvorteil gegen das schwarze Läuferpaar und einen gedeckten Freibauern aber kaum zur Geltung. Zwar musste Jindrich nach einer Unachtsamkeit die Qualität später wieder zurückgeben, doch auch im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern war für keine Seite ein Vorteil zu erreichen. (2,5-1,5)

Am Spitzenbrett tauschte Liliane Pavlov gegen die Englische Eröffnung bereits im zehnten Zug die Damen. Im entstandenen Endspiel übten die weißen Leichtfiguren unangenehmen Druck auf die schwarzen Bauern aus, sodass Liliane einen rückständigen d-Bauern hinnehmen musste. Der Burglengenfelder blockierte diesen und gewann ihn schließlich auch. Im Endspiel mit Läufer gegen Springer war Liliane gegen den Mehrbauern chancenlos und musste sich schließlich geschlagen geben. (2,5-2,5)

Am vierten Brett eröffnete Bedrich Procházka mit dem Colle-System. Er sicherte sich früh einen Raumvorteil und die aktiveren Figuren. Dadurch bot sich ihm früh die Möglichkeit, den schwarzen König anzugreifen:

Mit 13. Lc2 oder dem gleichwertigen 13. Dh4 hätte Weiß Schwächen in der schwarzen Königsstellung provozieren können. Nach 13. f4 haben die weißen Figuren aber nach 13…g6 keine Möglichkeit mehr, über die schwarzen Felder anzugreifen.

Die Partie erreichte wieder eine ausgeglichene Stellung, dieses Mal war es aber eher der Burglengenfelder, der die Initiative übernahm. Nachdem sich im Zentrum die meisten Figuren abtauschten, schien das schwarze Läuferpaar stärker als die weißen Leichtfiguren. Bedrich konnte einem Damentausch aber ausweichen und durch Dauerschach die Punktteilung erreichen. (3-3)

Am dritten Brett wählte Johannes Denz gegen das Londoner System eine scharfe Variante. Sein Gegner ließ einige frühe Schwächen in seiner Stellung zu, nachdem Johannes das Zentrum öffnete und der weiße König in Sicherheit rochieren konnte, bewies aber das weiße Läuferpaar seine Stärke. Der Burglengenfelder konsolidierte seine Stellung und gewann schließlich einen Bauern. Zwar hatte Johannes noch Remischancen, diese konnte er bei knapper Bedenkzeit aber nicht nutzen und er musste das Handtuch werfen. (4-3)

An Brett vier entschied sich Weiß für einen Königsindischen Aufbau. Rudolf Schön tauschte früh die Damen und erreichte eine angenehme Stellung. Als der Weiße Rudolfs starkes Zentrum mit einem Bauernhebel angriff, entschied sich Rudolf dazu, durchzuziehen. Die erwies sich jedoch als Fehler, da der schwarze Bauer tief in der weißen Stellung nicht mehr zu halten war und Rudolf fand sich in einem Endspiel mit Läufer gegen Springer und einen Minusbauern wieder. Der Burglengenfelder Spieler versuchte lange, den vollen Punkt einzufahren, ließ Rudolf jedoch wieder aus. Er versteckte sich hinter dem letzten verbliebenen Randbauern und die Partie endete Remis (4,5-3,5)

Auswärtserfolg der zweiten Mannschaft gegen den SK Weiden

Nach dem knappen Unentschieden im Auftaktspiel gegen den SC Oberviechtach war unsere zweite Mannschaft zum zweiten Spieltag auswärts beim Nachbarverein SK Weiden 07 zu Gast. Beide Mannschaften mussten auf den vorderen Brettern auf Spieler verzichten, sodass wir dem Absteiger aus der Regionalliga, zumindest auf dem Papier, auf Augenhöhe begegnen konnten.

Am sechsten Brett wählte Michael Betz die französische Verteidigung. Bereits aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung und konnte nach einer Ungenauigkeit seines Gegners einen Bauern gewinnen. Beim Versuch, ins Endspiel abzuwickeln, war der schwarze Mehrbauer jedoch schwer zu halten. Nach dem Übergang ins Bauernendspiel schätzte Michael die Stellung falsch ein: Trotz des entfernten schwarzen Freibauern war der weiße König zu aktiv, sodass die weißen Bauern schließlich durchbrechen konnten:

Nach 44. g5 ist der schwarze König zwar nah am Geschehen, nach 44… Ke6 45. gxh6 Kxf6 46. Kxb4 ist Schwarz tragischerweise im Zugzwang. Der König muss das Umwandlungsquadrat des h-Bauers verlassen und Weiß wandelt um. Michael ließ sich das nicht mehr zeigen und gab sich im 45. Zug geschlagen. (0-1)

An Brett sieben eröffnete Manfred Oppel mit Englisch. Sein fianchettierter Läufer auf g2 kam zu einem frühen Glück, als der Weidener Spieler nach einer kurzen Unachtsamkeit den Einschlag auf b7 mit Qualitätsgewinn zuließ. Manfred ließ sich trotz zäher Verteidigungsversuche seines Gegners den vollen Punkt nicht mehr nehmen und erzielte fast postwendend den Ausgleich. (1-1)

Am dritten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit dem Königsbauern. Gegen die Sizilianische Verteidigung erreichte er eine aktive Stellung und erlangte nach einem Figurenopfer gewinnbringendem Vorteil:

Nach 20. Sxc4 nahm der Schwarze das Opfer fälschlicherweise an. Die weiße Dame gelangte als Folge nach f7 und gewann mit dem Läufer auf f8 die Figur zurück.

Durch die passiven Figuren blieb der schwarze König allerdings ein Angriffsziel. Bedrich machte weiter Druck auf die Stellung seines Gegners und konnte neben einer Qualität auch einige Bauern gewinnen. Diesen Materialvorteil nutzte er, um den schwarzen König endgültig freizulegen, sodass dem Weidener bei absehbarem Matt nur noch die Aufgabe blieb. (2-1)

Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov gegen den FIDE-Meister Mladen Dvornic die Katalanische Eröffnung. Beide Seiten zeigten sich theoriefest und Schwarz gab seinen Mehrbauern schließlich zurück, um die weiße Bauernstruktur zu schwächen. Liliane konnte ihre Schwäche durch einen Figurentausch beseitigen und wickelte wenig später in ein Turmendspiel ab. Auch hier behielt sie den Überblick und man einigte sich auf ein verdientes Remis, als der Weidener Titelträger auch hier keine Möglichkeit fand, einen Vorteil zu erlangen. (2,5-1,5)

Am fünften Brett eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. In nahezu symmetrischer Stellung war die Stellung lange ausgeglichen. Im Mittelspiel entschied sich der Weidener zu einer Abwicklung, in der Stefan durch ein Figurenopfer einen Bauern gewann. Das resultierende Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ließ jedoch wenig Gewinnmöglichkeiten zu. Nachdem sich die meisten Bauern abgetauscht hatten, konnte der Weidener Spieler auf den weißen Feldern eine Blockade errichten und man einigte sich auf Unentschieden. (3-2)

An Brett zwei beantwortete Johannes Denz das Aufziehen des f-Bauerns mit dem From-Gambit, bei dem mit e5 und d6 ein Bauer für Entwicklungsvorteil geopfert wird. In einer scharfen Variante konnte er Druck auf den d4-Bauern des Weißen aufbauen:

Nach 16… Sc6 hätte Weiß mit Kh1 in leicht schlechterer Stellung im Spiel bleiben können. Stattdessen kam 17. Lxf6 und der Weidener gab im Anschluss die Dame für Läufer und Turm.

Johannes konnte im weiteren Verlauf Material abtauschen und mit Dame gegen Turm und Springer die schwarzen h- und g-Bauern anschieben. Mit der schwarzen Dame auf f2 war für den Freibauern auf g3 der rote Teppich ausgerollt und Weiß gab sich geschlagen. (4-2)

Am vierten Brett spielte Rudolf Schön gegen die Englische Eröffnung. Rudolf erreichte zu Beginn eine angenehme Stellung, im Mittelspiel konnte der Weiße aber mit Bauernvorstößen einen Raumvorteil erzielen. Nach dem Damentausch erwiesen sich die weit fortgeschrittenen Bauern jedoch als Schwäche. Im Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm und Springer gelang es Rudolf, einen gedeckten Freibauern zu bilden und seine Stellung stetig zu verbessern. Schließlich bot sich eine gewinnbringende Abwicklung an:

Nach 42. Sc3 gewinnt 42… Lxf4 den h- und g-Bauern. Während es dauerte, bis Weiß seine Bauern am Damenflügel flottbekommt, konnte Rudolf seinen h-Bauern anschieben. Der Versuch, den Freibauern aufzuhalten, scheiterte schließlich an Lh4, der den Springer vom Erreichen des Umwandlungsfelds abhält. (5-2)

An Brett acht trat Rudolf Schicker gegen das Londoner System an. Nachdem er bereits vergangenen Sonntag in der Kreisliga mit gleicher Farbe gegen seinen Gegner gespielt hatte, entschied er sich im Mittelspiel, zwei Leichtfiguren gegen einen Turm zu tauschen. Als sich die Stellung öffnete, erwies sich die Leichtfiguren des Weißen aber als zu stark. Mit Turm gegen Läufer, Springer und einen Bauern kämpfte Rudolf lange gegen die drohende Niederlage, bis der Weidener einen weiteren Bauern gewinnen und seinen Freibauern in Richtung Grundlinie anschieben konnte. Nach langem Kampf gab sich Rudolf schließlich geschlagen. (5-3)

Mit diesem unerwarteten, aber verdienten 5-3 Auswärtserfolg trugen wir damit unseren Teil zu den Überraschungen dieses Spieltags bei. Neben unseren Gastgebern mussten auch andere Favoriten Federn lassen, was zu einer unerwarteten Tabelle nach dem zweiten Spieltag führt:

1. OSJ-Cup in Tegernheim

Bereits vor zwei Wochen beendete ein Teil unserer Jugendlichen mit dem DWZ-Pokalturnier in Kelheim die Sommerpause. An diesem Samstag fiel nun auch für die Schachjugend Oberpfalz beim ersten OSJ-Cup in Tegernheim der Startschuss in die neue Saison. Unter den insgesamt 81 Teilnehmern waren wir mit Felicitas und Elias Luber, Jakob Treml sowie Maximilian Warziwoda mit vier Spielern in den Altersklassen U10 bis U16 vertreten.

Nach der längeren Turnierpause machte sich außerdem bemerkbar, dass einige unserer Jugendlichen in dieser Saison in höheren Altersklassen antreten mussten. Dadurch schlichen sich hier und Fehler ein, die manchmal einen möglichen Punkt kosteten. Trotzdem schlugen sich unsere Jugendlichen tapfer und konnten auch einige schöne Erfolge erzielen.

Jakob, der erstmals in der U16 startete, hatte wohl das schwierigste Los: Seine Gruppe wurde mit der U18 zusammengelegt, sodass er es mit teils deutlich älteren und erfahreneren Gegnern zu tun bekam. Trotz dieser Herausforderung holte er drei Punkte und erreichte damit einen guten vierten Platz in seiner Altersklasse.

Auch Maximilian spielte erstmals in der U14 und konnte sich dort sehr gut behaupten. Mit vier Siegen und zwischenzeitlichen Partien am ersten Brett zeigte er eine überzeugende Leistung. Zwar musste er sich den Topfavoriten geschlagen geben, doch sein dritter Platz ist ein tolles Ergebnis und spricht dafür, dass er auch in der höheren Altersklasse problemlos mithalten kann.

Für Elias war es bereits das zweite Jahr in der U12. Gerade in den jüngeren Altersklassen passiert es leicht, dass die Konzentration durch allerlei Ablenkungen nicht immer dem Schachspiel gilt. Auch Elias blieb davon nicht ganz verschont, was sich in einigen Partien bemerkbar machte. Mit vier Siegen erreichte er dennoch eine ordentliche Punkteausbeute und einen guten zehnten Platz.

Felicitas startete in der U10, ein Teilnehmerfeld, das sie bereits aus ihren U08-Turnieren kennt. Wie viele in diesem Alter ließ auch sie sich vom schnellen Spieltempo ihrer Gegnerinnen und Gegner anstecken und nutzte die eigene Bedenkzeit nicht immer vollständig. So blieben ein paar Chancen ungenutzt, doch in der großen Altersklasse konnte sie wichtige Erfahrungen sammeln und am Ende den 21. Platz belegen.

Erfolg für die Dritte im Auftaktspiel gegen Weiden 2

An Brett 6 wählte Florian Süß die Englische Eröffnung, wobei sein Gegner nach zunächst symmetrischem Beginn eine unübliche Aufstellung wählte. Florian konnte schon im fünften Zug deutlichen Vorteil verbuchen und nach weiteren Fehlern des gegnerischen Spielers nach ca. 45 Minuten Spielzeit und 22 Zügen die Führung für Windischeschenbach sicher stellen.

Michael Betz erwiderte am ersten Brett den Doppelschritt des Königsbauern mit der Französichen Verteidigung. Schon einige Male war dabei die Tarrasch-Variante die Wahl seines Gegners. So auch diesmal. Eine etwas ungewöhnliche Zugfolge des Weideners brachte Michael allerdings aus seiner Vorbereitung. Die Stellung gab aber nicht viel her und Schwarz hatte bald den Ausgleich gesichert und saß auf der eher besseren Seite einer gleichen Stellung. Im 26. Zug einigte man sich friedlich.

Am zweiten Brett versuchte Svatoslav Zitek eine Nebenvariante gegen die Französische Verteidigung seines Gegners, die aber dann in die Vorstoßvariante überging. Auch hier brachte Svatoslav wieder einen der selteneren Züge aufs Brett, verpasste es dann aber energisch nachzusetzen und landete in einer schwierigen Stellung, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Somit war der Ausgleich wieder hergestellt.

Maximilian Warziwoda (Brett 5), einer unserer talentierten Jugendlichen, bekam bei seinem erst zweiten Einsatz bei den Erwachsenen mit Schwarz die Schottische Eröffnung vorgesetzt. Seine Theoriekenntnis half, die Stellung ohne Probleme auszugleichen und im weiteren Verlauf konnte Maximilian einen Bauern gewinnen. Im 17. Zug entging ihm aber die Chance den Vorteil deutlich auszubauen und der Gegner hatte plötzlich Kompensation für den Minusbauern. Maximilian spielte aber sehr sicher weiter und konnte schließlich die weiße Dame fangen, die auf Abwege geraten war. Den Materialvorteil von Dame gegen Turm verwertete er dann souverän zur erneuten Führung für unser Team.

An Brett 4 setzte Simon Lamm von Anfang an seinen Gegner im Londoner System unter Druck. Der Weidener verteidigte sich aber lange Zeit gut, bis sich nach einem fragwürdigen Springertausch ein weißer Vorteil heraus kristallisierte. Bei knapp werdender Zeit und unklarer Stellung (der Computer weiß es natürlich besser) nahm Simon das Remisangebot sicherheitshalber an, nachdem Rudi zumindest nicht zu verlieren schien. Es sollte aber noch dramatisch werden.

Rudolf Schicker am dritten Brett baute sich mit Schwarz gegen das Londoner System seines Gegners Königsindisch auf. Nach zunächst ausgeglichenem Verlauf konnte Rudi eine Qualität für einen Bauern gewinnen. Der Vorteil war aber relativ gering, weil die beiden Türme in der geschlossenen Stellung nicht voll zur Geltung kamen. Nach einigem Manövrieren konnte Rudi aber die a-Linie öffnen und mit seinen Türmen eindringen. Nach Tausch eines Turmpaares und Bauerngewinn für Rudi entstand eine schwierige Stellung, nachdem der Weidener für die fehlende Qualität ein gefährliches Freibauernpaar hatte. Im 52. Zug verpasste Rudi dann die Chance auf den Gewinn durch Rückopfer der Qualität. Zwei weit voneinander entfernte Freibauern hätten das Rennen gemacht, während die weißen Freibauern nicht zur Geltung gekommen wären. Danach war die Stellung nicht mehr zu gewinnen. Rudi musste sogar sehr genau spielen um das Remis zu retten. An der entscheidenden Stelle fand er aber den einzigen Zug, der durch ein Rückopfer der Qualität das Remis sichert. Nachdem beide Spieler einen Bauern verwandeln konnten entstand ein Damenendspiel mit jeweils einem Bauern, das für keine Seite zu gewinnen war.

Somit war unser Saisonauftakt mit einem 3,5 – 2,5 Sieg erfolgreich verlaufen.

Saisonauftakt der zweiten Mannschaft- 4-4 gegen Oberviechtach

Nachdem wir uns vergangene Saison knapp in der Oberpfalzliga halten konnten, war unser erneuter Gegner der SC Oberviechtach. Im April konnten wir uns hier noch mit 5-3 behaupten und damit gerade noch auf den sicheren siebten Platz der Oberpfalzliga rutschen. Bei zwei starken Aufsteigern stehen wir aber auch dieses Jahr wieder vor einem drohenden Abstiegskampf. Gerade gegen die anderen Abstiegskandidaten ist es da angebracht, wichtige Punkte zu holen.

Gegen das slawische Damengambit entschied sich Stefan Simmerl an Brett sechs für eine strategisch angelegte Nebenvariante. Nachdem er es verpasste, das Zentrum energisch zu besetzen, erzielte Schwarz problemlos Ausgleich und die Partie verflachte im weiteren Verlauf. Bei knapp werdender Bedenkzeit leistete sich Stefan eine kleine Unachtsamkeit, wonach sein Gegner in ein angenehmeres Endspiel überleiten konnte. Allerdings war dieser mit Remis zufrieden, das er durch ein taktisches Bauernopfer mit anschließendem Dauerschach erreichte. (0,5-0,5)

An Brett acht spielte Siegfried Stelzer gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Er erreichte im Mittelspiel einen angenehmen Raumvorteil und versuchte, den Druck auf die Bauernschwäche seines Gegners zu verstärken. Dabei überließ er dem Schwarzspieler die offene d-Linie. Der Versuch, die eigene Stellung durch das Vorziehen des f-Bauern zu stabilisieren, erwies sich als fatal, da Siegfrieds offener König zur Zielscheibe der schwarzen Schwerfiguren wurde. Diese konnten schließlich in die weiße Stellung eindringen und Siegfried musste sich geschlagen geben. (0,5-1,5)

Am fünften Brett eröffnete Rudolf Schöns Gegner mit dem Stonewall-Angriff. Nachdem sich der Weiße mit d4 und f4 aufbaute, suchte er den offenen Kampf und schob auch einen weiteren Bauern bis nach g5 vor. Rudolf konnte alle Drohungen verteidigen, sodass sich der Oberviechtacher zu einem Figurenopfer hinreißen ließ:

Mit 15. Lh7? versuchte Weiß die schwarze Königsstellung zu öffnen. Rudolf gab die Leichtfigur aber rechtzeitig zurück und plötzlich war es der weiße König, der offen in der Mitte stand.

Wenige Züge später war nicht mehr zu verhindern, dass die weiße Dame abhandenkommt, und Rudolf fuhr den vollen Punkt ein. (1,5-1,5)

Am vierten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit 1.b3 und erreichte eine ruhige Stellung. Nachdem sich die meisten Leichtfiguren abtauschten, blieb Bedrich ein weißfeldriger Läufer, der allerdings durch die auf den hellen Feldern festgelegten Bauern Probleme hatte, ins Spiel zu kommen. Schwarz hatte derweil leichtes Spiel gegen zwei vereinzelte Bauern und Bedrich musste sich bald von einem davon trennen. Je mehr weitere Figuren verschwanden, desto stärker wurde der Vorteil des schwarzen Springers gegenüber Bedrichs Läufer, bis im Endspiel der Verlust eines zweiten Bauern nicht mehr zu verhindern war, weshalb Bedrich sich schließlich geschlagen geben musste. (1,5-2,5)

An Brett zwei eröffnete Liliane Pavlov mit Katalanisch. Nach einem frühen Damentausch klammerte sich der Schwarze an seinen Mehrbauern, musste dafür aber Abstriche in der Figurenentwicklung machen. Liliane konnte weiter Druck auf die schwarzen Figuren aufbauen, die weiterhin Schwierigkeiten hatten, aktiv ins Spiel zu kommen. Zwar hatte Liliane Kompensation für den geopferten Bauern, nach einem Vorteil sah es trotz der weitaus aktiveren weißen Figuren dennoch nicht aus. Nach Zugwiederholung einigte man sich schließlich bei beidseitig knapp werdender Bedenkzeit auf Remis. (2-3)

Elsbeth Horther-Schneider erreichte am siebten Brett durch Zugumstellung die Französische Verteidigung. Ihr Gegner trennte sich bereits früh von beiden Läufern, sodass Elsbeth mit dem Läuferpaar einen angenehmen Vorteil hatte. Gegen die schlecht stehenden weißen Springer begann sie das Zentrum zu öffnen, als der Weißspieler eine Figur opferte:

Nach 19. Sxe5 gewinnt man durch den Doppelangriff auf König und Läufer die Figur nur scheinbar zurück, denn nach Td8 verschwindet wiederum der weiße Springer auf d2 vom Spielfeld.

Elsbeth konnte schließlich den weißen König freilegen und die Dame gewinnen, woraufhin ihr Gegner das Handtuch warf. (3-3)

Am Spitzenbrett wählte Miroslav Kalous die französische Verteidigung. Sein Gegner opferte im Mittelspiel seinen Bauern auf c4, um über die offene a-Linie in die schwarze Stellung einzudringen. Trotz der aktiveren weißen Figuren konnte Miroslav den Mehrbauern verteidigen und die meisten Figuren abtauschen. Als nur noch die Damen und jeweils ein Springer übrig waren, ergab sich schließlich eine Chance für Miroslav:

Nach 31. Se4 hätte 31. …Df4! gewinnbringenden Vorteil versprochen, da die Dame Zugang zu den wichtigen Feldern e1 und d4 bekommt, sodass der weiße König in Bedrängnis kommt. Eine letzte Ausflucht wäre 32. Sf3+ Kg6 33. Dxg7! Kxg7 34. Sh5+ mit Gabel auf Dame und König gewesen, aber auch hier hätte Schwarz durch den aktiveren König ein besseres Endspiel.

Bei knapper werdender Bedenkzeit wählte Miroslav stattdessen den sicheren 31. …Kg6 und nach Zugwiederholung einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (3,5-3,5)

Am dritten Brett verteidigte sich Johannes Denz gegen das Aufziehen des Damenbauerns mit Nimzo-Indisch. Er opferte im zwölften Zug einen Bauern und erreichte eine eigentlich leicht bessere Stellung:

Nach 12… e4 13.fxe4 hätte 13. …Sxd5 Vorteil für schwarz bedeutet. Stattdessen wählte Johannes 13. …Sxe4, der nach 14. Dxg7 zu einem Mehrbauern für Weiß führt.

Durch die gedrückte schwarze Stellung musste Johannes bald einen zweiten Bauern geben, der Weißspieler ließ allerdings zu, dass er mit seinen Türmen aber über die b-Linie aktiv werden konnte. Er gewann einen Bauern zurück und konnte die Stellung durch die aktiveren Figuren wieder zum Ausgleich bringen. Nach einem Turmtausch kämpfte er im Endspiel mit Springer gegen Läufer und einen Mehrbauern erneut um Remis, nach einem vorschnellen Bauerndurchbruch seines Gegners musste dieser jedoch seinen Läufer für zwei Bauern opfern. König und Springer konnten jeweils einen davon aufhalten, sodass mit einem Remis auch der Mannschaftskampf unentschieden endete. (4-4)

Einen guten Ausblick auf die Saison gibt es trotz des knappen 4-4 allemal: Das Ligaorakel prophezeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit maximal zwei Absteiger und gibt uns dabei eine Abstiegswahrscheinlichkeit von gerade einmal 3,4%.

Mammutaufgabe am letzten Spieltag

Vor dem letzten Spieltag war unsere Zweite nach einer Niederlage gegen den SK Kelheim auf den letzten Platz abgerutscht. Um dennoch dem Abstieg zu entrinnen, mussten wir mindestens drei Plätze gutmachen, was nicht einen Pflichtsieg für uns, sondern auch eine zwingende Niederlage für die Mannschaften bedeutete, die wir noch einholen wollten. Da die Plätze sieben bis neun gegen die ersten drei Mannschaften der Tabelle spielten, schien das auch gar nicht so weit hergeholt.

In Kampfeslaune empfingen wir daher den SV Oberviechtach. Unsere Gäste traten mit guter Aufstellung an, sodass beide Mannschaften auf dem Papier zwar gleich stark waren, allerdings an einzelnen Brettern die Unterschiede in der Wertung recht groß ausfielen.

Am fünften Brett verteidigte sich Svatoslav Zitek mit 1.b6, der Englischen Verteidigung. Nach 22 Zügen hatten sich bereits die Schwerfiguren und die weißfeldrigen Läufer abgetauscht, sodass man sich auf ein frühes Remis einigte. (0,5-0,5)

Am vierten Brett wählte Stefan Simmerl das Colle-System. Nach dem üblichen Bauerndurchbruch e4 konnte er seinen Zentrumsbauern auch nach e5 vorziehen, was ihm einen angenehmen Raumvorteil einbrachte. Wenig später tauschten sich bis auf die weißfeldrigen Läufer alle Leichtfiguren ab und trotz des besseren Läufers war die Stellung ausgeglichen, sodass man sich auf Remis einigte. (1-1)

Am Spitzenbrett spielte Bedrich Prochazka die Französische Verteidigung. Sein Gegner begann früh, den g-Bauern anzuschieben, um Bedrichs Königsstellung anzugreifen. Nachdem der Oberviechtacher lang rochierte, ergab sich mit einem Figurenopfer die Möglichkeit, die Bauern vor dem schwarzen König aufzubrechen:

Weiß hat seinen g-Bauern geopfert und legt mit 16. Sxg6 nach. Es folgt 16. …fxg6
17. Dxe6+.

Bedrich blockiert das Schach mit Turm nach f7 und Weiß greift mit Lc4 weiter an. Das lässt 18. …Sd6 zu, auf den der Computer Bedrich sogar im Vorteil sieht. Die Stellung ist allerdings nicht leicht zu berechnen, und schon im nächsten Zug ist das nächste Materialopfer möglich:

Bedrich schlägt den Läufer auf c4, um seine Stellung zu entlasten. Es folgt 20. Txg7 Kxg7 und 21. Dh6+, woraufhin sich unser Spieler geschlagen geben musste. (1-2)

Am zweiten Brett eröffnete Andre Zimmermann mit dem Damengambit. Nachdem er lang rochierte und seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen den f6-Springer tauschte, begann er mit h4 und g4 ebenfalls, einen Königsangriff vorzubereiten. Mit einem Bauernopfer gelang es ihm, die beiden Linien zu öffnen und mit seinen Schwerfiguren zu besetzen. Der unterentwickelte Oberviechtacher konnte nicht verhindern, dass die Weiße Dame in seine Königsstellung eindringt und gab sich nach einem Turmopfer geschlagen:

Nach 22. Txg6 gibt es ein erzwungenes Matt. Der Schwarzspieler ließ sich das aber nicht mehr zeigen und warf das Handtuch. (2-2)

An Brett drei wählte Johannes Denz die Indische Verteidigung. Der Weißspieler konnte zwar eine Bauernkette von c5 nach a3 etablieren, diese war durch die offene b-Linie aber ein gutes Angriffsziel für die schwarzen Schwerfiguren. Nachdem Johannes den rückständigen b-Bauern gewinnen konnte, führte eine Ungenauigkeit dazu, dass der Oberviechtacher seinen Freibauern bis nach c7 vorziehen konnte und die Partie damit wieder ausgeglichen war. In den taktischen Komplikationen verschob sich das Gleichgewicht allerdings wieder zu Gunsten des Windischeschenbachers:

Nach 30. Da2 Lxd4 steht Schwarz nach 31. Sxd4 leicht besser. Allerdings folgte 31. Se3, was nach 31. …Txb1! in Vorteil für Schwarz resultiert.

Am Ende der Abwicklung hätte Schwarz einen Bauern im Damenendspiel mehr, allerdings kommt ein Fehler selten allein:

Anstatt auf d4 zurückzunehmen, wollte Weiß das wohl verlorene Endspiel mit der schlechten Bauernstruktur vermeiden. Nach 35. … Le5 36. f4 Lb8 ist der Springer auf e8 eingesperrt und Weiß gab sich nach 37. …Kf8 geschlagen. (3-2)

Siefried Stelzer spielte an Brett sechs gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Durch die aktiveren Figuren und Raumvorteil erreichte er im Mittelspiel eine angenehme Stellung und konnte schließlich einen starken Freibauern im Zentrum bilden:

Nach De8+ hätte der weiße Bauer freie Fahrt, stattdessen lässt Siegfried seinen Bauern sofort laufen. Ld7 ist aber ausreichend, um den weißen Trumpf aufzuhalten.

Zwar gewann Siegfried auch noch den b7-Bauern, nachdem sich die Damen tauschten war die Stellung allerdings wieder ausgeglichen. Schwarz übersah allerdings einige Züge später einen Angriff auf seinen Turm und gab sich geschlagen, als dieser ohne Kompensation vom Spielbrett ging. (4-2)

Am siebten Brett verteidigte sich Michael Betz Französisch. Der Weißspieler antwortete mit einer Nebenvariante und es tauschten sich einige Figuren ab, darunter auch die Damen. Im Zuge dieser Abwicklungen konnte Michael einen Bauern gewinnen. Dieser fand seinen Weg bis nach d3, wo er nach einem Fehlgriff des Weißen von Michael gedeckt werden konnte.

Nach f5 ist die schwarze Bauernkette nicht mehr aufzubrechen und verheißt gewinnbringenden Vorteil.

Michael entschied sich allerdings dafür, den schwarzen d- gegen den weißen b-Bauern zu tauschen, um ein Turmpaar vom Brett zu nehmen. Die Stellung war zwar noch immer gewonnen, aber nun um einiges schwerer zu spielen. Der verbliebene Turm konnte auf der dritten Reihe aktiv werden, nach einem überfrühten Durchbruch mit e5 konnte aber der weiße Turm den schwarzen h-Bauern ins Visier nehmen. Mit den beiden Freibauern auf der f- und e-Linie gegen den laufenden weißen h-Bauern war nun nichts mehr zu holen und man einigte sich auf Remis. (4,5-2,5)

Manfred Oppel wählte am achten Brett die Englische Eröffnung, die sein Gegner mit der symmetrischen Variante beantwortete. Während Manfred seine Bauern am Königsflügel anschob, stellte sich der Oberviechtacher Spieler zunehmend passiv. Nach einigen Abtäuschen konnte Manfred schließlich den schwarzen König freilegen:

Die schwarzen Figuren stehen nach wie vor passiv, während Manfreds in Richtung des schwarzen Königs schauen.

Der Schwarze war hier gezwungen, eine Qualität auf f6 zu opfern. Manfred tauschte daraufhin die Damen und wickelte ins Endspiel ab. Die meisten Bauern tauschten sich ab, allerdings tappte Manfred in eine Springergabel. Beiden Spielern blieb ein Turm und der a- beziehungsweise h-Bauer. Die Türme tauschten sich jeweils für die gegnerischen Bauern und auch diese Partie endete unentschieden. (5-3)

Die große Frage war nun, wie es unseren Abstiegskonkurrenten ergangen ist. Während die Begegnung Bad Kötzting-Nittenau mit 6-2 einen klaren Ausgang zu unserem Vorteil fand, trat Kelheim überraschend schlecht besetzt an und unterlag gegen Burglengenfeld. Sowohl Lappersdorf als auch die DJK Regensburg konnten aber mit 4,5-3,5 denkbar knapp gewinnen, sodass der Schlussstand der Tabelle wie folgt aussieht:

Damit war es uns tatsächlich noch gelungen, uns in der Oberpfalzliga zu halten!

Abstiegskampf der Zweiten geht gegen Kelheim in die Schlussrunden

Zum vorletzten Spieltag der Saison war unsere zweite Mannschaft zu Gast bei der zweiten Mannschaft des SK Kelheim. Nach einer deutlichen Niederlage gegen den SC Bavaria Regensburg waren wir hier schon fast verpflichtet zu punkten, sollte ein Klassenerhalt noch gelingen.

Diese wichtige Begegnung nahm allerdings keinen guten Anfang. Am achten Brett übersah Rudolf Schicker in der Eröffnung einen Zwischenzug, der statt einem erhofften Damentausch einen Turm verlor. Zwar konnte Rudolf den Turm zurückgewinnen, gegen das weiße Läuferpaar war der schwarze König bei offenem Zentrum aber ein gefundenes Fressen, sodass wir früh in Rückstand gingen. (0-1)

Svatoslav Zitek eröffnete am siebten Brett mit 1.b3. Bis auf jeweils einen Springer tauschten sich die Leichtfiguren früh ab und man einigte sich nach 15 Zügen auf Remis. (0,5-1,5)

Am vierten Brett wählte Rudolf Schön gegen 1.d4 die Königsindische Verteidigung. Der Kelheimer entschied sich mit einem frühen f3 für die Sämisch-Variante, musste nach einer überschnellen Rochade aber bereits einige Zugeständnisse machen:

Nach 14. 0-0 Dg5! hat Weiß bereits ernsthafte Probleme. Nach 15. Lxf4 exf4 öffnet sich die Diagonale für den schwarzen Läufer auf g7 und auch der Springer auf d7 hat mit dem Feld e5 gute Aussichten auf Aktivität.

Um den angegriffenen Springer auf c3 zu decken, entwickelte Weiß die Dame nach d2. Rudolf antwortete mit 16. …Se5 und nahm damit die ungedeckten Bauern auf f3 und c4 in Angriff. Der Kelheimer übersah einen Teil der Drohung und griff mit 17. Lb3 daneben. Nach 17. …Sxf3+ mit Damenverlust gab er sich geschlagen und der Mannschaftskampf war wieder im Gleichstand. (1,5-1,5)

Stefan Simmerl verteidigte sich am sechsten Brett gegen einen dem Londoner System ähnlichen Aufbau mit Königsindisch. In einer unkonventionellen Eröffnung bildete Stefan bei seiner Gegnerin einen isolierten Bauern, musste dafür aber die aktiveren weißen Leichtfiguren in Kauf nehmen. Stefan schaffte es, seine übrigen Figuren ins Spiel zu bringen, gab dafür aber das Läuferpaar auf. Das war aber nicht von Belang, da sich die Stellung wenig später in ein Turmendspiel abwickelte, das man schließlich Unentschieden gab. (2-2)

Am Spitzenbrett eröffnete Bedrich Prochazka mit 1.Sf3 und landete durch Zugumstellung schließlich im Colle‑System. Beide Seiten blieben hier bei der gängigen Eröffnungstheorie und nach dem typischen Bauernhebel e3-e4 tauschten sich einige Leichtfiguren ab. Da sich auch im weiteren Verlauf niemand etwas zu Schaden kommen ließ, einigte man sich auf Remis. (2,5-2,5)

Am zweiten Brett wählte Andre Zimmermann die Königsindische Verteidigung. Den typischen Ideen des Königsinders treu bleibend schob Andre die Bauern auf dem Königsflügel an, während sein Gegner den Fokus auf den Damenflügel legte. Nach und nach öffneten sich für beide Seiten Linien und einige Figuren tauschten sich ab.

Nach dem 26. Zug hätte Weiß die Möglichkeit gehabt, mit Lc4 weiter auf Vorteil zu spielen. Stattdessen kam nach 26. Tc1 das Opfer 26. …Txg2!, das schließlich wenige Züge später in einer Zugwiederholung endete. (3-3)

Am dritten Brett spielte Johannes Denz gegen die Sizilianische Verteidigung und wählte die Alapin-Variante mit 2.c3. Nach einigen taktischen Komplikationen erreichte Johannes eine aktivere Stellung:

Weiß hat einen Bauern geopfert, allerdings wird der Turm auf h8 durch den schwarzen König aus dem Spiel genommen.

Weiß wählte wenig später eine Abwicklung, die schnell in Turmendspiel führte, dieses Mal allerdings mit einem Mehrbauern für Weiß. Trotz des Freibauerns war die Stellung ausgeglichen. Beim Stand von 3-3 und einem ungewissen Ausgang am letzten noch spielenden Brett versuchte Johannes dennoch auf Sieg zu spielen, musste aber bald einsehen, dass er damit seine Möglichkeiten überzogen hatte. (3-4)

Liliane Pavlov spielte am fünften Brett im Damengambit gegen die Tarrasch-Variante. Während sie versuchte, Spiel gegen den isolierten d-Bauern aufzubauen, gerieten ihre Springer am Rand des Bretts ins Abseits, sodass Schwarz einen eigenen Springer auf c3 etablieren konnte. Zwar konnte Liliane diesen abtauschen, durch den Freibauern auf c3 und den schwarzen Entwicklungsvorteil kam sie allerdings in Bedrängnis.

Die schwarzen Figuren unterstützen den Freibauern, während die weißen Leichtfiguren noch nicht so wirklich mitspielen.

Glücklicherweise wählte der Kelheimer später eine vorschnelle Abwicklung, die etwas Druck aus der Stellung nahm. Zwar konnte er trotzdem einen Turm gegen einen Bauern und Läufer gewinnen, allerdings konnte Liliane den Damenflügel so festlegen, dass der schwarze Mehrbauer auf dieser Seite nicht zum Tragen kam. Am Königsflügel gab es für den Schwarzen bei zwei Bauern weniger ebenfalls kein Durchkommen, sodass man sich am Ende auf Remis einigte. (3,5-4,5)

Voll entbrannter Abstiegskampf nach siebtem Spieltag

Zum siebten Spieltag empfingen wir zuhause die dritte Mannschaft des SC Bavaria Regensburg. Gegen den Tabellenletzten galt es wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu holen, was uns am Ende gegen den auf dem Papier eigentlich ebenbürtigen Gegner deutlich nicht gelingen sollte.

Am siebten Brett überließ Michael Betz seinem Gegner das Zentrum. Gegen die früh weit vorgerückten weißen Zentrumsbauern geriet Michael in leichten Nachteil, bevor er nach einem übereiligen f4-Vorstoß die Schwächen in der weißen Bauernkette ausnutzen und selbst die Zügel in die Hand nehmen konnte:

Nach 21. …Sd3 beginnt die weiße Stellung auseinanderzufallen. Mit dem Läufermanöver Lc5-Ld4 konnten die Verteidiger des Bauerns auf e4 abgetauscht und dieser schließlich gewonnen werden.

Michael konnte schnell in Turmendspiel abwickeln. Gegenüber dem an den a3-Bauern geketteten weißen Turm war er deutlich aktiver und konnte sich Zeit lassen, auch seinen König ins Spiel zu bringen. Der Regensburger ließ Michael allerdings einen gedeckten Freibauern bilden, was die Partie verkürzte:

Nach dem Vorstoß a5 kann der b-Bauer vorbeiziehen. Als auch noch Tc1 aufs Brett kam, gewann Michael mit Turm a3 einen zweiten Bauern und konnte die Partie siegreich zu Ende führen. (1-0)

Am fünften Brett geriet Svatoslav Zitek beim Versuch, früh Figuren abzutauschen, in eine passive Stellung und wurde bei beidseitiger langer Rochade Ziel eines Königsangriffs. Dieser kam nach 20. …Sb8 ins Rollen:

Nach 21.bxa5 La6 22. Lxa6 Sxa6 wäre 23. Dc6! der stärkste Zug gewesen. Doch auch nach 23. axb6 hat Schwarz wenig zu lachen.

Es folgte 23. …cxb6 24. Sb5+ Kb8 und 25. Sxd6, da der Springer auf a6 hängt. Weiß hat zwei Bauern mehr, während der schwarze König nach wie vor bloßgelegt ist. Svatoslav konnte zwar einen Bauern zurückgewinnen, musste dafür aber die inzwischen offene h-Linie aufgeben:

29. …De5 öffnete plötzlich einem zweiten Angriff Tür und Tor. Statt mit Td8 die Grundreihe zu stärken, war es nach 30. Th8+ schlecht um den schwarzen König bestellt. Zwar konnte Svatoslav verhindern, dass die Dame über die c-Linie ebenfalls auf die Grundreihe gelangt, allerdings war nach einem Schwenk auf die a-Linie ein Turmverlust nicht mehr zu verhindern. Auch ein mögliches Dauerschach ergab sich nicht, sodass Svatoslav sich geschlagen gab. (1-1)

Am sechsten Brett wählte Siegfried Stelzer die spanische Eröffnung. Nach einem frühen f4 öffneten sich für die schwarzen Figuren allerdings viele Wege nach vorne:

Siegfried entschied sich hier die Qualität auf f3 zu geben. Es sieht zwar aus, als wären die schwarzen Leichtfiguren auf g3 und h4 ohne weitere Unterstützung zu weit vorne, allerdings ist der e4-Bauer schwach und bietet so dem Springer eine Fluchtroute.

Seine Gegnerin konnte dazu noch zwei Bauern gewinnen, bevor Weiß die Entwicklung abschließen konnte. Auch mögliche Taktiken gegen den inzwischen auf e4 angelangten Springer gingen nicht auf, sodass sich Siegfried geschlagen gab. (1-2)

Am zweiten Brett erreichte Johannes Denz gegen die französische Verteidigung eine bessere Stellung und konnte mit einem Angriff auf den g7-Bauern den Schwarzen dazu bringen, das Rochaderecht aufzugeben.

Auch hier brachte 18. f4 nicht den gewünschten Effekt. Statt den schwarzen König freizulegen, war die Stellung nach 18. …g6 wieder im Gleichgewicht und der König fand auf g7 eine sichere Zuflucht.

Ein paar Züge später griff Johannes erneut daneben:

Statt mit 25. c5 die Dame zu fangen, kam Schwarz mit 25. …Sf5 in Vorteil. 26. Le2 funktioniert nicht, da
26. …Lxd4 möglich ist, was nach Damentausch den weißen Turm auf d3 verliert.

Nachdem sich der Springer gegen den schwarzfeldrigen Läufer tauschte, waren die beiden Bauern auf d4 und c5 nicht mehr zu verteidigen und wenig später endete auch diese Partie in einem Verlust. (1-3)

Am dritten Brett spielte Rudolf Schön die Sizilianischen Verteidigung. Beide Seiten konnten ihre Springer auf einem starken Außenposten auf d4 beziehungsweise d5 etablieren, wobei der Computer einen leichten Vorteil für Schwarz sieht. Es gelang Rudolf, den starken Springer abzutauschen, doch dann konnte der Regensburger die schwarze Königsstellung aufreißen:

Nach cxd5 spielte Rudolf erst 26. gxf5, anstatt direkt mit der Dame auf d5 zurückzunehmen. So kam 27. Sxf5 Dxd5 und 28. Sxg7.

Der Springer konnte mit dem Läufer auf g7 den letzten Verteidiger des schwarzen Königs eliminieren, was der Dame mit dem Schach auf g5 den roten Teppich zum Königsangriff ausrollte. Rudolf opferte seinen Springer, der Weiße konnte aber Angriffe gegen seinen eigenen König verhindern. (1-4)

Am Spitzenbrett fianchettierten Bedrich Prochazka und sein Gegner beide Läufer. Nach einer eher passiven Herangehensweise von Bedrich sicherte sich der Weiße einen angenehmen Raumvorteil. Um seine Figuren wieder ins Spiel zu bringen, musste Bedrich seine Bauernstruktur schwächen, wodurch der Regensburger leichte Angriffsziele hatte. Unser Spieler schaffte es aber, alles abzudecken. Weiß versuchte daher, am Königsflügel aktiv zu werden und opferte dafür seinen h-Bauern. Die Stellung war trotz des Mehrbauerns im Gleichgewicht, als nach einer Ungenauigkeit der Königsangriff wieder ins Rollen kam:

Nach Tc3 spielte Weiß 32. Td5 und drohte auf g5 zu opfern. Es folgte 32. …Kg8 und 33. Th1 mit entscheidendem Vorteil für Weiß. (1-5)

Am achten Brett wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. In der Symmetrie-Variante tauschten sich früh einige Leichtfiguren ab. Als die Stellung bereits im 26. Zug in ein Doppelturm-Endspiel überging, konnte Manfred durch ein Zwischenschach einen Bauern gewinnen. Im 32. Zug unterlief dem Schwarzen schließlich ein schwerwiegender Fehler:

32. c4 befreit Weiß von dem rückständigen Isolani auf d3. Im Folgenden konnte Manfred seinen c-Bauern bis nach c7 vorrücken. Der schwarze König musste diesen auf c8 blockieren, sodass Manfreds eigener König die Bauern am Königsflügel aufsammeln konnte.

Als nur noch die weißen h- und c-Bauern übrig waren, opferte Manfred den Bauern auf c7, um den schwarzen König abzuschneiden. Der h-Bauer war damit nicht mehr aufzuhalten und der Regensburger gab sich einen Zug vor der Umwandlung geschlagen. (2-5)

Am vierten Brett tauschte Stefan Simmerl im Colle-System ebenfalls früh in der Partie einige Leichtfiguren ab. Auch die Türme verschwanden schnell vom Brett und es entstand ein Endspiel mit Dame und Läufer gegen Dame und Turm. Im 25. Zug ließ Stefan allerdings zu, dass die schwarze Dame auf der Grundreihe aktiv werden konnte:

Nach 25. Sd4 Db1+ 26. Ke2 Dg1 würde Schwarz eigentlich einen Bauern gewinnen. Als Stefan nach ein paar Zwischenzügen g3 spielte, entschied sich der Regensburger anders und spielte die Dame wieder nach b1.

Die Stellung war damit wieder in der Remisbreite. Nach einigen langen Figuren-Manövern konnte der Schwarze zwar tatsächlich den h-Bauern gewinnen, die Damen tauschten sich aber ab und es entstand folgende Remis-Stellung:

Trotz des Mehrbauerns hat Schwarz den falschen Läufer für das weiße Umwandlungsfeld h1. Auch als der Läufer die Diagonale a7-g1 betreten konnte, konnten Springer und König die beiden schwarzen Bauern unter Kontrolle halten und die Partie endete Remis. (2,5-5,5)

Gegen einen unserer direkten Gegner im Abstiegskampf mussten wir hier eine deutliche 2,5-5,5 Niederlage einstecken, die uns ans Tabellenende katapultierte: