1. Mannschaft erringt Meisterschaft!

Am letzten April-Sonntag kam es in Altensittenbach zum mit Spannung erwarteten Showdown um den Meistertitel und den Aufstieg in die Landesliga. Die Ausgangslage konnte prickelnder nicht sein, denn nur der Sieger würde die Saison krönen und den Titel perfekt machen können. Bei einem 4-4, was absolut im Bereich des Möglichen war, sich aber niemand wünschte, hätte Verfolger SG Fürth der lachende Dritte sein können. Erwartungsgemäß entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, der an Dramatik kaum zu überbieten war und tatsächlich mit einem 4-4 Unentschieden endete. Das einzige Ergebnis, dass den Fürthern noch eine Chance eröffnete.

Nachdem das letzte Partieformular unterschrieben war, war die Saison für die Gastgeber beendet, doch für uns begann das große Zittern, denn auch wir hatten noch die kleine Chance, dass Fürth nun seinerseits nur 4½-3½ gewinnen würde, wonach beide Teams punkt- und brettpunktgleich ins Ziel gekommen wären. Und tatsächlich waren Caissa und Fortuna mit uns im Bunde. Kareth wehrte sich nach Kräften beim letzten Versuch den Abstieg noch zu vermeiden und erzielte die für uns notwendigen 3½ Punkte! Nun mussten die Turnierordnung und der Rechenschieber bemüht werden, um die weiteren Entscheidungskriterien zu berechnen, was fast das ganze Team auf der Heimfahrt durchexerzierte (nur Chris musste sich auf die Straße konzentrieren!).

Das Ergebnis war, dass wir sowohl gleich viele Mannschaftssiege (6-6) als auch gleich viele Gewinnpartien (32-32) aufwiesen und erst bei den Schwarzsiegen mit 14-13 minimal die Nase vorn hatten. Ein Fotofinish mit hauchdünnem Vorsprung!

Wir sind Meister der Regionalliga Nord-Ost und damit Aufsteiger in die Landesliga Nord!

Es folgt das Geschehen auf den Brettern im letzten Krimi der an Höhen und Tiefen nicht armen Saison:

An Brett 6 (S) musste sich Carolin Werner mit der zwar selten gespielten aber nicht zu unterschätzenden Bird-Eröffnung auseinandersetzen. Die regelmäßig produzierten ungewohnten Stellungsbilder nahmen in dieser Partie besondere Form an, nachdem sich beide Seiten so gar nicht an übliche Muster der Figurenentwicklung halten wollten. Dabei übertrieb es der Heimspieler aber ein wenig und erlaubte Caro schon früh ein aussichtsreiches Figurenopfer:

Brett 6: Nachdem Weiß freiwillig auf die Rochade verzichtet hatte, nutzte Caro die Chance zu einem Figurenopfer für zwei Bauern und Angriff auf den gegnerischen König.

Die Maschine sieht nach 14…Lxg4! 15.hxg4 Sxg4+ auch beim bestem Zug von Weiß 16.Ke1 Schwarz klar im Vorteil, doch für uns Menschen ist das Spiel am Brett eine viel größere Herausforderung. Und prompt blitzte der Altensittenbacher 16.Kg3?? heraus, der ihn in eine sofortige totale Verluststellung brachte. Caro setzte mit 16…Txe2 zunächst korrekt fort, verlor aber anschließend nach 17.Lf1 Tee8? (Te3!) 18.Kxg4 h5+?? (Se6!) den Faden. Die Stellung war wieder ausgeglichen, doch Caro hatte ihren Mut mit einem extrem hohen Zeitverbrauch bezahlt und stand nun mit leeren Händen da. Ihr Gegner spielte weiter schnell, um den Druck aufrecht zu erhalten, beging dabei aber eine Ungenauigkeit, die ihn noch einmal in Probleme hätte bringen können:

Brett 6: Nach dem letzten Zug von Weiß 23.Tae1, hätte Caro mit der kleinen Taktik 23…Te3! den neuralgischen Punkt f4 erfolgreich attackieren und noch einmal die Initiative übernehmen können.

In hochgradiger Zeitnot übersah sie diese Möglichkeit jedoch und wählte leider 23…Txe1?? wonach sich die Bewertung endgültig zu Gunsten von Weiß drehte. Zwar schaffte sie tatsächlich noch die Zeitkontrolle, doch der Rest war Schweigen. Eine verpasste Chance und ein denkbar unglücklicher Start für uns. (0-1)

An Brett 2 (S) wählte FM Zdenek Haba die Moderne Verteidigung, eine Eröffnung, die ebenfalls geprägt ist von einer eher anti-klassischen Systematik. Schwarz verzichtet zunächst auf die Entwicklung des Königsflügels, um stattdessen schnell sein Gegenspiel auf der anderen Brettseite zu entwickeln. Nichts für Puristen, doch objektiv keinesfalls schlecht, denn der Anziehende wird früh auf ihm möglicherweise unbekanntes Terrain gelockt:

Brett 2: Stellung nach 7.e5. Weiß hat sich „normal“ entwickelt, während Schwarz untypisch seine Springer zurück gehalten und stattdessen beide Läufer fianchettiert hat. Nach klassischer Lehre geradezu ein Verbrechen, doch die Verteidigung trägt nicht umsonst den Zusatz „Modern“.

Sieht man sich die Statistik an, fördert diese Erstaunliches zu Tage. Die Engine attestiert dem Weißen schon nach wenigen Zügen einen deutlichen Vorteil von um die +0.8 (die puristische Sicht), doch in der Praxis erzielt Schwarz eine geradezu traumhafte Performance:

Die laut MegaBase 2026 in 352 Partien in dieser Stellung gespielten neun weißen Züge weisen eine fast schon unterirdische Ausbeute von im Schnitt nur knapp 42 % aus! Normal wären ca. 52-54 %!

Doch zurück zur Partie. Es ging munter weiter mit ungewöhnlichen Zügen, wobei beiden Spielern mehrfach Ungenauigkeiten unterliefen (das unbekannte Terrain!), bis Zdenek den vorentscheidenden Fehler machte:

Brett 2: Bei der etwas luftigen Königsstellung wäre der Damentausch eine Erleichterung für Schwarz. Diesen konnte Zdenek mittels 15…Df7 anbieten, doch leider entschied er sich für 15…Kd8? und geriet fortan mit seinem König im Zentrum ins Kreuzfeuer der gegnerischen Figuren.

Die Verteidigung wurde immer schwieriger und führte zu weiteren Fehlern, die erfolgreichen Widerstand schließlich unmöglich machten. Bei anhaltendem Angriff ging im Getümmel eine Figur für nur zwei Bauern verloren, was zur Aufgabe noch vor der Zeitkontrolle führte. Eine unglückliche Partie für Zdenek, passend zu seiner gesamten Saison. Wir sind sicher und wünschen ihm von Herzen, dass die nächste Spielzeit besser läuft! (0-2)

An Brett 1 (W) griff Tobias Brunner wie gewohnt zum geschlossenen Aufbau gegen die Sizilianische Verteidigung. Die Spitzenspieler spulten zwölf Züge Theorie ab und landeten in einer etwa ausgeglichenen Stellung mit weißen Ambitionen am Königsflügel und schwarzem Gegenspiel am Damenflügel:

Brett 1: Der von Tobias gespielte Zug 13.De1 ist anscheinend eine Neuerung, mit der die Idee verfolgt wird, die Dame mittels g4 und Schwenk nach h4 für einen Angriff gegen den schwarzen König zu positionieren.

In dieser spannungsgeladenen Stellung beharkte man sich lange Zeit gegenseitig ohne dass eine Seite einen nennenswerten Vorteil erzielen konnte. Erst auf dem Weg zur Zeitkontrolle wurde es noch einmal interessant:

Brett 1: Die Absicht von Tobias seinen schwachen Bauern a4 mittels 32.a5 loszuwerden, wurde etwas leichtsinnig mit 32…bxa5 beantwortet, was ihm die Chance gab mit 33.c5! einen Freibauern zu bilden.

Das allein wäre noch kein Problem für Schwarz gewesen, doch schon im nächsten Zug griff der Heimspieler mit 33…Dc7?? entscheidend daneben. Nun konnte Tobias mit 34.cxd6 Dxd6 35.Lc5 Dd8 36.d6 a4 37.d7 seinen Freibauern mit Macht in Bewegung setzen, was zu einem schnellen Ende der Partie führte:

Brett 1: Mit seinem letzten Zug wollte der Altensittenbacher das Umwandlungsfeld d8 für seinen Läufer räumen, kam damit jedoch einen Zug zu spät. Mit dem effektvollen 38.d8D!! zwang Tobias seinen Gegner wegen der Drohung Td7+ und Damenverlust zur sofortigen Aufgabe.

Ein schöner Schluss einer lange Zeit ausgeglichenen Partie und nach dem mehr als unglücklichen Start in den Wettkampf ein enorm wichtiger Sieg für uns! (1-2)

An Brett 7 (W) ging es Stephan Schmahl gegen die Caro-Kann Verteidigung mit der Abtausch-Variante ruhig an. Der Heimspieler wählte eine Modevariante, die nach Abschluss der Figurenentwicklung zu einer minimal besseren Stellung für Weiß führte:

Brett 7: Mit dem richtigen 17.Tad1 hätte Stephan seine letzte untätige Figur ins Spiel bringen sollen, doch er wollte den lästigen Se4 mittels 17.Sd2? zu befragen und gab dem Gegner damit unnötigerweise Gelegenheit den Stellungstypen radikal zu ändern.

Hätte der Altensittenbacher jetzt zum überraschenden 17…Lxd4! 18.cxd4 Sxd4, gefolgt von 19…Sc2 gegriffen, wäre die Partie mit einem Ungleichgewicht von Turm + 2 Bauern gegen Läufer und Springer völlig anders verlaufen. Doch er sah diese Idee anscheinend nicht, tauschte auf d2 und konnte nur noch abwarten, was Weiß versuchen würde. Stephan konnte seinen Vorteil in der Folge zwar etwas vergrößern, ein entscheidender Fortschritt war aber nicht auszumachen. Allerdings kostete die dauernde Suche nach eventuellen Fallstricken den Heimspieler eine Menge Zeit, die ihm am Schluss fehlen sollte. Nach etlichen Zügen des Lavierens verlor Stephan leider die Geduld, hatte aber ungeahnten Erfolg:

Brett 7: Die Engine schlägt den überraschenden 33.Ld2 vor, um den Weg für den f-Bauern freizumachen, doch Stephan wählte 33.Le5?! und hatte nach 33…Lxe5 34.Sxe5 Sxe5 35.Dxe5?! eigentlich seinen Vorteil verspielt, wenn ihm der Schwarze nicht mit 35…e6? zu Hilfe gekommen wäre.

Durch den unglücklichen Bauernzug (richtig war 35…b5! mit Ausgleich) versperrte der Schwarze sich selbst eine Verteidigung auf der 6. Reihe und geriet nach 36.h5 g5 37.Df6 Kh7 38.Te5 in hochgradiger Zeitnot ins Schwimmen:

Brett 7: Mit 38…Tg8! hätte sich der Altensittenbacher erfolgreich verteidigen können, doch er zog 38…Tc7?? und geriet in eine Verluststellung. Stephan spielte 39.f4! und hatte alle Trümpfe in der Hand.

Die letzte Möglichkeit für Schwarz war mit 39…Dd8 die Damen zu tauschen und sich mit Bauernverlust und miserablem Endspiel abzufinden, doch mit nur noch Sekunden auf der Uhr warf er 39…gxf4?? 40.g5! Tg8?? aufs Brett und wurde mit 41.Dh6# matt gesetzt. Der umjubelte Ausgleich war geschafft! (2-2)

An Brett 5 (W) entschied sich Milo Müller gegen die Sizilianische Verteidigung ebenfalls für das Geschlossene System und darin für einen ganz speziellen Aufbau:

Brett 5: Nach nur zehn Zügen war eine Stellung entstanden die es zumindest laut MegaBase 2026 noch nie auf dem Brett gegeben hatte. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und so hätten 11.b4! statt des menschlichen 11.De1 und anschließend 11…f5! statt 11…Ld5 einen kleinen Vorteil für die jeweilige Seite ergeben. Computerschach in Reinkultur!

Wenige Züge später hatte sich das Feld zwar etwas gelichtet, die neuartige Struktur war aber erhalten geblieben:

Brett 5: Der Zug 16.Lb2 würde vermutlich jeder zumindest in Erwägung ziehen, würde aber auch jeder glauben, dass die Stellung mit einer Engine-Bewertung von ca. +2.8 bereits gewonnen für Weiß ist?

Die Annahme des Bauernopfers mit 16…fxe5 17.fxe5 Lxe5 würde den Schwarzen nach 18.a5 Da7 19.Tae1 in Teufels Küche bringen. Die überlegene Aktivität der weißen Figuren wäre überwältigend. Milo spielte aber leider 16.axb5, gefolgt von 17.exf6? und geriet selbst in Nachteil. Das Geschenk bescherte dem Heimspieler keine lange Freude, da Ungenauigkeiten seinerseits den Vorteil wieder vergaben. Kurz vor der Zeitkontrolle war schließlich ein Doppelturmendspiel mit leichtem Vorteil für Milo entstanden:

Brett 5: Mit dem richtigen 39…Tbb2! konnte Schwarz noch hoffe, doch er entschied sich für 39…Tb3+?? und gestatte damit dem weißen König den ungehinderten Vormarsch vor seine Freibauern.

Der Vorteil von zwei verbundenen Freibauern gegenüber einem einzelnen ist fast immer entscheidend und so auch in dieser Partie. Milo ließ sich nicht mehr beirren und brachte den vollen Punkt souverän nach Hause. (3-2)

An Brett 3 (W) spielte Philipp Mark gegen die Slawische Verteidigung eine seltene Variante, die die Absicht verfolgt sich früh den Vorteil des Läuferpaars zu sichern. Das Vorhaben gelang und führte zu einer typisch slawischen Stellung mit besseren Aussichten für Weiß:

Brett 3: Nach seinem letzten Zug 15.0-0 hatte Philipp zwar einen kleinen Vorteil, doch stärker wäre 15.a4! gewesen, was versucht hätte die Vorzüge seines Raumvorteils am Damenflügel sofort in die Waagschale zu werfen.

In der Folge spielte sich der Kampf entsprechend der Bauernstruktur hauptsächlich am Damenflügel ab. Dem Schwarzen gelang es Gegenspiel zu generieren und in einem längeren Schlagabtausch den gesamten Damenflügel aufzulösen. So ging es auch im Zentrum weiter bis schließlich ein Endspiel übrig blieb, dass trotz zweier Mehrbauern völlig ausgeglichen war:

Brett 3: Der Altensittenbacher hatte gerade mit 41…Tf4?? die 3. Reihe verlassen, was Philipp mit 42.Ld3! hätte ausnutzen können. Die Mattdrohung zwingt den Schwarzen zu 42…Lg7, was seine Koordination entscheidend schwächt. Doch leider ging Philipp an seinem Glück vorbei und wählte 42.d5.

Eine 2. Chance bekam der Windischeschenbacher nicht mehr und musste sich wenige Züge später in das unvermeidliche Remis fügen. (3½-2½)

An Brett 8 (S) verteidigte sich Miroslav Kalous Nimzo-Indisch und wählte gegen die am häufigsten gespielte Rubinstein-Variante das unternehmenslustige Damenfianchetto. Ein sehr selten gespielter Zug von Mirek führte gleich im Anschluss zur ersten interessanten Stellung:

Brett 8: Der von Mirek gespielte Zug 8…f5 passt zwar ins System, viel stärker war jedoch 8…Dh4+! wonach Weiß entweder das Rochaderecht verliert oder Damentausch zulassen muss, was dem Schwarzen ein leichtes Spiel verspricht. Denn 9.g3? funktioniert wegen 9…Sxg3! 10.Df2 Sf5 mit Bauernverlust nicht.

Nach dieser verpassten Gelegenheit baute der Weiße sein Zentrum mit e4 weiter aus und stand gemäß Computer bereits auf Gewinn. Der Altensittenbacher fand jedoch nicht die beste Fortsetzung und beging nun seinerseits einen Fehler indem er das Zentrum schloss:

Brett 8: Nach dem kurz zuvor gemachten strategischen Fehler 16.d5? ergab sich für Mirek ein wunderbare Möglichkeit in Form von 19…Da4! wonach im weißen Lager heillose Verwirrung auszubrechen droht. Er wählte aber 19…Df7 und hatte leider eine weitere gute Gelegenheit verpasst.

Und es kam noch schlimmer. Scheinbar verunsichert, ließ sich Mirek immer weiter zurückdrängen und hätte dem gegnerischen Angriff eigentlich erliegen müssen:

Brett 8: Nachdem der Weiß wenige Züge vorher einen glasklaren Gewinn ausgelassen hatte, konnte er hier mit 36.Tg4!! den Sack endgültig zumachen, doch er spielte sofort 36.Sh6+ und vergab damit einen erheblichen Teil seines Vorteils.

Nichtsdestotrotz war Mirek gezwungen eine Qualität zu geben und stand immer noch auf Verlust. Zwei Züge vor der Zeitkontrolle kam es in beidseitiger Zeitnot zum letzten Fehler:

Brett 8: Mit 39.Lf6! Tf7 40.T1h4 konnte der Weiße noch immer gewinnen, doch er vertauschte erneut die Züge und stand nach 39.T1h4? Lxc4! 40.Lf6 Lxd5+ plötzlich mit leeren Händen da.

Der Heimspieler wickelte nun in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab und sicherte damit trotz eines Minusbauern den halben Punkt. Im Endeffekt ein etwas glückliches Remis für uns in einer teilweise haarsträubenden Partie. (4-3)

An Brett 4 (S) kämpfte Christian Müller gegen die Abtauschvariante im abgelehnten Damengambit mit klassischen Mitteln. Beide Spieler gaben sich keine Blöße und folgten der bekannten Theorie satte 14 Züge lang:

Brett 4: Der logische und noch immer bekannte Zug wäre 15.Lf2 gewesen, um den Vorstoß e4 weiter vorzubereiten. Der Weiße wählte jedoch den bizarr anmutenden 15.Sg1?!

Die Eröffnungsprobleme waren für Chris dadurch vollständig gelöst und er begann nach Wegen zu Vorteil Ausschau zu halten. Nach einer Weile des beidseitigen Lavierens bekam er eine erste Möglichkeit:

Brett 4: Mit dem Manöver 27…Sd6-c4 hätte Chris den Druck gegen e3 und am Damenflügel erhöhen können, doch er entschied sich für 27…Sg5, um mit dem Springer nach e6 zurückzukehren.

Zwei Züge später war es soweit:

Brett 4: In zwar etwas unbequemer Stellung aber völlig ohne Not spielte der Weiße hier 30.Sg4?? und stand nach 30…Sxd4 31.Txd4 h5! 32.Sf2 Txe3! 33.Txe3 Dxd4 mit einem Bauern weniger und schlechter Stellung glatt auf Verlust.

Chris verpasste anschließend leider ein klare Gewinnfortsetzung, behielt aber weiterhin entscheidenden Vorteil und musste nur noch einen Zug vor der Zeitkontrolle ausführen:

Brett 4: Am besten waren 40…d4 und 40…Lc8, aber auch der einfache 40…Kg7 kam in Frage, um anschließend in Ruhe mit neuen 30 Minuten auf der Uhr nach dem besten Gewinnweg zu suchen. In einem kleinen Anfall von Übermut zog er aber 40…a4?? und verschenkte den gesamten Vorteil.

Es begann die letzte Phase der letzten Partie der Saison mit dem gesamten Druck auf den Schultern von Chris. Nachdem ihm bewusst wurde, dass der Vorteil weg war, hatte er mental eine schwere Bürde zu tragen. Ein Remis würde zum Mannschaftssieg und Aufstieg reichen, aber der Druck war für einen Augenblick zu groß:

Brett 4: Nur mit 54…Kd4! war das rettende Remis noch zu erreichen, doch Chris zog 54…Kd6?? und konnte anschließend wegen seines passiven Turms keine Verteidigung mehr organisieren.

Der Altensittenbacher trieb seinen Bauern bis nach a7 und hatte anschließend mit seinem König freie Hand. Da jedes Bauernendspiel für Schwarz verloren war, musste Chris dem weißen Treiben tatenlos zusehen und im 64. Zug die Waffen strecken. Ein trauriges Ende einer strategisch ausgezeichnet geführten Partie. Dass es am Ende doch noch für uns reichte, gönnen wir niemandem mehr als Chris! (4-4)

Nachdem die Spielleitung nach gefühlt unendlicher Wartezeit unseren Aufstieg endlich offiziell bestätigt hat, können wir diesen hart erkämpften grandiosen Erfolg nicht nur entspannt, sondern vor allem auch gebührend auf unserem Sommerfest feiern! Und ich bin mir sicher, dass sich der Vorstand dafür etwas ganz besonderes einfallen lässt!

Die Abschlußtabelle:

Die fleißigsten Punktesammler der Saison waren:

Stephan (6.0/8) – Caro (6.0/9) – Chris (5.5/9) – Mirek (5.0/7) – Milo (5.0/8)

Und zum Schluss noch unsere Glücksbringer mit den Schwarzsiegen:

Caro (3) – Philipp (2) – Chris (2) – Milo (2) – Stephan (2) – Tobi (1) – Ingo (1) – Jindrich (1)

Ein Dank an alle Vereinsmitglieder für einen tollen Zusammenhalt im Verein und ein besonderer Dank an alle, die für die Spieltage außergewöhnliche Belastungen auf sich nehmen, um sich einzubringen!

Und ein ganz spezieller Dank and die Vorstandschaft, die jederzeit alles unternimmt, damit nicht nur der Verein bestmöglich aufgestellt ist, sondern auch jedes einzelne Mitglied Spaß am Schach hat!

Und Chris, was Du auf Dich nimmst, lässt sich kaum in Worte fassen. Danke! Danke! Danke!

Auf ein Neues in der kommenden Saison!

Ein Dank geht auch an die SG Fürth, die uns trotz des für sie unglücklichen Millimeterentscheids auf ihrer Homepage fair zum Aufstieg gratuliert hat!

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