Am vergangenen Sonntag stand für die zweite Mannschaft mit dem Auswärtsspiel beim SC Sulzbach-Rosenberg der Saisonabschluss in der Oberpfalzliga an. Gleichauf mit dem SV Oberviechtach und einen Mannschaftspunkt vor der SG Post/Süd Regensburg ging der Abstiegskampf in eine spannende letzte Runde.
Am dritten Brett (W) wählte Bedrich Prochazka die Zukertort-Eröffnung. Beide Seiten ließen sich in den ersten Zügen nichts zu Schaden kommen und so nahm Bedrich ein frühes Remisgebot seines Gegners an. (½-½)
Am sechsten Brett (S) spielte Elsbeth Horther-Schneider gegen die Englische Eröffnung. Auch hier entwickelte sich eine ruhige Partie, und nachdem die Bauernstruktur weitgehend festgelegt war, einigte man sich ebenfalls auf Remis. (1-1)
Am siebten Brett (W) wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. Im Mittelspiel geriet er durch Druck auf den rückständigen d3-Bauern in die Defensive. Trotz dieser Schwäche ergab sich jedoch eine Chance zum Gegenangriff:

Nach 22. Sf6 opferte Manfred im weiteren Verlauf den d3-Bauern und versuchte sein Glück mit dem Läuferopfer auf h7. Schwarz konnte jedoch die Damen tauschen bevor der eigene König in Gefahr gekommen wäre und Manfred gab sich wegen des verlorenen Materials geschlagen. (1-2)
Am fünften Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Er erreichte eine sehr aktive Stellung mit guten Angriffschancen und fand auch die richtige Idee, nur leider in der falschen Zugreihenfolge:

Nach 20. Sxb7 konnte sein Gegner aber die meisten seiner Probleme lösen und die passiven Figuren abtauschen. Als sich ein ausgeglichenes Endspiel abzeichnete, einigte man sich auch hier auf Remis. (1½-2½)
Am Spitzenbrett (W) fand sich Jindrich Novak nach einer unkonventionellen Eröffnung in einer Art Trompowsky-Angriff wieder, wo Weiß den Läufer auf g5 mit seinem h-Bauern verteidigte. Die Partie nahm einen ungewöhnlichen Verlauf, als Jindrichs König nach einem Damenschach auf e2 landete und dort zum Angriffsziel wurde. Zwar konnte Jindrich seine wichtigste Figur in Sicherheit und seinen Turm über h4 ins Spiel bringen, musste dafür aber einen Bauern hergeben, gegen den es sich im Endspiel zu verteidigen galt. Der Sulzbacher unterschätzte aber die unsichere eigene Königsstellung und plötzlich musste er selbst um Remis kämpfen:

Am achten Brett (S) verteidigte sich Siegfried Stelzer Sizilianisch und fand sich nach Zugumstellung in einer französischen Struktur wieder. Nachdem sich die Damen tauschten besetzte Siegfried mit beiden Türmen die offene c-Linie, was seinen Gegner zur Passivität zwang. Trotz der schwarzen Aktivität war die Stellung bis ins Springerendspiel ausgeglichen, bis der Sulzbacher Spieler eine schwer zu findende Gewinnmöglichkeit nicht nutzte:


Glücklicherweise hat Weiß stattdessen 45. Sxc6 gespielt und das Bauernendspiel ist Remis. (3-3)
Am vierten Brett (S) spielte Rudolf Schön gegen die Reti-Eröffnung. Zu Beginn erreichte er angenehmen Vorteil und Aktivität, wählte im Mittelspiel aber eine forcierte Abwicklung, die seinem Gegner die offene a-Linie überließ:

Der Sulzbacher opferte später seinen Turm für den Springer und die beiden Bauern am Königsflügel. In eigentlich gewonnener Stellung ermöglichte er schließlich eine Zugwiederholung, mit der sich Rudolf ins Remis rettete:

Am zweiten Brett wählte Johannes Denz die Nimzo-Indische Verteidigung. Johannes wählte im Mittelspiel einen passiven Plan und die weißen Figuren konnten aktiv werden. Glücklicherweise fand auch sein Gegner nicht die besten Züge, sodass die Bauern am Königsflügel festgelegt wurden. Gegen das Läuferpaar konnte Johannes den Damenflügel ausreichend verteidigen, in Zeitnot übersahen beide Spieler aber ein eigentlich gewinnbringendes Opfer:

Wenig später einigte man sich schließlich auf Remis, obwohl Weiß noch immer leicht besser stand. (4-4)
Dieses am Ende versöhnliche 4-4 hat zwar gereicht, um gleichauf mit Oberviechtach zu bleiben, die ebenfalls nur Unentschieden spielten, ein anderer Akteur nutzte aber die Gunst der Stunde: Post/Süd Regensburg gewann mit 6-2 überraschend hoch gegen ein gut aufgestelltes Burglengenfeld und verließ damit ausgerechnet am letzten Spieltag zum ersten Mal in der Saison die Abstiegsränge.

Damit hat sich das Glück im Vergleich zur vergangenen Saison gewendet: Während die erste Mannschaft nach aktuellem Stand denkbar knapp den Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft hat, konnte die zweite Mannschaft den erfolgreichen Abstiegskampf des Vorjahres nicht wiederholen und muss den Gang in die Bezirksliga antreten.