Achter Spieltag der Oberpfalzliga

In der vorletzten Etappe des Abstiegskampfes in der Oberpfalzliga war am 22. März die DJK Regensburg Nord zu Gast im Windischeschenbacher Feuerwehrhaus. Wie so oft ging es darum, wichtige Punkte zu holen, um den hauchdünnen Vorsprung der Oberviechtacher aufzuholen und die gefährdeten letzten beiden Tabellenplätze hinter sich zu lassen.

Am siebten Brett (S) verteidigte sich Svatoslav Zitek mit der Owen-Verteidigung. Beide Seiten entwickelten sich ohne Komplikationen, ehe sich das Zentrum öffnete. Bereits beim Übergang ins Mittelspiel einigte man sich im 15. Zug auf Remis. (½-½)

Am sechsten Brett (W) wählte Michael Betz gegen die Sizilianische Verteidigung einen geschlossenen Aufbau. Nach dem typischen Bauernhebel d4 wirkten die schwarzen Figuren zunächst recht passiv. Der Regensburger bekam diese aber schnell wieder flott, woraufhin die Leichtfiguren bald vom Brett verschwanden. Da alle Schwerfiguren am Brett blieben und keine Seite nennenswerte Schwächen vorzuzeigen hatte, einigte man sich auch hier auf Remis. (1-1)

Am dritten Brett (S) wählte Bedrich Prochazka die Horwitz-Verteidigung. Weiß erreichte einen angenehmen Raumvorteil, sodass Bedrichs Läuferpaar in geschlossener Stellung kaum zur Geltung kam. Nach langer Rochade sah sich unser Spieler sofort einem Bauernansturm auf seine Königsstellung ausgesetzt. Bedrich war zur Verteidigung gezwungen und musste seine Figuren passiv stellen. In komplizierter Stellung verlor er zudem die Uhr aus den Augen und musste sich wegen Zeitfall geschlagen geben. (1-2)

Am fünften Brett (S) verteidigte sich Elsbeth Horther-Schneider Indisch. Der Regensburger nutzte seinen Raumvorteil und begann einen Angriff am Königsflügel. Durch das schnelle Ziehen ihres Gegners geriet Elsbeth in Zeitnot, konnte aber die Damen tauschen und so dem Angriff den Wind aus den Segeln nehmen. Im Anschluss übersah sie aber eine starke Ressource:

Nach 30. Lh6 bringt 31. Se6 gewinnbringenden Vorteil. Weiß droht auf c5 zu nehmen und den a4-Bauern zu gewinnen. Elsbeth schlug selbst auf e6, konnte den Bauern aber wegen Sd5 nicht ohne Weiteres zurückgewinnen.

Nach einem Qualitätsopfer wehrte sich Elsbeth zwar noch einige Zeit, musste sich aber letztlich geschlagen geben. (1-3)

Am achten Brett (W) eröffnete Manfred Oppel Englisch. Nach einem fragwürdigen Zentrumsvorstoß seines Gegners kam er in deutlichen Vorteil, als sich die schwarze Königsstellung öffnete und Manfred mit seinen Figuren eindringen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle ergab sich schließlich ein Gewinnweg für Weiß:

Mit 38. g4 droht nicht nur g5 mit Matt, sondern der König hat auch einen Fluchtweg nach h4, da die Dame das Feld e1 deckt. Manfred wählte aber 38. Sf8 und nach Dd2 folgt Remis durch Dauerschach. (1½-3½)

Am zweiten Brett (W) spielte Johannes Denz die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch entstand eine typische Stellung mit isoliertem d-Bauern, mit dem er im 18. Zug sein Glück versuchte:

Nach 18. d5 Sxd5 19.Sxd5 exd5 hat Schwarz alle Drohungen pariert. Auch das folgende Te1+ bringt Weiß nicht weiter, da der König mit f6 ein Luftloch schaffen und so den Turm auf h8 ins Spiel bringen kann.

Im weiteren Verlauf versuchte Johannes, dem schwarzen Mehrbauern entgegenzuhalten, musste sich aber geschlagen geben, als immer mehr Figuren abgetauscht und so der Bauer immer stärker wurde. (1½-4½)

Am ersten Brett (S) wählte Jindrich Novak die Philidor-Verteidigung. Nach einem frühen Damentausch verblieb Jindrichs König im Zentrum, wodurch die schwarze Stellung etwas gedrückt wirkte. Der Regensburger tauschte aber das meiste Material ab und die Stellung war wieder ausgeglichen. Im entstandenen Endspiel mit Springer gegen Läufer versuchte man durch lange Figurenmanöver einen Vorteil zu erreichen, was aber keiner Seite gelang. Schließlich setzte Jindrich auf einen Bauerndurchbruch und die Partie wurde noch einmal spannend:

Zwar konnte Weiß einen Bauern gewinnen, hatte aber am Ende den falschen Läufer zum Umwandlungsfeld h8. Jindrich opferte seinen Springer für den c-Bauern und die Partie endete Remis. (2-5)

Am vierten Brett (W) eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. Aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung, geriet aber im Mittelspiel nach einer Taktik einen Bauern in Rückstand. Der Regensburger konnte die Stellung vereinfachen, übersah aber seinerseits beim Übergang ins Turmendspiel eine Taktik:

Nach 29… b5 kann der schwarze König helfen, den Bauern auf d6 zu gewinnen und Schwarz behält die verbundenen Freibauern. Allerdings kam 29… Txd6 und Stefan hat nach 30. Txb7 gute Remischancen.

Der Regensburger blieb hartnäckig und spielte weiter auf Sieg. Im 98. Zug griff Stefan daneben, was nach einer so langen Partie durchaus verständlich ist. Bereits lange Zeit auf Inkrement spielend lief er auf die falsche Seite des Bauerns und musste sich schließlich geschlagen geben. (2-6)

Glücklicherweise kam auch der SV Oberviechtach nicht über eine 1½-6½ Niederlage hinaus und so sind wir nach dem achten Spieltag mannschafts- und brettpunktgleich, was zu einer spannenden letzten Begegnung gegen Sulzbach-Rosenberg führen wird:

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.