Am zweiten Spieltag war die dritte Mannschaft auswärts gegen Oberviechtach II gefordert. An Brett 6 spielte Florian Süß mit Schwarz eine königsindische Verteidigung gegen den Aufbau seines Gegners und kam etwas schlechter aus der Eröffnung. Nach einem Fehler seines Gegners erhielt Florian aber einen vielversprechenden Angriff. Da ein Figurenverlust unvermeidlich war um das Matt zu verhindern, gab Weiß im 25. Zug auf und brachte uns die schnelle Führung (0:1).
Maximilian Warziwoda bekam es mit Weiß am fünften Brett mit der Grünfeldindischen Verteidigung zu tun. Nach dem Abtausch vieler Figuren konnte Maximilian einen Mehrbauern verbuchen. Leider übersah er eine taktische Möglichkeit seines Gegners und verlor dabei eine Leichtfigur. Trotz verzweifelter Gegenwehr konnte Schwarz mit seiner Mehrfigur noch einen Bauern umwandeln und mit dieser drückenden Materialüberlegenheit die Partie gewinnen (1:1).
Am vierten Brett spielte Benedikt Stock mit Schwarz ebenfalls Grünfeldindisch gegen seinen Gegner. Im Mittelspiel übte Benedikt mit den Schwerfiguren auf der c-Linie und seinem starken Läufer auf g7 Druck gegen den rückständigen weißen Isolanibauern auf c3 aus und nutzte dessen Fesselung, um den weißen Läufer auf b2 zu erobern. Nachdem Weiß anschließend noch einen Bauern einzubüsen drohte, gab sein Gegner die Partie auf (1:2).
Simon Lamm spielte mit Weiß an Brett 3 das Londoner System und konnte im Mittelspiel einen starken Springer auf e5 postieren. Simon verzichtete auf eine Rochade und begann mit seinen Bauern am Königsflügel loszustürmen. Nach starkem positionellen Druck auf die schwarze Stellung wickelte Simon in bereits bemerkbarer Zeitnot in ein Doppelturmendspiel mit zwei Mehrbauern ab. Nach dem die Zeitkontrolle überstanden war und er noch einen weiteren Turm abtauschen konnte, gewann Simon noch den letzten schwarzen Bauern und führte das Endspiel mit nunmehr Turm + 3 verbundene Bauern gegen Turm gekonnt zu Ende (1:3).
Bei nunmehr komfortablem Vorsprung sollte es doch möglich sein, an den verbliebenen beiden Spitzenbrettern noch einen halben Punkt zum Gewinn des Mannschaftskampfes zu holen, zumal auch die Stellungen dies entsprechend hergegeben hätten.
An Brett 1 erhielt Elsbeth Horther-Schneider mit Weiß nach einem geschlossenen Sizilianer einen vielversprechenden Angriff auf den in der Mitte stecken gebliebenen schwarzen König. Nach 21 Zügen ergab sich folgende gewinnbringende Stellung:
Nach 22. Txf6! hätte Schwarz einpacken können, da 22. …Kxf6 23. Tf1+ zum Matt führt und Weiß bei anderen schwarzen Zügen seinen starken Angriff z.B. mit Df7 oder Lg5 spielentscheidend fortsetzen hätte können. So aber geschah 22. Ld2, was aber immer noch einen großen Vorteil für Weiß bedeutet.
Schwarz schaffte es aber, in den nächsten Zügen Material abzutauschen und mit einer Bauernwalze für ein gefährliches Gegenspiel am Damenflügel und im Zentrum zu sorgen. Leider kommt meistens ein schlechter Zug nicht allein und so stellte Elsbeth bei der Verteidigung ihre Figuren so unglücklich, dass Schwarz einen Mattangriff auf der h-Linie iniziieren konnte und Weiß das Handtuch warf (2:3).
Siegfried Stelzer spielte an Brett 2 mit Schwarz auch Grünfeldindisch und erzielte ein ausgeglichendes Mittelspiel. Nach 33 Zügen eröffnete sich nach dem weißen Tc4-c6 plötzlich eine taktische Möglichkeit:
Hier ließe sich mit 33. …Ld2+ 34. Kd3 (34. Kxd2 ist wegen 34. …Txd4+ und anschliendem Txa4 schlechter) 34. …Lxf4 (droht Le5) 35. Kc3 Tc7 in ein gleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauer abwickeln. Schwarz zog aber 33. …bxa4 und musste nach dem Zwischschach 34. Lf6+ in ein Turmendspiel mit Minusbauer.
Das entstandene Endspiel ist eigentlich remis zu halten, aber die Schachgöttin Caissa meinte es an diesem Tag nicht mehr gut mit uns und so verloren wir auch diese Partie noch (3:3).
Dieses nach dem Spielverlauf doch etwas enttäuschende Unentschieden ist aber kein Beinbruch und in kürze steht bereist die nächste Runde mit einem Heimspiel gegen SK Schwandorf III auf dem Programm.
Nach dem knappen Unentschieden im Auftaktspiel gegen den SC Oberviechtach war unsere zweite Mannschaft zum zweiten Spieltag auswärts beim Nachbarverein SK Weiden 07 zu Gast. Beide Mannschaften mussten auf den vorderen Brettern auf Spieler verzichten, sodass wir dem Absteiger aus der Regionalliga, zumindest auf dem Papier, auf Augenhöhe begegnen konnten.
Am sechsten Brett wählte Michael Betz die französische Verteidigung. Bereits aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung und konnte nach einer Ungenauigkeit seines Gegners einen Bauern gewinnen. Beim Versuch, ins Endspiel abzuwickeln, war der schwarze Mehrbauer jedoch schwer zu halten. Nach dem Übergang ins Bauernendspiel schätzte Michael die Stellung falsch ein: Trotz des entfernten schwarzen Freibauern war der weiße König zu aktiv, sodass die weißen Bauern schließlich durchbrechen konnten:
Nach 44. g5 ist der schwarze König zwar nah am Geschehen, nach 44… Ke6 45. gxh6 Kxf6 46. Kxb4 ist Schwarz tragischerweise im Zugzwang. Der König muss das Umwandlungsquadrat des h-Bauers verlassen und Weiß wandelt um. Michael ließ sich das nicht mehr zeigen und gab sich im 45. Zug geschlagen. (0-1)
An Brett sieben eröffnete Manfred Oppel mit Englisch. Sein fianchettierter Läufer auf g2 kam zu einem frühen Glück, als der Weidener Spieler nach einer kurzen Unachtsamkeit den Einschlag auf b7 mit Qualitätsgewinn zuließ. Manfred ließ sich trotz zäher Verteidigungsversuche seines Gegners den vollen Punkt nicht mehr nehmen und erzielte fast postwendend den Ausgleich. (1-1)
Am dritten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit dem Königsbauern. Gegen die Sizilianische Verteidigung erreichte er eine aktive Stellung und erlangte nach einem Figurenopfer gewinnbringendem Vorteil:
Nach 20. Sxc4 nahm der Schwarze das Opfer fälschlicherweise an. Die weiße Dame gelangte als Folge nach f7 und gewann mit dem Läufer auf f8 die Figur zurück.
Durch die passiven Figuren blieb der schwarze König allerdings ein Angriffsziel. Bedrich machte weiter Druck auf die Stellung seines Gegners und konnte neben einer Qualität auch einige Bauern gewinnen. Diesen Materialvorteil nutzte er, um den schwarzen König endgültig freizulegen, sodass dem Weidener bei absehbarem Matt nur noch die Aufgabe blieb. (2-1)
Am Spitzenbrett wählte Liliane Pavlov gegen den FIDE-Meister Mladen Dvornic die Katalanische Eröffnung. Beide Seiten zeigten sich theoriefest und Schwarz gab seinen Mehrbauern schließlich zurück, um die weiße Bauernstruktur zu schwächen. Liliane konnte ihre Schwäche durch einen Figurentausch beseitigen und wickelte wenig später in ein Turmendspiel ab. Auch hier behielt sie den Überblick und man einigte sich auf ein verdientes Remis, als der Weidener Titelträger auch hier keine Möglichkeit fand, einen Vorteil zu erlangen. (2,5-1,5)
Am fünften Brett eröffnete Stefan Simmerl mit dem Colle-System. In nahezu symmetrischer Stellung war die Stellung lange ausgeglichen. Im Mittelspiel entschied sich der Weidener zu einer Abwicklung, in der Stefan durch ein Figurenopfer einen Bauern gewann. Das resultierende Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ließ jedoch wenig Gewinnmöglichkeiten zu. Nachdem sich die meisten Bauern abgetauscht hatten, konnte der Weidener Spieler auf den weißen Feldern eine Blockade errichten und man einigte sich auf Unentschieden. (3-2)
An Brett zwei beantwortete Johannes Denz das Aufziehen des f-Bauerns mit dem From-Gambit, bei dem mit e5 und d6 ein Bauer für Entwicklungsvorteil geopfert wird. In einer scharfen Variante konnte er Druck auf den d4-Bauern des Weißen aufbauen:
Nach 16… Sc6 hätte Weiß mit Kh1 in leicht schlechterer Stellung im Spiel bleiben können. Stattdessen kam 17. Lxf6 und der Weidener gab im Anschluss die Dame für Läufer und Turm.
Johannes konnte im weiteren Verlauf Material abtauschen und mit Dame gegen Turm und Springer die schwarzen h- und g-Bauern anschieben. Mit der schwarzen Dame auf f2 war für den Freibauern auf g3 der rote Teppich ausgerollt und Weiß gab sich geschlagen. (4-2)
Am vierten Brett spielte Rudolf Schön gegen die Englische Eröffnung. Rudolf erreichte zu Beginn eine angenehme Stellung, im Mittelspiel konnte der Weiße aber mit Bauernvorstößen einen Raumvorteil erzielen. Nach dem Damentausch erwiesen sich die weit fortgeschrittenen Bauern jedoch als Schwäche. Im Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm und Springer gelang es Rudolf, einen gedeckten Freibauern zu bilden und seine Stellung stetig zu verbessern. Schließlich bot sich eine gewinnbringende Abwicklung an:
Nach 42. Sc3 gewinnt 42… Lxf4 den h- und g-Bauern. Während es dauerte, bis Weiß seine Bauern am Damenflügel flottbekommt, konnte Rudolf seinen h-Bauern anschieben. Der Versuch, den Freibauern aufzuhalten, scheiterte schließlich an Lh4, der den Springer vom Erreichen des Umwandlungsfelds abhält. (5-2)
An Brett acht trat Rudolf Schicker gegen das Londoner System an. Nachdem er bereits vergangenen Sonntag in der Kreisliga mit gleicher Farbe gegen seinen Gegner gespielt hatte, entschied er sich im Mittelspiel, zwei Leichtfiguren gegen einen Turm zu tauschen. Als sich die Stellung öffnete, erwies sich die Leichtfiguren des Weißen aber als zu stark. Mit Turm gegen Läufer, Springer und einen Bauern kämpfte Rudolf lange gegen die drohende Niederlage, bis der Weidener einen weiteren Bauern gewinnen und seinen Freibauern in Richtung Grundlinie anschieben konnte. Nach langem Kampf gab sich Rudolf schließlich geschlagen. (5-3)
Mit diesem unerwarteten, aber verdienten 5-3 Auswärtserfolg trugen wir damit unseren Teil zu den Überraschungen dieses Spieltags bei. Neben unseren Gastgebern mussten auch andere Favoriten Federn lassen, was zu einer unerwarteten Tabelle nach dem zweiten Spieltag führt:
Bereits vor zwei Wochen beendete ein Teil unserer Jugendlichen mit dem DWZ-Pokalturnier in Kelheim die Sommerpause. An diesem Samstag fiel nun auch für die Schachjugend Oberpfalz beim ersten OSJ-Cup in Tegernheim der Startschuss in die neue Saison. Unter den insgesamt 81 Teilnehmern waren wir mit Felicitas und Elias Luber, Jakob Treml sowie Maximilian Warziwoda mit vier Spielern in den Altersklassen U10 bis U16 vertreten.
Nach der längeren Turnierpause machte sich außerdem bemerkbar, dass einige unserer Jugendlichen in dieser Saison in höheren Altersklassen antreten mussten. Dadurch schlichen sich hier und Fehler ein, die manchmal einen möglichen Punkt kosteten. Trotzdem schlugen sich unsere Jugendlichen tapfer und konnten auch einige schöne Erfolge erzielen.
Jakob, der erstmals in der U16 startete, hatte wohl das schwierigste Los: Seine Gruppe wurde mit der U18 zusammengelegt, sodass er es mit teils deutlich älteren und erfahreneren Gegnern zu tun bekam. Trotz dieser Herausforderung holte er drei Punkte und erreichte damit einen guten vierten Platz in seiner Altersklasse.
Auch Maximilian spielte erstmals in der U14 und konnte sich dort sehr gut behaupten. Mit vier Siegen und zwischenzeitlichen Partien am ersten Brett zeigte er eine überzeugende Leistung. Zwar musste er sich den Topfavoriten geschlagen geben, doch sein dritter Platz ist ein tolles Ergebnis und spricht dafür, dass er auch in der höheren Altersklasse problemlos mithalten kann.
Für Elias war es bereits das zweite Jahr in der U12. Gerade in den jüngeren Altersklassen passiert es leicht, dass die Konzentration durch allerlei Ablenkungen nicht immer dem Schachspiel gilt. Auch Elias blieb davon nicht ganz verschont, was sich in einigen Partien bemerkbar machte. Mit vier Siegen erreichte er dennoch eine ordentliche Punkteausbeute und einen guten zehnten Platz.
Felicitas startete in der U10, ein Teilnehmerfeld, das sie bereits aus ihren U08-Turnieren kennt. Wie viele in diesem Alter ließ auch sie sich vom schnellen Spieltempo ihrer Gegnerinnen und Gegner anstecken und nutzte die eigene Bedenkzeit nicht immer vollständig. So blieben ein paar Chancen ungenutzt, doch in der großen Altersklasse konnte sie wichtige Erfahrungen sammeln und am Ende den 21. Platz belegen.
An Brett 6 wählte Florian Süß die Englische Eröffnung, wobei sein Gegner nach zunächst symmetrischem Beginn eine unübliche Aufstellung wählte. Florian konnte schon im fünften Zug deutlichen Vorteil verbuchen und nach weiteren Fehlern des gegnerischen Spielers nach ca. 45 Minuten Spielzeit und 22 Zügen die Führung für Windischeschenbach sicher stellen.
Michael Betz erwiderte am ersten Brett den Doppelschritt des Königsbauern mit der Französichen Verteidigung. Schon einige Male war dabei die Tarrasch-Variante die Wahl seines Gegners. So auch diesmal. Eine etwas ungewöhnliche Zugfolge des Weideners brachte Michael allerdings aus seiner Vorbereitung. Die Stellung gab aber nicht viel her und Schwarz hatte bald den Ausgleich gesichert und saß auf der eher besseren Seite einer gleichen Stellung. Im 26. Zug einigte man sich friedlich.
Am zweiten Brett versuchte Svatoslav Zitek eine Nebenvariante gegen die Französische Verteidigung seines Gegners, die aber dann in die Vorstoßvariante überging. Auch hier brachte Svatoslav wieder einen der selteneren Züge aufs Brett, verpasste es dann aber energisch nachzusetzen und landete in einer schwierigen Stellung, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Somit war der Ausgleich wieder hergestellt.
Maximilian Warziwoda (Brett 5), einer unserer talentierten Jugendlichen, bekam bei seinem erst zweiten Einsatz bei den Erwachsenen mit Schwarz die Schottische Eröffnung vorgesetzt. Seine Theoriekenntnis half, die Stellung ohne Probleme auszugleichen und im weiteren Verlauf konnte Maximilian einen Bauern gewinnen. Im 17. Zug entging ihm aber die Chance den Vorteil deutlich auszubauen und der Gegner hatte plötzlich Kompensation für den Minusbauern. Maximilian spielte aber sehr sicher weiter und konnte schließlich die weiße Dame fangen, die auf Abwege geraten war. Den Materialvorteil von Dame gegen Turm verwertete er dann souverän zur erneuten Führung für unser Team.
An Brett 4 setzte Simon Lamm von Anfang an seinen Gegner im Londoner System unter Druck. Der Weidener verteidigte sich aber lange Zeit gut, bis sich nach einem fragwürdigen Springertausch ein weißer Vorteil heraus kristallisierte. Bei knapp werdender Zeit und unklarer Stellung (der Computer weiß es natürlich besser) nahm Simon das Remisangebot sicherheitshalber an, nachdem Rudi zumindest nicht zu verlieren schien. Es sollte aber noch dramatisch werden.
Rudolf Schicker am dritten Brett baute sich mit Schwarz gegen das Londoner System seines Gegners Königsindisch auf. Nach zunächst ausgeglichenem Verlauf konnte Rudi eine Qualität für einen Bauern gewinnen. Der Vorteil war aber relativ gering, weil die beiden Türme in der geschlossenen Stellung nicht voll zur Geltung kamen. Nach einigem Manövrieren konnte Rudi aber die a-Linie öffnen und mit seinen Türmen eindringen. Nach Tausch eines Turmpaares und Bauerngewinn für Rudi entstand eine schwierige Stellung, nachdem der Weidener für die fehlende Qualität ein gefährliches Freibauernpaar hatte. Im 52. Zug verpasste Rudi dann die Chance auf den Gewinn durch Rückopfer der Qualität. Zwei weit voneinander entfernte Freibauern hätten das Rennen gemacht, während die weißen Freibauern nicht zur Geltung gekommen wären. Danach war die Stellung nicht mehr zu gewinnen. Rudi musste sogar sehr genau spielen um das Remis zu retten. An der entscheidenden Stelle fand er aber den einzigen Zug, der durch ein Rückopfer der Qualität das Remis sichert. Nachdem beide Spieler einen Bauern verwandeln konnten entstand ein Damenendspiel mit jeweils einem Bauern, das für keine Seite zu gewinnen war.
Somit war unser Saisonauftakt mit einem 3,5 – 2,5 Sieg erfolgreich verlaufen.
Wir schreiben ein Jahr des letzten Jahrtausends. Es ist Samstag Nachmittag, kurz vor der Sportschau.
Flietsch & Bent sind mal wieder auf einem Open, als sie an einem heißen Sommertag kurz vor der Zeitkontrolle gemeinsam durch die Reihen schlendern, um zu kiebitzen.
An den Tischen der Titelträger wabert ein beißender Geruch von kernigem Männerschweiß über die Bretter, doch dann plötzlich, ein paar Schritte weiter, steigt uns ein angenehm süßer Rosenduft in die Nasen! „Was ist das?“, starrten wir uns gleichermaßen verwundert wie betört an.
Ein Blick aufs Brett brachte die Auflösung. „Ah, die Gaponenko!“, platzte es spontan aus Flietsch heraus! Gemeint war die heutige IM Inna Gaponenko, die uns nicht nur regelmäßig auf Turnieren begegnete, sondern ganz offensichtlich auch ein völlig anderes Verständnis von Körperhygiene pflegte als ihre männlichen Kollegen!
Nun fragt Ihr euch vielleicht, was auf dem Brett los war und wie sie sich geschlagen hat?
Um ehrlich zu sein. Wir hatten nicht die geringste Ahnung, aber an ihrem Brett verweilten wir mit Abstand am längsten!
Am vergangenen Sonntag empfingen wir im Feuerwehrhaus zum Saisonstart der Regionalliga Nord-Ost die 2. Mannschaft des SC Schwarz-Weiß Nürnberg. Nach unserem knappen und etwas unglücklichen Abstieg aus der Landesliga in der vergangenen Saison, wollen wir heuer wieder angreifen. Mit Neuzugang Carolin Werner von der Damenbundesliga-Mannschaft des FC Bayern München konnten wir uns gezielt verstärken und gingen mehr als optimistisch in den Kampf. Doch zum Auftakt war uns Schachgöttin Caissa leider nicht gewogen und so reichte es nur zu einem 4-4.
An Brett 1 (S) setzte Tobias Brunner auf das bewährte Damenbauernspiel aus dem sich ein Colle-Aufbau entwickelte der schließlich in einer Art Holländischem Stonewall mündete. Beide Spieler entwickelten ihre Figuren auf übliche Felder und erreichten eine ausgeglichene Stellung. Da dem Gast jedoch anscheinend nicht an einem langen Kampf gelegen war, bot er schon nach 15 Zügen Remis an:
Brett 1: Bei völlig ausgeglichener Stellung gab es für Tobias nur wenig Veranlassung das frühe Remisangebot mit den schwarzen Steinen abzulehnen.
Da objektiv nichts dagegen sprach und die Stellungen der Kameraden durchaus vielversprechend aussahen, willigte Tobias nach kurzem Nachdenken ein. (½-½)
An Brett 8 (W) startete Jindrich Novak wie üblich mit dem Londoner System. Sein Gegner antwortete mit einem wenig ehrgeizigen Aufbau und so landete man nach Abschluss der Figurenentwicklung in einer fast symmetrischen und ausgeglichenen Stellung. Erst als beide Kontrahenten versuchten das Zentrum zu öffnen, entwickelte sich trotz Damentausch ein interessanter Kampf. Doch noch bevor dieser so richtig losgehen konnte, unterlief dem Gast der bereits vorentscheidende Fehler:
Brett 8: Nach dem richtigen 18…Sxe5 19.Sxe5 fxe5 wäre von weißem Vorteil keine Rede gewesen, doch der Nürnberger wollte anscheinend einen Isolani vermeiden und spielte 18…f5??, wonach ihm seine geschwächte Königsstellung zum Verhängnis wurde.
Jindrich ließ nicht mehr locker und nutzte seinen Entwicklungsvorsprung zu einer andauernden Initiative, die ihm schließlich entscheidenden Materialvorteil und einen ungefährdeten Sieg einbrachten. (1½-½)
An Brett 6 (W) ließ sich Carolin Werner in einem scharfen Abspiel der Sveshnikov-Variante der Sizilianischen Verteidigung furchtlos auf einen Kampf mit offenem Visier ein. Man folgte 14 Züge lang bekannter Theorie bis der Gast mit einem selten gespielten Zug weiteres Öl ins Feuer goss:
Brett 6: Nach 14…f5?! entwickelte sich die Partie zu einem wilden Handgemenge.
Der Computer sieht zwar Weiß im Vorteil, doch für uns Menschen ist eine derart komplexe Stellung am Brett kaum zu durchschauen. Wenige Züge später geriet Carolin vom rechten Pfad ab, stellte eine Qualität ein und konnte die Niederlage trotz hartnäckiger Gegenwehr nicht mehr vermeiden. (1½-1½)
An Brett 7 (S) hatte Stephan Schmahl die Sizilianische Verteidigung gewählt, als er von der Moskauer Variante überrascht wurde. Gegen das weiße System fand er zwar die beste Aufstellung und bekam gleiche Chancen, aber nur auf Kosten eines großen Teils seiner Bedenkzeit. Doch trotz dieses frühen Drucks konnte er nach einem Fehler seines Gegner, die eigentlich gewinnbringende Taktik anbringen:
Brett 7: Der Nürnberger hatte gerade mit 17.b3?? das Feld c3 fatal geschwächt, was Stephan mit dem Einschlag 17…Sxe4! gekonnt zu nutzen vermochte.
Nach 18.Lxe7 Sc3 19.Dg4 Dxe7 hatte der Windischeschenbacher einen wichtigen Zentralbauern gewonnen und stand glatt auf Gewinn. Nach 20.Te1 Df6 21.S2f3 fehlten nur noch zwei einfache und logische Züge in Form von …Tfd8 und …d5 und die weiße Stellung wäre vollkommen trostlos gewesen, doch in hochgradiger Zeitnot verlor Stephan völlig den Faden und musste notgedrungen Remis anbieten, was der Gast dankend annahm. (2-2)
An Brett 5 (S) wurde Milo Müller in einem geschlossenen Sizilianer mit dem Grand-Prix Angriff konfrontiert. Es waren gerade einmal fünf Züge gespielt, als der Nürnberger zum scharfen, aber verfrühten Vorstoß seines f-Bauern griff. Milo wollte sich aber auf die vom Computer für ihn als vorteilhaft eingeschätzten Verwicklungen nicht einlassen und opferte stattdessen lieber selbst einen Bauern. Doch auch seine Idee erwies sich als mehr als zweifelhaft und so geriet er schnell in Nachteil. Nach einem schlimmen Fehler wäre es eigentlich aus gewesen, doch der Gast revanchierte sich postwendend. Es kam zu einem Schlagabtausch in dessen Folge sich die Engine-Bewertung von über +5 auf -2 wandelte. In seiner Verzweiflung opferte der Nürnberger eine Figur, doch Milo behielt die Nerven und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen:
Brett 5: Mit dem hübschen Sperrzug 32…Ld7!! wehrte Milo nicht nur die gegnerische Mattdrohung ab, sondern stellte gleichzeitig eine eigene auf!
Damit war der Widerstand gebrochen und der Rest nur noch Formsache. Eine wilde Partie mit dem glücklicheren Ende für uns. (3-2)
An Brett 3 (S) kam Philipp Mark in einer harmlosen Variante der Wiener Partie nach frühem Damentausch schnell zu Ausgleich. Der Nürnberger ließ einen Bauerngewinn für Philipp zu und erhielt mit seinem Läuferpaar so gerade noch genügend Kompensation, um die Partie im Gleichgewicht zu halten. Trotz des reduzierten Materials ergaben sich ungeahnte Komplikationen, die beiden Spielern bei aufkommender Zeitnot maximale Konzentration und gute Nerven abverlangten. In haarsträubender Stellung war es dann leider Philipp, der für einen Augenblick die Übersicht verlor:
Brett 3: Mit 37…e1D+! 38.Lxe1 Sb3+ 39.Ka2 c2 40.Ld2 Sxd2 hätte Philipp seinen Gegner mit dem letzten Zug vor der Zeitkontrolle zur Aufgabe zwingen können, doch er entschied sich für 37…Sxb5 38.axb5 Sd3??, was zwar eine Figur gewinnt, aber die weißen Bauern nicht mehr stoppen kann.
Nach diesem herzzerreißenden Finale musste der Windischeschenbacher drei Züge später die Waffen strecken. Eine mehr als unglückliche Niederlage. (3-3)
An Brett 4 (W) wählte Christian Müller ebenfalls die Wiener Partie und fand sich nach einer forcierten Variante schnell in einem damenlosen Mittelspiel wieder. Die prinzipiell ausgeglichene Stellung schien ihm besser zu liegen als seinem Kontrahenten und so erarbeitete er sich nach und nach einen kleinen Endspielvorteil, der sich jedoch mit fortschreitender Spielzeit wieder verflüchtigte und schließlich in das komplette Gegenteil umkehrte:
Brett 4: In bereits verlorener Stellung für Christian hätte der Nürnberger hier mit 34…Lxg4! den Sack zumachen können, denn nach 35.Sxf4 e3+! 36.Kxe3 gxf4+ 37.Kxf4 Lxh3 wäre er mit einer Mehrfigur verblieben.
Doch auch seine Wahl 34…Tf7 hielt den Gewinn fest. Erst kurz vor und nach der Zeitkontrolle ließ der Gast die nötige Entschlossenheit vermissen und gestattete Christian eine schwarzfeldrige Blockade, die nicht mehr zu durchbrechen war und ihm das Unentschieden sicherte. (3½-3½)
An Brett 2 (W) suchte FM Zdenek Haba sein Heil in einer weniger gespielten Variante der Katalanischen Eröffnung. Sein Mut gab ihm recht, denn nach 14 Zügen attestierte ihm die Engine einen klaren Vorteil:
Brett 2: Das typische Motiv 14.c5 verspricht Weiß einen dauerhaften Vorteil.
Den Vorteil vermochte Zdenek im Mittelspiel zu halten bis er kurz davor stand ihn zu einer Gewinnstellung zu verdichten:
Brett 2: Mittels des Springermanövers 21.Se5-c4! hätte Zdenek den Bauern a5 unter günstigen Umständen erobern können. Doch leider wählte er 21.Tb3 und nach 21…La6 22.Lxa5 Dc8 23.Txb8 Dxb8 war sein Vorteil trotz des Mehrbauern verflogen.
Als sein junger Gegner gleich im Anschluss einen äußerst ungünstigen indirekten Läufertausch initiierte, hätte der Windischeschenbacher erneut auf die Gewinnerstraße gelangen können:
Brett 2: Der vorurteilsfreie Tausch des katalanischen Läufers gegen den Sd5, gefolgt von a3 hätte Zdenek noch einmal einen siegverheißenden Vorteil verschafft.
Er spielte jedoch sofort 27.a3, wonach Schwarz die Stellung halten kann, da 28.Txa3 Dxa3 29.Lxd5 nun nicht mehr funktioniert wegen 29…Da1+! 30.Kg2 Dxe5 mit Ausgleich. Der Nürnberger ging jedoch an seinem Glück vorbei, schlug sofort auf d5 und fand sich noch einmal in einer Verluststellung wieder:
Brett 2: Leicht gewonnen hätte 32.Sb4! Lxd4 33.c6, da der Freibauer nur unter Figurenverlust aufzuhalten ist. Zdenek entschied sich jedoch leider für 32.Se5? und sah seine Felle nach 32…Lxe5 33.dxe5 d4+ 34.f3 Dd5 davonschwimmen.
Das anschließende Damenendspiel mit 4 gegen 3 Bauern auf einem Flügel war nicht mehr zu gewinnen und so musste Zdenek nach 59 Zügen zähneknirschend in das unvermeidliche Remis einwilligen. (4-4)
Trotz dieses nur mäßigen Starts ist die Saison noch lang und sobald wir die Anfangsnervosität ablegen können, werden wir auch unsere Chance bekommen, oben mitzuspielen.
Das allseits beliebte Liga-Orakel war wohl auch etwas verwirrt ob unseres Einstands und sieht die Chancen auf einen Aufstieg fast identisch zu denjenigen eines Abstiegs!
Die 2. Runde findet bereits am 26. Oktober statt und beschert uns eine Reise zum SK Neumarkt. Trotz unserer Favoritenrolle sollten wir unseren Gastgeber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen und die Aufgabe mit voller Konzentration angehen. Gelingt uns dies, ist ein Auswärtssieg durchaus im Bereich des Möglichen.
Nachdem wir uns vergangene Saison knapp in der Oberpfalzliga halten konnten, war unser erneuter Gegner der SC Oberviechtach. Im April konnten wir uns hier noch mit 5-3 behaupten und damit gerade noch auf den sicheren siebten Platz der Oberpfalzliga rutschen. Bei zwei starken Aufsteigern stehen wir aber auch dieses Jahr wieder vor einem drohenden Abstiegskampf. Gerade gegen die anderen Abstiegskandidaten ist es da angebracht, wichtige Punkte zu holen.
Gegen das slawische Damengambit entschied sich Stefan Simmerl an Brett sechs für eine strategisch angelegte Nebenvariante. Nachdem er es verpasste, das Zentrum energisch zu besetzen, erzielte Schwarz problemlos Ausgleich und die Partie verflachte im weiteren Verlauf. Bei knapp werdender Bedenkzeit leistete sich Stefan eine kleine Unachtsamkeit, wonach sein Gegner in ein angenehmeres Endspiel überleiten konnte. Allerdings war dieser mit Remis zufrieden, das er durch ein taktisches Bauernopfer mit anschließendem Dauerschach erreichte. (0,5-0,5)
An Brett acht spielte Siegfried Stelzer gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Er erreichte im Mittelspiel einen angenehmen Raumvorteil und versuchte, den Druck auf die Bauernschwäche seines Gegners zu verstärken. Dabei überließ er dem Schwarzspieler die offene d-Linie. Der Versuch, die eigene Stellung durch das Vorziehen des f-Bauern zu stabilisieren, erwies sich als fatal, da Siegfrieds offener König zur Zielscheibe der schwarzen Schwerfiguren wurde. Diese konnten schließlich in die weiße Stellung eindringen und Siegfried musste sich geschlagen geben. (0,5-1,5)
Am fünften Brett eröffnete RudolfSchöns Gegner mit dem Stonewall-Angriff. Nachdem sich der Weiße mit d4 und f4 aufbaute, suchte er den offenen Kampf und schob auch einen weiteren Bauern bis nach g5 vor. Rudolf konnte alle Drohungen verteidigen, sodass sich der Oberviechtacher zu einem Figurenopfer hinreißen ließ:
Mit 15. Lh7? versuchte Weiß die schwarze Königsstellung zu öffnen. Rudolf gab die Leichtfigur aber rechtzeitig zurück und plötzlich war es der weiße König, der offen in der Mitte stand.
Wenige Züge später war nicht mehr zu verhindern, dass die weiße Dame abhandenkommt, und Rudolf fuhr den vollen Punkt ein. (1,5-1,5)
Am vierten Brett eröffnete Bedrich Prochazka mit 1.b3 und erreichte eine ruhige Stellung. Nachdem sich die meisten Leichtfiguren abtauschten, blieb Bedrich ein weißfeldriger Läufer, der allerdings durch die auf den hellen Feldern festgelegten Bauern Probleme hatte, ins Spiel zu kommen. Schwarz hatte derweil leichtes Spiel gegen zwei vereinzelte Bauern und Bedrich musste sich bald von einem davon trennen. Je mehr weitere Figuren verschwanden, desto stärker wurde der Vorteil des schwarzen Springers gegenüber Bedrichs Läufer, bis im Endspiel der Verlust eines zweiten Bauern nicht mehr zu verhindern war, weshalb Bedrich sich schließlich geschlagen geben musste. (1,5-2,5)
An Brett zwei eröffnete Liliane Pavlov mit Katalanisch. Nach einem frühen Damentausch klammerte sich der Schwarze an seinen Mehrbauern, musste dafür aber Abstriche in der Figurenentwicklung machen. Liliane konnte weiter Druck auf die schwarzen Figuren aufbauen, die weiterhin Schwierigkeiten hatten, aktiv ins Spiel zu kommen. Zwar hatte Liliane Kompensation für den geopferten Bauern, nach einem Vorteil sah es trotz der weitaus aktiveren weißen Figuren dennoch nicht aus. Nach Zugwiederholung einigte man sich schließlich bei beidseitig knapp werdender Bedenkzeit auf Remis. (2-3)
Elsbeth Horther-Schneider erreichte am siebten Brett durch Zugumstellung die Französische Verteidigung. Ihr Gegner trennte sich bereits früh von beiden Läufern, sodass Elsbeth mit dem Läuferpaar einen angenehmen Vorteil hatte. Gegen die schlecht stehenden weißen Springer begann sie das Zentrum zu öffnen, als der Weißspieler eine Figur opferte:
Nach 19. Sxe5 gewinnt man durch den Doppelangriff auf König und Läufer die Figur nur scheinbar zurück, denn nach Td8 verschwindet wiederum der weiße Springer auf d2 vom Spielfeld.
Elsbeth konnte schließlich den weißen König freilegen und die Dame gewinnen, woraufhin ihr Gegner das Handtuch warf. (3-3)
Am Spitzenbrett wählte Miroslav Kalous die französische Verteidigung. Sein Gegner opferte im Mittelspiel seinen Bauern auf c4, um über die offene a-Linie in die schwarze Stellung einzudringen. Trotz der aktiveren weißen Figuren konnte Miroslav den Mehrbauern verteidigen und die meisten Figuren abtauschen. Als nur noch die Damen und jeweils ein Springer übrig waren, ergab sich schließlich eine Chance für Miroslav:
Nach 31. Se4 hätte 31. …Df4! gewinnbringenden Vorteil versprochen, da die Dame Zugang zu den wichtigen Feldern e1 und d4 bekommt, sodass der weiße König in Bedrängnis kommt. Eine letzte Ausflucht wäre 32. Sf3+ Kg6 33. Dxg7! Kxg7 34. Sh5+ mit Gabel auf Dame und König gewesen, aber auch hier hätte Schwarz durch den aktiveren König ein besseres Endspiel.
Bei knapper werdender Bedenkzeit wählte Miroslav stattdessen den sicheren 31. …Kg6 und nach Zugwiederholung einigte man sich in ausgeglichener Stellung auf Remis. (3,5-3,5)
Am dritten Brett verteidigte sich Johannes Denz gegen das Aufziehen des Damenbauerns mit Nimzo-Indisch. Er opferte im zwölften Zug einen Bauern und erreichte eine eigentlich leicht bessere Stellung:
Nach 12… e4 13.fxe4 hätte 13. …Sxd5 Vorteil für schwarz bedeutet. Stattdessen wählte Johannes 13. …Sxe4, der nach 14. Dxg7 zu einem Mehrbauern für Weiß führt.
Durch die gedrückte schwarze Stellung musste Johannes bald einen zweiten Bauern geben, der Weißspieler ließ allerdings zu, dass er mit seinen Türmen aber über die b-Linie aktiv werden konnte. Er gewann einen Bauern zurück und konnte die Stellung durch die aktiveren Figuren wieder zum Ausgleich bringen. Nach einem Turmtausch kämpfte er im Endspiel mit Springer gegen Läufer und einen Mehrbauern erneut um Remis, nach einem vorschnellen Bauerndurchbruch seines Gegners musste dieser jedoch seinen Läufer für zwei Bauern opfern. König und Springer konnten jeweils einen davon aufhalten, sodass mit einem Remis auch der Mannschaftskampf unentschieden endete. (4-4)
Einen guten Ausblick auf die Saison gibt es trotz des knappen 4-4 allemal: Das Ligaorakel prophezeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit maximal zwei Absteiger und gibt uns dabei eine Abstiegswahrscheinlichkeit von gerade einmal 3,4%.
Nach unserer Teilnahme im letzten Jahr waren wir auch bei der dritten Auflage des Kelheimer DWZ-Pokals wieder zu Gast an der Wittelsbacher Mittelschule. Felicitas, Elias und Christian Luber, Maximilian Warziwoda sowie Johannes Denz traten in den verschiedenen Turnierformaten an und hatten dabei zwei bis fünf Partien bei einer Bedenkzeit von einer Stunde plus Inkrement zu absolvieren. Begleitet wurden sie von den Betreuern Stefan Simmerl und Florian Warziwoda. Für das leibliche Wohl war durch den Elternbeirat des SK Kelheim u.a. mit Kartoffelsuppe, Würstchen, belegten Semmeln, Kaffee und Kuchen gut gesorgt.
Für Felicitas war es das erste Turnier mit Notationspflicht und DWZ-Auswertung. Bei dieser Umstellung war es kaum überraschend, dass die Konzentration für das Partieformular zeitweise zulasten des Geschehens auf dem Schachbrett geriet. Dennoch startete sie mit einem Remis gegen die spätere Zweitplatzierte und einem Sieg gut in das Turnier. Zwar musste sie sich danach zweimal geschlagen geben, mit einem weiteren Sieg in der letzten Runde erreichte sie aber einen guten sechsten Platz und wurde zweitbestes Mädchen U10w in ihrem ersten Turnier mit klassischer Bedenkzeit.
Elias erwischte mit zwei unnötigen Auftaktniederlagen einen holprigen Start. Nach einem kampflosen Punkt in Runde drei konnte er anschließend einen ungefährdeten Sieg erzielen. Auch in der letzten Partie standen die Zeichen auf einen vollen Zähler, doch dann nahm er etwas überraschend ein Remisangebot seines Gegners an. Mit 2,5 Punkten belegte er einen soliden Platz im Mittelfeld der Altersklasse U12.
Maximilian und Christian spielten derweil im Amateurpokal, bei dem in Vierergruppen jeweils drei Partien ausgetragen wurden. Maximilian musste in der ersten Runde gegen einen ungewerteten Gegner antreten. Dieser übernahm im Mittelspiel die Initiative und erreichte mit einem Figurenopfer einen gewinnbringenden Materialvorteil. Gegen seine gewerteten Gegner erging es Maximilian besser. Hier entschied er beide Partien für sich und belegte hinter seinem verlustpunktfreien Erstrundengegner den sehr guten zweiten Platz.
Für Christian, der inzwischen ebenfalls Freude für den Schachsport entwickelt hat, verlief es genau umgekehrt. Während er in den ersten beiden Runden teilweise sehr schnell gegen seine ungewerteten Gegner siegte, musste er sich in der letzten Runde nach einem harten und dramatischen Kampf einem Gegner mit Wertungszahl geschlagen geben. Dieser blieb ohne Punktverlust und Christian folgte auf den erfreulichen zweiten Rang.
Johannes nahm am Meisterpokal teil und spielte dabei zwei Runden im K.-o.-System. In der ersten Runde geriet er gegen einen gut vorbereiteten Gegner in eine schlechtere Stellung und musste lange um den Ausgleich kämpfen. Als dieser schließlich in einem Turmendspiel mit Mehrbauern erreicht war, kämpfte sein Kontrahent zwar weiter, überzog jedoch seine Möglichkeiten und musste sich später geschlagen geben. In der zweiten Runde entwickelte sich ebenfalls ein langer Kampf in einer komplizierten Stellung. Als sich der Rauch legte, hatte Johannes eine angenehme, aber ausgeglichene Stellung erreicht. Sein höher gewerteter Kontrahent zog allerdings alle Register, um den vollen Punkt zu erzielen. Die über 3,5 Stunden dauernde Partie wurde schließlich im 94. Zug durch einen letzten Fehlgriff von Johannes entschieden. Umso ärgerlicher, dass der Computer im Zug davor noch glatten Ausgleich anzeigte. Mit seinem zweiten Platz war er am Ende aber trotzdem sehr zufrieden.
Am 28.09. fand im Emil-Kemmer-Haus in Oberviechtach die diesjährige Blitz-Mannschaftsmeisterschaft, auch Silberschild genannt, statt. Unter der Leitung von Josef Kufner fanden sich 13 Mannschaften, darunter auch 2 Mannschaften aus Windischeschenbach, dort ein und kämpften in einem Rundenturnier mit der Bedenkzeit 3+2 um das Podium und das berühmte Silberschild.
Unsere erste Mannschaft, mit der Besetzung Tobias, Carolin, Johannes und Rudi Schicker, konnte, wie auch in den letzten Jahren, die oberpfälzer Blitzelite oftmals ärgern und auch u.a. den späteren Drittplatzierten Kareth-Lappersdorf schlagen. Durch ein paar unglückliche Partien und Kämpfe kam am Ende „nur“ ein sechster Platz mit 15-9 Mannschaftspunkten heraus.
Die zweite Mannschaft ging mit der Besetzung Manfred, Svatoslav, Elsbeth und Florian ins Rennen. Auch hier konnte man immer wieder mit gut geführten Partien und starken Leistungen glänzen, sodass am Ende der 12. Platz mit 3-21 Mannschaftspunkten heraussprang.
Bei der Jahreshauptversammlung des SC Windischeschenbach am vergangenen Freitag (26.09.2025) wurde schon traditionsgemäß der Spieler oder das Mitglied des Jahres ausgezeichnet. Die Wahl fiel diesmal auf unseren allseits geschätzten Spieler der 1. Mannschaft Stephan Schmahl.
In seiner Laudatio würdigte der 1. Vorsitzende Manfred Oppel ihn als „schweizer Vielspieler“, der unzählige Stunden am Schachbrett verbringt, da er an sehr vielen Turnieren (auch erfolgreich) teilnimmt und so den SC Windischeschenbach überall würdig repräsentiert. Überdies hinaus erstellt er die ausführlichen Berichte der Mannschaftswettkämpfe auf der vereinseigenen Homepage und illustriert diese Analysen gekonnt und anschaulich.
Als Dank und Anerkennung erhielt Stephan ein kleines Präsent.