1. Mannschaft gewinnt Kampf um Platz 3

Zum letzten Heimspiel der Saison empfing die 1. Mannschaft Mitte April im Feuerwehrhaus mit dem SK Herzogenaurach den direkten Konkurrenten um Platz 3. Die Gäste waren trotz ihres fehlenden Brett 3 stark aufgestellt und hatten uns nach dem Sieg im Nachholspiel beim PTSV SK Hof überholt und auf den 4. Platz verwiesen. Im Schnitt waren sie uns an jedem Brett um 40 Ratingpunkte voraus, doch nach dem bereits gesicherten Klassenerhalt konnte uns das nicht verunsichern und wir gingen, erneut in Bestaufstellung, „Volldampf voraus“ in den Kampf.

An Brett 1 (S) erwischte FM Zdenek Haba einen rabenschwarzen Tag. In einer völlig harmlos anmutenden Variante der Sizilianischen Verteidigung kam es zum ultra-frühen Damentausch und einem ausgeglichenen Endspiel. Leider konnte Zdenek aber den roten Faden einfach nicht finden und geriet nach einem Fehler im (verflixten?) 13. Zug ernsthaft in Nachteil:

Brett 1: Die schwarze Stellung fühlt sich bereits komisch an. Der beste Zug laut Computer war 13…Sc6 mit nur leichtem aber spürbarem Vorteil für Weiß. Zdenek wählte jedoch 13…Lxc3? und sah sich fortan in die Defensive gedrängt.

Der weiße Doppelbauer sieht zwar hässlich aus, spielte aber im weiteren Verlauf der Partie überhaupt keine Rolle. Vielmehr entfaltete der Anziehende mit Hilfe seines Entwicklungsvorsprungs und des Läuferpaars eine unangenehme Initiative gegen die löchrige schwarze Bastion. Schwer unter Druck unterliefen Zdenek weitere Fehler, die seine Stellung nicht mehr verkraftete:

Brett 1: Die Figurenaktivität insbesondere der Türme machte den Unterschied.

Zdenek fand keine ausreichende Verteidigung mehr, versuchte noch 18…0-0-0 und musste nach 19.La6+ Kb8 20.Lf4! (mit Matt in 6) die Waffen strecken. Zu seiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass er mit Moritz Lauer und dessen Wertung von 2429(!) den nominell stärksten Spieler der Liga zum Gegner hatte und eine Niederlage gegen dieses Kaliber ganz sicher keine Schande ist. (0-1)

An Brett 5 (S) verteidigte sich Stephan Schmahl Damenindisch und konnte in einem ruhigen Abspiel der Hauptvariante schnell eine ausgeglichene Stellung erreichen:

Brett 5: Nicht viel los am Brett von Stephan.

Zwar konnte der Herzogenauracher leichte optische Vorteile verbuchen, doch durch präzises Spiel gelang es Stephan die Partie im Gleichgewicht zu halten. Nach Damen- und Turmtausch bot er folgerichtig Remis an, was nach kurzer Bedenkzeit angenommen wurde:

Brett 5: Nach 23 Zügen war die Luft weitestgehend raus und die Kontrahenten einigten sich auf Remis.

Keine Partie, die einen Schönheitspreis verdient hätte, aber zumindest ein sicheres Schwarz-Remis in einem auf Messers Schneide stehenden Wettkampf. Wer konnte schon ahnen, dass es das einzige Unentschieden an diesem Tag bleiben sollte? (½-1½)

An Brett 8 (W) bekam Miroslav Kalous in einer unregelmäßigen Eröffnung schon nach wenigen Zügen die Chance auf ein ungewöhnliches, aber chancenreiches Bauernopfer:

Brett 8: Nach verhaltener Anfangsphase hätte Mirek hier zum überraschenden Bauernopfer 5.e4! greifen können mit der möglichen Folge 5…Lxe4 6.Sc3 Lb7 7.d5 mit scharfem Spiel und guten Chancen für Weiß.

Entsprechend seinem Charakter wählte er aber 5.e3 und die Partie mündete zunächst in ruhiges Fahrwasser. Nach weiteren ungewöhnlichen Zügen auf beiden Seiten bot sich dem Windischeschenbacher die nächste Gelegenheit:

Brett 8: Mit 10.d5! konnte Mirek die Initiative übernehmen und klaren Vorteil erlangen.

Er wählte jedoch 10.Se5? und nach Abtausch mehrere Figurenpaare hatte der Herzogenauracher eine ausgeglichene Stellung erreicht, die er jedoch gleich im nächsten Zug wieder verdarb. Mirek gewann eine Qualität für einen Bauern, fand aber keinen klaren Weg zum Gewinn, so dass die Partie mehrfach hin und her wogte. Beide Seiten ließen selbst beste Gelegenheiten ungenutzt, doch am Ende gelang es dem Weißen doch noch entscheidend in die schwarze Stellung einzudringen:

Brett 8: Nach 30.De8+ Kg8 31.Te7! brach die schwarze Stellung zusammen. Der schwarze Springer ist überlastet, da er selbst hängt und nach einem Wegzug die Verteidigung des Lf8 aufgeben muss.

Der Versuch den Kopf mit 31…Se5 aus der Schlinge zu ziehen, scheiterte an 32.Txe5! und da Weiß nun wegen der ungedeckten schwarzen Dame einen ganzen Turm für nur zwei Bauern aufwies, gab sich der Gast wenige Züge später geschlagen. (1½-1½)

An Brett 6 (W) bekämpfte Jaroslav Illetsko die Sizilianische Drachenvariante seines Gegners mit dem Maroczy-Aufbau. Der Kampf tobte um die Vorherrschaft im Zentrum, das Weiß mit zwei Bauern besetzt hatte und Schwarz mit Figurenspiel unter Druck zu setzen versuchte. Lange Zeit blieb die Stellung im Gleichgewicht, wobei die Chancen mit dem weit vorgerückten a-Bauern für Schwarz zwar günstiger aussahen, Jaroslav seine Position aber hätte stabilisieren können:

Brett 6: Mit dem Universalzug 23.Sge2! hätte Jaroslav seine Figurenaufstellung harmonisieren und die Stellung ausgleichen können. Der untätige Springer auf g3 hätte mit einem Schlag seine Kollegen auf c1, c3 und f4 überdeckt und somit mögliche schwarze Taktiken von vornherein vereitelt.

Doch leider wählte der Windischeschenbacher 23.Tdc2?? und schwächte damit das Feld d3 fatal. Sein Gegner ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, tauschte auf e5 und drang mit dem Springer auf d3 ein:

Brett 6: Die partieentscheidende Gabel 25…Sd3.

Angesichts des kommenden entscheidenden Materialverlusts versuchte Jaroslav noch mit 26.Sd5 im Trüben zu fischen, doch der Herzogenauracher gab sich keine Blöße mehr und wickelte mit 26…Txc2 27.Txc2 Db7! präzise ab. Nach 28.De4 Dxd5 hatte er eine Figur mehr und Jaroslav warf das Handtuch. (1½-2½)

An Brett 2 (W) wählte Tobias Brunner gegen die Sizilianische Verteidigung wie üblich eine geschlossene Aufstellung. Schwarz expandierte am Damenflügel während Weiß seine Figuren zum Königsflügel manövrierte:

Brett 2: Der Herzogenauracher stemmte sich schon früh mit 11…f5 gegen den weißen Aufmarsch.

Zug um Zug nahmen Intensität und Komplexität, aber auch die Ungenauigkeiten und Fehler zu. Mehrfach springt der Computer in seiner Bewertung von +1 auf -1 und wieder zurück, was die Anspannung der Kontrahenten verdeutlicht. In haarsträubender Zeitnot schien es schließlich um den Gast geschehen zu sein:

Brett 2: Mit 27.Sg6+! hätte Tobias seinen Gegner vor unlösbare Probleme stellen können, doch er wählte 27.Tee3?? und produzierte damit den größten Enginesprung in dieser Partie von +5 auf -1! Nach 27…Dd4! wäre wieder Schwarz am Drücker gewesen mit guten Chancen sich zumindest zu retten.

Doch der enorme Zeitdruck verhinderte eine präzise Fortsetzung und sorgte sogar im Gegenteil zu weiteren Irrungen und Wirrungen:

Brett 2: Nach vertaner Chance war 28.Sg6+! hier noch gut für ein Remis, aber Tobias setzte angesichts der gegnerischen Zeitknappheit und des Mannschaftsrückstands alles auf eine Karte, spielte 28.Txe8?? und wäre nach 28…Lxe8! selbst auf Verlust gestanden.

Nach dem natürlich aussehenden 28…Txe8? ist die Stellung für den Computer wieder ausgeglichen, doch die Zeitnot war noch lange nicht überstanden:

Brett 2: Mit dem coolen 29…Tb8 konnte Schwarz die beiden angegriffenen Figuren retten, doch er zog impulsiv 29…Da1+?? und das Verhängnis nahm endgültig seinen Lauf.

Nach 30.Kh2 fehlte die schwarze Dame in der Verteidigung, so dass der eben noch rettende 30…Tb8 an 31.Sg6+! mit vernichtendem Angriff gescheitert wäre. In seiner Not warf der Gast mit 30…Te1 die letzten Reserven nach vorne, doch diesmal ließ sich Tobias die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und kombinierte seinen Angriff mit Figurengewinn und Generalabtausch zu einem leicht gewonnenen Endspiel:

Brett 2: Mit 43.Lxf5 gewann Tobias einen weiteren Bauern und zwei Züge später die Partie.

Die Zeitkontrolle hatte der Herzogenauracher wie durch ein Wunder noch geschafft, doch auf dem Weg dorthin die Übersicht und damit die Partie verloren. Ein wildes Gefecht mit einem für uns guten, aber lange Zeit unvorhersagbaren Ergebnis. (2½-2½)

An Brett 3 (S) begegnete Christian Müller der Abtauschvariante im Damengambit mit dem zweischneidigen Ragozin-System. Die Stellung war beiden Spielern bestens vertraut und so folgte man 12 Züge lang bekannter Theorie. Mit dem (wieder verflixten?) 13. Zug verließ der Herzogenauracher aber den Pfad der Tugend:

Brett 3: Als richtig bekannt ist 13.Sge2 mit ausgeglichener Stellung, doch der Gast spielte 13.Le2? und sah sich nach 13…gxh4! mit diversen Problemen konfrontiert.

Christian packte die Gelegenheit beim Schopfe und vergrößerte seinen Vorteil über die nächsten Züge mit geradezu chirurgischer Präzision. In laut Computer bereits gewonnener Stellung verpasste er dann leider die klarste Fortsetzung zum Gewinn:

Brett 3: Mit 19…Txg2! hätte Christian seine fantastische Leistung krönen können. Nach 20.Lf3 h3! ist die weiße Stellung aufgabereif. Leider verpasste er diese Möglichkeit und spielte stattdessen 19…Lg4, was aber immer noch in Ordnung und zum Gewinn ausreichend war.

In der Folge kam es zum Generalabtausch und übrig blieb ein klar gewonnenes Turmendspiel:

Brett 3: Weiß hat zwar nur einen Bauern weniger, aber seine Stellung ist völlig hoffnungslos.

Christian ließ nichts mehr anbrennen und zwang seinen Gegner direkt nach der Zeitkontrolle zur Aufgabe. Eine großartige Vorstellung und ein enorm wichtiger Punkt für unsere Mannschaft! (3½-2½)

An Brett 4 (W) duellierte sich Philipp Mark mit seinem Gegner in einem der tiefst analysierten Systeme der Königsindischen Verteidigung, der sogenannten Mar-del-Plata-Variante. Die beiden Kontrahenten spulten im Blitztempo 15 Züge Theorie herunter, bevor Philipp im 16. Zug anscheinend eine Neuerung präsentierte:

Brett 4: Der Theoriezug ist 16.Sf2, um die eigene Verteidigung nicht außer Acht zu lassen. Philipp zog aber das anscheinend noch nie gespielte 16.c6, womit der Computer nicht minder zufrieden war.

Nach vollendetem Aufmarsch aller Kräfte verschärfte sich die Situation zusehends und gipfelte in einem überraschenden Scheinopfer des Schwarzen im Zentrum:

Brett 4: Schwarz hat aktuell nur einen Bauern für einen Läufer, doch bei Weiß hängen zwei Figuren. Laut Computer hätte Philipp mit 23.Ta4! exd3 24.Lxd3 wegen der Schwäche der weißen Felder im schwarzen Lager einen schönen Vorteil erlangen können, doch er wählte 23.Lb2?! und die Stellung war ausgeglichen.

Da beide Könige offen wie ein Scheunentor waren, konnte jeder Fehltritt zu einer Katastrophe führen, wie die Situation im 28. und 29. Zug verdeutlicht:

Brett 4: Schwarz hatte gerade mit dem logisch aussehenden 28…Tb8? (richtig war 28…De8=) seine letzte Figur aktiviert und Philipp seinen Bauern b5 mit 29.Db1? gedeckt. Viel besser war jedoch 29.Th3! mit der Idee Th5 und h4, wonach der schwarze Monarch plötzlich in Bedrängnis gerät.

Der Herzogenauracher spielte weiterhin kompromisslos auf Sieg und schreckte auch vor einem Qualitätsopfer nicht zurück:

Brett 4: Schwarz sah die Chance gekommen ein Ungleichgewicht herzustellen und spielte 31…Txe6!? 32.dxe6 Dxe6, was ihm praktische Chancen gab, auf Gewinn zu spielen.

Die Lage blieb weiterhin angespannt und verharrte in einem dynamischen Gleichgewicht, Bis Philipp kurz vor der Zeitkontrolle der entscheidende Fauxpas unterlief:

Brett 4: Mit 38.De2 war das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, doch Philipp wollte die letzten Züge vor der Zeitkontrolle schnell hinter sich bringen und spielte 38.Th6+??, wohl in der irrigen Annahme, Schwarz wäre zu 38…Kf7 gezwungen und er könnte auf diese Weise die Züge wiederholen.

Nach 38…Kg7! 39.Th5 Kg6! wurde er aber jäh aus allen Träumen gerissen und musste sich von seinem eingesperrten Turm verabschieden. Er fand zwar noch einen Weg, zwei Bauern für seinen Turm zu erhalten, doch am Ende war er gegen die schwarze Übermacht chancenlos und musste sich nach 62 Zügen geschlagen geben. (3½-3½)

An Brett 7 (S) gelang es Jindrich Novak schon im 2. Zug jeglicher Theorie auszuweichen:

Brett 7: Der Zug 2…Ld7?! wurde tatsächlich schon gespielt, hat aber sicherlich keinen guten Ruf.

Nach einigen Zügen entwickelte sich die anfangs neuartige Stellung zu einem fast normalen Königsinder. Scheinbar angestachelt durch die überraschende schwarze Eröffnungsbehandlung begann auch der Herzogenauracher ungewöhnliche Manöver zu vollführen. Der Computer sieht Weiß zwar stets im Vorteil, ein klarer Plan war jedoch nicht zu erkennen. Sage und schreibe erst im 17. Zug machte Jindrich seinen dritten Bauernzug, der den Beginn einer großen Abtauschaktion markierte. Nach Abschluss der selben stand ein völlig ausgeglichenes Schwerfigurenendspiel auf dem Brett:

Brett 7: Nach ungewöhnlichem Partieverlauf war ein gewöhnliches Endspiel entstanden.

Bis zur Zeitkontrolle lichtete sich das Feld weiter, wobei Jindrich zwar einen Freibauern bilden konnte, dieser aber zuverlässig blockiert war, so dass die Stellung weiterhin im Gleichgewicht blieb:

Brett 7: Auch nach 42 Zügen konnte keine der beiden Parteien einen Vorteil verzeichnen.

Niemand hätte sich beschwert, wenn ein Remis vereinbart worden wäre, doch anscheinend war keiner der Kontrahenten gewillt klein beizugeben und so plättscherte die Partie weiter vor sich hin. Im 59. Zug kam es schließlich zum Damentausch, was das Signal für die Könige war, aktiv ins Geschehen einzugreifen. An der Einschätzung der Stellung änderte dies jedoch weiterhin nichts. Nichtsdestotrotz gewann der schwarze Freibauer an Wert, was nach einem Fehler des Weißen urplötzlich zu Vorteil für Jindrich führte:

Brett 7: Nach dem richtigen 62.Td1 wäre das Remis wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, doch der Herzogenauracher wählte 62.Tf3? und nach 63…Td6! stand Jindrich plötzlich auf Gewinn!

Der Nachziehende überführte seinen König nach d5 und sein Turm drang über c6 und c3 in die weiße Stellung ein. Beide Türme bedienten sich an den ungeschützten Bauern im Hinterland des Gegners, scheinbar mit dem besseren Ende für Schwarz:

Brett 7: Praktisch jeder Zug gewinnt für Schwarz bis auf einen. Jindrich zog 77…Ke4?? und hätte sich nach 78.f6 b4 77.Txb4! mit einem Remis begnügen müssen. f- und h-Bauer werden getauscht und mit dem König vor dem letzten verbliebenen Bauern ist die Stellung theoretisch Remis.

Doch neben seiner stoischen Ruhe und seinem unbändigen Kampfgeist weist Jindrich noch eine weitere sehr wertvolle praktische Eigenschaft auf. Er spielt sehr schnell und bringt seine Gegner damit immer wieder unter Zeitdruck, was in diesem Fall vermutlich der Grund für den am Ende sicher etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Erfolg war. Zermürbt vom stundenlangen Kampf und der dauerhaften Zeitnot fand der Gast die rettende Abwicklung nicht und musste schließlich im 88. Zug konsterniert die Waffen strecken. (4½-3½)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Mit diesem grandios erkämpften Sieg ziehen wir wieder an den Gästen vorbei und werden die Saison damit definitiv mindestens auf dem 4. Platz beenden. Für uns als Aufsteiger eine mehr als respektable Leistung! Da wir aber nun schonmal 3. sind, wollen wir diesen Platz auch im letzten Spiel in Kelheim verteidigen!

Es folgt die aktuelle Tabelle:

In der 9. und letzten Runde am 28. April sind wir zu Gast beim stark abstiegsgefährdeten SK Kelheim, der zuletzt in nahezu bestmöglicher Aufstellung einen klaren 5½-2½ Auswärtssieg in Würzburg einfahren konnte. Somit kommt es für unsere oberpfälzer Rivalen zum Showdown, in dem für sie nur ein Sieg zählt. Es ist also mit einem harten Fight zu rechnen, den wir aber völlig entspannt und mit unserem von Runde zu Runde gewonnenen Selbstvertrauen angehen werden!

1. Mannschaft gelingt vorzeitiger Klassenerhalt!

Nach dem überragenden Heimerfolg gegen das Top-Team vom TSV Kareth-Lappersdorf wollte unsere 1. Mannschaft Mitte März beim Tabellenschlusslicht PTSV SK Hof unbedingt nachlegen, um sich auch der letzten Abstiegssorgen zu entledigen. Erneut in Bestbesetzung angetreten, waren alle Spieler hoch motiviert und voll konzentriert bei der Sache, während die Gastgeber mit dem Mute der Verzweiflung voll dagegen hielten und sich so von Anfang an ein spannender Fight entwickelte. Mit zunehmender Spielzeit neigte sich die Waagschale zusehends zu unseren Gunsten, was schließlich in einem furiosen 6-2 gipfelte, erneut ohne eine einzige Niederlage!

An Brett 7 (W) erstrahlte Jindrich Novak frisch wie der junge Morgen als er zwar wie üblich das Londoner System antäuschte, dann jedoch völlig überraschend in eine Art Damengambit überleitete und noch dazu den Damentausch vermied. Solchermaßen verwirrt, griff der Hofer schon in der Eröffnung gleich mehrfach daneben und ruinierte seine Stellung im 21. Zug vollends:

Brett 7: In schwieriger Stellung wurde die beabsichtigte Befreiung der Stellung mittels 21…c5?? unversehens zum Boomerang. Jindrich ließ sich nicht zweimal bitten und packte die Gelegenheit beim Schopfe!

Weiß nahm das Geschenk dankend an, kassierte den Bauern und staunte nicht schlecht als sein Gegner, scheinbar immer noch in dem Glauben alles im Griff zu haben, mit dem Turm zurück nahm:

Brett 7: Ein klassischer Doppelangriff mit Fesselung, der Jindrich einen Figurengewinn bescherte.

Aufgrund der ungedeckten Dame gab es keine Rettung mehr für Schwarz, der die Partie zwar noch fast bis zur Zeitkontrolle hinschleppte, letztlich aber chancenlos blieb. (1-0)

An Brett 2 (S) verteidigte sich Tobias Brunner Skandinavisch und landete wie üblich für diese Eröffnung in einer etwas passiven aber soliden Stellung mit Konterchancen. Der Hofer spielte zunächst vorbildlich, gewann das Läuferpaar und verzeichnete aufgrund seines Raumvorteils im Zentrum einen leichten aber dauerhaften Vorteil. Als er jedoch anschließend keine energische Fortsetzung fand, gelang es Tobias die Stellung wieder auszugleichen und sein Gegenspiel langsam in Schwung zu bringen. Scheinbar enttäuscht vom Lauf der Dinge, verlor der Hofer allmählich den Faden. Im Bestreben einen Angriff gegen den schwarzen König einzuleiten, warf er seine Bauern unmotiviert nach vorne und entblößte seinen eigenen Monarchen entscheidend:

Brett 2: Ein seltener Anblick. Ein völlig nackter König in der Mitte des Brettes.

Tobias reagierte souverän und zwang seinen Gegner im Angesicht des unvermeidlichen Damenverlusts zur sofortigen Aufgabe. (2-0)

An Brett 4 (S) wählte Philipp Mark die Russische Verteidigung und erreichte nach verhaltenem Beginn seines Gegners schnell eine ausgeglichene Stellung. In der Folge fand Philipp jedoch nicht die beste Figurenaufstellung, zog hauptsächlich rückwärts und überließ dem Hofer die Initiative. Doch dieser nutzte seine Chancen nicht konsequent und so landete man nach 20 Zügen in einem ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel:

Brett 4: Nach überstandener Krise konnte Philipp mit dem erreichten Endspiel zufrieden sein.

Der Hofer versuchte zwar noch 24 Züge lang seine Versäumnisse nachzuholen, doch am Ende gab es kein Durchkommen und man einigte sich stellungsgerecht auf Remis. (2½-½)

An Brett 3 (W) überraschte Christian Müller seinen Gegner in dessen Französischer Verteidigung mit dem sofortigen Fianchetto seines Damenläufers. Der Hofer wählte eine wenig ambitionierte Aufstellung mit früher Aufgabe seines wichtigen schwarzfeldrigen Läufers und fand sich noch vor Abschluss der Figurenentwicklung in einem schwierigen Endspiel wieder:

Brett 3: Der schlechte französische Läufer bereitete dem Schwarzen einiges Kopfzerbrechen.

Angesichts eines Spiels auf nur noch zwei Ergebnisse manövrierte Christian geduldig und erreichte schließlich folgende Gewinnstellung:

Brett 3: Mit dem Manöver 44.Le7-d8 und folgendem h4 hätte Christian den Sack zumachen können.

Er entschied sich jedoch für eine andere Idee und hätte nach 44.Kg3 Sc8 45.h4?? eine unangenehme Überraschung erleben können:

Brett 3: Mit 45…h5!! hätte Schwarz alle Bauern am Königsflügel tauschen und damit seine zweite Schwäche auflösen und ein Remis erreichen können.

Zu unserem Glück übersah der Hofer diese Möglichkeit und so gelang es Christian schließlich doch noch seinen Läufer nach d8 zu überführen, von wo aus er den schwarzen Springer zur passiven Verteidigung des Bauern b6 zwang und zugleich die zweite Schwäche auf g5 aufs Korn nahm. In Zugzwang konnte der Schwarze seine Verteidigungslinie nicht mehr aufrecht erhalten und musste schließlich im 57. Zug die Waffen strecken. (3½-½)

An Brett 8 (S) wurde Miroslav Kalous in der Französischen Verteidigung mit der seltenen Tschigorin-Variante konfrontiert. Nach ruhiger Figurenentwicklung ergriff Mirek bei geschlossenem Zentrum die Initiative am Königsflügel:

Brett 8: Mit 10…g5!? zeigte sich Mirek schon früh unternehmenslustig!

Durch den furchtlosen Auftritt sah sich der Hofer genötigt, sofortige Gegenmaßnahmen gegen den Vormarsch der schwarzen Bauern zu ergreifen, kam damit aber vom Regen in die Traufe:

Brett 8: Nach 16…f5! gibt der Computer Schwarz bereits entscheidenden Vorteil. Doch Mirek entschied sich für 16…Sf8 und der Kampf blieb offen.

Die komplizierte Stellung war höchst rechenintensiv und produzierte auf beiden Seiten diverse Ungenauigkeiten und Fehler. Die Waagschale neigte sich mal zur einen, mal zur anderen Seite bis sich Mirek nach einem groben Schnitzer des Heimspielers erneut die Chance bot, eine Gewinnstellung zu erreichen:

Brett 8: Nach 28…dxc4! möchte Die Engine das Feld d4 nutzen und nach anschließendem Dd8-d4 mit dem Turm mit durchschlagendem Angriff auf g4 schlagen. Ein Plan, der für Normalsterbliche unmöglich zu entdecken, geschweige denn zu berechnen ist.

Mirek machte den menschlichen Zug 28…d4 und plötzlich war die Stellung wieder ausgeglichen. Bei beginnender Zeitnot ging es weiter mit haarsträubenden Verwicklungen die dem Windischeschenbacher im 31. Zug erneut eine Gewinnstellung bescherten:

Brett 8: Nach 31…Le3! hätten die schwarzen Läufer das Brett beherrscht, aber auch Mireks Fortsetzung 31…Lxd2 32.Dxd2 Dxe5+ 33.Df4 Dxf4+ hätte nach 34.Txf4 e5! gute Gewinnchancen geboten, doch leider wählte er 34…Te8?! und musste weiter um den Sieg kämpfen.

Die letzten Züge vor der Zeitkontrolle wurden noch einmal zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle:

Brett 8: Nach 38.Lg2! wäre Mirek wegen des hängenden Lb7 gezwungen gewesen die Qualität zu geben und hätte sich mit einem Remis begnügen müssen. Doch der Hofer spielte 38.Txa5?? und stand nach 38…Te2+ 39.Kg1 zum wiederholten Male auf Verlust.

Doch die Irrungen und Wirrungen gingen weiter:

Brett 8: Mit 39…d3! war der Sieg endgültig einzutüten, doch Mirek spielte 39…Tge6? und ließ seinen Gegner weiter leben.

Schließlich kam es kurz nach der Zeitkontrolle zum letzten Showdown:

Brett 8: Leicht gewonnen hätte 43…Te1!, doch Mirek zog 43…Td2?? und musste nach 44.g5! zähneknirschend einer Zugwiederholung und Remis zustimmen.

Eine zwar fehlerbehaftete aber nichtsdestotrotz faszinierende Partie, die alle Facetten des Schachspiels beleuchtete und bis zum letzten Zug ausgekämpft war! (4-1)

An Brett 5 (W) entschied sich Stephan Schmahl gegen die Sizilianische Drachenvariante seines Gegners zum sogenannten Maroczy-Aufbau. Der Hofer brachte schon im 9. Zug eine Neuerung, die Stephan bestmöglich beantwortete und sich dadurch einen kleinen aber feinen Vorteil sicherte. Im Mittelspiel unterliefen beiden Kontrahenten mehrere Ungenauigkeiten, die jedoch an der generellen Einschätzung der Stellung wenig änderten. Im 16. Zug überschätze Stephan dann aber eindeutig seine Möglichkeiten und hätte sofort in Nachteil geraten können:

Brett 5: Der Computer empfiehlt 16.Dd2 nebst baldigem h4 mit weiterhin leicht vorteilhafter Stellung für Weiß. Stephan wählte jedoch das zweifelhafte 16.f5?, wonach 16…gxf5 günstig für Schwarz gewesen wäre.

Der Hofer traute dem Braten jedoch nicht und verschmähte das angebotene Opfer, so dass der Kampf in nun ausgeglichener Stellung von neuem entbrannte. In zweischneidiger Stellung verlor der Heimspieler mehr und mehr den Faden und stand plötzlich glatt auf Verlust:

Brett 5: Bereits mit einem Mehrbauern ausgestattet, hätte Stephan hier mit 28.Sxe7! den Sack einfach zumachen können, doch er träumte von einem Angriff auf der g-Linie und zog 26.Tc3??, wonach fast der gesamte Vorteil wieder weg war.

Bei aufkommender Zeitnot entwickelte sich eine Schlacht mit offenem Visier und groben Schnitzern auf beiden Seiten, in der Stephan gleich ein halbes Dutzend Gewinnzüge ausließ, um schließlich mit Erreichen der Zeitkontrolle in einer ausgeglichenen Stellung zu landen und mit leeren Händen dazustehen. Solchermaßen ernüchtert unterlief ihm gleich im 41. Zug ein schrecklicher Fehler:

Brett 5: Der Wunsch nach Abriegelung der h-Linie war verständlich, doch 41.g3?? war aus taktischen Gründen denkbar ungeeignet für diesen Zweck. Mit 41…Txh3+! 42.Sxh3 Txh3+ 43.Kg2 Dh5 hätte Schwarz den Spieß umdrehen und Stephan schwer in Bedrängnis bringen können.

Doch wie durch ein Wunder zog sein Gegner schnell 41…T4h6?? und musste sich nach 42.h4! wieder auf Verteidigung einstellen. Seinerseits enttäuscht vom Lauf der Dinge unterlief dem Hofer schließlich der entscheidende Patzer:

Brett 5: Der doppelt angegriffene Springer musste nolens volens zurückweichen, wonach Stephan mit einem gesunden Mehrbauern wieder Gewinnchancen gehabt hätte. Doch Schwarz spielte völlig unerwartet 45…e5?? und entblößte seinen König mit diesem Einsteller vollends.

Stephan ließ sich nicht zweimal bitten, drang in die schwarze Stellung ein, eroberte einen weiteren Bauern und stand nach dem Damentausch in einem Doppel-Turmendspiel klar auf Gewinn:

Brett 5: Der vermeintliche Bauerngewinn 56…Txh4 wurde von Stephan mit dem hübschen Gegentrick 57.Txd6+! beantwortet.

Nach dem erzwungenen Abtausch aller Türme gab der Hofer das aussichtslose Bauernendspiel sofort auf. Ein harter Kampf mit dem glücklicheren Ende für uns! (5-1)

An Brett 6 (S) konnte Jaroslav Illetsko in einer Philidor-Verteidigung nach ambitionsloser Eröffnung seitens des Weißen schnell eine ausgeglichene Stellung erreichen:

Brett 6: Trotz des blockierten Doppelbauern auf der c-Linie hatte Jaroslav keinerlei Probleme und stand nach 20.Sd2? Lg5! bereits aussichtsreicher.

Es entwickelte sich ein zähes Ringen am Königsflügel, in dessen Folge Schwarz zwar leichten Vorteil behaupten, aber keinen messbaren Fortschritt erzielen konnte. Kurz vor der Zeitkontrolle stiftete der verbliebene weiße Springer etwas Verwirrung im schwarzen Lager:

Brett 6: Mit 34…La6 konnte das Gleichgewicht aufrecht erhalten werden, doch Jaroslav zog 34…Tc7?? und hätte jäh aus allen Träumen gerissen werden können. Nach 35.Sxc8 Txc8 hätte der Doppelangriff 36.Dg4! die Partie sofort gewonnen, doch der Hofer wählte 36.Dxf7+?? und übrig blieb lediglich ein Mehrbauer, der jedoch bei ungleichfarbigen Läufern wenig bis gar keine Gewinnchancen versprach.

In seinem Bemühen doch noch etwas aus der Stellung rauszuholen, verzettelte sich der Hofer zusehends und stand plötzlich seinerseits mit dem Rücken zur Wand:

Brett 6: Mittels des Manövers 45…Kd6!, gefolgt von …Tb3, …Th8-b8-b4 hätte Jaroslav das Vakuum in der weißen Stellung zu seinen Gunsten nutzen können. Der schwarze Läufer ist hier wesentlich stärker als sein Gegenpart und verhindert durch die Kontrolle des Feldes c1 jegliches weißes Gegenspiel auf der c-Linie.

Der Windischeschenbacher entschied sich jedoch zum sofortigen Schlagen des Bauern a4 und gestattete seinem Gegner nach einem weiteren Fehler, sich zu befreien. Nachdem die ehemals passiven weißen Türme Morgenluft schnupperten, verflachte die Partie zusehends und als alles bereits auf ein Remis hindeutete, kam es zu folgender geradezu mysteriösen Stellung:

Brett 6: Gemäß Computer konnte Weiß mit 58.Lf7! das Gleichgewicht halten, doch er wählte das eigentlich völlig natürlich aussehende 58.Lg4?? und war plötzlich total verloren, was Jaroslav mit 58…Kc6!! hätte nachweisen können.

Die Erklärung des Phänomens besteht aus zwei Teilen, die für Spieler unseres Niveaus am Brett unmöglich zu ergründen ist. Das Problem des Weißen ist sein eingesperrter König (1), der in einem unzerreißbaren Mattnetz zappelt, sobald Schwarz ungestraft zu …Taa1 kommt. Solange jedoch der schwarze Bauer c5 mit Schach fallen kann, hat Weiß genügend Potential, selbst ein Dauerschach geben zu können. Schwarz muss also so manövrieren, dass sein König auf die b-Linie gelangt, ohne dabei seinen Bauern zu verlieren. Danach würde sich Weiß in einem eigenartigen Zugzwang befinden, der laut Computer unweigerlich zum Matt führt! Die Lösung für Weiß ist, seinen Läufer nach f7 zu bringen, um von dort nach e8 gelangen zu können und dem schwarzen König so den Eingang nach b5 zu versperren (2). Faszinierend!

Jaroslav spielte 58…Th1 und nach weiteren fast 30 Zügen wurde das Remis unterzeichnet. (5½-1½)

An Brett 1 (W) griff FM Zdenek Haba gegen die Grünfeld-Indische-Verteidigung seines Gegners zur Abtauschvariante, einer Spielweise, die den Schwarzen schon immer auf eine harte Probe gestellt hat, auch wenn mittlerweile genügend Ressourcen gefunden wurden, um das Gleichgewicht zu halten. Dem weißen Übergewicht im Zentrum steht eine schwarze Bauernmajorität am Damenflügel gegenüber, die in einem späteren Endspiel zum Trumpf-Ass für den Nachziehenden werden kann. Häufig kommt es zu frühem Damentausch und einem langwierigen Mittelspiel mit etwa ausgeglichenen Chancen. Und genau so kam es auch in dieser Partie:

Brett 1: Ein typischer Grünfeld-Kampf. Besseres Zentrum gegen Überlegenheit am Damenflügel. Zdenek musste hier sein Zentrum indirekt mit 18.Lg5 schützen, wählte jedoch 18.dxe6? und geriet in Nachteil.

Es folgte ein zähes Ringen um kleinste positionelle Zugeständnisse mit Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ohne dabei die Remisbreite zu verlassen. Erst kurz vor der Zeitkontrolle kristallisierte sich aufgrund von Läuferpaar und entferntem Freibauern ein greifbarer schwarzer Vorteil heraus:

Brett 1: Leichte Sorgen bei Zdenek. Die schwarze Strategie hat die Oberhand gewonnen.

Nach und nach verdichtete sich der schwarze Vorteil und die Sorgenfalten bei Zdenek wurden größer, doch am Ende fand der Hofer trotz zwischenzeitlich laut Computer erreichter Gewinnstellung keinen entscheidenden Durchbruch und gab die Partie auch aufgrund des längst entschiedenen Mannschaftskampfes zerknirscht Remis. (6-2)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach diesem erneuten Paukenschlag hat die Mannschaft vorzeitig ihr Saisonziel erreicht und den Klassenerhalt gesichert! Eine fantastische Leistung, die uns als Aufsteiger niemand zugetraut hätte und die vor allem auf die herausragende Konsistenz zurück zu führen ist. Sieben von acht Spielern saßen in allen bisherigen sieben Runden am Brett, nur Jaroslav musste aus gesundheitlichen Gründen fünf Partien aussetzen und wurde von Milo und Rudi erfolgreich vertreten, die 50 % der möglichen Punkte erzielten. Wir können zurecht stolz auf uns sein!

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch immer das Ergebnis des wegen des Schneechaos Anfang Dezember 2023 ausgefallenen Kampfes PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlt:

In der 8. Runde am 14. April empfangen wir zum letzten Heimspiel der Saison den Tabellennachbarn aus Herzogenaurach, der uns im Falle eines Sieges im Nachholspiel gegen Hof überholen und vom 3. Platz verdrängen könnte. Da wir ab sofort völlig unbeschwert aufspielen können, wollen wir jetzt auch unseren 3. Platz verteidigen und werden uns wie gewohnt mit höchstem Engagement in den Kampf stürzen!

Das LigaOrakel weist uns als eine von nur drei Mannschaften aus, die auch theoretisch nicht mehr absteigen können! Was für ein Erfolg schon zu so einem frühen Zeitpunkt!

Die Situation in den oberen Ligen hat sich mittlerweile so weit stabilisiert, dass maximal zwei Teams den Weg in die Regionalliga antreten müssen:

Nachdem alle unsere Mannschaften den Klassenerhalt sichergestellt haben, bleibt nur noch die Kür der letzten beiden Runden, begleitet von der bereits wachsenden Vorfreude auf das kommende Sommerfest!

3. Mannschaft beendet Saison auf dem hervorragenden 3. Platz!

Am 6. Spieltag musste unsere 3. Mannschaft beim direkten Tabellennachbarn dem SK Schwandorf 3 antreten, nachdem bereits der Verbleib in der Kreisliga 1 gesichert war, konnten unser Team befreit aufspielen. 

Am 1. Brett sah sich Elsbeth Horther-Schneider mit der Skandinavischen Verteidigung konfrontiert. Durch die passive Verteidigung ihres Gegners konnte sich Elsbeth bereits zu Beginn des Mittelspiels einen guten Raumvorteil erarbeiten. 

Diesen Raumvorteil münzte unsere Spielerin in eine sehr gute und angenehme Stellung um. Eine von ihrem Gegner gestellte Falle übersah leider Elsbeth, dadurch verlor sie Material und musste bald die Segel streichen. (0-1)

Kraus Christian entschied sich an Brett 6 für das Zweispringerspiel. Die beiden Kontrahenten baute ihre Figuren ruhig auf, es wurde auch eine Leichtfigur getauscht. In einer ausgeglichenen Stellung wählte Christian leider eine falsche Abwicklung, was ihm den Verlust einer Qualität bescherte. Sein Gegner nutzte diesen Vorteil konsequent aus, was Christian ein paar Züge später zu Aufgabe zwang. (0-2)

Die Bogoljubow-Variante der Damenindischen Verteidigung wählte Schicker Rudi an Brett 2 mit den schwarzen Steinen. Rudi nahm das angebotene Bauernopfer an und versuchte mit allen Mitteln diesen Vorteil zu behalten. Leider verschlechtere er seine Stellung dadurch sehr und stand nach einen weiteren Bauernopfer seines Gegners eigentlich klar auf Verlust. Rudi bemühte sich so gut wie möglich zu verteidigen und hatte das Glück auf seiner Seite, das der Schwandorfer Spieler nicht nur den Gewinnzug auslies sondern gleich noch einen Turm einstellte was zum schnellen Verlust führte. (1-2)

Der Gegener von Benedikt Stock am 5. Brett entschied sich für das angenommene Damengambit. Unser Spieler versuchte von Anfang an, Druck auf die Stellung seines Gegners aufzubauen, wobei er davon profitierte, das der Schwandorfer unglückliche Tauschaktionen mit den Leichtfiguren wählte und dadurch zwei Doppelbauern und gleichzeitig Benedikt zwei Freibauern im Zentrum erhielt. Durch die starke Dominanz im Zentrum und die Besetzung der E-Reihe mit seinen Türmen musste sein Gegenspieler die Dame und gleich danach die Partie opfern. (2-2)

Der Gegner von Manfred Oppel spielte die Französiche Abtauschvariante, wobei beide Spieler darauf achteten sich gut zu entwickeln und ihre Figuren stark zu positionieren. Der Schwandorfer entschied sich bereits in der Eröffnung für die kurze Rochade, während Manfred seinen König recht lange in der Mitte des Brettes stehen lies und einen Angriff auf den weißen König vorbereitete. Sein Kontrahent reagierte sehr Verhalten auf den Angriff und den Windsicheschenbacher die Möglichkeit eine Figur gegen 2 Bauern zu opfern um klaren Vorteil zu erreichen. Die Partie endete schnell da sich sein Gegenüber Matt setzen lies. (3-2)

Auch Siegfried Stelzer sah sich an Brett 3 mit der Skandinavischen Verteidigung konfrontiert. Siegfried versuchte von Anfang an, im Zentrum Übergewicht erreichen, jedoch verteidigte sich sein Kontrahent sehr geschickt und gab unserem Spieler kaum Möglickeiten sich Vorteile zu erarbeiten. Leider entschied sich Siegfried dafür das Zentrum mit der Brechstange zu öffnen, was sich leider als großes Nachteil herausstellte und er leider eine Qualität opfern musste. Dieses Übergewicht nutzte sein Gegner konsquent aus und konnte mit zwei Schwerfiguren den Sieg erringen. (3-3)

Durch dieses etwas glückliches Unentschieden und einem kampflosen Sieg im letzten Wettkampf erreichte unsere 3. Mannschaft im Aufstiegsjahr in der Kreisliga 1 einen hervorragenden 3. Platz mit einem 9-5 positiven Punkteergebnis. 

Hier können wir sehr stolz auf unsere 3. Mannschaft und ihre Spieler sein. 

3. Mannschaft gelingt makelloser Erfolg gegen Tabellenschlusslicht.

Beim Heimkampf unserer 3. Mannschaft gegen die Schachfreunde Roding, war das Ziel unserer Spieler durch einen Erfolg den Klassenerhalt in der Kreisliga I zu sichern. Dementsprechend gingen alle unsere Spieler extrem motiviert an ihre Partien!

Florian Süß wählte an Brett 6 mit den weißen Steinen die Englische Eröffnung, wobei sein Gegner durch einen unnötigen Bauernvorstoß im Zentrum sehr bald in eine unangenehme Stellung geriet und dadurch bereits im Mittelspiel eine Leichtfigur verlor. Florian baute seinen materiellen Vorteil kontinuierlich aus und konnte seinen Gegner bald Matt setzen und unsere Mannschaft dadurch in Führung bringen. (1-0).

Am 4. Brett entschied sich Stock Benedikt für die Abtauschvariante im Damengambit, nachdem nach der Eröffnung 3 der 4 Leichtfiguren getauscht wurden übersah sowohl Benedikt als auch sein Gegner eine Abwicklung die zum jeweiligen klaren Vorteil geführt hätte, so jedoch verflachte die Partie. Unser Spieler versuchte jedoch weiter Druck auf die Stellung des Schwarzen auszuüben und konnte durch das ungenaue Spiel seines Kontrahenten in klaren Vorteil gelangen. Durch Bauerngewinne im Turmendspiel  zwang er seinen Gegner zur Aufgabe. (2-0).

Das Damengambit wählte ebenfalls mit den weißen Steinen Michael Betz am 2. Brett, wobei Michael bereits in der Eröffnung sich einen Raumvorteil erarbeiten konnte. Durch den günstige Positionierung seiner Figuren entschied sich unser Spieler für einen Königsangriff. Durch ungenaue Verteidigungszüge seines Gegners gewann Michael zwei Bauern was seinen Kontrahenten dazu veranlasste die Partie aufzugeben. (3-0).

Simon Lamm spielte am 3. Brett mit den schwarzen Steinen die Königsindische Verteidigung. Nachdem sich Simon sehr schwer tat, sich aus seiner gedrückten Stellung zu befreien, ließ sein Gegner die Chance aus eine sehr gute vorteilhafte Stellung zu erreichen. Simon konnte mit seinen Springer ins gegnerische Lager eindringen und in Verbindung mit seinen Schwerfiguren seinen Gegner Matt setzen. (4-0).

An Brett 5 sah sich Christian Kraus als Schwarzer mit dem Damenbauernspiel konfrontiert, durch eine ungenaue Zugfolge seiner Gegnerin zu Beginn des Mittelspiels, gewann Christian bereits eine Qualität und erreicht bereits da einen starken Vorteil in der Partie. Durch den Vorteil bemühte sich unser Spieler weitere Figuren vom Brett zu nehmen um die Stellung weiter zu vereinfachen. Nach einem weiteren Fehler der Rodinger Spielerin gab sie sich sofort geschlagen. (5-0).

Siegfried Stelzer wählte am Spitzenbrett die Rossolimo Variante in der Siziliansichen Verteidigung. Da beide Partei am Brett taktierten konnte eigentlich keine Seite einen Vorteil herausarbeiten. Obwohl Siegfried sehr bemüht war sich kleine Vorteile zu erarbeiten, verteidigte sich sein Gegner durchaus geschickt und konnte die Stellung relativ ausgeglichen halten. Ohne Not opferte dann sein Kontrahent einen Turm was Siegfried konsequent ausnutze und seinen Gegner nach ein paar Zügen zur Aufgabe zwang. (6-0).

Durch diesen tadellosen Erfolg unserer Mannschaft sind alle Abstiegssorgen beseitigt und jetzt können wir an den letzten beiden Spieltagen befreit aufspielen! Vielleicht können wir sogar im Meisterschaftsendspurt für die eine oder andere Überraschung sorgen, da wir noch sowohl gegen den Tabellenersten und -dritten antreten müssen. 

Es ist für unsere Mannschaft bereits jetzt schon ein beachtlicher Erfolg, als Aufsteiger die Klassenerhalt gesichert zu haben.

1. Mannschaft mit bärenstarkem Auftritt

Gut erholt von der Pleite in Bindlach zeigte sich die 1. Mannschaft am vergangenen Sonntag beim Heimspiel im Feuerwehrhaus gegen den TSV Kareth-Lappersdorf. Rückkehrer Jaroslav Illetsko wurde nach überstandener Krankheit von allen freudig begrüßt und saß erstmals in dieser Saison für uns am Brett. Solchermaßen mental gestärkt fand die gesamte Mannschaft zu alter Stärke zurück, wirkte hochkonzentriert und kam mit einer überzeugenden Leistung gegen die leicht favorisierten Regensburger Vorstädter ohne eine einzige Niederlage zu einem kaum für möglich gehaltenen klaren Sieg.

An Brett 5 (S) wurde Stephan Schmahl in der Sizilianischen Verteidigung von einer ungewöhnlichen Zugfolge seines Gegners überrascht, mit der dieser versuchte in eine günstige Variante des scharfen Morra-Gambits überzuleiten. Stephan bewahrte jedoch kühlen Kopf, ließ sich auf nichts ein und griff stattdessen zu einem bekannten Scheinopfer im Zentrum, das die weißen Angriffshoffnungen zunichte machte und die Stellung durch Übergang ins Endspiel sofort ausglich:

Brett 5: Das Angebot seines Gegners mittels 7…dxc3 ins Morra-Gambit zu wechseln, lehnte Stephan dankend ab und nutzte stattdessen die weiße Figurenstellung zum Scheinopfer 7…Sxe4! Nach 8.Dxe4 d5 9.Lxd5 Dxd5 10.Dxd5 exd5 hatte er seine Eröffnungsprobleme gelöst.

In der Folge hatte Schwarz wegen seines Läuferpaars sogar einen minimalen Vorteil, doch da dieser aufgrund der fehlenden Bauernhebel nur schwer zu vergrößern war und sich zudem nach einer Ungenauigkeit verflüchtigte, bot Stephan im 17. Zug ein Unentschieden an, was nach kurzer Beratung der Gäste angenommen wurde.

Brett 5: Nach 17…Tfd8 war die erste Partie zufriedenstellend beendet.

Ein guter Start für das Team mit einem schnellen und sicheren Schwarz-Remis. (½-½)

An Brett 6 (W) duellierte sich Jaroslav Illetsko mit seinem Gegner in einer der am tiefsten analysierten Abspiele der Tarrasch-Variante in der Französischen Verteidigung. Beide Kontrahenten schenkten sich nichts, konnten aber aus der Eröffnung keinen Vorteil erzielen. Auch im Mittelspiel blieb die Stellung nach beidseitig typischen Manövern im Gleichgewicht bis der Schwarze den Damentausch anbot:

Brett 6: Nach 23.Dxb4 axb4 24.f3 sieht der Computer Jaroslav leicht im Vorteil. Die weiße Bauernstellung ist besser und sein König kann zügig das gute Zentralfeld d4 erreichen. Ob man eine solche Stellung zu verwerten vermag, steht allerdings auf einem anderen Papier. Ein Kunststück, das auf höchster Ebene neben Magnus Carlsen wohl nur wenige andere Spitzenspieler auf der Welt beherrschen und auch regelmäßig vorführen!

Jaroslav wählte einen anderen Weg, deckte seine Dame mit dem Turm und nach dem Tausch auf d2 war die Stellung völlig ausgeglichen. Zwei Züge später bot der Karether Remis an, was zurecht akzeptiert wurde. Ein erfreulicher Einstand für Jaroslav nach seiner viel zu langen Abwesenheit! (1-1)

An Brett 7 (S) spielte Jindrich Novak gegen den Aufzug des Königsbauern wie üblich eine Mischung aus Philidor- und Pirc-Verteidigung. Da auch sein Gegner nichts einzuwenden hatte, kam es schon im 4. Zug zum Damentausch und einem anschließenden komplexen Mittelspiel. Den kleinen weißen Raumvorteil konnte Jindrich durch ein geschicktes Manöver mit Tausch der schwarzfeldrigen Läufer ausgleichen. Als auch die beiden letzten Läufer und ein Turmpaar das Brett verließen, blieb ein gleich stehendes Endspiel übrig:

Brett 7: Nach 18 Zügen hatte Jindrich durch seine unorthodoxe aber effektive Spielweise eine ausgeglichene Stellung erreicht, die Anlass zur Hoffnung auf ein weiteres Schwarz-Remis gab.

In der Folge fand der Karether keinen wirksamen Plan, was Jindrich Zeit gab seine Springer für eine bessere zentrale Kontrolle umzugruppieren. Als Weiß schließlich doch noch versuchte seine Bauern am Königsflügel nach vorn zu werfen, war sein Hinterland nicht ausreichend koordiniert und Jindrich hätte klaren Vorteil erreichen können:

Brett 7: Mit 27…Sf7! hätte Jindrich die unglückliche weiße Figurenaufstellung zu einem Bauerngewinn bei gleichzeitiger Entstehung eines eigenen Freibauern nutzen können.

Leider verpasste der Windischeschenbacher diese Gelegenheit und wollte stattdessen den Bauern g5 mit dem Turm einkassieren, hatte dabei aber vermutlich die taktischen Ressourcen seines Gegners unterschätzt:

Brett 7: Nach dem taktischen Trick 29.Txd6! war Jindrich wegen der möglichen Gabel auf e4 gezwungen seinen schönen Sd6 gegen den August auf g3 zu tauschen, wonach die Chancen des Anziehenden wieder intakt waren.

Das Unentschieden vor Augen geriet der Karether unter Zeitdruck plötzlich ins Schwimmen und verlor innerhalb weniger Züge vollends den Faden:

Brett 7: Gegen die Drohung …Sd5 mit Gewinn des gefesselten weißen Springers half nur 33.Kb2! mit wahrscheinlichem Remis. Weiß spielte jedoch 33.Th7+?? Kf6! und der schwarze König konnte entscheidend ins Geschehen eingreifen.

Wenige Züge später kam es zum Schlussakkord:

Brett 7: Tödliche Fesselung! Mit 37…Sb1! ließ Jindrich seinem Gegner nur noch die Wahl zwischen einem sofort verlorenen Bauernendspiel und dem aussichtslosen Versuch mit seinem Turm im Trüben zu fischen. Er versuchte letzteres, doch eine Rettung war nicht mehr in Sicht.

Vermutlich enttäuscht über den Lauf der Ereignisse schleppte der Gast die Partie noch über die Zeitkontrolle, bevor er das Handtuch warf und gratulierte. Ein zwar etwas glücklicher aber enorm wichtiger Sieg für uns und der zweite volle Punkt für Jindrich in Serie! (2-1)

An Brett 1 (S) bekam es FM Zdenek Haba mit der Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung zu tun und leitete durch Zugumstellung in eine Art Modern Defence über, die nach acht Zügen eher wie die Panov-Variante der Caro-Kann Verteidigung anmutete:

Brett 1: Nach 8…Lf5 wäre die schwarze Stellung in Ordnung gewesen, doch Zdenek spielte etwas sorglos 8…Lg7? und hätte nach 9.Db3! in ernste Schwierigkeiten kommen können. Nach dem praktisch erzwungenen 9…e6 10.Lf4 wäre wegen der Schwäche des Feldes d6 guter Rat bereits teuer gewesen. Stattdessen wählte der Karether 9.Sg5? und geriet nun seinerseits in Nachteil.

Die ungewöhnliche Eröffnung schien beiden Kontrahenten einiges Kopfzerbrechen zu bereiten, denn Fehler in einer so frühen Partiephase sind für Spieler dieses Niveaus eher unüblich. Zur nächsten fragwürdigen Entscheidung kam es bereits wenige Züge später:

Brett 1: Nach dem eigentlich auf der Hand liegenden 12…b5! kommt der weiße Läufer in Entscheidungsnöte. Sowohl nach 13.Lb3 Sa5 als auch nach 13.Ld3 e5! reklamiert der Computer bereits nahezu gewinnbringenden Vorteil für Schwarz! Zdenek spielte aber 12…Da5?!, was zwar nicht unbedingt schlecht war, aber leider die bessere Möglichkeit verpasste.

Drei Züge später waren die Damen vom Brett verschwunden und der schwarze Vorteil verpufft:

Brett 1: In ausgeglichener Stellung tauschte Zdenek mit 21…Txc1 die Türme und bot Remis an, was völlig in Ordnung war und dementsprechend akzeptiert wurde.

Ein weiteres Schwarz-Remis für uns, aber eine Partie in der nach überstandener früher Krise vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre. (2½-1½)

An Brett 3 (S) konnte Christian Müller in einem italienischen Zweispringerspiel seinen Augen kaum trauen, als sein Gegner, scheinbar provoziert durch den frühen Aufzug der schwarzen Königsflügelbauern, schon im 8. Zug eine Figur für bestenfalls nebulöse Kompensation opferte:

Brett 3: Die Engine bewertet das mehr als zweifelhafte weiße Opfer 8.Lxg5?? hxg5 9.Sxg5 bereits als total gewonnen für Schwarz, da Christian den neuralgischen Punkt f7 leicht mit 9…Sd8! überdecken konnte.

Die schwarze Stellung sah mit dem König in der Mitte zwar oberflächlich unbequem aus, doch Christian ließ sich weder ins Bockshorn jagen noch fing er an Gespenster zu sehen und ging nach ein paar Verteidigungszügen zum Gegenangriff über. Trotz der nicht immer genauesten Fortsetzung kam es in folgender Stellung zum krönenden Abschluss:

Brett 3: Auf 23…Db6+ musste Weiß nolens volens 24.Tf2 spielen, um den sofortigen Kollaps zu vermeiden. Nach 24…Ld7 wäre die Stellung aber mit einer Figur weniger auf Dauer ebenfalls nicht zu halten gewesen.

Vermutlich aus Ärger über seine frühe Fehlentscheidung, die zum inkorrekten Figurenopfer führte, zog der Karether seinen König in die Ecke und wurde klassisch ausgeknockt:

Brett 3: Die Gelegenheit zu einer Glanzpartie ließ sich Christian natürlich nicht entgehen und zwang seinen Gegner nach der forcierten Folge 24…Txh2+!! 25.Kxh2 Dxb2+ mit matt in spätestens vier Zügen zur sofortigen Aufgabe!

Ein überzeugendes Finale von Christian und ein weiterer voller Punkt nach missratener Eröffnung seines Gegners, mit dem wir ganz nah dran waren am Mannschaftssieg. (3½-1½)

An Brett 8 (W) kämpfte Miroslav Kalous mit seinem Gegner in einer Damenindischen Verteidigung trotz eines jeweils ungewöhnlich entwickelten Springers (Schwarz nach a6 und Weiß nach d2) verbissen um die Vorherrschaft im Zentrum. Drei fianchettierte Läufer sowie vier Bauern und ein Springer kreuzten direkt die Klingen und neutralisierten sich weitestgehend gegenseitig.

Brett 8: Rush Hour im Zentrum in der Partie von Mirek.

Auch nach den ersten Tauschaktionen blieb die Stellung ausgeglichen bis der Karether im 18. Zug anscheinend seine Chancen zu optimistisch einschätzte:

Brett 8: Statt mit 18…Lxg2 19.Sxg2 cxd4 weiteres Material abzutauschen und das Zentrum mehr oder weniger leer zu fegen, entschied sich Schwarz die Stellung seines Damenturms mit 18…Tbe8 zu verbessern, schätzte dabei aber die Situation nicht korrekt ein. Nach 19.Lxd5 exd5 kristallisierte sich gegen die hängenden schwarzen Bauern ein Vorteil für Mirek heraus.

Die Stellung blieb weiterhin kompliziert mit Ungenauigkeiten und Fehlern auf beiden Seiten wobei der Gast schon zwei Züge später die Partie eigentlich wegwarf:

Brett 8: Nach 21…Se6! wäre Schwarz wieder Ok gewesen, doch der Nachziehende wählte völlig überraschend 21…f4?? und opferte damit einen Bauern ohne jede ersichtliche Kompensation. Noch erstaunlicher war, dass Mirek das Geschenk nicht annahm und nach 22.dxc5?? fxe3 23.fxe3 Lxb2 24.Dxb2 Txe3 mit leeren Händen, sprich ohne jeden Vorteil, dastand.

Als die Anspannung auf dem Höhepunkt war, verlor der Karether in immer noch ausgeglichener Stellung vollends den Faden und geriet endgültig auf die Verliererstraße:

Brett 8: Mit dem logischen 29…Db6 war das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, doch Schwarz spielte 29…d4?? und konnte nach 30.Dc2! das Eindringen der weißen Dame über die c-Linie nicht mehr parieren.

Bei beidseitig aufkommender Zeitnot und nach weiteren Fehlern landete man schließlich in einem skurrilen Turmendspiel in dem die schwarzen Fußgänger nur zweiter Sieger wurden:

Brett 8: Mit 37.Tf1! Te8 38.d6 d3 39.d7 setzte Mirek den erfreulichen Schlusspunkt unter eine nervenaufreibende Partie. Die weißen Bauern sind nicht mehr aufzuhalten.

Mit diesem lange Zeit nicht erwarteten Partiegewinn hatte Mirek den sprichwörtlichen Sack zugemacht und den wertvollen Mannschaftssieg sichergestellt. Ein erhebendes Gefühl und eine heroische Leistung! (4½-1½)

An Brett 4 (W) wählte Philipp Mark gegen das altehrwürdige und unverwüstliche Wolga-Benkö-Gambit eine der Hauptvarianten, die in ein typisches Mittelspiel mündete. Den Minusbauern versucht Schwarz mit Figurenaktivität und Druck auf den offenen Linien am Damenflügel zu kompensieren. Weiß stemmt sich mit einem Springer auf b5, unterstützt durch seinen Bauern a4, dagegen. Und genau so spielten es auch die beiden Kontrahenten:

Brett 4: Nach 16…Tab7 17.Dc2 war die Entwicklung abgeschlossen und eine übliche Stellung im Wolga-Gambit erreicht, die von Engines als vorteilhaft für Weiß eingeschätzt wird. Doch so einfach ist es nicht.

Nach ein paar weiteren Zügen des Manövrierens kam Philipp leider vom rechten Weg ab:

Brett 4: Mit 22.h3! konnte Philipp ein Luftloch für seinen König schaffen und dem schwarzen Spiel den Wind aus den Segeln nehmen. Leider wählte er 22.Lxg7? Kxg7 und konnte fortan nur noch passiv seinen Bauern b2 verteidigen.

Nichtsdestotrotz hatte der Karether nur Kompensation für den fehlenden Bauern, aber nicht mehr. Doch unter Zeitdruck unterlief Philipp ein schwerer Fehler, der ihn eigentlich die Partie hätte kosten müssen:

Brett 4: Der Doppeldrohung …Dxf2+ und …Sb4 war nur mit 27.Sf3 und Hergabe des Bauern e4 zu begegnen, doch Philipp griff mit 27.Tf1?? daneben und stand nach 27…Sb4 28.Db2 Sxa2 29.Dxa2 glatt auf Verlust.

In einer von weiteren Fehlern geprägten Schlussphase war es schließlich der Gast, der seinen Vorteil endgültig verspielte:

Brett 4: Mit 35…Tb4 konnte Schwarz noch immer gewinnen, doch er spielte 35…De2?? und musste nach 36.Sc4! wegen seiner hängenden Dame in eine für Weiß günstige Vereinfachung einwilligen.

Mit Erreichen der Zeitkontrolle und laut Computer ausgeglichener Stellung bot der sichtlich frustrierte Karether Remis an, das natürlich sofort angenommen wurde. Ein am Ende sicher glücklicher, aber insgesamt nicht unverdienter halber Punkt mit dem Philipp weiterhin ungeschlagen und eine Stütze der Mannschaft bleibt! (5-2)

An Brett 2 (W) bekam es Tobias Brunner mit dem extrem starken und weithin bekannten Schachfreund Roland Speckner zu tun, der mit seiner fast 250 Punkte höheren Wertungszahl klarer Favorit in dieser Begegnung war. Ganz sicher kein einfaches Los, zumal letzterer mit drei Punkten aus drei Partien auch noch mit einer blütenreinen Weste angereist war. Doch Tobias zeigte sich unbeeindruckt und verfolgte von Anfang bis Ende konsequent seinen Plan, nämlich einfach nichts zu unternehmen und es seinem prominenten Gegner zu überlassen, zu zeigen, wie er gedachte mit den schwarzen Steinen zu gewinnen. In der Abtausch-Variante der Caro-Kann Verteidigung war dann bis zum 15. Zug auch tatsächlich nicht viel passiert:

Brett 2: In ausgeglichener Stellung ging Tobias mit 16.f4? etwas zu optimistisch zu Werke und hatte fortan mit dem Nachteil seines blockierten Doppelbauern auf der g-Linie zu kämpfen.

In der recht statischen Stellung waren Positionsverständnis und ein geduldiges Lavieren angesagt, was sich zwar leicht anhört, in der Praxis aber regelmäßig als sehr schwer herausstellt. So kam es auf beiden Seiten zu Ungenauigkeiten, die jedoch die generelle Einschätzung eines Gleichgewichts nicht nennenswert beeinflussten. Zwölf Züge später ergab sich folgende hochinteressante Möglichkeit:

Brett 2: Statt seinen schwachen Bauern e6 vorsorglich mit einem Turmzug nach e8 zu stützen, hatte Schwarz soeben 27…Kf7 gezogen und damit Tobias die Chance gegeben mittels 28.Sxf5! Sxf5 29.Txe6 Dxe6 30.Txe6 Kxe6 31.g4 ein zweischneidiges Ungleichgewicht herzustellen.

Da eine derartige Verschärfung der Lage aber nicht ins allgemeine weiße Konzept gepasst hätte, verzichtete Tobias bewusst auf diese Wendung und konzentrierte sich stattdessen wieder aufs Abwarten. Nach einer weiteren längeren Phase des Lavierens, gelang es dem Windischeschenbacher schließlich seinen Doppelbauern aufzulösen und damit dem angestrebten Remis wieder einen Schritt näher zu kommen:

Brett 2: Nach 37.g4 hxg4 38.Sxg4 kommt die Engine zum prosaischen Ergebnis „= (0.00)“.

Nach dem anschließenden Generalabtausch der Türme auf der h-Linie war das Unentschieden bereits abzusehen:

Brett 2: Weiß hatte gerade 44.Sg4 gezogen und drohte mit seiner Dame dem gegnerischen König zu Laibe zu rücken. Nach 44…Df7 45.Dh6+ Kg8 46.Dh4 Kg7 wäre das Pulver wohl endgültig verschossen gewesen, doch der Gast spielte 44…Sf5 und hätte noch einmal eine Schrecksekunde erleben können.
Brett 2: Der Trick 45.Dh7+! wäre in der 5. Stunde der Partie bei runtertickender Uhr sicher unangenehm für Schwarz gewesen! Nach dem erzwungenen 45…Kxh7 46.Sxf6+ Kg7 47.Sxd7 hätte Tobias einen Bauern gewonnen, doch die gegnerische Aktivität nach 47…Se3 48.Se5 Kf6 49.Sd3 Kf5 50.Kf2 Ke4 hätte jeden Versuch ernsthaft auf Gewinn zu spielen zunichte gemacht.

Tobias blieb sich treu, ließ sich auch am Schluss auf keine Experimente ein und tütete das verdiente Remis schließlich im 54. Zug per Dauerschach in einem reinen Damenendspiel ein. Eine klasse Leistung gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner und die Abrundung eines aus unserer Sicht fabelhaften Wettkampfs! ()

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach diesem Big Point ist das gerade erst aufgetauchte Abstiegsgespenst schon fast wieder vertrieben! Nach zwei Dritteln der Saison weisen wir als Aufsteiger ein ausgeglichenes Punktekonto auf und konnten dabei sogar gegen die drei Spitzenteams exakt 50 % der Punkte und Brettpunkte erzielen. Eine mehr als erfreuliche Zwischenbilanz, die uns alle Chancen gibt das große Ziel Klassenerhalt aus eigener Kraft zu erreichen!

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch immer das Ergebnis des wegen des Schneechaos Anfang Dezember 2023 ausgefallenen Kampfes PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlt:

In der 7. Runde am 17. März sind wir zu Gast beim momentanen Tabellenschlusslicht PTSV SK Hof und könnten dort mit einem Auswärtssieg den Klassenerhalt praktisch besiegeln. Mit einer ähnlich soliden Vorstellung wie am Sonntag muss uns überhaupt nicht bange sein, aber unterschätzen dürfen wir unseren Gegner auf gar keinen Fall! Die Hofer stehen mit dem Rücken zur Wand und werden sicher alles in die Waagschale werfen, um dem drohenden Abstieg doch noch zu entgehen. Nur mit unserer mannschaftlichen Geschlossenheit können wir auch diese Hürde meistern!

Das LigaOrakel honoriert unsere klasse Vorstellung mit einer weiteren Verbesserung unserer Chancen auf den Klassenerhalt, diesmal um satte 21,3 Prozentpunkte auf nur noch 0,7 % Abstiegswahrscheinlichkeit:

Erstmals billigt uns das Orakel sogar Aufstiegschancen von 0,1 % zu! Einfach nur verrückt!

Die Situation in den oberen Ligen scheint sich zudem immer mehr in Richtung nur zweier Absteiger aus der Landesliga zu klären, was zusätzlich die enorme Verbesserung unserer Chancen erklärt:

Alles in allem sieht die Schachwelt derzeit rosig für uns aus. Wenn wir weiter so selbstbewusst und konzentriert auftreten, kann es auch so bleiben!

Schwarzer Tag für die 1. Mannschaft

Am vorletzten Sonntag mussten wir zum klaren Meisterschaftsfavoriten und designierten Aufsteiger TSV Bindlach Aktionär nach Bayreuth reisen. Mit im Schnitt gut 100 Rating-Punkten weniger an jedem Brett wäre alles andere als eine klare Niederlage für uns eine Überraschung gewesen. Leicht wollten wir es unserem Gastgeber aber keinesfalls machen und so gingen wir in gewohnter Aufstellung positiv gestimmt in den Kampf. Doch an diesem Tag war Fortuna leider nicht mit uns im Bunde.

An Brett 2 (S) bekam Tobias Brunner mit dem irischen IM Gavin Wall den stärksten Gegner zugeteilt. Und der legte auch gleich richtig los als er in der Vorstoß-Variante der Caro-Kann Verteidigung schon früh versuchte zu attackieren, indem er auf beiden Flügeln mit forschen Bauernvorstößen vorpreschte. Solchermaßen überrascht, fand Tobias nicht die besten Züge und sah sich fortan in die Verteidigung gedrängt. In bereits schwieriger Lage unterlief ihm dann im 15. der bereits vorentscheidende Fehler:

Brett 2: Nach 15…Sxc4? 16.Sxc4 Lc5 17.Le3 konnte Tobias das wichtige Feld d6 nicht mehr verteidigen, wonach der dort auftauchende weiße Springer die schwarze Stellung völlig einschnürte.

Mit der Krake auf d6 lief der weiße Angriff gegen den unrochierten König wie am Schnürchen und führte beinahe zwangsläufig zu entscheidendem Materialgewinn und schlussendlich zum Matt. (0-1)

An Brett 1 (W) wählte FM Zdenek Haba gegen die Königsindische Verteidigung die altehrwürdige Awerbach-Variante im Klassischen System. Beide Spieler folgten bis zum 10. Zug bekannter Theorie, die in einem scharfen Mittelspiel mit entgegengesetzten Rochaden mündeten. In zweischneidiger Stellung hatte Zdenek die Möglichkeit zu einem interessanten Bauernopfer, die er jedoch zugunsten einer ruhigeren Fortsetzung verwarf:

Brett 1: Mit 17.g4!? hätte Zdenek versuchen können, die Initiative an sich zu reißen. Nach 17…fxg4 18.fxg4 Lxg4 19.Tdg1 hat Weiß aufgrund der offenen g-Linie und des Feldes e4 für seinen Springer sicher Kompensation. Er spielte aber vorsichtiger 17.Lc2 und die Stellung blieb spannungsgeladen.

In der Folge belauerten sich die Kontrahenten und suchten nach einem für sie günstigen Durchbruch. Die Chance für Zdenek kam schließlich im 23. Zug, als er mit ähnlichen Motiven wie schon im 17. Zug Linien am Königsflügel hätte öffnen können:

Brett 1: Die Zeit war reif für Zdenek, den Stier mittels 23.g4! bei den Hörnern zu packen. Nach 23…hxg4 24.fxg4 f4 25.Se4 Dh6 26.Lf2 sieht der Computer Weiß entscheidend im Vorteil. Die heranrollenden weißen Bauern nehmen durch Angriffe gegen die schwarze Dame noch mehr Fahrt auf.

Zdenek agierte erneut zurückhaltender, aber nicht wesentlich schlechter, denn der Vorstoß g4 verblieb weiterhin in der Stellung. Drei Züge später kam es zum Kipppunkt der Partie:

Brett 1: Mit 27.Sxe4! Lf5 28.Le3 hätte Zdenek einen klaren Vorteil erreichen können, doch leider wählte er 27.fxe4? wonach der Computer erstmals in der Partie Schwarz die besseren Chancen einräumte.

Enttäuscht durch den Lauf der Ereignisse und in Zeitnot verlor Zdenek nun vollends den Faden, geriet klar in Nachteil und musste sich schließlich kurz vor der Zeitkontrolle geschlagen geben. Eine tragische Partie. (0-2)

An Brett 5 (W) versuchte Stephan Schmahl der Französischen Verteidigung seines Gegners mittels der als remisverdächtig verpöhnten Abtausch-Variante zu begegnen. Nach sehr ruhiger Eröffnung verlief auch das Mittelspiel ähnlich und nach dem Damentausch wurde ein ausgeglichenes Endspiel erreicht. Nachdem beide Spieler wenig Möglichkeiten für ein aktives Vorgehen hatten, deutete alles bereits auf ein friedliches Unentschieden hin, als Stephan der folgende Lapsus unterlief:

Brett 5: Nach 21.b3 gefolgt von g4 wäre ein Remis das wahrscheinlichste Ergebnis gewesen, doch Stephan spielte leider 21.Sd3?? und wurde durch 21…Txe2+! jäh aus allen Träumen gerissen! Nach 22.Txe2 Txe2+ 23.Kxe2 Sg3+ verlor er eine Figur und in der Folge auch die Partie.

Der taktische Einschlag gewann eine Figur für Schwarz und als auch der Versuch fehlschlug den Sh1 zu fangen und Schwarz sich konsolidiert hatte, musste Stephan konsterniert die Waffen strecken. (0-3)

An Brett 8 (S) entschied sich Rudi Schön gegen die Damenbauereröffnung seines Gegners zur Grünfeld-Indischen Verteidigung. Der Bindlacher wählte die Abtausch-Variante, vermischte dabei aber die Systeme, so dass Rudi schon nach wenigen Zügen einen leichten Vorteil verzeichnen konnte.

Brett 8: Mit 12…cxd4 13.cxd4 Dxc2 14.Lxc2 Le6 hätte sich Rudi das typische Grünfeld-Indische Gegenspiel gegen das weiße Zentrum und einen kleinen Vorteil sichern können. Er wählte jedoch mit 12…c4 einen gänzlich anderen Weg, der im Endeffekt leider nicht überzeugen konnte.

Der Bindlacher nutzte seinen Raumvorteil im Zentrum zur Umgruppierung seiner Figuren und setzte die schwarze Stellung gehörig unter Druck. Als es Rudi schließlich gelang seine Damenflügelmajorität in Bewegung zu setzen, war es leider schon zu spät:

Brett 8: Nach dem starken Vorstoß 25.d5! entfaltete sich die ganze Kraft der weißen Figuren und stellte Rudi vor große Probleme, die er eigentlich nicht mehr hätte meistern können.

Der Bindlacher öffnete das Zentrum und hatte den Sieg bereits vor Augen:

Brett 8: Es gewann 27.Lxc5! Txc5 28.Ld5 Df5 29.De3, doch der Heimspieler wählte 27.Ld5??, wonach Rudi mittels 27…Df5! den Kopf aus der Schlinge ziehen hätte können. Aber auch er ging an seinem Glück vorbei und stand nach 27…De7?? 28.e6! komplett auf Verlust.

Nach dieser verpassten Gelegenheit, bekam Rudi leider keine zweite Chance mehr und musste sich wenige Züge später geschlagen geben, als ein weißer Turm auf d7 eindrang und entscheidenden Materialgewinn forcierte. (0-4)

Damit lagen wir mehr als unglücklich und deutlich unter Wert bereits mit 0-4 hinten, wobei in drei Partien sicher das eine oder andere halbe oder ganze Pünktchen drin gewesen wären. Es zeichnete sich ein rabenschwarzer Tag für unser sonst so kampfstarkes Team ab!

An Brett 3 (W) spielte Christian Müller das Schottische Vierspringerspiel und folgte dabei zusammen mit seinem Gegner bis zum 10. Zug der absoluten Hauptvariante. Die Partie war ausgeglichen und wäre es wohl auch geblieben, wenn der Bindlacher in dieser Stellung die am natürlichsten aussehende Abtauschaktion gestartet hätte:

Brett 3: Nach 14…Sxe4 15.Lxe7 Dxe7 16.Lxe4 Lxe4 17.Txe4 Dc5 wäre ein baldiges Remis kaum zu vermeiden gewesen, doch der Bindlacher zog 14…Lxe4? und wurde von Christian mit 15.Txe4! überrascht.

Plötzlich drohen die weißen Figuren über den schwarzen König herzufallen und eine baldige Entschärfung der Situation ist nicht abzusehen. Leider setzte Christian nicht energisch genug nach, so dass sich sein Vorteil nach und nach verflüchtigte. Die e-Linie war zwar vollständig in seiner Hand, doch den Ansatzpunkt für einen entscheidenden Hebel gab es unglücklicherweise nicht. Der Bindlacher konsolidierte seine Stellung und nach dem Damentausch einigte man sich durch Zugwiederholung auf Remis. (½-4½)

An Brett 6 (S) landete Jindrich Novak nach ungewöhnlicher Eröffnungsbehandlung und durch Zugumstellung ebenfalls in einem Schottischen Vierspringerspiel, jedoch in einer weniger günstigen Variante. Dies hätte bereits früh zu Problemen führen können, doch der Bindlacher hielt die Partie in ruhigerem Fahrwasser.

Brett 6: Nach dem frechen Vorstoß 10.e5! hätte Jindrich in Schwierigkeiten kommen können, doch sein Gegner wählte 10.Sc3 und die Stellung war wieder Ok für Schwarz.

Nachdem zahlreiche Figuren inklusive der Dame abgetauscht waren, stand ein völlig ausgeglichenes Endspiel auf dem Brett, in dem Weiß zwar etwas mehr Raum hatte, aber keine Angriffspunkte im schwarzen Lager finden konnte. Bis zur Zeitkontrolle und noch einige Züge danach bekämpften sich die Kontrahenten weiterhin auf Augenhöhe bis Jindrich scheinbar die Geduld verlor:

Brett 6: Die Stellung war weiterhin ausgeglichen und mit 43…Te3! hätte Jindrich das Remis praktisch unter Dach und Fach bringen können. Doch er wählte 43…f6? und stand nach 44.Lc3 Sc5? auf Verlust. Der entscheidende Zug wäre 45.e5!! gewesen, doch den fand der Bindlacher zu unserem Glück nicht.

Die Partie kulminierte in beidseitigen Fehlern, wobei der Gastspieler gleich mehrfach den Gewinn ausließ. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, blieb ein zwar ausgeglichenes, aber tückisches Turmendspiel übrig:

Brett 6: Lange Zeit hätte fast jeder Zug zum Remis geführt, doch in dieser Stellung gab es nur noch einen Weg für Weiß. Er musste 57.a7! spielen, doch er entschied sich für 57.Ta1?? und war nach 57…f4! plötzlich nicht mehr in der Lage die verbundenen schwarzen Freibauern mit seinem Turm allein aufzuhalten.

Jindrich nutzte die Gunst der Stunde und zwang seinen Gegner nach der Abwicklung in ein leicht gewonnenes Damenendspiel zur Aufgabe. (1½-4½)

An Brett 4 (S) verteidigte sich Philipp Mark gegen den Aufzug des Damenbauern durch Zugumstellung mit dem angenommenen Damengambit. Durch die frühe Auflösung der Zentrumsspannung hatte Philipp keine Probleme seine Entwicklung zu vollenden, um eine ausgeglichene Stellung zu erreichen. Nach Generalabtausch blieb ein Turm & Springerendspiel übrig, in dem Weiß nur den mikroskopischen Vorteil von zwei gegen drei Bauerninseln aufzuweisen hatte. Der Bindlacher versuchte zwar alles, doch mit nur einer einzigen Schwäche in Form des isolierten Bauern e6 hatte Philipp keine nennenswerte Mühe die Partie im Gleichgewicht zu halten. Nach weiteren fruchtlosen Versuchen stellte der Heimspieler seine Bemühungen schließlich ein und man einigte sich auf Remis. (2-5)

Brett 4: Kompletter Ausgleich und wohlverdientes Remis für Philipp.

An Brett 7 (W) eröffnete Mirolslav Kalous die Partie Katalanisch, was aber durch Zugumstellung in einer Nebenvariante der Tarrasch-Verteidigung landete. Nach einigen Ungenauigkeiten seinerseits fand sich Mirek in einer wenig erfreulichen Stellung wieder. Nicht nur hatte er einen Bauern weniger, auch seine Figuren hatten kaum Möglichkeiten zu einer aktiven Entfaltung. Und so musste er sich nolens volens auf eine passive Verteidigung und den Versuch beschränken, seinen verloren gegangenen Bauern zurück zu erobern. Doch das sollte sich als alles andere als leicht herausstellen.

Brett 7: Mit 20…Sh7! konnte Schwarz seinen Vorteil ausbauen, denn für den schwarzfeldrigen Läufer von Mirek gibt es weiterhin kein gutes Feld.

Der Bindlacher ließ aber den Abtausch auf f6 zu und nachdem auch die weißfeldrigen Läufer vom Brett verschwanden, schnupperte Mirek plötzlich Morgenluft. Sein verbliebener Springer war dem gegnerischen Läufer überlegen, was laut Computer genügende Kompensation für den Minusbauern bedeutete. Die Partie ging weiter mit einem spannenden Marsch des weißen Königs, der sich schließlich auf f5 einnistete, während Schwarz versuchte seine Damenflügelmajorität in einen Freibauern umzuwandeln. Am Ende landete man in einem recht komplizierten Turmendspiel:

Brett 7: Mit Hilfe seines aktiven Königs war es Mirek gelungen in ein zwar wild aussehendes aber laut Computer völlig ausgeglichenes Turmendspiel abzuwickeln.

Der Bindlacher kämpfte verbissen um den Sieg, gewann sogar einen Bauern, doch trotz aller Bemühungen blieb die Stellung im Gleichgewicht. Nach fast 80 Zügen kam es in theoretischer Remisstellung noch zu einem kleinen Highlight:

Brett 7: Die Situation schien noch einmal bedrohlich zu werden, doch Mirek zeigte sich auf der Höhe des Geschehens und drängte den schwarzen König mittels 79.Tg2+! zurück, da ein Schlagen des Turms zum Patt und automatischem Remis geführt hätte.

Kurze Zeit später stellte der Heimspieler weitere Versuche ein und man einigte sich auf Remis. (2½-5½)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach dieser unverdient heftigen Pleite beginnt nun, wie für die halbe Liga, auch für uns das Zittern um den Klassenerhalt. Aber noch haben wir es selbst in der Hand unser Ziel zu erreichen, also bleiben wir optimistisch!

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch immer das Ergebnis des wegen des Schneechaos Anfang Dezember 2023 ausgefallenen Kampfes PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlt:

In der 6. Runde am 25. Februar spielen wir zu Hause gegen den aktuellen Tabellendritten vom TSV Kareth-Lappersdorf. Auch in diesem Kampf gegen die Regensburger haben wir auf dem Papier nur Aussenseiterchancen, aber warum sollte uns nicht ein ähnlicher Coup gelingen wie beim 4-4 gegen den SC Erlangen vor wenigen Wochen? Jeder Brettpunkt zählt und die endgültige Entscheidung über den Abstieg wird erst in den letzten drei Runden gegen die direkte Konkurrenz fallen.

Trotz der Niederlage billigt uns das LigaOrakel eine weitere Verbesserung unserer Chancen auf den Klassenerhalt zu, diesmal um 9,2 Prozentpunkte auf nur noch 22 % Abstiegswahrscheinlichkeit:

Das Orakel beginnt an uns zu glauben!

Sieg und Niederlage für die 3. Mannschaft

Die letzten beiden Wettkämpfe unserer 3. Mannschaft endeten mit einer Niederlage und einem Sieg. 

Beim letzten Wettkampf im alten Jahr spielten wir zu Hause gegen unsere Nachbarn der Speilgemeinschaft Neustadt/Luhe. Aufgrund vieler Ausfälle konnten wir nur mit fünf Spielern antreten und lagen dadurch bereits zu Beginn mit 0-1 in Rückstand.

Christian Kraus wählte am 3. Brett mit den schwarzen Steinen die Sizilianische Verteidigung. Nachdem beide Kontrahenten die Eröffnung ungenau behandelten, konnte Christian eine Leichtfigur gewinnen und erreichte einen guten Vorteil. Durch einen groben Fehlzug, geriet unser Spieler in ein Mattnetz, das er nicht mehr verteidigen konnte. (0-2).

Mit den weißen Steinen an Brett 4, entschied sich Florian Süß für die Englische Eröffnung, wobei er leider eine für sich sehr ungünstige Abwicklung wählte und dadurch eine Leichtfigur einstellte. Florian war zwar sehr bemüht einen Ausgleich zu erreichen, was jedoch sein Gegner in keinster Weise zustande kommen ließ, was im Mittelspiel zur Partieaufgabe führte (0-3).

Bei einem angenommenen Damengambit konnte sich Benedikt Stock einen leichten Vorteil am zweiten Brett erarbeiten, welchen er Stück für Stück weiter ausbauen konnte. Leider verpasste er eine erfolgreiche Fortsetzung, welche ihn auf die Gewinnerstraße gebracht hätte. Nachdem die Partie dann zusehends verflachte und auf keiner Seite mehr Vorteile vorhanden war, einigten sich die Spieler auf ein Unentschieden. (0,5-3,5).

Seinen ersten Einsatz durfte Maximilan Warziwoda am 5. Brett feiern. In einem Generationenduell zwischen Jung und Alt entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, wobei die Chancen auf beiden Seiten lagen. Nach einigen unklaren Situationen verflachte die Partie im Endspiel weswegen sich die beiden Spieler auf ein Leistungsgerechtes Unentschieden einigten (1-4).

Am Spitzenbrett spielte Svatoslav Zitek eine Italienische Partie, welche ohne große Aufregung in ein ausgeglichenes Mittelspiel endete, welches unser Spieler in ein Remis abwandelte, da der Mannschaftskampf bereits verloren war. (1,5-4,5).

Im ersten Wettkampf im neuen Jahr musste unsere 3. Mannschaft nach Oberviechtach beim direkten Konkurrenten antreten. Diesmal konnten wir aus den Vollen schöpfen und sind mit der besten Aufstellung in diesem Jahr angetreten. 

Es entwickelten sich von Anfang an sehr interessanten Partien an allen Brettern.

Florian Süß entschied sich an Brett 6 für die Königsindische Verteidigung, durch eine Ungenauigkeit seines Gegners gelang es Florian einen Bauern zu gewinnen. Durch den Abtausch der meisten Figuren gewann Florian noch einen zweiten Bauern dazu. Diesen Materialvorteil konnte unser Spieler im Läuferendspiel zum Sieg ummünzen. (1-0).

Auch der Gegner von Christian Kraus wählte die Königsindische Verteidigung. Christian baute bereits ab der Eröffnung Druck auf seinen Kontrahenten auf und zwang seinen Gegner im Mittelspiel dazu, eine Figur zu opfern um noch einigermaßen im Spiel zu bleiben. Christian ließ sich von dieser Aktion nicht beirren und konnte seinen Vorteil in einen sicheren Sieg umwandeln. (2-0).

Am ersten Brett sah sich Svatoslav Zitek mit der französischen Verteidigung konfrontiert. In der scharf gespielten Variante konnte unser Spieler einen Bauerngewinn verzeichnen, leider leistete sich der Windischeschenbacher in der eigentlich gewonnen Stellung einen totalen Fehlgriff, was leider nach wenigen Zügen zum Partieverlust führte (2-1).

In der Sizilianischen Verteidigung gelang es Siegfried Stelzer am 2. Brett im Mittelspiel Druck auf den gegnerischen Königsflügel aufzubauen. Durch die ungenaue Verteidigung gelang es Siegfried einen klaren positionellen Vorteil zu erreichen. Leider übersah unser Spieler die gewinnbringende Kombination und einigte sich auf ein Unentschieden (2,5-1,5).

Wie gewohnt wählte Manfred Oppel am 3. Brett die Englische Eröffnung und versuchte sich kleine Vorteile zu erspielen. Sein Gegner verteidigte sich geschickt und konnte ein leichtes Übergewicht erreichen. Manfred forcierte einen Bauernvorstoß am Königsflügel, wodurch er durch Mithilfe seines Gegners zum Königsangriff kam und sogar seinen Konkurrenten Matt setzen (3,5-1,5).

Benedikt Stock spielte die Grünfeld-Indische-Verteidigung, wo beide Spieler mit offenem Visier an die Partie herangingen. Nach einem großen Figurenabtausch im Mittelspiel konnte keiner der Kontrahenten einen Vorteil erlangen. Nachdem der Gewinn des Mannschaftskampfes feststand einigten sich die beiden Spieler auf ein Unentschieden (4-2).

Durch diesen Sieg haben wir ein ausgeglichenes Punktekonto erreicht und haben beim nächsten Wettkampf durch einen Sieg gegen den aktuell Tabellenletzten die Schachfreunde Roding, die Möglichkeit uns aller Abstiegssorgen zu entledigen.

1. Mannschaft gelingt Überraschung

Zum Jahresanfang und Start der zweiten Saisonhälfte in der Landesliga Nord (LLN) empfingen wir am Sonntag vor zwei Wochen im Feuerwehrhaus den aktuellen und noch verlustpunktfreien Tabellenführer SC Erlangen 2. Was auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit für die Gäste aussah, sollte sich mit zunehmender Spielzeit zu einem an Spannung kaum zu überbietenden Drama entwickeln. Da Jaroslav Illetsko aus gesundheitlichen Gründen weiterhin nicht zur Verfügung stand und Milo Müller nach bereits drei Einsätzen eine taktische Pause einlegte, sprang Altmeister Rudi Schön in die Bresche und wäre um ein Haar zum Matchwinner geworden.

An Brett 6 (W) verzichtete Jindrich Novak diesmal auf das Londoner System und wählte stattdessen das klassische Damengambit, das nach Zugumstellung im Meraner System mündete. Hier betraten beide Spieler nach weiteren zwei Zügen theoretisches Neuland und landeten nach mehrfachem Figurentausch in einem ausgeglichenen damenlosen Endspiel. Nach einer Ungenauigkeit im 19. Zug hatte Jindrich die besseren Aussichten, fand aber kein geeignetes Mittel, um seinen Vorteil auszubauen. Im 29. Zug ergab sich eine verblüffende Möglichkeit, die aber für das menschliche Auge schwer zu sehen war:

Brett 6: Mittels der überraschenden Wendung 29.Lxb5+! Txb5 30.Sxb5 Kxb5 31.Te7! hätte sich Jindrich einen schönen Vorteil sichern können.

So plätscherte die Partie so dahin und als alles bereits auf ein Remis hindeutete, griff der Erlanger direkt nach der Zeitkontrolle schwer daneben und erlaubte Jindrich den Übergang in ein gewonnenes Bauernendspiel, das dieser jedoch leider nicht korrekt behandelte. Der prompte Gegenfehler verschenkte den Sieg und so endete die Partie mit einem friedlichen Remis. (½-½)

Brett 6: Mit 45.Kd5! hätte Jindrich die Partie für sich entscheiden können. Doch leider wählte er 45.b4? und nach 45…axb3 46.Kxb3 g4 47.a4 h4 endete das Bauernrennen bei gleichzeitiger Damenumwandlung mit Remis.

An Brett 5 (S) wählte Stephan Schmahl gegen die Damenbauerneröffnung seines Gegners die aggressive Benoni-Verteidigung, die schließlich in der Hauptvariante des Fianchetto-Systems landete. Mit einem frühen Springer-Manöver direkt ins Zentrum versuchte Stephan seinen leichten Raumnachteil durch Figurentausch zu kompensieren, was zu einer zufriedenstellenden Stellung führte. Nach einem Fehler im 17. Zug geriet er jedoch in Nachteil und war fortan nur noch mit Verteidigung beschäftigt. Das weiße Läuferpaar und ein Turm auf der 7. Reihe übten starken Druck auf die schwarze Stellung aus, der laut Computer bereits entscheidend war. Die komplexen Möglichkeiten erforderten jedoch viel Rechenarbeit, so dass beiden Spielern weniger als zehn Minuten für 20 Züge blieben. Schließlich war es der Erlanger, der im Handgemenge seine Chancen nicht optimal nutzte. Statt sein starkes Läuferpaar zu behalten und dem schwarzen Monarchen jegliche Fluchtmöglichkeit zu nehmen, holte er sich die geopferte Qualität zurück und stand plötzlich sogar trotz des verbliebenen Mehrbauern eher schlechter.

Brett 5: Trotz einer Mehrqualität war die Stellung von Stephan alles andere als vertrauenswürdig. Zu seinem Glück entschied sich sein Gegner aber in beidseitiger Zeitnot zur sofortigen Auflösung der Spannung mit 24.Lxd7+?? und stand nach 24…Dxd7 28.b3 Df5! mit leeren Händen da.

Stephan konnte sich in Windeseile vollständig befreien, verzichtete nach dieser Nervenschlacht jedoch darauf selbst auf Gewinn zu spielen und bot Remis an, das notgedrungen angenommen wurde. (1-1)

An Brett 3 (S) griff Christian Müller gegen die Spanische Eröffnung seines Gegners zur Steinitz-Variante. Beide Spieler zeigten sich gut vertraut mit der entstandenen Struktur und den verbundenen Plänen, so dass nach gut 20 Zügen eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett stand. Schließlich war es Christian, der versuchte ein Ungleichgewicht herzustellen, indem er seine beiden Springer gegen Turm und Bauer gab. Die Stellung blieb indes in einem dynamischen Gleichgewicht, das bis kurz vor der Zeitkontrolle Bestand hatte. In laut Computer völlig ausgeglichener Stellung unterlief Christian ein Fehler, der dem Erlanger bei korrektem Spiel Angriffschancen gegen den schwarzen König und einen schönen Vorteil eingebracht hätte. Zu unserem Glück entschied er sich aber zu einem Dauerschach mit Remisschluss. (1½-1½)

Brett 3: Statt auf h6 zu tauschen, wählte Christian 37…Ta4?, was dem Weißen nach 38.Dd8+ Kh7 39.Ld2! einige Angriffschancen gegeben hätte. Sein Gegner spielte jedoch 39.Sg5+ Kxh6 40.Sxf7+ mit Dauerschach und Remis.

An Brett 8 (W) eröffnete Rudi Schön gegen die Caro-Kann Verteidigung seines Gegners mit der berühmt-berüchtigten „Fantasy-Variante“, die nicht nur ein scharfes Spiel verspricht, sondern i.d.R. auch liefert. Jeder Fehltritt kann zu einem sofortigen Desaster führen, und diese Partie war keine Ausnahme. Nach ungenauer Eröffnungsbehandlung zeigt der Computer bereits nach neun Zügen entscheidenden Vorteil für Weiß an! Möglicherweise überrascht von der eigenen Courage begann Rudi zögerlich zu agieren und ließ seinen Gegner trotz Minusbauern in eine ausgeglichene Stellung entschlüpfen.

Brett 8: Mit 12.Sxg7+ Kf7 13.Sf5 Lc5+ 14.Le3 konnte Rudi ein leicht gewonnenes Endspiel erreichen. Stattdessen spielte er 12.Sc3? und Schwarz konnte nach 12…Kf7 noch hoffen, die Partie zu halten.

Mit zunehmender Spieldauer neigte sich die Waage mal zur einen, mal zu anderen Seite bis Rudi im 29. Zug ein verhängnisvoller Fehler unterlief. Mit einer „Petite Combinaison“ hätte sein Gegner die Partie sofort für sich entscheiden können, verpasste aber diese goldene Gelegenheit und konnte in der Folge nur noch um ein Remis kämpfen.

Brett 8: Nach 29.Kf1 wäre ein Remis das wahrscheinlichste Ergebnis gewesen, doch Rudi spielte 29.Ld4??, wonach die Taktik 29…Txd4! 30.Sxd4 Lxd4+ den Tag für Schwarz entschieden hätte. Doch der Erlanger ging mit 29…Se6?? an seinem Glück vorbei und Weiß stand wieder besser.

Das letztendlich entstandene Turmendspiel mit einem Mehrbauern für Weiß war klar besser aber trotzdem schwer zu gewinnen. Direkt nach der Zeitkontrolle forderte die Anspannung ihren Tribut, als der Erlanger, das Remis vor Augen, die Partie einzügig einstellte und kurze Zeit später aufgeben musste. (2½-1½)

Brett 8: Mit 41…Kd8! oder 41…Ke6! konnte der Gast das ersehnte Remis erreichen, doch er spielte 41…Kd6?? und scheiterte damit auf den letzten Metern. Nach 42.c5+ Ke6 43.Txe7+ Kxe7 44.c6! war die Damenumwandlung nicht mehr zu verhindern und Rudi tütete einen enorm wichtigen Sieg ein.

An Brett 7 (S) verteidigte sich Miroslav Kalous gegen den Doppelschritt des d-Bauern seines Gegners wie üblich Damenindisch und erreichte in einer der Hauptvarianten nach dem ersten Figurentausch eine ausgeglichene Stellung. Der Erlanger zeigte sich anschließend wenig ehrgeizig und forcierte den Abtausch der weißfeldrig fianchettierten Läufer, was Mirek zurecht völlig kalt ließ. Doch im 15. Zug entschied sich der Windischeschenbacher zu einem ungünstigen Figurentausch auf e5, was Weiß durch die Festlegung des Bauern d7 einen leichten, aber dauerhaften Vorteil einbrachte. In der Folge suchte sein Gegner nach einem Weg, den Druck zu erhöhen, doch Mirek vereitelte alle Versuche in gewohnt stoischer Manier. Als ihm schließlich der Zentrumsvorstoß d7-d5 gelang, war endgültig die Luft raus aus der Partie. Langsam aber sicher wurden alle Figuren getauscht und man landete in einem komplett blockierten Bauernendspiel, das keinem der Kontrahenten eine Möglichkeit zu Gewinnversuchen gab. Die Remisvereinbarung war die logische Konsequenz. (3-2)

Brett 7: Ein Spiegelbild der gesamten Partie. Kein Durchkommen für eine der beiden Parteien.

An Brett 4 (W) entschied sich Philipp Mark gegen das Angelehnte Damengambit seines Gegners zur harmlos anmutenden aber nicht zu unterschätzenden Abtausch-Variante. Nach einer langen Folge von bekannten Theoriezügen konnte Weiß in einer Karlsbad-Struktur das Läuferpaar auf der Habenseite verbuchen, doch die schwarze Stellung war äußerst solide und ohne Schwächen. Der Versuch von Philipp einen Minoritätsangriff am Damenflügel zu starten, wurde bereits im Keim erstickt und als ihm auf dem Wege dorthin auch noch das Läuferpaar abhanden kam, war die Stellung völlig ausgeglichen. Nach dem Tausch der letzten Leichtfigur wandte sich Philipp dem Zentrum zu und organisierte einen doppelten Bauernvorstoß, der zwar optisch gut aussah, die schwarze Festung aber ebenfalls nicht erschüttern konnte. Weiterer Abtausch führte letztendlich zu einem Turmendspiel, das bis zum Ende der Partie nie die Remisbreite verließ und zu einem leistungsgerechten Unentschieden führte. (3½-2½)

Brett 4: Gegen seinen deutlich höher gewerteten Gegner hatte Philipp keine Probleme und erreichte ein nie gefährdetes Remis.

An Brett 2 (W) bekam es Tobias Brunner mit der Französischen Verteidigung zu tun und wählte die grundsolide Tarrasch-Variante. Bei offenem Zentrum suchten beide Spieler nach der besten Aufstellung für ihre Figuren, was aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten keine leichte Aufgabe war. Der Erlanger ließ dabei die eine oder andere bessere Chance liegen, so dass man im 21. Zug in einer pittoresk anmutenden, aber völlig ausgeglichenen Stellung landete.

Brett 2: Nach anfänglichen Schwierigkeiten erreichte Tobias gegen seinen extrem starken auf FM-Niveau agierenden Gegner eine wild aussehende Stellung mit laut Computer gleichen Chancen.

Das weitere Kampf war geprägt von gegenseitigen Nadelstichen ohne dass dabei eine der beiden Seiten einen nennenswerten Vorteil erreichen konnte. Bis zur Zeitkontrolle kristallisierte sich schließlich ein Turm und Springer Endspiel mit vier gegen drei Bauern auf einem Flügel für den Gastspieler heraus, das für Weiß haltbar war. Nachdem weitere Steine das Brett verließen, blieben nur noch ein Springer und drei gegen zwei Bauern übrig. Der Erlanger versuchte sein möglichstes, doch Tobias ließ sich nicht mehr beirren bis das unvermeidliche Remis besiegelt wurde. (4-3)

Brett 2: Nach langer Verteidigung wickelte Tobias mittels 59.Sxg6+! in eine theoretische Remisstellung ab, die ihm schließlich einen verdienten halben Punkt bescherte.

An Brett 1 (S) ersetzte FM Zdenek Haba sein sonst überwiegend gespieltes Sizilianisch diesmal durch die bekannt solide Caro-Kann Verteidigung. Sein Gegner griff zum am häufigsten gespielten Short-System der Vorstoß-Variante und machte damit von Anfang an klar, dass er auf Gewinn spielte. Als Zdenek im 6. Zug eine Ungenauigkeit unterlief, konnte der Erlanger schon früh einen Vorteil für sich verbuchen. Doch die Stellung sollte sich für beide Kontrahenten als extrem schwierig zu spielen erweisen und so begann eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Computerbewertung. Als erstes verpasste Zdenek eine schöne Möglichkeit den Damenflügel zu seinen Gunsten zu öffnen:

Brett 1: Mit 12…b6! hätte Zdenek trotz eines Minusbauern genügend Gegenspiel erlangen können.

Der Windischeschenbacher wählte einen anderen Weg und holte sich stattdessen auf e5 seinen fehlenden Bauern zurück, musste dafür aber die Einschnürung seines Damenflügels in Kauf nehmen. Wenige Züge später kam es zur ersten fatalen Entscheidung:

Brett 1: Wieder war 18…b6 richtig, wonach Zdenek zwar schlechter gestanden wäre, aber immer noch genügend Ressourcen zur Verfügung gehabt hätte, um um ein Remis zu kämpfen. Er wählte jedoch 18…Sg6?? und stand gemäß Computer nach 19.Lxf6 gxf6 20.axb7 Dxb7 glatt auf Verlust.

Doch auch dem Erlanger war die Anspannung anzumerken und so unterlief ihm im 31. Zug ein folgenschwerer Fehler:

Brett 1: Mit 31.Df3! hätte der Gast den Sieg wohl einfahren können, doch er spielte 31.Da5?? und gab Zdenek so die Möglichkeit die Stellung mit einem studienartigen Manöver wieder auszugleichen. Nach 31…Tb1+! 32.Kg2 De7!! hätte Schwarz aufgrund der abseits stehenden weißen Dame ein Dauerschach auf den weißen Feldern forcieren können. Doch derlei Computerzüge sind für uns Menschen kaum zu erkennen und nach stattdessen 31…De7 ging der Kampf ums Remis weiter.

Unmittelbar vor der Zeitkontrolle kam es zum nächsten heiklen aber zugleich sehr instruktiven Moment:

Brett 1: In Verluststellung konnte Zdenek nur noch mit 39…Kg7 hoffen, doch er wählte 39…Ke7? und hätte nach dem schönen geometrischen Motiv 40.Db4! mit der Idee Db7 keine Verteidigung mehr gehabt. Der Erlanger spielte aber 40.Txd5, was zwar auch gewinnt, aber den Schwarzen immer noch am Leben lässt.

Nach einem Schlagabtausch bei dem Weiß bei gleichzeitigem Damentausch seinen Bauern c7 für d5 gab und dazu den a6 gewann, entstand schließlich ein für Weiß gewonnenes Turmendspiel. Doch gemäß eines Bonmot von Siegbert Tarrasch sind alle Turmendspiele Remis und so hätte es zu aller Überraschung auch in dieser Partie enden können:

Brett 1: Nach 48.d5! wäre es um Zdenek geschehen gewesen, doch der Erlanger wählte 48.Txh7?? und hätte die Stellung trotz deutlicher optischer Überlegenheit nach 48…Txd4 nicht mehr gewinnen können.

Das Turmendspiel mit drei gegen zwei Bauern auf einem Flügel ist bei korrektem Spiel trotz des schwarzen Doppelbauern Remis, doch das war bei schwindender Zeit und verbrauchten Kraftreserven am Brett erst noch zu beweisen. Nachdem inzwischen alle anderen Partien beendet waren und klar war, dass es beim Stand von 4-3 für uns in der 6. Stunde dieser Partie um alles oder nichts ging, versammelten sich alle Mannschaftskameraden beider Teams um das Spitzenbrett, was die Sache für die zwei letzten Gladiatoren sicher nicht einfacher machte. Zdenek verteidigte sich korrekt und konnte nach dem Tausch eines seiner beiden f-Bauern eine theoretische Remisstellung erreichen. Doch auf den aller letzten Metern geriet er doch noch ins straucheln:

Brett 1: Mit 74…Tf1+! oder 74…Tg4! war das mannschaftssiegbringende Remis zu erreichen, doch erschöpft vom langen Kampf unterlief Zdenek der alles entscheidende Fehler. Er zog 74…Th1?? und musste nach 75.Th6+ Kg7 76.Kf4 kurze Zeit später die Waffen strecken. Gegen den Vormarsch der weißen Bauern mit kombinierter Mattdrohung war kein Kraut mehr gewachsen.

So wurde Zdenek zwar zum tragischen Held dieses Matches, doch bei diesem Kampfgeist auch des gesamten Teams gibt es nichts was wir uns vorwerfen müssten. (4-4)

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach diesem hart erkämpften, völlig überraschenden, aber durchaus nicht unverdienten Punktgewinn halten wir uns weiterhin im vorderen Mittelfeld und sehen den folgenden schweren Aufgaben in Bindlach und gegen Kareth-Lappersdorf wieder mit etwas mehr Optimismus entgegen.

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch immer ein Ergebnis des wegen des Schneechaos Anfang Dezember 2023 ausgefallenen Kampfes PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlt:

In der 5. Runde am 4. Februar müssen wir zum Titelaspiranten und Aufstiegsfavoriten nach Bindlach reisen. Wie fast immer werden wir der klare Underdog sein und können deshalb völlig befreit aufspielen.

Wieviel der Punktgewinn gegen einen der Aufstiegsfavoriten wert war, zeigt uns das LigaOrakel, das uns mittlerweile nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 31,2 % als Absteiger sieht:

Eine Verbesserung von sage und schreibe 43 Prozentpunkten gegenüber der Vorrunde! Eine Aussicht die Mut macht, aber statt an Statistiken sollten wir uns lieber an uns selbst glauben!

1. Mannschaft knapp geschlagen

Zum Jahresabschluss kam es in der Landesliga Nord (LLN) am 1. Advent im Feuerwehrhaus zum Duell mit der 2. Mannschaft des SC Noris-Tarrasch Nürnberg. Nominell waren wir wie üblich an fast jedem Brett mit einem schlechteren Rating ausgestattet, so dass unser Gast auch diesmal eindeutig als Favorit anzusehen war. Doch wir waren optimistisch und hofften mit einem ähnlichen Kampfgeist, wie schon in den ersten beiden Runden an den Tag gelegt, auf eine weitere Überraschung. Mit der zum dritten Mal identischen Aufstellung gingen wir das Match an und mussten uns am Ende denkbar knapp und etwas unglücklich geschlagen geben.

An Brett 1 (S) wählte FM Zdenek Haba die Leningrader Variante der Holländischen Verteidigung. Die Computer bewerten die Eröffnung und das von beiden Kontrahenten exerzierte Hauptabspiel üblicherweise als vorteilhaft für Weiß, doch als der Nürnberger einen anscheinend offensichtlichen aber wenig gefährlichen Bauervorstoß im Zentrum durchführte, erreichte Zdenek nach Bauern- und Figurentausch sofortigen Ausgleich. Mangels besserer Alternativen landete man schnurstracks in einer logischen Zugwiederholung und einigte sich früh auf ein unspektakuläres Remis. (½-½)

Brett 1: Wenig los bei Zdenek. Schnelles Remis nach Zugwiederholung.

An Brett 4 (W) musste sich Philipp Mark ebenfalls mit der Holländischen Verteidigung auseinander setzen, die nach dem Beginn als Leningrader Variante zu einem hybriden Stonewall mutierte. Auch in dieser Partie hält die Engine die weißen Chancen für besser, doch einen klaren Weg zu Vorteil konnte Philipp nicht finden und war wohl auch nicht vorhanden. Beide Kontrahenten lavierten geduldig, um die besten Positionen für ihre Figuren zu finden und tauschten erst im 14. Zug das erste Springerpaar. Trotz weiterhin optischer Überlegenheit gab es aber kein Durchkommen und als auch die beiden letzten Springer vom Brett verschwanden, einigte man sich in verschachtelter Stellung auf ein leistungsgerechtes Remis. (1-1)

Brett 4: Ohne Springer war für Philipp wenig zu machen und ein Remis das logische Ergebnis.

An Brett 8 (W) bekämpfte Milo Müller die Caro-Kann Verteidigung seines Gegners mit dem nach dem englischen Ex-Vize-WM Nigel Short benannten System der Vorstoß-Variante. Als der Nürnberger im 9. Zug einen ungünstigen Tausch wählte, hätte Milo schon früh gewinnverheissenden Vorteil erreichen können. Leider wählte er jedoch eine weniger starke Abwicklung, die ihm aber immer noch die besseren Chancen versprach. In der Folge zeigte sich Milo furchtlos und warf seine Königsflügelbauern nach vorn, um den schwarzen Springern die Zentralfelder zu nehmen. Das Entblößen des eigenen Hinterlands war nicht ohne Risiko und als sein Gegner die richtigen Verteidigungszüge fand und diese mit Gegenspiel verbinden konnte, verflüchtigte sich der weiße Vorteil zusehends. Bei aufkommender Zeitnot unterliefen beiden Spielern einige Ungenauigkeiten und man landete letztendlich in einem ausgeglichenen Endspiel. Kurz vor der Zeitkontrolle unterlief Milo dann leider der entscheidende Fehler. Die schwarze Dame drang ins gegnerische Lager ein und hätte eigentlich für den K.O.-Schlag sorgen können, doch wie durch ein Wunder erhielt Milo noch einmal die Chance, die Partie zu retten. Doch statt den gefährlichen Springer zu tauschen, verlor er den Überblick und wurde durch eben jenen matt gesetzt. Ein tragisches und unverdientes Ende einer lange Zeit gut geführten Partie. (1-2)

Brett 8: Mit der einfachen Abwicklung 10.Sxe5 Dxe5 11.Lb5+ Sc6 12.Te1 hätte sich Milo schon früh entscheidenden Vorteil sichern können.

An Brett 3 (S) sah sich Christian Müller zum wiederholten Male in dieser Saison dem nominell stärksten Spieler des Wettkampfs gegenüber. Aus der vom Gast gewählten Reti-Eröffnung wurde ein Königsindischer Angriff, dem Christian durch umsichtiges Spiel schon früh die Spitze nehmen konnte. Der nachfolgende unbedingte Versuch einen Eröffnungsvorteil zu erreichen, wurde für den Nürnberger unerwartet zum Boomerang. Christian nutzte geschickt seinen leichten Entwicklungsvorsprung, übernahm die Initiative und übte starken Druck auf die weiße Stellung aus, die schließlich in einem Bauerngewinn mündete. Mit Damen auf dem Brett hätte der Computer die Stellung für ihn als gewonnen eingeschätzt, doch Christian entschied sich für das einfacher zu handhabende Endspiel mit ebenfalls sehr guten Chancen. Bei steigendem Zeitdruck entglitt ihm dieser Vorteil jedoch immer mehr, so dass der Nürnberger schließlich seinen Bauern zurück gewinnen und in ein ausgeglichenes Bauernendspiel abwickeln konnte. Als das Remis bereits beschlossene Sache zu sein schien, unterlief dem Nürnberger kurz vor der Zeitkontrolle ein schwerer Fehler, der die Partie eigentlich einstellte. Doch leider passierte Christian postwendend das gleiche Missgeschick und so endete diese dramatische Auseinandersetzung doch noch mit einem Unentschieden. (1½-2½)

Brett 3: Laut Engine hätte Christian mit 19…Sxe4! entscheidenden Vorteil erreichen können.

An Brett 7 (S) griff Miroslav Kalous gegen die Königsbauereröffnung seines Gegners zur Französischen Verteidigung. In der Winawer-Variante wählte der Nürnberger die eher harmlose aber nicht zu unterschätzende Abtausch-Variante. Und wie so oft entwickelte sich nach Abschluss der Figurenentwicklung aus der scheinbar so ruhigen Anfangsphase ein scharfer Kampf mit entgegengesetzten Rochaden. Nach einer Ungenauigkeit des Nürnbergers konnte Mirek die Initiative übernehmen und einen kleinen aber dauerhaften Vorteil verbuchen, der sich überraschend schnell zu einer Gewinnstellung verdichtete. Nach Tausch der Schwerfiguren nutzte Mirek die Schwäche der weißen Felder im weißen Lager, um mit seinem König am Damenflügel einzudringen. Das letztendlich entstandene Bauernendspiel war für den Nürnberger völlig hoffnungslos. Mirek ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachte den vollen Punkt sicher nach Hause. (2½-2½)

Brett 7: Nach 36…Kxa3 37.Kd5 Kb2 38.Kxc4 a5! siegte Mirek souverän.

An Brett 5 (S) musste sich Stephan Schmahl mit einer speziellen Variante des geschlossenen Sizilianers auseinander setzen. Während der Weiße sein Augenmerk ganz auf den Königsflügel richtete, suchte Stephan sein Heil im Zentrum und am Damenflügel. Statt jedoch das Gegenspiel sofort zu forcieren, verlegte er sich zunächst auf die Verteidigung und geriet nach ungenauen Zügen in eine gedrückte Stellung. In seiner Not fand Stephan ein starkes Bauernopfer, das ihm bei korrektem Spiel gute Chancen gegeben hätte, die Partie wieder auszugleichen. Doch leider geriet er in Zeitnot erneut auf die schiefe Bahn und stand klar schlechter. Nur dem wenig energischen Spiel seines Gegners war es zu verdanken, dass Stephan noch einmal zurück kam, doch am Ende forderte der Zeitdruck seinen Tribut. Ein schwerer Fehler kostete ihn einen zweiten Bauern und damit die Partie. Nur aufgrund des knappen Mannschaftsstands schleppte er die Partie noch über die Zeitkontrolle bis zum 54. Zug, doch das erhoffte Wunder blieb leider aus. (2½-3½)

Brett 5: Das starke Bauernopfer 16…d4! reichte für Stephan am Ende leider doch nicht für ein Remis und wenigstens einen Mannschaftspunkt.

An Brett 6 (W) eröffnete Jindrich Novak wie gewohnt mit dem Londoner System und forcierte unter Inkaufnahme eines leichten Nachteils den frühen Damentausch. Der Nürnberger nutzte die Situation geschickt aus und schnürte durch starkes Spiel den weißen Damenflügel ein. Als er auch noch das Läuferpaar gewann, reklamierte die Engine bereits eine Gewinnstellung für Schwarz. Doch Jindrich war keinesfalls gewillt kampflos unterzugehen und wehrte sich nach Kräften. Und tatsächlich gelang es ihm den Nachteil durch umsichtige Verteidigung Schritt für Schritt zu reduzieren. Auf Kosten eines Bauern etablierte Jindrich eine Blockadestellung auf den schwarzen Feldern und glich die Stellung wieder vollkommen aus. Nach der Zeitkontrolle wurde es dramatisch und die Ereignisse überschlugen sich. Nach einem Fehler des Nürnbergers im 51. Zug stand Jindrich plötzlich auf Gewinn, doch er ging an seinem Glück vorbei. Nur sechs Züge später kam es noch schlimmer und Jindrich stellte seinerseits die Partie ein, doch auch diesmal kam es nicht zu einer Entscheidung. In klarer Gewinnstellung griff sein Gegner zum letzten Mal daneben und die Partie versandete endgültig zum Remis. (3-4)

Brett 6: Nach 63…Lg4! wäre es um Jindrich geschehen gewesen, doch sein Gegner spielte 63…Kc2?? und nach 63.Sxf5 Kxb2 64.Se3 endete die Partie Remis.

An Brett 2 (W) bekam es Tobias Brunner mit der Grünfeld-Indischen Verteidigung zu tun. Er wählte eine ruhige Variante, in der das weiße Übergewicht im Zentrum durch das aktive schwarze Figurenspiel kompensiert wurde. Nach Abschluss der Entwicklung begannen die ersten taktischen Geplänkel, die jedoch ohne einen nennenswerten Vorteil für eine der beiden Seiten endeten. Im 19. Zug unterlief Tobias ein Fehler, der zu schwarzem Vorteil hätte führen können, doch der Nürnberger übersah diese Möglichkeit und die Stellung blieb im Gleichgewicht. Im zweischneidigen Mittelspiel geriet Tobias nach ungenauem Spiel erneut in Nachteil. Sein junger Gegner manövrierte geschickt und erarbeitete sich eine Angriffsstellung, die nach einem weiteren Fehler von Tobias laut Engine gewonnen war. Statt jedoch konsequent auf matt zu spielen, wählte er ein Endspiel mit Mehrqualität, das zwar auch gewonnen schien, Tobias aber weit bessere Chancen einräumte, die Partie doch noch zu retten. Letztlich wären alle Verteidigungsversuche vergeblich gewesen, doch im 61. Zug unterlief dem Nürnberger der entscheidende Fehler, der die Partie zum Remis verdarb. (3½-4½)

Brett 2: Nach 61…Ta3! hätte Tobias die Stellung nicht mehr halten können, doch sein Gegner wählte 61…b5?? und nach 62.Ke3 Ta3+ 63.Kd4 Txg3 64.Kc5 Tg5 65.Sb4 Txd5 war die Partie Remis.

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach dieser unglücklichen Niederlage müssen wir uns erstmalig nach unten orientieren, insbesondere da uns in den kommenden drei Runden die drei Erstplatzierten Teams ins Haus stehen. Nichtsdestotrotz bleiben wir optimistisch und denken nur von Spiel zu Spiel. Als Aufsteiger haben wir uns bisher mehr als gut verkauft und haben rein gar nichts zu verlieren!

Es folgt die aktuelle Tabelle, in der noch zwei Ergebnisse der wegen des Schneechaos ausgefallenen Kämpfe TSV Bindlach Aktionär – SW Nürnberg-Süd und PTSV SK Hof – SK Herzogenaurach fehlen:

In der 4. Runde am 14. Januar spielen wir erneut zu Hause gegen den aktuellen Tabellenführer vom SC Erlangen. Die Trauben hängen wieder sehr hoch, also strecken wir uns noch ein bisschen mehr!

Das allseits beliebte LigaOrakel sieht uns weiterhin als 2. Abstiegsfavorit:

Es liegt nur an uns, das Orakel Lügen zu strafen!

Erster Sieg im 2. Spiel

Am vergangen Sonntag musste unsere 3. Mannschaft bei der 2. Mannschaft des TSV Nittenau antreten. Auf Grund der Wertungszahlen der Spieler ging unsere Mannschaft als klarer Favorit in den Wettkampf. Bereits früh in den Partien, versuchten unsere Spieler Vorteile in ihren Partien zu erreichen. 

An Brett 5 eröffnete Christian Kraus mit dem Damenbauern, wobei hier sein Gegner mit der Nizoindischen (Rubinstein-System) Verteidigung wählte. Bereits in der Eröffnung entschieden sich die beiden Kontrahenten 3 von 4 Leichtfiguren abzutauschen. Dabei tauschte der Nittenauer die Figuren so ab, das Christian einen gedeckten Freibauern und leicht vorteilhaftes Spiel erhielt. Durch seinen starken Springer, gelang es Christian eine Qualität zu gewinnen und im weiteren Verlauf mit seinem Turm in die gegnerische Stellung eindringen. Nach zwei weiteren Bauerngewinne strich sein Gegner in aussichtsloser Stellung die Segel und brauchte uns damit (1-0) in Führung. 

Nach seinem Wechsel zu unserem Verein, trat Florian Süß, das erstemal für uns am 6. Brett an. In seiner ersten Partie wählte Föorian mit Schwarz die Moderne Verteidigung.Beim Übergang von der Eröffnung ins Mittelspiel wurden sehr viele Figuren abgetauscht, jedoch wählte der Weiße eine für sich schlecht Abwicklung, was zu einem Figurenverlust führte. Florian wickelte die Partie dann soweit ab, das sein Springer gegen 2 Bauern spielte und er klar auf Gewinn stand. Leider unterlief in dann ein grober Fehlgriff, was ihn seine Leichtfigur und ein paar Züge später die Partie kostete. (1-1)

Markus Schwengler entschied sich an Brett 3 für eine unregelmäßige Eröffnung und versuchte früh Druck auf die Stellung seines Gegners aufzubauen, diese nutze aber jede Möglichkeit um Figuren abzutauschen und die Stellung zu vereinfachen.

Obwohl Markus immer wieder versuchte einen Vorteil zu erreichen, verteidigte sich der Nittenauer sehr geschickt und umsichtig.  Aufgrund seiner wenigen Bedenkzeit nahm er das Remiangebot seines Kontrahenten an und war mit der Punkteteilung zufrieden. (1,5-1,5)

Mit der französischen Vorstoß-Variante sah sich Manfred Oppel am 2. Brett konfrontiert. Nachdem jeder der Spieler versuchte seine Figuren gut und harmonisch zu positionieren, gelang es Manfred ein leichtes Übergewicht am Damenflügel zu erreichen und die C-Linie zu besetzen. Als seine Dame in gegnerische Lager einzog und für ihn einen günstigen Damentausch erzwang, hatte der weiße große Probleme seine Stellung zu verteidigen. Nach der Abwicklung seiner guten Stellung konnte Manfred 2 Bauern gewinnen und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. (2,5-1,5)

Am Spitzenbrett entschied sich Betz Michael für die Eröffnung mit dem Damenbauern, was sein Gegner mit dem Damengambit beantwortete. Beim schnellen Übergang von der Eröffnung über das Mittelspiel bis ins Endspiel wurden einige Figuren abgetauscht, die Partie aber nie die Remibreite verlassen hat. Da die Nittenauer bereits zurück lagen, versuchte ihr Spitzenspieler in ausgeglichener Stellung mit der Brechstange einen Vorteil zu erreichen und überzog die Stellung total und musste alsbald die Segel streichen. (3,5-1,5)

Benedikt Stock wählte mit den schwarzen Steinen am 4. Brett die Italienische Eröffnung. Nachdem sein Gegner früh in der Eröffnung einen Bauern opferte ohne dafür Kompensation zu erhalten, entschied sich Benedikt für einen Königsangriff, welcher der Nittenauer spieler ungenau verteidigte. Benedikt konnte dadurch seinen Angriff noch entscheiden ausbauen und entscheidene Drohungen aufstellen. Bereits auf der Verliererstraße überschritt sein Gegner nach 31. Zügen seine Zeit und verlor dadurch die Partie. (4,5-1,5).

Mit diesem Sieg haben wir ein ausgeglichenes Punktekonto erreicht und sollten beim nächsten Spiel wieder punkten!