Erster Sieg im 2. Spiel

Am vergangen Sonntag musste unsere 3. Mannschaft bei der 2. Mannschaft des TSV Nittenau antreten. Auf Grund der Wertungszahlen der Spieler ging unsere Mannschaft als klarer Favorit in den Wettkampf. Bereits früh in den Partien, versuchten unsere Spieler Vorteile in ihren Partien zu erreichen. 

An Brett 5 eröffnete Christian Kraus mit dem Damenbauern, wobei hier sein Gegner mit der Nizoindischen (Rubinstein-System) Verteidigung wählte. Bereits in der Eröffnung entschieden sich die beiden Kontrahenten 3 von 4 Leichtfiguren abzutauschen. Dabei tauschte der Nittenauer die Figuren so ab, das Christian einen gedeckten Freibauern und leicht vorteilhaftes Spiel erhielt. Durch seinen starken Springer, gelang es Christian eine Qualität zu gewinnen und im weiteren Verlauf mit seinem Turm in die gegnerische Stellung eindringen. Nach zwei weiteren Bauerngewinne strich sein Gegner in aussichtsloser Stellung die Segel und brauchte uns damit (1-0) in Führung. 

Nach seinem Wechsel zu unserem Verein, trat Florian Süß, das erstemal für uns am 6. Brett an. In seiner ersten Partie wählte Föorian mit Schwarz die Moderne Verteidigung.Beim Übergang von der Eröffnung ins Mittelspiel wurden sehr viele Figuren abgetauscht, jedoch wählte der Weiße eine für sich schlecht Abwicklung, was zu einem Figurenverlust führte. Florian wickelte die Partie dann soweit ab, das sein Springer gegen 2 Bauern spielte und er klar auf Gewinn stand. Leider unterlief in dann ein grober Fehlgriff, was ihn seine Leichtfigur und ein paar Züge später die Partie kostete. (1-1)

Markus Schwengler entschied sich an Brett 3 für eine unregelmäßige Eröffnung und versuchte früh Druck auf die Stellung seines Gegners aufzubauen, diese nutze aber jede Möglichkeit um Figuren abzutauschen und die Stellung zu vereinfachen.

Obwohl Markus immer wieder versuchte einen Vorteil zu erreichen, verteidigte sich der Nittenauer sehr geschickt und umsichtig.  Aufgrund seiner wenigen Bedenkzeit nahm er das Remiangebot seines Kontrahenten an und war mit der Punkteteilung zufrieden. (1,5-1,5)

Mit der französischen Vorstoß-Variante sah sich Manfred Oppel am 2. Brett konfrontiert. Nachdem jeder der Spieler versuchte seine Figuren gut und harmonisch zu positionieren, gelang es Manfred ein leichtes Übergewicht am Damenflügel zu erreichen und die C-Linie zu besetzen. Als seine Dame in gegnerische Lager einzog und für ihn einen günstigen Damentausch erzwang, hatte der weiße große Probleme seine Stellung zu verteidigen. Nach der Abwicklung seiner guten Stellung konnte Manfred 2 Bauern gewinnen und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. (2,5-1,5)

Am Spitzenbrett entschied sich Betz Michael für die Eröffnung mit dem Damenbauern, was sein Gegner mit dem Damengambit beantwortete. Beim schnellen Übergang von der Eröffnung über das Mittelspiel bis ins Endspiel wurden einige Figuren abgetauscht, die Partie aber nie die Remibreite verlassen hat. Da die Nittenauer bereits zurück lagen, versuchte ihr Spitzenspieler in ausgeglichener Stellung mit der Brechstange einen Vorteil zu erreichen und überzog die Stellung total und musste alsbald die Segel streichen. (3,5-1,5)

Benedikt Stock wählte mit den schwarzen Steinen am 4. Brett die Italienische Eröffnung. Nachdem sein Gegner früh in der Eröffnung einen Bauern opferte ohne dafür Kompensation zu erhalten, entschied sich Benedikt für einen Königsangriff, welcher der Nittenauer spieler ungenau verteidigte. Benedikt konnte dadurch seinen Angriff noch entscheiden ausbauen und entscheidene Drohungen aufstellen. Bereits auf der Verliererstraße überschritt sein Gegner nach 31. Zügen seine Zeit und verlor dadurch die Partie. (4,5-1,5).

Mit diesem Sieg haben wir ein ausgeglichenes Punktekonto erreicht und sollten beim nächsten Spiel wieder punkten!

1. Mannschaft besteht Bewährungsprobe

Nach der geglückten Heimpremiere mussten wir am 2. Spieltag der Landesliga-Nord am vergangenen Sonntag zum SV Würzburg reisen. Die beschwerliche Anfahrt sowie etwas weiche Knie beim ersten Auswärtsspiel als Aufsteiger ließen zunächst nichts gutes ahnen, doch die Mannschaft zeigte sich erfreulicherweise gewohnt stabil und warf sich furchtlos in den Kampf. In der selben Aufstellung wie schon vier Wochen zuvor waren wir mit im Schnitt 50 Ratingpunkten weniger erneut der Underdog, doch davon sollte man von Beginn an wenig bis gar nichts merken.

An Brett 6 (S) steuerte Jindrich Novak in seiner unnachahmlichen Weise mit ungewöhnlicher und leicht dubioser Eröffnungsbehandlung schon nach wenigen Zügen zielgerichtet auf ein damenloses Endspiel zu. Als sein Gegner trotz seines Anzugsvorteils keinerlei Anstalten machte, die Situation zu seinen Gunsten zu beeinflussen, einigte man sich in der entstandenen ausgeglichenen Stellung früh auf ein unspektakuläres Remis. (½-½)

Brett 6: Jindrich mit einem typischen Sonntagmorgen-Remis.

An Brett 2 (S) musste sich Tobias Brunner in einer Englischen Eröffnung eines frühen weißen Bauernsturms am Damenflügel erwehren, behielt die Situation aber gut unter Kontrolle. Der anschließende Zentrumsvorstoß des Würzburgers, der mit einem Bauernopfer verbunden war, brachte ebenso wenig und nach der Rochade im 17. Zug war Tobias aller Sorgen ledig. Um den 20. Zug herum überspannte der Würzburger den Bogen. Er gewann zwar seinen Bauern zurück, doch im Gegenzug bekamen die schwarzen Bauern im leergefegten Zentrum freie Bahn Richtung Umwandlung. Beim Versuch seinen auf Abwege geratenen Turm zu reaktivieren unterlief dem Heimspieler schließlich der entscheidende Fehler. Tobias nutzte die Gunst der Stunde und machte seinen Freibauern mit Unterstützung von Turm und Läufer zum Matchwinner. (½-1½)

Brett 2: Das gute Zusammenspiel seiner Figuren brachte Tobias den Sieg.

An Brett 5 (W) versuchte Stephan Schmahl alle Hauptvarianten zu vermeiden und griff zum als giftig geltenden Torre-Angriff. Entgegen der aggressiven Intentionen entpuppte sich die weiße Eröffnungswahl jedoch nach einfachem und solidem Spiel des Würzburgers zunehmend als laues Lüftchen. Das Brett war schon nach nur 21 Zügen fast leer gefegt und so blieb den Kontrahenten nur noch, sich in einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel gegenseitig zu belauern. Nach weiteren 16 eher belanglosen Zügen einigte man sich nach einer Zugwiederholung schließlich auf das leistungsgerechte Remis. (1-2)

Brett 5: Ein fast leeres Spielfeld bei Stephan mit baldigem Remis.

An Brett 4 (S) ließ sich Philipp Mark in einer Nimzoindischen Verteidigung auf eine wildes Handgemenge im Zentrum ein, in dem er den besseren Überblick und die besseren Nerven behielt und nach einem Fehler des Würzburgers klaren Vorteil erreichte. Auf dem Höhepunkt der Zentrumsspannung fand Philipp eine Abwicklung, in der er nach einem weiteren Fehler seines Gegners einen Turm, zwei Springer und einen freien d-Bauern erhielt. Die verzweifelten Versuche der weißen Dame, Unruhe im schwarzen Lager zu stiften, konnten das Unvermeidliche nur noch hinauszögern. Langsam aber sicher koordinierte Philipp seine Figuren und setzte schließlich kurz vor der Zeitkontrolle seinen Freibauern zum triumphalen Siegeszug in Marsch. (1-3)

Brett 4: Nach 14…Lxd4! 15.Sxb6 Lxe3+ 16. Kh1 axb6 gewann Philipp die Oberhand.

An Brett 1 (W) wählte FM Zdenek Haba gegen die schwarze Benoni-Verteidigung einen nach dem früheren deutschen Großmeister Fritz Sämisch benannten Aufbau. Bis zum 12. Zug folgten beide Spieler bekannten Theoriepfaden und erreichten eine ungefähr ausgeglichene Stellung. Nach beidseitigen Ungenauigkeiten in einem hochkomplexen Mittelspiel wogten der Kampf und die Stellungsbeurteilung mehrfach hin und her. Schließlich war es leider Zdenek, der bei aufkommender Zeitnot kurzzeitig die Übersicht verlor und auf die Verliererstraße geriet. Er nahm einen vergifteten Bauern, wonach sein König auf den offenen Linien einem schweren Angriff ausgesetzt war, dem er nur unter hohem Materialverlust entfliehen konnte. Das entstandene hoffnungslose Endspiel gab er sofort auf. (2-3)

Brett 1: Mit 31.Se2! hätte Zdenek seine Stellung stabilisieren und Vorteil erreichen können. Er wählte jedoch 31.Sxf4? und sein König wurde auf den offenen Linien gejagt.

An Brett 8 (S) griff Milo Müller zur Slawischen Verteidigung und erreichte gegen den harmlosen weißen Aufbau schnell eine bequeme Stellung. Nach einer vorteilhaften Öffnung des Zentrums ging Milo zum direkten Angriff über und gewann durch eine kleine Taktik (oder „Petite Combinaison“, wie der ruhmreiche kubanische Ex-WM José Raoul Capablanca zu sagen pflegte) einen Bauern, den er im Mittelspiel erfolgreich verteidigte. Im Endspiel T+L mit sechs gegen fünf Bauern stand er klar auf Gewinn, der ihm jedoch beinahe noch entglitten wäre. Den Turmtausch anzubieten war keine gute Idee, doch zu unserem Glück erlag auch der Würzburger der Illusion, er müsse den Turm behalten. Anschließend ließ Milo nichts mehr anbrennen und wickelte in ein Turmendspiel ab, das er sicher nach Hause brachte. (2-4)

Brett 8: Mittels 14…Lxf4! gewann Milo einen Bauern, den er im Endspiel verwertete.

An Brett 7 (W) sah sich Miroslav Kalous mit einer Art Tschigorin-Verteidigung konfrontiert, gegen die er sich mit dem soliden Königsfianchetto aufbaute. Als der Würzburger sich für die lange Rochade entschied, schien alles auf ein scharfes Gefecht hinzudeuten, doch Mirek blieb mit seinem König in der Mitte und folgte lieber ruhigen positionellen Bahnen. Zwar konnte er das Läuferpaar für sich verbuchen, doch weitere Vorteile waren nicht zu erreichen und so blieb die Stellung längere Zeit im Gleichgewicht. Mit zunehmender Spieldauer verlor Mirek jedoch leider den Faden, was in einem schweren Fehler im 22. Zug gipfelte. Seine Läufer wurden durch die schwarzen Zentralbauern kalt gestellt und fortan gab es nur noch Spiel auf ein Tor. Nach weiteren Fehlern verblieb schließlich ein Endspiel mit einer Qualität und einem Bauern weniger, das nicht zu halten war. (3-4)

Brett 7: Mit 22.Dxc4 dxc4 23.e4 Sd4 24.Tc1 hätte Mirek die Partie offen halten können, doch er zog 22.f4?? und stand nach …f5 23.Lf3 e4 24.Dxc4 dxc4 sofort auf Verlust.

An Brett 3 (W) entschied sich Christian Müller gegen die Französische Verteidigung zur Vorstoß-Variante. In einem seltenen Abspiel entwickelte sich mit dem weißen Springerpaar gegen das schwarze Läuferpaar ein schwerblütiger Positionskampf. Bis weit hinein ins Mittelspiel wogte der Kampf hin und her, ohne dass einer der Kontrahenten einen nennenswerten Vorteil verzeichnen konnte. Gerade als ein Remis immer wahrscheinlicher wurde, unterlief Christian ein schwerer Fehler, der forciert zu einem schlechten und nach einem weiteren Fehler verlorenen Endspiel führte. Christian wehrte sich mit einem Bauern weniger nach Kräften, konnte jedoch keine erfolgversprechende Verteidigung mehr finden und gab die hoffnungslose Partie kurz nach der Zeitkontrolle auf. (4-4)

Brett 3: Mit 28.Dg3+! Kh8 Te1! hätte Christian laut Engine die Chancen ausgleichen können. Er wählte jedoch 28.Sxd3? und landete nach …Lxd4! 29.Dg3+ Dg6 30.Dxg6+ hxg6 in einem schlechten Endspiel, das er am Ende verlor.

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Nach diesem hart erkämpften Auswärtspunkt, der mit etwas Glück auch doppelt hätte ausfallen können, bleiben wir in der höheren Liga weiterhin ungeschlagen. Eine erfreuliche Momentaufnahme, die Mut macht!

Es folgt die aktuelle Tabelle, die Tendenzen zu einer „Zweiklassengesellschaft“ erahnen lässt:

Angesichts der Tatsache, dass es in dieser Saison aufgrund der reformierten 2. Bundesliga sehr wahrscheinlich drei, wenn nicht sogar vier Absteiger geben wird, kann jeder Mannschaftspunkt, ja sogar jeder Brettpunkt zum Zünglein an der Waage werden. Momentan stehen wir als Aufsteiger auf einem ausgezeichneten 4. Tabellenplatz, doch die schweren Brocken kommen erst noch und die Konkurrenz wird alles daran setzen, uns zu überholen. Da heißt es Ruhe bewahren und an die eigene Stärke glauben, nur dann kann das Ziel Klassenerhalt erreicht werden.

Bereits in knapp zwei Wochen, am Sonntag, den 3. Dezember, empfangen wir die 2. Mannschaft des SC Noris-Tarrasch Nürnberg. Aufgrund der Tabellensituation ein vielleicht schon vorentscheidendes Match, das wir mit aller höchster Konzentration angehen müssen und werden.

Zum Schluss würde ich gerne die seit letzter Saison liebgewonnene Tradition der Befragung des LigaOrakel wiederbeleben.

Vor dem Saisonstart sah uns das Orakel als Aufsteiger mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,2 % verständlicherweise als einen der Abstiegsfavoriten an:

Bild 1: Keine guten Aussichten vor der Saison!

Nach zwei Runden und drei stark erkämpften Mannschaftspunkten hat sich das Bild deutlich zu unseren Gunsten verändert:

Bild 2: Berechnete Wahrscheinlichkeiten des Orakels nach zwei Runden.

Wie immer sind diese Vorhersagen mit einem Zwinkern zu betrachten! 😉

Unglückliches Aus im Viererpokal

Nach der so überaus erfolgreich verlaufenen letzten Saison mit Erreichen des Oberpfälzischen Finales und des Bayerischen Final-Four, trafen wir dieses Mal bereits im Viertelfinale auswärts auf unseren Angstgegner, die SG Post-Süd Regensburg. Die erfahrene Oberliga-Mannschaft war wie immer in unseren Kämpfen klarer Favorit mit gut und gerne 200 Rating-Punkten Vorsprung an jedem einzelnen Brett. Eine objektiv realistische Siegchance bestand somit praktisch nicht, doch unsere Mannschaft gab alles und verpasste nur ganz knapp eine Sensation.

An Brett 2 (S) wählte Christian Müller die aggressive Ragosin-Verteidigung und brachte seinen Gegner schon früh in leichte Verlegenheit. Diese nutzte er, um ein strategisches Remisangebot zu unterbreiten, dass der Regensburger, bereits mit einem deutlichen Zeitnachteil, nicht ablehnen konnte. Ein guter Start für uns in einer unserer Schwarzpartien. (½-½)

Christian erreichte schon früh ein problemloses Remis!

An Brett 1 (W) erkämpfte sich Tobias Brunner nach ausgeglichener Eröffnung in einer unregelmäßigen Variante der Pirc-Verteidigung eingangs des Mittelspiels einen leichten Stellungsvorteil. Nach einem Fehler seines Gegners bot sich ihm sogar die Möglichkeit den unrochierten schwarzen König direkt zu attackieren und mittels eines Figurenopfers in schwere Bedrängnis zu bringen. Doch zu unserem Leidwesen ließ Tobias diese Chance ungenutzt verstreichen, wurde vom mit allen Wassern gewaschenen Regensburger überrumpelt und landete in einem hoffnungslosen Endspiel mit einer Qualität weniger, das er einige Züge später aufgeben musste. (½-1½)

Mit 20.Sg7+! Kf7 21.f5! hätte Tobias entscheidenden Vorteil erreichen können!

An Brett 3 (S) begegnete Stephan Schmahl dem Londoner System seines Gegners mit dem soliden Fianchetto des Damenläufers und erreichte eine ausgeglichene Stellung. Als der Regensburger anschließend etwas zu ehrgeizig zu Werke ging, konnte Stephan nach Damentausch im Endspiel das Kommando übernehmen und mit seinen starken Springern die weißfeldrigen Schwächen in der gegnerischen Bauernstruktur zu seinem Vorteil nutzen. Während er zusätzlich Raum am Königsflügel gewann, bereitete er langsam die entscheidende Aktion am Damenflügel vor. In gedrückter, aber noch haltbarer Stellung unterlief dem Regensburger schließlich der entscheidende Fehler. Stephan fand das gewinnbringende Turmopfer und zwang seinen Gegner nur einen Zug später zur Aufgabe. (1½-1½)

Nach 37…Txc3! 38.Txc3 Txb2+ brach die Verteidigung zusammen und Weiß gab auf!

An Brett 4 (W) duellierte sich Philipp Mark mit seinem Gegner in der klassischen Variante der Königsindischen Verteidigung. In ausgeglichener Stellung wollte Philipp etwas riskieren, sah sich aber nach einem feinen Qualitätsopfer seines Gegners in die Defensive gedrängt. Das Läuferpaar und ein zentraler Freibauer garantierten dem Regensburger im Mittelspiel nicht nur Kompensation, sondern nach einigen Ungenauigkeiten des Weißen schließlich entscheidenden Vorteil. Dieser glitt ihm jedoch einen Zug vor der Zeitkontrolle aus den Fingern, so dass er angesichts des Matchstandes ein Remisangebot unterbreitete, dass Philipp leider nicht ablehnen konnte, da ein Spiel auf Gewinn völlig unmöglich war. (2-2)

In schlechterer Stellung musste Philipp das Remisangebot akzeptieren!

Trotz des 2-2 Unentschieden waren wir damit nach Berliner Wertung (ein Sieg an Brett 1 zählt mehr als ein Sieg an Brett 3) etwas unglücklich ausgeschieden und müssen den Viererpokal in dieser Saison bereits vor Weihnachten abhaken.

Sehr schade, aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Gratulation an unsere Freunde von Post-Süd und auf ein neues im nächsten Jahr!

Klare Auftaktniederlage unserer 3. Mannschaft

Am vergangenen Sonntag bestritt unsere 3. Mannschaft nach dem Aufstieg in der letzten Saison, ihr erstes Punktspiel in der Kreisliga I Nord gegen die 2. Mannschaft der  Schachfreunde Haselmühl/Amberg. Unsere Spieler waren von Anfang an sehr motiviert und versuchten an allen Brettern vorteilhafte Stellungen zu erreichen. 

Am Spitzenbrett sah sich Elsbeth Horther-Schneider mit den schwarzen Steinen, mit der Französischen Abtauschvariante konfrontiert, wobei es bei diesem Stellungstyp, es dem Nachziehenden sehr schwer gemacht wird um Vorteil zu erlangen. Während des Mittelspiels wurden sowohl 2 Leichtfiguren als auch die Türme getauscht, wobei hier Elsbeth ihre Figuren besser plazieren konnte, ohne jedoch entscheidenen Vorteil zu erreichen. Nachdem noch eine Leichtfigur getauscht wurde, wählte Weiß ein ungünstige Abwicklung, was Schwarz zu einem, wahrscheinlich sogar zu einem zweiten Bauerngewinn geführt hätte. In dieser Stellung wähnte sich unsere Spitzenspielerin in ein Dauerschach zu laufen und wählte die sichere Variante, was den möglichen Vorteil leider vergab. Nach noch ein paar wenigen Zügen in ausgeglichener Stellung einigten sich die Kontrahenten auf die Punkteteilung (1/2 -1/2)

Kraus Christian durfte am 4. Brett mit dem Damenbauern die Partie eröffnen und fand sich bald in der Grünfeld-Indischen-Verteidigung gegenüber. Nach wenigen Zügen, wich Christian von der Theorievariante ab und wählte leider eine sehr ungenaue Variante, was in bereits nach 10 Zügen in starken Nachteil geraten ließ. Sein Gegner nutzte natürlich diese Schwäche konsequent aus und konnte seinen Vorteil kontinuierlich ausbauen und durch gutes Spiel 2 Freibauern in Zentrum erreichte. Nachdem die Partie eigentlich für Christian bereits verloren war, erhielt er völlig überraschend ein Remis-Angebot seines Gegners, was er ohne großes Zögern annahm. (1-1)

Am 4. Brett wählte Stock Benedikt als Verteidigung das Geschlossene Damenbauernspiel, wobei beide Parteien versuchten ihre Figuren strategisch gut zu positionieren um eventuell leichten Vorteil zu erreichen. Nachdem im Mittelspiel einige Leichtfiguren abgetauscht wurden und eigentlich die Stellung sehr ausgeglichen war, entschied sich Benedikt dazu das Zentrum ohne Not zu öffnen, was seinen Gegner einen Bauerngewinn und Stellungsvorteil brachte. Diesen entscheidenen Vorteil baute sein Kontrahent schnell weiter aus und zwang Benedikt bald zu Aufgabe der Partie. (1-2)

Baierl Lorenz am 6. Brett entschied sich ebenfalls für die Eröffnung mit dem Damenbauern, wobei beide Spieler sich von Beginn an der Partie in keinster Weise an irgendwelche Theorievarianten hielten. Leider leistete sich Lorenz einige schwächere Züge, was ihm zu Beginn des Mittelspiels in eine schlechtere Stellung mit einem Bauern weniger brachte. 

Trotz der schwierigen Stellung bemühte sich Lorenz weiterhin wieder ins Spiel zurückzufinden um wieder Ausgleich zuerreichen. Durch einen Fehlgriff seines Gegners ging die Tür zum Ausgleich sehr weit auf, was leider Lorenz mit einem totalen Aussetzer konterte und die Partie dadurch sofort aufgab. (1-3)

Brett 2 wurde von unserem Betz Michael besetzt und auch dieser eröffnete mit dem Damenbauern. Sein Gegner entschied sich für die Slawische Verteidigung, wobei hier die Theoriekenntnisse eindeutig auf Seite unseres Spielers lagen, was Michael konsequent ausnutze und bereits nach wenigen Zügen klaren Stellungsvorteil hatte. Nach ein paar ungenauen Zügen schrumpfte der Vorteil von Michael dahin, bekam aber die Möglichkeit eine Qualität zu gewinnen, was er sich nicht nehmen ließ. Trotz des guten Materialvorteils nutzte unser Spieler mehrmals die Chance nicht die Partie schnell zu beenden, erschwerender Weise fand er auch nicht mehr die besten Züge und gab nachdem sich sein Vorteil immer weiter dezimierte die Partie remis. Was die Niederlage des Mannschaftskampfes besiegelte. (1,5-3,5)

Sperber Johanna spielte am 5. Brett eine sehr geschlossene Verteidigung gegen das geschlossene Damengambit, was zur Folge hatte, das sie ihre Figuren nur schwer mit wenig Raum zu positionieren. Durch die Öffnung des Damenflügels und einen ihr zum Nachteil gereichten Figurenabtausch, geriet Johanna in starken Nachteil. Durch ungenaue Abwicklung ihres Gegners kam unsere Spielerin wieder zurück ins Spiel und konnte durch geschicktes Verteidigen sogar einen Vorteil erreichen. Leider gelang es Johanna nicht, alle äußerst genauen Verteidigungszüge zu finden, was sie leider wieder in den Nachteil zwang, den sie im Laufe der Partie kompensieren konnte und sich nach fast 50 Zügen geschlagen gab. (1,5-4,5)

Wir müssen jetzt versuchen, nach dieser Auftaktniederlage in den nächsten Spielen zu punkten, um baldmöglichst ein ausgeglichenes Punktekonto zu erreichen. 

1. Mannschaft mit Traumstart

Am vergangenen Sonntag kam es im Feuerwehrhaus zum mit Spannung erwarteten Auftakt in der Landesliga Nord (LLN) gegen die 1. Mannschaft vom SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd. Nominell waren wir an fast jedem Brett mit einem schlechteren Rating ausgestattet, so dass unser Gast eindeutig als Favorit anzusehen war. Doch das sollte und wollte uns nicht schrecken und nahezu in Bestbesetzung (nur Jaroslav Illetsko musste aus gesundheitlichen Gründen passen und wurde durch unser Jungtalent Milo Müller bestmöglich vertreten) waren wir bereit die Herausforderung anzunehmen.

An Brett 8 (W) duellierte sich Milo Müller mit seinem erfahrenen und deutlich höher gewerteten Gegner in einem Schottischen Vierspringerspiel. Beide Kontrahenten folgten bis ins Mittelspiel gängiger Theorie und erreichten eine völlig ausgeglichene Stellung. Als sich der Nürnberger im 15. Zug zu einem unglücklichen Damenausfall hinreißen ließ, nutzte Milo die Gunst der Stunde, um durch Abtausch die gegnerische Bauernstellung am Königsflügel zu zerstören, was ihm laut Computer klaren Vorteil einbrachte. Doch dann verließ ihn leider der Mut und statt mit einem vergifteten Figurenopfer beherzt den schwarzen Monarchen zu attackieren, begnügte er sich mit einem Dauerschach und Remis. Keinesfalls ein schlechtes Ergebnis, doch ich bin mir sicher, dass Milo solche Gelegenheiten in Zukunft nicht mehr ungenutzt lassen wird, sobald er den noch übergroßen Respekt vor stärkeren Gegnern abgelegt hat. (½-½)

Brett 8: Jungtalent Milo Müller erreichte ein leichtes Remis

An Brett 2 (W) eröffnete Tobias Brunner mit dem Damenbauer und wurde mit der Nimzoindischen Verteidigung konfrontiert. Der Kampf um die Vorherrschaft im Zentrum verlief ausgeglichen, doch als sich Tobias eingangs des Mittelspiels in der Zugreihenfolge vertat, hatte der Nürnberger die Möglichkeit die weiße Partieanlage durch ein ungewöhnliches Manöver gehörig durcheinander zu bringen. Zu unserem Glück entschied er sich jedoch zur normalen Entwicklung, griff dann seinerseits fehl und konnte seinen geopferten Bauern nur unter großem Zeitverlust zurückerobern. Tobias nutzte diese Gelegenheit, verbesserte seine Figurenstellung und ging zum Angriff über. Mit einem sehenswerten Scheinopfer konnte er schließlich zwei Läufer für einen Turm gewinnen und war endgültig auf der Siegerstraße. Die verzweifelten Versuche seines Gegners ein Gegenspiel aufzuziehen wehrte er souverän ab und beendete die Partie mit einem Damenopfer, das zum undeckbaren Matt führte. (1½-½)

Brett 2: Mannschaftsführer Tobias Brunner glänzte mit einem Damenopfer

An Brett 1 (S) wählte FM Zdenek Haba die Sizilianische Verteidigung wonach ihm von seinem Gegner die Ungarische Variante vorgesetzt wurde. Nach einigen weiteren Zügen landete man in einer Art Drachen-Variante, in der Zdenek überraschend früh forsch zu Werke ging und mittels des Vorstoßes g5-g4 eine Linienöffnung am Königsflügel anstrebte. Sein verdutzter Gegner griff prompt fehl und befand sich in einem damenlosen Mittelspiel mit einem Bauern weniger schnell auf der Verliererstraße. Zdenek verblieb mit dem König in der Mitte und aktivierte seine Figuren bis ihm ein taktischer Schlag einen zweiten Mehrbauern einbrachte. Im resultierenden Endspiel mit jeweils einem Turm und zwei Läufern verzettelte sich der Nürnberger beim Versuch Gegenspiel zu erlangen noch einmal, verlor die Qualität und musste die hoffnungslose Stellung schließlich nach 32 Zügen aufgeben. (2½-½)

Brett 1: FM Zdenek Haba überzeugte mit seiner aggressiven Spielweise

An Brett 7 (S) versuchte der Gegner von Miroslav Kalous ausgetretene Theoriepfade mit dem Torre-Angriff zu umgehen. Mirek zeigte sich wenig beeindruckt und baute sich gewohnt ruhig und sicher auf. Nach Abschluss der Entwicklung verzeichnete Schwarz den Gewinn des Läuferpaars, doch bis weit hinein ins Mittelspiel blieb die Stellung im Gleichgewicht. Als eigentlich schon alles auf ein Remis hindeutete, bot der Nürnberger einen für ihn ungünstigen Damentausch an, den Mirek dankend annahm und gleich anschließend in ein reines gleichfarbiges Läuferendspiel abwickelte, in dem sein Gegner mit dem Nachteil eines isolierten Doppelbauern zu kämpfen hatte. Aber erst mit einem verfrühten Bauernvorstoß am Damenflügel wurde der Vorteil für Mirek greifbar. Die zweite Schwäche erschwerte die Verteidigung für den Weißen deutlich, wenn auch die Stellung noch nicht verloren war. Scheinbar frustriert von der Entwicklung des Mannschaftskampfes und der Perspektivlosigkeit der eigenen Stellung gab der Nürnberger völlig überraschend kurz vor der Zeitkontrolle die Partie auf. Mirek hatte alle Trümpfe in der Hand, hätte aber sicher noch eine ganze Weile schwitzen müssen für den ganzen Punkt. Kurios! (3½-½)

Brett 7: Miroslav Kalous in gewohnt stoischer Manier

An Brett 5 (S) wurde Stephan Schmahl von seinem Gegner mit der Bird-Eröffnung überrascht. Doch er zeigte sich kämpferisch und wählte das From’s Gambit, um die leicht geschwächte weiße Königsstellung sofort unter Druck zu setzen. Schon im sechsten Zug preschte sein h-Bauer nach vorne, doch der Nürnberger blieb ruhig und besonnen und behielt seinen Mehrbauern ohne weitere Zugeständnisse machen zu müssen. Stephan rochierte entgegengesetzt und startete einen Bauersturm auf den weißen König, den er jedoch nicht konsequent genug zu Ende brachte. Weiß konnte sich stabilisieren und fortan konzentrierte sich das Geschehen auf das Zentrum und den Damenflügel. Trotz seines Minusbauern gelang es Stephan eine weißfeldrige Blockade im Zentrum zu errichten und mit seinem agilen Springer gegen den passiven gegnerischen Läufer klaren Vorteil zu erreichen. In Zeitnot fand er jedoch keinen erfolgversprechenden Plan und konzentrierte sich auf das unbeschadete Erreichen der Zeitkontrolle. Nach einem groben Fehler des Weißen im 28. Zug überschlugen sich die Ereignisse. Den einfachen Gewinnzug übersah Stephan leider und wählte stattdessen ein spektakuläres Turmopfer, das jedoch bei bestem Spiel nur zu einem Remis gereicht hätte. Kurz vor der Zeitkontrolle musste Stephan dem Zeitdruck schließlich Tribut zollen und stellte die Partie eigentlich ein, doch nur wenige Züge später erwiderte der Nürnberger das Geschenk gleich zweimal und die Stellung war wieder fast im Gleichgewicht. Scheinbar erschöpft von der Nervenschlacht ließ der Gast schließlich die Aktivierung des schwarzen Königs zu und musste sich kurze Zeit später trotz einer Mehrqualität in das unvermeidliche Remis fügen. (4-1)

Brett 5: Der Autor dieser Zeilen zu Beginn seiner haarsträubenden Remispartie

An Brett 3 (S) entschied sich Christian Müller in einer Spanischen Partie zur Anderssen-Variante. Nachdem sein Gegner schon früh das Zentrum mehr oder weniger abriegelte, entwickelte sich eine ruhige Stellung mit ausgeglichenen Chancen. Nach mehrfachem Figurentausch und Öffnung der d-Linie, kristallisierte sich ein Endspiel heraus, in dem der schwarze Springer dem gegnerischen Läufer deutlich überlegen war. Christian manövrierte gewohnt umsichtig, verbesserte geduldig seine Figurenstellung und als schließlich sein Rappe auf dem Traumfeld d4 angekommen war, hatte er einen glasklaren Vorteil erreicht. In der Folge belagerte Christian den schwachen Bauern c4 und verurteilte seinen Gegner zu dauerhafter Passivität. Doch mit nur dieser einen Schwäche gelang es dem Nürnberger ein weiteres Eindringen der schwarzen Figuren zu verhindern und seine Stellung erfolgreich zu verteidigen. In Anbetracht des sehr günstigen Wettkampfstands forcierte Christian deshalb eine dreimalige Stellungswiederholung und damit das Remis zum vorzeitigen Mannschaftssieg. (4½-1½)

Brett 3: Christian Müller mit klasse Leistung gegen den nominell stärksten Gegner

An Brett 6 (W) eröffnete Jindrich Novak mit einer sehr zahmen Interpretation des populären Londoner Systems. Nach Abschluss der Figurenentwicklung hatte sein Gegner Ausgleich erreicht und schickte sich an, Raum am Damenflügel zu gewinnen, was ihm nach einigem Manövrieren auch gelang. Folgerichtig versuchte Jindrich den gegnerischen Expansionsgelüsten mit Spiel im Zentrum begegnen, indem er den schwarzen Bauern d5 gehörig unter Druck setzte. Nach einem unglücklichen Läuferrückzug hätte der Nürnberger in Nachteil geraten können, doch Jindrich ließ die Gelegenheit leider ungenutzt verstreichen. Er wählte einen ungünstigen Damentausch, der kaum noch Perspektiven zu aktivem Spiel gab. Nichtsdestotrotz blieb die Stellung im Gleichgewicht und erst als er kurz vor der Zeitkontrolle ein dubioses Bauernopfer brachte, war es um ihn geschehen. Er konnte seine zerrissene Stellung nicht mehr stabilisieren, verlor weiteres Material und musste den aussichtslosen Kampf nach 60 Zügen aufgeben. (4½-2½)

Brett 6: Jindrich Novak ausnahmsweise mit „normalem“ Zeitverbrauch

An Brett 4 (W) musste sich Philipp Mark ebenfalls mit der Nimzoindischen Verteidigung auseinandersetzen und wählte eine solide Variante, die den typischen Doppelbauern auf der c-Linie verhinderte. Nach einigen wohlbekannten Zügen und der Suche nach der bestmöglichen Aufstellung für den Kampf um das Zentrum, ergriff Philipp mit dem Vorstoß e4 die Initiative und sicherte sich einen augenscheinlichen Vorteil. Mit dem Bauernkeil e5 und der offenen f-Linie übte er Druck gegen den schwarzen Königsflügel und gleichzeitig gegen den schwarzen Isolani auf d5 aus. Durch den Vorstoß seines h-Bauern und Abtausch auf g6 legte er auch noch die Diagonale a2-g8 frei, so dass erste taktische Motive sichtbar wurden. Solchermaßen in die Defensive gedrängt, unterlief dem Nürnberger ein Fehler, der den weißen Angriff weiter befeuerte und Philipp eine Gewinnstellung einbrachte. Trotz herannahender Zeitnot blieb er jederzeit Herr der Lage und nachdem sich der Rauch verzogen hatte, verblieb er mit einer Mehrqualität, die er sicher verwertete. (5½-2½)

Brett 4: Philipp Mark verwertete seinen Königsangriff sicher

Und hier noch einmal alle Paarungen und Ergebnisse im Überblick:

Mit diesem völlig unerwarteten aber letztendlich auch in der Höhe verdienten Sieg ist uns als Aufsteiger ein regelrechter Traumstart gelungen, der für den weiteren Saisonverlauf viel Selbstvertrauen und berechtigten Anlass zu Optimismus gibt. Sollten wir eine solche Mannschaftsleistung konservieren können, besteht eine reale Chance das ausgegebene Ziel Klassenerhalt auch tatsächlich zu erreichen. Nichtsdestotrotz bleiben wir auf dem Teppich und denken nur von Spiel zu Spiel. Ein Anfang ist gemacht, aber es liegen noch weitere acht harte Kämpfe vor uns.

Es folgt die aktuelle, wenn auch noch wenig aussagekräftige Tabelle:

In der 2. Runde am 19. November müssen wir zum schweren Auswärtsspiel beim SV Würzburg 1 antreten. Aufgrund der langen Anreise hängen die Trauben für uns sicher noch einmal etwas höher, doch Bangemachen gilt nicht und Jammern nützt nichts. Also packen wir’s an!

Holpriger Start im Viererpokal

Zum Saisonauftakt empfingen wir am vergangenen Sonntag im Feuerwehrhaus den ASV Burglengenfeld zur zweiten Runde im Viererpokal 2023/24. Nach dem überaus erfolgreichen Auftritt in der vergangenen Saison und einem Freilos in der ersten Runde waren wir diesmal auf dem Papier klarer Favorit. Doch die Begegnung verlief weit kämpferischer als es das scheinbar klare Endergebnis von 3-1 vermuten lässt.

An Brett 2 (W) erreichte Tobias Brunner gegen die Skandinavische Verteidigung seines Gegners schon früh eine Überlegenheit im Zentrum und als sein Gegner auch noch freiwillig seinen Damenläufer einsperrte, zeigte der Computer bereits nach sechs Zügen einen Vorteil von mehr als einer Bauerneinheit. Tobias nutzte seinen Raumvorteil, entwickelte seine Figuren harmonisch und verdichtete die Vorzüge seiner Position immer mehr. Die logische Konsequenz war ein taktischer Einschlag auf f7, wonach sich zur besseren Stellung auch noch ein Materialvorteil gesellte. In der Folge kämpfte der Burglengenfelder für eine verlorene Sache und gab den hoffnungslosen Widerstand noch vor der Zeitkontrolle auf. (1-0)

An Brett 1 (S) zeigte sich Stephan Schmahl in einem Damenbauernspiel zunächst auf der Höhe des Geschehens, ging dann jedoch zu zögerlich im Zentrum vor und musste im Angesicht des Raumvorteils seines Gegners um Ausgleich kämpfen. Unter Aufbietung aller Kräfte und großem Zeitaufwand hielt er die Stellung bis ins Endspiel im Gleichgewicht als es kurz vor der Zeitkontrolle noch einmal kritisch wurde. Stephan musste zehn Züge in unter zwei Minuten absolvieren, doch nachdem er mit stoischer Ruhe auch dieses Kunststück gemeistert hatte, verflachte die Partie zusehends und nach einer Zugwiederholung trennte man sich in völlig ausgeglichener Stellung schiedlich friedlich mit Remis. (1½-½)

An Brett 3 (W) landete Rudi Schicker nach mehreren Zugumstellungen in einer seltenen Variante der Tarrasch-Verteidigung. Nach Abtausch von drei Figurenpaaren ergab sich ein minimaler Vorteil für Weiß, der ein langes und zähes Ringen der Kontrahenten erwarten ließ. Als sein Gegner jedoch unnötigerweise einen Bauern hergab, stand Rudi plötzlich klar besser und nach einem weiteren Fehler glatt auf Gewinn. Im einem reinen Schwerfigurenendspiel mit zwei Mehrbauern manövrierte Rudi lange Zeit erfolgreich, doch kurz vor der Zeitkontrolle entglitt ihm die Partie zusehends. Als aber auch sein Gegner nicht die beste Verteidigung fand, war der Sieg greifbar nahe. Leider verpasste Rudi die Abwicklung in ein leicht gewonnenes Bauernendspiel und musste nach einem abschließenden Fehler ein Remis durch Dauerschach zulassen. (2-1)

An Brett 4 (S) wählte Philipp Mark eine Art angenommenes Damengambit und kam gut aus der Eröffnung. Das Mittelspiel verlief in ruhigen Bahnen und nach 19 Zügen stand eine völlig ausgeglichene Stellung auf dem Brett. Anschließend entschied sich sein Gegner jedoch zu einem ungünstigen Turmtausch und geriet in die Defensive. Philipp nutzte geschickt seine aktiveren Figuren, um auf dem anfälligen weißen Damenflügel einen Bauern zu gewinnen. Der Sieg schien nur eine Frage der Zeit zu sein, doch in Anbetracht schwindender Zeitreserven wogte die Partie noch einmal hin und her. Sein Gegner verpasste mehrfach die Gelegenheit, die Stellung wieder auszugleichen und erst nach einem schweren Fehler kurz nach der Zeitkontrolle war es um ihn geschehen. Philipp nutzte die Gunst der Stunde, wandelte seinen freien a-Bauern zur Dame um und zwang seinen Kontrahenten kurz vor dem Matt zur Aufgabe. (3-1)

Nach diesem hart erkämpften Erfolg haben wir uns für das Viertelfinale qualifiziert und warten gespannt auf die Auslosung. Die nächste Runde wird vermutlich am 12. November ausgetragen. Um dort auch gegen potentiell stärkere Mannschaften bestehen zu können, wird eine Leistungssteigerung vonnöten sein. Da wir uns aber erst am Anfang der Saison befinden, ist mir diesbezüglich überhaupt nicht bange!

Windischeschenbach im Viererpokal-Finale chancenlos

Am ersten Juli-Wochenende kam es im Rahmen des Oberpfälzer Schachkongresses in Altenstadt zum mit Spannung erwarteten Finales des Viererpokals gegen die Oberliga-Mannschaft der SG Post/Süd Regensburg. Trotz eines großen Kampfes mussten wir diesmal die Überlegenheit des übermächtigen Gegners anerkennen und uns deutlich geschlagen geben.

An Brett 1 (W) behandelte Christian Müller die Eröffnung gewohnt souverän und konnte mit seinem Läuferpaar ein leichtes Plus verzeichnen. Objektiv war sogar mehr drin, doch als Christian eine starke Abwicklung übersah, gelang es dem Regensburger seine Stellung wieder zu befreien. In einem völlig ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel einigte man sich kurze Zeit später auf Remis. (½-½)

An Brett 2 (S) geriet Philipp Mark gegen seinen routinierten Gegner schon früh unter Druck und musste mit einem passiven weißfeldrigen Läufer der Dinge harren, die da kamen. Der Regensburger hatte mehr Raum und nutze geschickt die Vorzüge seiner Stellung. In sehr schwieriger Position unterlief Philipp schließlich ein Fehler, den ihn eine Figur kostete und die sofortige Aufgabe nach sich zog. (½-1½)

An Brett 3 (S) fand sich Stephan Schmahl nach völlig missratener Eröffnung in einer passiven Stellung wieder und musste sich ohne Gegenspiel ganz auf die Defensive beschränken. Sein Gegner übernahm die Initiative und startete einen Bauernsturm am Königsflügel, der schließlich zu Linienöffnung und Mattangriff führte, dem Stephan nichts mehr entgegenzusetzen hatte. (½-2½)

An Brett 4 (W) kämpfte Jungtalent Milo Müller gegen seinen erfahrenen Gegner lange Zeit auf Augenhöhe und konnte sich aller Angriffe erwehren. Erst im Endspiel entglitt ihm die Partie und als der Regensburger mit seinem Turm auf die zweite Reihe eindringen konnte, war es um die weiße Stellung geschehen. Kurz vor entscheidendem Materialverlust gab Milo die Partie auf. (½-3½)

Nach dieser klaren und verdienten Niederlage beenden wir den Oberpfälzer Viererpokal als Vizemeister, einem Ergebnis, das aller Ehren wert ist und sicher nicht unbedingt erwartet werden konnte.

Dem Pokalsieger aus Regensburg gratulieren wir ganz herzlich und wünschen viel Erfolg auf Bayerischer Ebene!

Für uns geht es überregional nach einem kampflosen Erfolg gegen den SC Bamberg am 15. Juli weiter zu Hause gegen den SK Weilheim, einem weiteren Oberligisten. Auch hier sind wir klarer Underdog, können aber mindestens wertvolle Erfahrung sammeln für die kommende Saison.

3. Mannschaft gewinnt auch die letzte Runde

Am ersten Sonntag im Mai musste unsere 3. Mannschaft ihren letzten Wettkampf in der Kreisliga II gegen die 3. Mannschaft aus Oberviechtach bestreiten. Nachdem der Aufstieg für unsere Mannschaft bereits feststand, konnten unsere Spieler in Ruhe und entspannt an ihre Partien gehen. 

Obwohl in der Liga bereits alle Entscheidungen gefallen waren, entwickelten sich an allen Brettern sehr interessante und ereignisreiche Partien. 

Michael Betz wählt am 1. Brett die Französische Verteidigung in der sein Gegner nicht eine der üblichen Varianten spielte, was Michael einen leichten Vorteil am Ende der Eröffnung einbrachte. Nachdem unser Spieler versuchte seine Stellung weiter zu verbessern, entschied sich sein Konkurrent zu einem nicht gerechtfertigten Königsangriff, opferte eine Leichtfigur und stellte zum Schluss seine Dame ein, was unser Michael dankend annahm und so bereits frühzeitig den ersten Sieg im Wettkampf erzielte. 

Im Spiel am Brett 4 traten von beiden Mannschaften die zwei Youngster gegen einander an. Dabei wählte auf unserer Seite Benedikt Sperber ein klassisches Damengambit. Nachdem beide Spieler versuchten die Spannungen im Zentrum aufzulösen, unterlief dem Gastspieler ein grober Fehler, was Benedikt leider nicht ausnutze und stattdessen eine ungünstige Fortsetzung wählte, die zu entscheidendem Materialverlust führte. Da der Oberviechtacher jedoch das für ihn bessere Doppelturmendspiel sehr ungenau behandelte, erhielt Benedikt die Chance seine beiden Türme am Königsflügel aktiv zu positionieren und Material zurück zugewinnen. Als die Stellung die Remisbreite erreichte, übertrieb der Gegner und musste ein paar Züge später die Segel streichen.

Am Brett 2 sah sich Johanna Sperber mit der Sizilianschen Verteidigung konfrontiert. Beide Kontrahenten positionierten in der Eröffnung ihre Leichtfiguren ausgeglichen. Leider entschied sich Johanna zu früh zu einem Bauernvorstoß im Zentrum wodurch unsere Spielerin leider in Nachteil geriet und ihrem Gegner gutes und offensives Spiel ermöglichte. Zu Beginn des Endspiels sah sich Johanna in einer leicht schlechteren Stellung mit einem Minusbauern wieder. Obwohl die Windischeschenbacherin wie eine Löwin kämpfte, gelang es ihrem Gegner seinen Vorteil kontinuierlich auszubauen und die Partie für sich zu entscheiden.

Unser Punktegarant Christian Kraus wähle am 3. Brett die Caro-Kann-Verteidigung und erreichte aufgrund ungenauen Spiels seines Gegners im Mittelspiel leichten Vorteil. Durch einen groben Fehlzug stellte sein Gegenüber einzügig eine Figur ein und brachte Christian schnell auf die Gewinnerstraße. Durch die Mehrfigur baute unser Spieler seinen Vorsprung weiter aus, verpasste aber durch ungenaues Spiel die Partie schon früher für sich zu entscheiden. Wie aus dem Nichts hat dann unser Spieler eine Schwächephase und verspielte innerhalb weniger Züge seinen gesamten Vorteil und hätte eigentlich mit einem Remis zufrieden sein müssen, was seinem Gegner scheinbar nicht gefiel und dieser wiederum einzügig einen Turm einstellte. Dieses Geschenk im Endspiel ließ sich Christian dann nicht mehr nehmen und münzte es in einen Sieg um. 

Man kann unserer 3. Mannschaft mit seinen Spielern zu dieser beeindruckenden Saison gratulieren, welche die Windischeschenbacher ohne Partieverlust bestritten haben und verdient die Meisterschaft und den dadurch den Aufstieg errungen haben.

1. Mannschaft sensationell Meister!

Am vergangenen Sonntag kam es im Feuerwehrhaus zum letzten Gefecht der Saison gegen die 2. Mannschaft des SK Herzogenaurach. Im Fernduell mit Bavaria Regensburg und der SGem Fürth war ein Sieg unbedingte Pflicht, um die Titelchancen am Leben zu erhalten. Die vierte Mannschaft im Meisterschaftsrennen, der SC Forchheim, hatte zwar nur noch theoretische Chancen auf den Gesamtsieg, konnte aber beim Auswärtsspiel in Regensburg zum Zünglein an der Waage werden. Krankheitsbedingt mussten wir auf Jaroslav Illetsko verzichten, der aber durch Jungtalent Milo Müller adäquat vertreten wurde. Schlimmer erwischte es die Gäste, die kurzfristig, ebenfalls wegen Krankheit, auf einen ihrer Spieler verzichten mussten und mangels Ersatz nur zu siebt antreten konnten.

An Brett 6 (W) kam Jindrich Novak so zu einem kampflosen Punkt. Wie immer für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation, aber manchmal spielt uns das Leben eben einen Streich. Nichtdestotrotz hat uns diese frühe Führung natürlich zusätzlich motiviert, alles in die Waagschale zu werfen, um den Traum vom Aufstieg wahr werden zu lassen. (1-0)

An Brett 1 (S) täuschte FM Zdenek Haba die Französische Verteidigung an, leitete durch Zugumstellung aber umgehend in Sizilianische Gefilde über. Sein Gegner zeigte keinerlei Interesse an einem Kampf mit offenem Visier und stützte stattdessen lieber sein Zentrum, so dass man letztendlich in einer Art Igel-System landete. Der Computer sah die weiße Stellung wegen des Raumvorteils im Zentrum dauerhaft im Vorteil und in der Tat musste sich Zdenek mit einer zwar soliden, aber etwas passiven Stellung abfinden. Da sein Gegner aufgrund der eigenen Tabellensituation nicht gewillt war bedingungslos auf Sieg zu spielen, was mit dem Vorstoß seines h-Bauern durchaus möglich gewesen wäre, entstand ein typischer Fall von der eine will nicht und der andere kann nicht. Und so einigte man sich schließlich im 20. Zug auf ein Remis. (1½-½)

An Brett 4 (W) wählte Philipp Mark im abgelehnten Damengambit die Abtauschvariante, was sein Gegner etwas überraschend mit dem Ragozin-System beantwortete. In den folgenden Zügen entwickelten sich beide Parteien auf bekannten Wegen und erreichten eine etwa ausgeglichene Stellung. Als Philipp zum für die Bauernstruktur üblichen Minoritätsangriff am Damenflügel ansetzen wollte, entschied sich der Herzogenauracher zu einem sehr zweischneidigen und riskanten Aufzug seines g-Bauern. Die solchermaßen hervorgerufene Schwächung der eigenen Königsstellung sollte sich schon bald als fatal erweisen, denn der eigentliche Plan das Läuferpaar zu gewinnen scheiterte an einem taktischen Einschlag, der nicht nur einen Bauern kostete, sondern auch die schwarze Zentrumsstellung ruinierte. Der Gastspieler wehrte sich zwar nach Kräften, kämpfte im Endeffekt aber bereits für eine verlorene Sache. Nach einem erneuten Einschlag war der schwarze König vollends entblößt und wurde vom Windischeschenbacher elegant zur Strecke gebracht. (2½-½)

An Brett 3 (S) entschied sich Christian Müller gegen die Königsbauereröffnung einmal mehr für die Philidor-Verteidigung. Nach frühem Damentausch ging sein Gegner sofort aktiv im Zentrum vor, so dass sich Christian zunächst auf Verteidigung beschränken musste. Nach Abschluss der Figurenentwicklung gelang es dem Windischeschenbacher seine Kräfte zu koordinieren und die leichte gegnerische Initiative zu neutralisieren. Durch den forcierten Tausch des schwarzfeldrigen Läufers war die Stellung objektiv ausgeglichen, neigte sich jedoch bereits zu Gunsten von Schwarz. In der Folge ergaben sich Chancen für ein Spiel auf Gewinn, doch in Anbetracht des günstigen Mannschaftsstands entschied sich Christian lieber für den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, initiierte weiteren Figurentausch und einigte sich im 28. Zug in völlig ausgeglichener Stellung mit seinem Gegner auf Remis. (3-1)

An Brett 2 (W) eröffnete Tobias Brunner mit dem italienischen Läuferspiel in dem sich beide Kontrahenten bis zum 10. Zug ruhig entwickelten und eine ausgeglichene Stellung erreichten. Als der Herzogenauracher einen wichtigen Figurentausch verpasste und sich stattdessen freiwillig mit seiner Dame in eine Fesselung begab, nutzte Tobias die Gunst der Stunde und ergriff mittels eines Bauernvorstoßes im Zentrum die Initiative. Solchermaßen in die Defensive gedrängt, versuchte sein Gegner die Stellung mittels der langen Rochade zu verkomplizieren, geriet damit jedoch vom Regen in die Traufe. Der Windischeschenbacher fand zwar nicht den direktesten Weg, ließ sich aber nicht mehr beirren und riss mit seinem a-Bauern die schwarze Königsstellung auf. Trotz verzweifelter Gegenwehr konnte der Gastspieler keine ausreichende Verteidigung mehr organisieren und musste schließlich nach einem hübschen Damenopfer von Tobias kurz vor dem Matt aufgeben. (4-1)

An Brett 7 (S) wurde Miroslav Kalous mit einer Art Petrosjan-System in der Damenindischen Verteidigung konfrontiert. Sein Gegner ging schon früh forsch im Zentrum zu Werke, überschätzte dabei aber seine Chancen. Ohne Figurenunterstützung gerieten seine weit vorgerückten Bauern schon bald unter Druck und nach einem Fehler ging einer von ihnen verloren. Treu nach dem Motto, dass ein Fehler nur selten allein kommt, griff der Herzogenauracher erneut fehl, wonach der Computer bereits eine Gewinnstellung für Schwarz reklamiert. Doch leider ließ Mirek die sich bietende Gelegenheit ungenutzt verstreichen und landete nach einer Ungenauigkeit seinerseits in einer etwas schlechteren Stellung. Einen Vorteil aus der Situation vermochte der Gastspieler jedoch nicht zu ziehen, denn nur drei Züge später unterlief ihm ein kapitaler Bock, der eine sofortige Verluststellung zur Folge hatte. Ein zweites Mal ließ sich der Windischeschenbacher nicht bitten und bildete einen Freibauern, den er mit Hilfe seines Materialvorteils souverän zur Geltung brachte. (5-1)

An Brett 8 (W) folgte Milo Müller in einem Vierspringerspiel ausgetretenen Theoriepfaden. Beide Spieler gaben sich keine Blöße und erreichten nach 12 Zügen eine vollkommen ausgeglichene Stellung. Doch dann verschätzte sich sein Gegner und überließ dem Windischeschenbacher unnötigerweise das Läuferpaar. Milo packte die Gelegenheit beim Schopfe und nutzte seine Überlegenheit auf den schwarzen Feldern, um dem Herzogenauracher durch geschickten Figurentausch gleich zwei Doppelbauern anzuhängen. Das resultierende Doppelturmendspiel mit gleichfarbigen Läufern war klar vorteilhaft und fortan nur noch ein Spiel auf ein Tor. Milo aktivierte sein Türme und nahm die isolierten schwarzen Bauern aufs Korn. Sein Gegner verteidigte sich lange gut, doch im 30. Zug unterlief ihm der entscheidende Fehler. Unser Jungtalent wickelte in ein Turmendspiel ab, in dem ihm sein Freibauer den Gewinn garantierte. In seiner Verzweiflung vereinfachte der Herzogenauracher zu einem Bauernendspiel, das jedoch ebenso klar verloren war und von Milo sicher verwertet wurde. (6-1)

An Brett 5 (S) gelangte Stephan Schmahl durch Zugumstellung in die Leningrader Variante der Holländischen Verteidigung. Bis zum 12. Zug folgten beide Kontrahenten gängiger Theorie, doch dann spielte der Herzogenauracher zu zaghaft, was Stephan zu Raumvorteil im Zentrum und einer bequemen Stellung verhalf. Der Versuch seines Gegners das Zentrum aufzubrechen erwies sich als untauglich und brachte dem Windischeschenbacher bereits klaren Vorteil. Doch statt durch eine einfache Abtauschaktion den rückständigen weißen Bauern als Angriffsziel zu markieren, wählte Stephan einen komplizierteren, aber leider nicht besseren Weg und gestattete seinem Gegner die Stellung zu vereinfachen und in die Remisbreite zurückzukehren. Bis zur Zeitkontrolle passierte nicht mehr allzu viel und schließlich endete die Partie in völlig ausgeglichener Stellung mit einem Unentschieden durch Zugwiederholung. (6½-1½)

Nach diesem klaren und ungefährdeten Sieg hatten wir unsere Pflicht erfüllt und mussten auf das Ergebnis aus Regensburg warten. Nur bei einer Niederlage oder einem 4-4 Unentschieden der Hauptstädter würden wir sicher auf Platz 1 landen. Im Falle eines Sieges von Bavaria wäre es auf die Höhe angekommen und im Extremfall sehr spannend geworden. Dieser Extremfall wäre ein 5-3 gewesen, wonach beide Teams exakt gleich viele Mannschafts- und Brettpunkte aufgewiesen hätten. Dem Reglement entsprechend wären die nächsten Kriterien für die Platzierung die erzielten Partiegewinne, dann die erzielten Schwarzsiege und zum Schluss der direkte Vergleich gewesen. Ich habe mir nachträglich die Mühe gemacht, die Zahlen zu ermitteln und komme zu folgendem Ergebnis:

SC Bavaria Regensburg: Partiegewinne = 33, Schwarzsiege = 14
SC Windischeschenbach: Partiegewinne = 36, Schwarzsiege = 20

Sofern ich mich nicht verzählt habe, wären wir also auch bei einem 5-3 von Bavaria als 1. durchs Ziel gegangen und zwar mit genau einem mehr erzielten Partiegewinn!

So spannend diese Berechnungen sind, so schnell wurden sie doch zu reiner Makulatur als das Endergebnis aus Regensburg (3-5) endlich bei uns eintraf. In einem Herzschlagfinale hatten wir den Ligaprimus am letzten Spieltag doch noch abgefangen und völlig unerwartet den Titel errungen!

Nächste Saison in der Landesliga weht natürlich ein wesentlich rauerer Wind und besonders für uns als Aufsteiger werden die Trauben deutlich höher hängen. Doch mit unserer nachrückenden Jugend ist uns nicht Bange, den Kampf um den Klassenerhalt bestehen zu können.

Im Namen der 1. Mannschaft danke ich allen Vereinsmitgliedern für das Mitfiebern und die Unterstützung. Ohne ein intaktes Vereinsleben sind Erfolge wie dieser nicht möglich!

Zum Schluss senden wir noch Grüße an die Teams vom SK Herzogenaurach, vom SC JÄKLECHEMIE und der SGem Fürth. Während uns die Gäste vor ihrer Abreise noch live gratulierten, übermittelten uns die beiden anderen Vereine ihre Glückwünsche in den eigenen Spielberichten. Dafür ein herzliches Dankeschön!

3. Mannschaft des SC Windischeschenbach bleibt weiterhin ungeschlagen

Am vorletzten Spieltag in der Kreisliga II Nord mussten die Zoiglstädter zur 1. Mannschaft des FC Schwarzenfeld reisen. 

Nachdem unsere 3. Mannschaft bereits als Meister in ihrer Klasse feststand, konnten wir beruhigt und ohne Zwang befreit aufspielen, was durchaus als positiver Aspekt zu bewerten ist. 

An Brett 4 kam Lorenz Bayerl zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison. In einer Dreispringerspiel-Eröffnung, entschied sich Lorenz leider für die falsche Abwicklung, wodurch er eine Leichtfigur verlor. Diesen Materialvorteil konnte sein Gegner kontinuierlich ausbauen, was Lorenz zu Beginn des Endspiels dazu zwang die Partie aufzugeben. (0-1)

Benedikt Sperber musste am 3. Brett gegen das Schwarzenfelder Urgestein Heinrich Federer antreten, wobei der Schwarzenfelder die Damenindische-Verteidigung wählte, sich hier aber sehr passiv aufbaute. Dadurch gab er Benedikt die Möglichkeit sich selbst aktiv aufzustellen, was zwangsläufig zu einem Bauerngewinn führte. Im weiteren Verlauf der Partie verlor unser Spieler leider etwas die Übersicht, was sein Gegner konsequent ausnutze und nach und nach in Vorteil kam. Als die Partie eigentlich entschieden war, erlaubte sich der Schwarzenfelder einen Fehlgriff und stellte eine Figur ein, wonach er sofort die Partie aufgab. (1-1)

Am Spitzenbrett wählte Manfred Oppel die Englische Eröffnung. Nachdem alle Figuren entwickelt waren, entschied sich sein Gegner zu einem ungünstigen Figurenabtausch im Zentrum, was dem Windischeschenbacher einen Vorteil einbrachte. Leider wählte Manfred in klar besserer Stellung die falsche Abwicklung, was die Stellung wieder in die Remisbreite einschwenken ließ. Obwohl Manfred versuchte wieder in Vorteil zu kommen, verteidigte sich sein Gegner sehr geschickt und so entstand ein taktisches Geplänkel mit der Hoffnung, dass der Schwarzspieler sich ungenau verteidigt. Der genauen Verteidigung müde, unterlief dem Schwarzenfelder ein Fehlgriff, der ihn einen Bauern kostete. In verlorener Stellung musste er wenig später die Waffen strecken. (1-2)

An Brett 2 musste sich Benedikt Stock mit den schwarzen Steinen mit dem Königsgambit auseinandersetzen, welches er leider ungenau behandelte und leicht in Nachteil geriet. Durch genaue Verteidigungszüge im Mittelspiel konnte Benedikt Ausgleich erreichen. Durch das passive Spiel seines Gegners konnte unser Spieler seine Stellung weiterhin verbessern und offensiv agieren. In einer sehr guten Ausgangsposition griff Benedikt total daneben und stellte einzügig eine Figur ein, was er mit der sofortigen Aufgabe quittierte. (2-2)

Das gerechte 2-2 gegen ein gleichwertigen Gegner geht völlig in Ordnung und hält die Serie der Windischeschenbacher bei, noch keinen Wettkampf in dieser Saison verloren zu haben. 

Das letzte Punktspiel findet am 07. Mai gegen die 3. Mannschaft des SV Oberviechtach statt.