Sechster Spieltag gegen den TSV Kareth-Lappersdorf

Nach der knappen Niederlage gegen die DJK Regensburg waren wir am sechsten Spieltag zu Gast beim Vorjahresmeister TSV Kareth-Lappersdorf. Mit 4-6 Mannschaftspunkten lagen wir auf dem siebten Platz und bereits durchaus in Abstiegsgefahr:

Am dritten Brett eröffnete Rudolf Schön mit dem Schottischen Gambit. Sein Gegner gab den geopferten Bauern im zwölften Zug zurück und beendete seine Entwicklung, während Rudolf mit seiner eigenen Entwicklung zurückhing:

Nachdem der Schwarze die e-Linie besetzen konnte, brachte Rudolf nach einem Damentausch auch seine restlichen Figuren ins Spiel, musste dafür aber einen schwarzen Freibauern auf d3 in Kauf nehmen. Dieser wurde zwar durch den weißen Springer blockiert, erwies sich aber bald als Trumpfkarte für den Karether Spieler, als Rudolf einen vermeintlich freien Bauern auf a7 schlug:

Nach 28. Lxa7 gibt es bereits einen Gewinnzug, nach einem Einschub kam dieser auch aufs Brett: 31. …Sxf3! mit der Idee 32. Sxf3 Txe1 33. Sxe1 d2 und der schwarze Bauer wandelt um.

Rudolf gab stattdessen die Qualität und nahm mit dem Springer nicht auf e1 zurück, musste sich im Endspiel kurz darauf gegen den stärkeren Turm geschlagen geben. (0-1)

Am achten Brett tauschte Rudolf Schicker gegen das Jobava-Londoner System früh seinen schwarzfeldrigen Läufer auf d6 ab. Mit den verdoppelten d-Bauern bereitete er den Vorstoß seines e-Bauerns nach e5 vor, schwächte aber dadurch seinen d5- und b7-Bauern. Um einen Bauernverlust nach der Damen-Gabel auf b3 zu verhindern, tauschte er die Damen, musste dafür aber einen isolierten Doppelbauern in Kauf nehmen. Rudolf konnte aber das Zentrum so öffnen, dass auch die weißen Bauern schwach wurden und fand sich in einem ausgeglichenen Endspiel mit zwei Türmen und Springern gegen zwei Türme und Läufer. Der Weißspieler gewann allerdings wenig später einen Bauern und das Läuferpaar zeigte in der offenen Stellung seine Stärke:

Nach Sd7 hätte 28. Le3 den weißen Vorteil gehalten. Nach 28. Le2 Td2 29. Lb5 Sxc6! verlief sich Weiß in den taktischen Komplikationen und die Stellung war wieder ausgeglichen.

Die Leichtfiguren tauschten sich ab und Rudolf gewann den schwachen Bauern auf c3. Nachdem sich neben einem Turmpaar auch die beiden Bauern auf dem Damenflügel abtauschten, wurde zwar noch eine Weile gespielt, aber um ein Remis kam man nicht mehr herum. (0,5-1,5)

Am vierten Brett beantwortete Liliane Pavlov die Englische Eröffnung mit einem frühen d5. Die schwarze Dame war daraufhin gezwungen, in der Eröffnung mehrmals zu ziehen, was der Weiße dazu nutzte, einen angenehmen Raumvorteil zu erreichen. Nachdem Liliane versuchte, mit dem Bauernvorstoß e4 selbst etwas Platz zu gewinnen, fand der weiße Springer auf e5 einen Außenposten:

Den Springer zu schlagen löst die schwarzen Probleme nicht wirklich, da der Bauer auf b7 schwach bleibt. Stattdessen folgte 20. …Lh5 21. Sxd7 Dxd7 22. e3 und Weiß hat leichtes Spiel auf den schwachen b7-Bauern.

Auch der Befreiungsschlag 22. … b5 ließ keine Hoffnung aufkommen, da nun der c-Bauern unter Beschuss stand. Die eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit der schwarzen Figuren kam hier dem Karether Spieler zu Gute, der seine beiden Läufer aktivieren und schließlich einen weiteren Punkt für die Gastgeber einfahren konnte. (0,5-2,5)

Svatoslav Zitek wählte an Brett sechs gegen das Colle-System einen Aufbau mit frühem b6. Nachdem sich im Mittelspiel die Damen tauschten, hatte zwar Weiß die scheinbar aktiveren Figuren, die Stellung war aber dennoch ausgeglichen. Der Lappersdorfer konnte allerdings seine Türme auf der e-Linie verdoppeln und mit dem Bauernhebel f5 den schwarzen König zurück in die Mitte treiben:

Nach f5 und Lh6+ kommt Schwarz in Bedrängnis. Der Bauer auf e6 ist nicht leicht zu verteidigen und fällt schließlich, als auch noch der weiße d-Bauern mit einem Doppelangriff auf d5 kommt.

Glücklicherweise wählte der Lappersdorfer eine ungünstige Abwicklung, durch die er den Mehrbauern wieder verlor. Im entstandenen Springerendspiel brauchten der schwarze König und Springer allerdings einige Zeit, um aktiv am Geschehen mitzuwirken. Hier musste Svatoslav erneut einen Bauern geben, mit König und Springer gegen König, Springer und einem letzten Bauern hielt Svatoslav allerdings das Remis. (1-3)

Johannes Denz spielte an Brett zwei gegen die Italienische Partie. Durch die Bauernvorstöße h6 und g5 entstand eine scharfe Stellung, in der Schwarz kurz und Weiß lang rochierte. Nach einer ungenauen Zugreihenfolge konnte der Weißspieler einen isolierten Doppelbauern auf e5 und e6 erzwingen. Um diese Schwäche zu decken, musste Johannes mit seinen Figuren zurückrudern und Weiß kam zu einem starken Königsangriff. Dieser erforderte die Aufmerksamkeit der schwarzen Figuren und der Lappersdorfer schwenkte seine Türme zurück ins Zentrum:

Der e5-Bauer ist schwach. Bei drohendem b5 wählte Johannes hier 29. … Td8, um den Figurenverlust abzuwenden.

Weiß antwortete mit 30. Sxe5. Nach 30. … Sgxe5 31. Lxe5 Txf3 wäre erneut 32. b5! der Gewinnzug, allerdings kam 32. Tg2, der ein Qualitätsopfer zulässt:

32. … Sxe5 opfert den Turm auf d8 für Gegenspiel. Weiß steht zwar noch besser, nach 33. Txd8 Sc4+ griff der Lappersdorfer aber mit 34. Kc1 daneben.

Es folgte 34. … Dxe4 35. Td7+ Kh6 und plötzlich steht Schwarz besser. Auch mit Td2 die Qualität zurückzugeben erwies sich nicht als Lösung, da plötzlich der weiße König zur Zielscheibe wurde. Nach einigen Schachs war ein Turmverlust nicht mehr zu verhindern und Weiß gab sich geschlagen. (2-3)

Stefan Simmerl erreichte am fünften Brett nach einem frühen Damentausch eine ausgeglichene Stellung mit gleichen Figuren und symmetrischen Bauern. Stefan konnte allerdings die Türme tauschen und eine Schwäche auf e6 provozieren:

Um den schwachen Bauern loszuwerden spielte Schwarz hier e5, wodurch Stefan mit 32.Lxf7 Kxf7 33. Sd5 Ld8 34. Lxc5 bxc5 in ein Endspiel mit dem besseren Springer gegen den schwachen Läufer abwickeln konnte.

Dem Lappersdorfer blieb nichts anderes übrig als abzuwarten, während Stefan seine Bauern am Königsflügel nach vorne zog. Nach einem verzweifelten g5 gewann Stefan schließlich einen Bauern. Als auch noch ein Zweiter verloren ging, gab sich der Schwarze geschlagen. (3-3)

Am siebten Brett spielte Siegfried Stelzer gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Nachdem sich die Läufer abtauschten und beide Seiten lang rochierten, verschwanden kurz darauf auch die Damen vom Brett. In dieser Situation geriet einer von Siegfrieds Springern am Rand des Bretts ins Abseits:

Nach 21. c3 c4 steckt der Springer am Rand fest. Um ihn zu befreien spielte Siegfried 22. b3, was nach
22. … cxb3 23. axb3 Sxc3 einen Bauern verliert. Da der Turm nach einem Springertausch auf c3 mit Schach nimmt, fällt der f3 Bauern ebenfalls.

Obwohl sich Siegfried noch lange wehrte, war nach dem nächsten Springertausch im Turmendspiel nichts mehr zu holen. Die Bauern tauschten sich bis auf zwei schwarze auf der h- und b-Linie ab und einer davon konnte durch den abgeschnittenen weißen König bis zur Grundreihe vorpreschen. (3-4)

Am Spitzenbrett erreichte Bedrich Prochazka nach 22 Zügen in einer relativ geschlossenen Stellung einen angenehmen Vorteil mit Raumvorteil und dadurch aktiveren Figuren. Im weiteren Partieverlauf gelang es ihm, seine Figuren in Richtung der schwarzen Königsstellung zu aktivieren und die Stellung weiter zu öffnen. Im 41. Zug versuchte er schließlich, durch einen taktischen Zwischenzug einen konkreten Vorteil zu erlangen:

Statt sofort auf g5 zurückzunehmen, schob Bedrich 41. f6 ein, kam aber dadurch selbst in Bedrängnis. Schwarz antwortete 41. …Dh7 42. hxg5 Dh4 43. Lb5 Th7.

Die dadurch aufgestellte Mattdrohung war schwer zu verteidigen. Nach Tf3 gab Schwarz mit Dame d4+ Schach und Bedrich blockierte mit Te3, was allerdings die weiße Dame mit der Deckung zweier verschiedener Figuren überlastete. 46. …Txb5 gewann eine Figur, was schließlich auch die Partie zu unseren Ungunsten entschied. (5-3)

Fünfter Spieltag gegen die DJK Regensburg Nord

Zum ersten Spieltag des neuen Jahres empfingen wir zuhause die DJK Regensburg Nord. Mit 4-4 Mannschaftspunkten lagen wir vor dem Spieltag zwar auf einem komfortablen sechsten Platz, bei den entsprechenden Ergebnissen wäre es aber möglich gewesen, bis auf den vorletzten Platz abzurutschen.

Svatoslav Zitek tauschte am sechsten Brett in der Eröffnung den Großteil seiner Figuren ab. Nach 16 Zügen war kaum mehr Material am Brett und man einigte sich auf Remis. (0,5-0,5)

Stefan Simmerl blieb am fünften Brett in der Eröffnung nahe bei der Vorgängerpartie aus dem letzten Jahr. Beide Spieler waren gut vorbereitet und nach einem Damentausch im 17. Zug fand man sich in einem ausgeglichenen Endspiel wieder:

Durch die auf weiß festgelegten Bauern auf dem Damenflügel kommt der weiße Läufer auf e2 nur schlecht zur Geltung.

Trotz des weißen Läuferpaares war wenn dann Stefan derjenige, der auf Gewinn spielen konnte. Dem Plan, die schwarzfeldrigen Läufer zu tauschen, um im Endspiel mit dem starken Springer gegen den schwachen Läufer zu spielen, konnte der Weißspieler allerdings ausweichen. Auch der Versuch beider Spieler, den Königsflügel vorteilhaft zu öffnen, führte zu nichts, sodass man sich hier auf Remis einigte. (1-1)

Am achten Brett erreichte Michael Betz mit den weißen Figuren eine angenehme Stellung mit dem Läuferpaar und aktiveren Figuren. Er erreichte einen angenehmen Raumvorteil und gab einen seiner Läufer her, um einen Bauern zu gewinnen. Dieser Mehrbauer erwies sich aber als giftig und der Schwarze kam schnell zu Gegenspiel:

Nach 23. … Tb8 drohte der gegnerische Turm auf b2 einzufallen. Der Computer schlägt hier das Bauernopfer 24. d6?! vor, um nach 24. … exd6 25. b3 den starken Springer auf b2 zu stärken und langfristig die entblößten Bauern auf c5 und d6 anzugreifen.

Michael wählte allerdings den gleichwertigen 26. Sxc5, wodurch er seinen Mehrbauern zwar behalten konnte, der Schwarze aber seinerseits mit den verteilten weißen Bauern leichte Angriffsziele hatte. Im 30. Zug eroberte der Regensburger seinen Bauern schließlich wieder zurück:

30. …Sxf4 gewinnt hier durch die Drohung Le5 mit Turmgewinn einen Bauern und Schwarz steht besser. Nach 31. d6 wäre … Le5 stark gewesen, allerdings nahm der Schwarzspieler den vermeintlich geschenkten Bauern. Es folgte 32. Sd5 Sxd5 33. Lxd5 und der schwarze Vorteil bei verschiedenfarbigen Läufern war minimal.

Nachdem mit dem Verschwinden der f7- und h3-Bauern die Stellung immer mehr auf ein Unentschieden zusteuerte, griff Michael noch einmal in die Trickkiste:

38. g5 stellt eine heimliche Drohung auf. Tatsächlich schlug Schwarz unbeirrt auf a4 und Michael setzte Matt in Zwei. (2-1)

Am zweiten Brett spielte Johannes Denz die Alapin-Variante gegen die Sizilianische Verteidigung. Das Zentrum öffnete sich schnell und die beiden Springer tauschten sich, sodass beiden Spielern neben den Schwerfiguren nur das Läuferpaar blieb. Im entstandenen Mittelspiel besaß Johannes zwar die aktiveren Figuren, der Schwarze hatte allerdings unangenehmen Druck entlang der c-Linie:

Mit 13. …Dc7 nimmt Schwarz die c-Linie ins Visier. 14. Dd3 deckt alle Drohungen, aber der weiße Bauer auf c3 bleibt ein Angriffsziel. Johannes wählte deshalb 14. Ld3 und opferte einen Bauern, um seine Entwicklung abzuschließen und Druck am Königsflügel aufzubauen.

Nach 14. …Dxc3 15. Le3 schob der Regensburger den weißen Angriffsideen allerdings mit 15. …f5 einen Riegel vor. Johannes versuchte stattdessen, mit 16. Tc1 Da3 Spiel auf die fehlplatzierte Dame zu bekommen. Mit b6 und Ld7 konnte der Schwarzspieler aber alle Schwachstellen abdecken und die eigenen Leichtfiguren ins Spiel bringen. Als auch die Dame auf d6 ein gutes Feld fand, war die Kompensation für den Bauern verschwunden. Ein letzter Versuch, die Aktivierung der schwarzen Türme mit La3 zu verhindern, scheiterte am Bauernvorstoß f4, auf den Johannes wenig später die Partie aufgab. (2-2)

Am Spitzenbrett erreichte Bedrich Prochazka gegen die Englische Eröffnung eine ausgeglichene Stellung. Wenig später tauschten sich einige Figuren und es entstand in Doppel-Turm- und Springer‑Endspiel, in dem der Weiße allerdings aktiver stand.

Die Stellung nach dem 17. Zug ist laut Computer nur leicht besser für Weiß, allerdings ist es nicht einfach, die schwarzen Figuren ins Geschehen einzubinden.

Der Regensburger Spieler konnte den Druck weiter aufbauen, indem er seine Türme auf der c-Linie verdoppelte. Bedrich versuchte, die Türme mit seinem Springer auf c5 zu entschärfen, mit dem Bauernhebel b4 war aber nicht mehr zu verhindern, dass diese in die Schwarze Stellung eindringen.

Nach 24.Txc8+ ist der weiße Turm nicht mehr aus der Stellung zu vertreiben. Schwarz muss hier schon mit 24. …Ke7 25.Sc6+ einen Bauern opfern, stattdessen versuchte Bedrich sich mit 24. …Sd8 zu verteidigen, nach 25. Sc6 sind die schwarzen Figuren allerdings zugunfähig.

Da der schwarze König an das Feld e8 und der Turm an die d-Linie gebunden waren, gab es keine Möglichkeit, den weißen König davon abzuhalten, in den Königsflügel zu spazieren und die Bauern dort nacheinander abzuholen. (2-3)

Am siebten Brett erreichte Elsbeth Horther-Schneider schnell Ausgleich gegen die Englische Eröffnung. Durch eine Ungenauigkeit ihres Gegners konnte sie ihren e-Bauern nach e4 durchziehen, was ihr einen angenehmen Raumvorteil einbrachte.

Im 19. Zug ergab sich die Möglichkeit, mit e3! konkreten Vorteil zu erreichen. Weiß hat Probleme, die verdoppelten Bauern auf der e-Linie zu halten und auch die weißen Figuren stehen denkbar schlecht, um den besser koordinierten schwarzen Schwerfiguren etwas entgegenzusetzen.

Nach 19. …h6 20. Sf1 konnte der Weiße diese Drohung allerdings beseitigen. Mit dem Bauernhebel f3 öffnete sich später die e-Linie und als sich die Läufer und ein Turmpaar tauschten, einigte man sich in einer ausgeglichenen Stellung auf Remis. (2,5-3,5)

Am vierten Brett wählte Liliane Pavlov die Katalanische Eröffnung. Den dabei geopferten Bauern auf c4 konnte sie bald zurückgewinnen und es entstand eine ausgeglichene Stellung. Wenig später tauschten sich neben den Damen auch die meisten Leichtfiguren ab.

Auch die Springer fanden bald ihren Weg vom Brett und im Doppel-Turmendspiel wurde sich auf Remis geeinigt. (3-4)

Rudolf Schön fand sich am dritten Brett in der Indischen Verteidigung in einer Nebenvariante wieder. Er wählte einen königsindisch-ähnlichen Aufbau und rochierte kurz, woraufhin sein Gegner sehr früh mit Lh6 und dem Bauernvorstoß h4 begann, die schwarze Königsstellung anzugreifen. Dem Regensburger gelang es wenig später, die schwarzfeldrigen Läufer und seinen verbliebenen Läufer gegen einen von Rudolfs Springern abzutauschen. Auch der weiße h-Bauer konnte hier zur Geltung kommen und Schwächen in der schwarzen Stellung provozieren.

Der schwarze Läufer hat in der geschlossenen Stellung Probleme, aktiv am Geschehen mitzuwirken.

Während der Weiße versuchte, seine Springer zu aktivieren, konnte Rudolf einen rückständigen Bauern auf a2 bilden. Dadurch, dass die Schwächen der schwarzen Stellung auf den weißen Feldern waren, erwies sich der Läufer als gute Verteidigungsfigur, die die gegnerischen Springer vom Feld f5 fernhalten konnte. Der Regensburger ließ zu, dass Rudolf die Leichtfiguren abtauschte und so eine ausgeglichene Stellung erreichen konnte. Im Schwerfigurenendspiel hatte zwar Rudolf die besseren Chancen, auf die Schwäche a2 zu spielen, durch die festgelegten Bauern war aber außer einem Remis nichts zu holen. (3,5-4,5)

Starke Leistung im Viererpokal

Am Sonntag, den 16. März reisten wir für das Viertelfinale im Viererpokal zum Landesliga-Konkurrenten des SK Schwandorf. Mit dem gewohnten Pokal-Team waren wir nominell nahezu exakt auf Augenhöhe, so dass es keinen Favoriten gab. Letztlich endete der Kampf mit einem erwartungsgemäßen 2-2, doch mit dem besseren Ende für uns aufgrund eines Sieges an Brett 1.

An Brett 2 (S) wählte Philipp Mark gegen die Reti-Eröffnung eine Damenindische Aufstellung und erreichte nach Ende der Figurenentwicklung eine ausgeglichene Stellung. In der Folge setzte der Weiße wenig ambitioniert fort und bot schon nach 16 Zügen remis an. Da sich an der Einschätzung der Stellung nichts geändert hatte, willigte Philipp nach kurzer Bedenkzeit ein. (½-½)

An Brett 4 (W) startete Rudi Schicker ebenfalls mit der Reti-Eröffnung, doch hier entschied sich sein Gegner für eine Königsindische Aufstellung. Das Mittelspiel lief leider gar nicht nach Rudis Geschmack und so wurde er mehr und mehr in die Verteidigung gedrängt. Seine passiven Figuren waren nicht in der Lage den Ansturm abzuwehren und so musste er sich angesichts schwere Materialverluste geschlagen geben. (½-1½)

An Brett 1 (W) bekämpfte Tobias Brunner die Sizilianische Verteidigung mit dem geschlossenen System. Nach einem vorsichtigen Abtasten verschärfte Tobias die Stellung durch die lange Rochade ganz erheblich, was zu einem Kampf auf Biegen und Brechen und einem Tanz auf der Rasierklinge führte. Beide Spieler warfen ihre Bauern gegen den gegnerischen König nach vorne, doch Tobias sicherte sich die bessere Ausgangslage:

Brett 1: Diese zweischneidige Stellung nach 17.h5 hält die Engine bereits als für Weiß gewonnen.

Der Schwandorfer fand weder ein entscheidendes Gegenspiel noch eine erfolgreiche Verteidigung und musste sich schließlich im Angesicht eines undeckbaren Matts geschlagen geben. (1½-1½)

An Brett 3 (S) verteidigte sich Stephan Schmahl Bogo-Indisch und landete nach 10 Zügen in einer soliden aber leicht schlechteren Position. Im Mittelspiel hielt er den Status Quo aufrecht bis ihm ein Fehler unterlief, der ihn in die Verteidigung drängte:

Brett 3: Nach dem weißen 18.c5 bahnte sich eine höchst schwierige Verteidigung für Stephan an.

Zu seinem Glück fand der Schwandorfer nicht den richtigen Plan, ließ die Auflösung der Damenflügelbauern zu und hatte so seinen Vorteil wieder verspielt. In beidseitiger Zeitnot wendete sich das Blatt und Stephan übernahm nicht nur das Kommando, sondern hätte nun seinerseits eine Gewinnstellung erreichen können:

Brett 3: Weiß hatte gerade den lästigen Springer auf c4 geschlagen, doch damit gab er Stephan die Möglichkeit sich einen starken Freibauern zu verschaffen. Leider wählte er jedoch 30…Dxc4?? wonach die Stellung wieder ausgeglichen war.

Bis zur Zeitkontrolle konnte Stephan zwar nochmals einen schönen Vorteil erreichen, doch am Ende entglitt ihm auch dieser und er forcierte ein zum Weiterkommen reichendes Remis durch Dauerschach. (2-2)

Nach diesem glücklichen aber nichtsdestotrotz erfreulichen Ausgang bescherte uns das Los im Halbfinale, das am 4. Mai stattfinden wird, ein Heimspiel gegen den starken Oberpfalzligisten DJK Regensburg-Nord.

Ein attraktiver Gegner, gegen den wir nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung werden bestehen können, um uns den Traum vom nächsten Finaleinzug nach 2023 zu erfüllen.

Big Point für die 1. Mannschaft

Am 6. Spieltag kam es zum oberpfälzischen Duell beim TSV Kareth-Lappersdorf. Die Ausgangsituation konnte nicht unterschiedlicher sein, hatte die Heimmannschaft doch noch Chancen auf die Meisterschaft während wir uns tief im Abstiegskampf befanden. Nichtsdestotrotz waren wir in Bestaufstellung optimistisch in diesem „Lokalderby“ mithalten zu können und stellten dies in einem dramatischen Finale zum enorm wichtigen 4½-3½ Auswärtssieg eindrucksvoll unter Beweis.

An Brett 3 (W) wählte Christian Müller gegen seinen prominenten Gegner und dessen Sizilianische Verteidigung die Rossolimo-Variante, die nach einigen weiteren Zügen in einer ausgeglichenen Maroczy-Struktur landete. Nach einem unglücklichen Manöver von Christian neigte sich die Waagschale zu Gunsten von Schwarz, doch zu unserem Glück fand der Karether nicht die beste Fortsetzung und vergab seinen Vorteil wieder. Wenige Züge später einigte man sich in völlig ausgeglichener Stellung auf Remis. (½-½)

An Brett 4 (S) landete Philipp Mark durch Zugumstellung aus einem Damenbauernspiel in der Panov-Variante der Caro-Kann-Verteidigung. Wie üblich in dieser Eröffnung erhielt Weiß etwas Raumvorteil, musste dafür aber einen Isolani in Kauf nehmen. Nach dem anschließenden Damentausch verflachte die Partie zusehends, so dass kurze Zeit später ein leistungsgerechtes Remis vereinbart wurde. (1-1)

An Brett 2 (S) entschied sich FM Zdenek Haba in der Sizilianischen Verteidigung für die Kan-Variante, in der der Computer dem Weißen einen kleinen aber dauerhaften Vorteil attestiert. Die schwarze Stellung war etwas gedrückt und nach der sehr riskanten langen Rochade und einem anschließenden Fehler urplötzlich glatt verloren. Doch Zdenek hatte Glück im Unglück als sein Gegner ein paar Züge später statt aggressiv am Damenflügel vorzugehen einen passiven Springerzug machte, der seinen Vorteil komplett verschenkte, was als logische Konsequenz ein schnelles Remis zur Folge hatte. (1½-1½)

An Brett 7 (W) spielte Jaroslav Illetsko gegen die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung, die sich nach wenigen Zügen zu einem Hybriden mit der Sweschnikov-Variante entwickelte. In einem strategisch interessanten Kampf geriet Jaroslav im 16. Zug vom rechten Wege ab und fand sich sechs Züge später in einer Verluststellung wieder. Er versuchte noch die Stellung zu verkomplizieren und wäre beinahe erfolgreich gewesen. Ein Fehler seines Gegner brachte ihn zurück ins Spiel, doch die prompte Retourkutsche war letztendlich zu viel, so dass er sich kurz darauf geschlagen geben musste. (1½-2½)

An Brett 6 (S) verteidigte sich Milo Müller mit der Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung auf die sich sein erfahrener Gegner aber nicht einließ und in einen geschlossenen Aufbau überleitete. Es entwickelte sich ein übliches langsames Spiel mit strategischen Figurenmanövern auf beiden Seiten. Der schwarze Vormarsch am Damenflügel war vielversprechend, doch als Milo die weißen Gegenmaßnahmen seinerseits im Zentrum kontern wollte, geriet er auf die schiefe Bahn. Die zunehmend taktische Stellung entglitt ihm mehr und mehr bis er schließlich einen Bauern verlor und in hoffnungsloser Stellung die Waffen strecken musste. (1½-3½)

An Brett 5 (W) ging Stephan Schmahl gegen die Philidor- bzw. Pirc-Verteidigung aggressiv mit einem Dreibauern-Angriff vor und konnte schnell eine aussichtsreiche Stellung erreichen. Scheinbar überrascht, unterlief dem Karether ein Fehler, der ihn bereits in einer Verluststellung landen ließ. Stephan fand zwar nicht die optimale Fortsetzung, konnte aber trotzdem klaren Vorteil bewahren. Im damenlosen Mittelspiel entwickelte sich die weiße Initiative zusehends. Schließlich drang Stephan mit seinen Figuren in die schwarze Stellung ein und setzte den gegnerischen König matt:

Brett 5: Nach lang anhaltender Initiative gelang Stephan ein nicht alltägliches Mattbild.

Eine von Anfang bis Ende gut gespielte Partie, die uns noch einmal hoffen ließ. (2½-3½)

An Brett 1 (W) bekämpfte Tobias Brunner die Damenindische Verteidigung seines Gegners zunächst mit einem ruhigen Aufbau. Bis weit hinein ins Mittelspiel blieb die Stellung im Gleichgewicht bis dem Karether Spitzenspieler unerwartet ein schwerer Fehler unterlief:

Brett 1: Mit dem überraschenden 23…Sd2! hätte sich Schwarz halten können, doch er wählte 23…Lf8?? und musste nach 24.Se5! eine Verluststellung konstatieren.

Der Heimspieler versuchte zwar noch sich durch Figurentausch zu entlasten, doch Tobias ließ sich nicht mehr beirren und nutzte seine überlegene Figurenstellung zu einem unwiderstehlichen Schlussangriff, der schließlich kurz vor der Zeitkontrolle zu entscheidendem Materialgewinn und Aufgabe seines Gegners führte. (3½-3½)

An Brett 8 (S) griff Miroslav Kalous zur Französischen Verteidigung gegen die sein Gegner die Vorstoß-Variante wählte. Schon nach vier Zügen hatte man bekannte Theoriepfade verlassen, doch da Mirek nicht die optimale Aufstellung fand, geriet er im Mittelspiel deutlich in Nachteil. Nach 15 Zügen stand Weiß auf Gewinn, doch fortan wechselte die Computer-Einschätzung nahezu von Zug zu Zug. Angesichts der vorher komplizierten Stellung kam es fast einem Wunder gleich, dass man nach 24 Zügen in einem völlig ausgeglichenen Doppelturmendspiel mit jeweils einer Leichtfigur landete:

Brett 8: Mit einigem Glück erreichte Mirek ein gleich stehendes Endspiel.

Nach weiteren zehn Zügen fand der Windischeschenbacher als erster eine Möglichkeit zumindest einen Hauch von Initiative zu entwickeln, doch an der generellen Einschätzung änderte sich nichts. Im Bestreben den vollen Punkt zu erspielen, überzog Mirek und hätte mehrfach in einer klar schlechteren Stellung landen können, was sein Gegner jedoch jeweils übersah. Aber er spielte nicht nur unverdrossen weiter, sondern setzte schließlich alles auf eine Karte und hatte Erfolg:

Brett 8: Für ein Remis muss Weiß Schachgebote von hinten geben. Geeignet dafür waren 72.Th7 oder 72.Th8. Doch ermüdet vom langen Kampf spielte der Karether 72.Th6?? und verlor nach 72…Txd2 73.Td6+ Kc5 das entscheidende Tempo!

Mit Turm und Läufer weniger war weiterer Widerstand zwecklos, so dass der Heimspieler wenige Züge später das Handtuch warf. Ein großer Kampf mit einem glücklichen Ende für uns! (4½-3½)

Durch diesen hart erkämpften, wenn auch am Ende glücklichen Sieg, haben wir uns vorerst von den Abstiegsplätzen entfernt. Ein Ruhekissen ist das jedoch nicht, geht es doch im Tabellenkeller in dieser Saison enger zu als je zuvor. Im nächsten Heimspiel gegen Bad Königshofen sollten wir unseren Aufwärtstrend unbedingt bestätigen, um nicht schließlich am unteren Ende unserer Berg- und Talfahrt zu landen.

Bittere Niederlage für 1. Mannschaft

Zur 5. Runde und gleichzeitig dem ersten Spieltag im neuen Jahr empfingen wir am 12. Januar mit dem SV Altensittenbach einen direkten Konkurrenten gegen den Abstieg. Dementsprechend angespannt und nervös entwickelte sich das Match zu einem Kampf auf Biegen und Brechen bis zu seinem an Dramatik kaum zu überbietenden Finale an dessen Ende wir uns mehr als unglücklich mit 3½-4½ geschlagen geben mussten.

An Brett 6 (W) sah sich Milo Müller mit der Philidor-Verteidigung konfrontiert, der er mit einem zurückhaltenden aber soliden Aufbau begegnete. Nach Abschluss der Figurenentwicklung gelang es dem Schwarzen mit Hilfe der typischen Damenflügelexpansion b7-b5 eine ausgeglichene Stellung zu erreichen. Die folgenden Züge waren geprägt von einer unglücklichen Entscheidung von Milo, die ihn in eine passive Stellung brachte. Schwarz kam in Vorteil hatte aber anscheinend kein Vertrauen in seine Chancen und nahm ein frühes Remisangebot an. (½-½)

An Brett 5 (S) beantwortete Stephan Schmahl den Aufzug des d-Bauern mit der Nimzoindischen Verteidigung. Der Altensittenbacher wählte eine aktuelle Modevariante auf die Stephan jedoch gut vorbereitet war. Die Spieler bemühten sich um einen Zentrumsvorteil, der jedoch für keine der beiden Seiten Gestalt annahm. Der folgende Schlagabtausch führte zu einem völlig ausgeglichenen Doppel-Turmendspiel und anschließendem Remisschluss. (1-1)

An Brett 2 (W) wählte FM Zdenek Haba gegen die Slawische Verteidigung seines Gegners die Klassische Variante. Die Partie entwickelte sich in ruhigen und bekannten Bahnen und Weiß erreichte mit seinen beiden Zentralbauern eine etwas bessere Stellung. Leider agierte Zdenek anschließend etwas zu ungeduldig, so dass der Vorteil sich vollständig verflüchtigte. In der hektischen Schlussphase überließ der Windischeschenbacher seinen Damenflügel seinem Schicksal in der Hoffnung auf einen Angriff gegen den schwarzen König. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht und so musste er schließlich ein hoffnungsloses Springerendspiel aufgeben. (1-2)

An Brett 3 (S) erkämpfte sich Christian Müller gegen die Wiener Partie schon bald eine ausgeglichene bis leicht vorteilhafte Stellung. Doch dann verfolgte er einen riskanten Plan, der ihn innerhalb von zwei Zügen auf die Verluststrasse brachte. Im Endspiel mit jeweils zwei Türmen und einem Läufer konnte der Gast auf ein verbundenes Freibauernpaar im Zentrum pochen, das praktisch nicht mehr zu stoppen war. Aber auch gewonnene Stellungen müssen erst gewonnen werden und als der Weiße daneben griff, war ein Remis plötzlich wieder in Reichweite. Bis kurz nach der Zeitkontrolle schien alles in Ordnung zu sein, als Christian leider der entscheidende Fehler unterlief:

Brett 3: Der einzige Zug zum Remis war 43…a6!, doch Christian wollte Gegenspiel mit 43…a5? einleiten

Trotz Verluststellung kämpfte der Windischeschenbacher unverdrossen weiter und hätte um ein Haar Erfolg gehabt:

Brett 3: Mit 50…Ta2! hätte Christian den eigenen Trumpf erhalten und das Remis erreichen können. Doch leider spielte er den offensichtlichen 50…Kxe6?, wonach die Partie nicht mehr zu halten war.

Anschließend ließ der Gast nichts mehr anbrennen und brachte den ganzen Punkt unter Dach und Fach. (1-3)

An Brett 1 (S) landete Tobias Brunner durch Zugumstellung in einer für Schwarz harmlosen Variante der Tarrasch-Verteidigung. Nach ausgeglichenem Mittelspiel unterlief Tobias im 23. Zug ein verhängnisvoller Fehler. Nach dem indirekten Abtausch der beiden letzten Springer erwies sich der verbleibende weiße Läufer seinem Kontrahenten als klar überlegen. Der Altensittenbacher kombinierte seine überlegene Zentrumsstellung mit einem Angriff gegen den schwarzen König was schließlich zu einem doppelten Bauerngewinn führte. Der Vormarsch des weißen Freibauern war nicht mehr zu stoppen und zwang Tobias zur Aufgabe. (1-4)

An Brett 8 (W) tauschte Miroslav Kalous in der Katalanischen Eröffnung früh die Damen und erreichte eine kleinen Vorteil. Im Laufe des Mittelspiels unterlief dem Gast ein Fehler, der zu einer sofortigen Verluststellung führte. Leider fand Mirek nicht die optimale Fortsetzung, weshalb sich sein Vorteil wieder verflüchtigte. Aber gerade als alles auf ein Remis hindeutete, gab der Gast ohne jede Not seinen Springer für zwei Bauern und kämpfte fortan für eine verlorene Sache. Nach dem Tausch des letzten Turmpaares gelang es dem Windischeschenbacher die beiden schwarzen Freibauern zu blockieren und letztendlich in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln. (2-4)

An Brett 7 (S) verteidigte sich Jaroslav Illetsko Königsindisch und wählte gegen die Fianchetto-Variante den altehrwürdigen klassischen Aufbau. Der Weiße erzielte zwar Raumvorteil, doch die schwarze Stellung war solide genug, um die Partie ungefähr im Gleichgewicht zu halten. Nach einem Fehler seines Gegners gewann Jaroslav einen Bauern, der ihn eindeutig auf die Siegerstrasse brachte. In der Zeitnotphase unterliefen beiden Spielern gleich mehrere Patzer, doch schließlich hatte der Windischenschenbacher das bessere Ende für sich, gewann eine Figur und zwang den Gast mit seinem weit vorgerückten Freibauern zur Aufgabe. (3-4)

An Brett 4 (W) spielte Philipp Mark zunächst gegen eine Art Owen-Verteidigung, die aber immer mehr in königsindische Gefilde mündete. Philipp nutzte seinen Raumvorteil zu einem frühen Angriff am Damenflügel, der seinen Gegner sichtlich überraschte. Der Fehler ließ nicht lange auf sich warten und nach nur 13 Zügen hatte der Windischeschenbacher eine klare Gewinnstellung. Schließlich entlud sich der Druck auf sehenswerte Weise:

Brett 4: Mittels des Scheinopfers 22.Sxc7! zerstörte Philipp die schwarze Bauernkette.

Nach einer längeren Abwicklung verblieb Philipp mit Turm und vier (!) Bauern gegen zwei Leichtfiguren klar auf der Gewinnerstrasse. Doch kurz vor und nach der Zeitkontrolle überschlugen sich die Ereignisse noch einmal als beiden Spieler mehrere Fehler unterliefen. Letztendlich beging Philipp leider den letzten, nachdem er sich mit dem unvermeidlichen und mehr als enttäuschenden Remis zufrieden geben musste. (3½-4½)

Nach dieser bitteren Niederlage finden wir uns auf einem Abstiegsplatz wieder, der den Druck auf das Team noch einmal erhöht. Anfang Februar müssen wir zum Spitzenteam und aktuellen Zweitplatzierten TSV Kareth-Lappersdorf, ein Auswärtsspiel, das richtungsweisend für den Kampf gegen den Abstieg sein wird. Nur mit einer konzentrierten Leistung und Caissas Unterstützung werden wir diese schwere Prüfung bestehen können.

Wir trauern um Jaroslav Illetsko

Am vergangenen Samstag erreichte uns die bestürzende und traurige Nachricht, dass Jaroslav Illetsko nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben ist.
Seit mehr als 30 Jahren spielte der Prager unermüdlich für den Schachclub Windischeschenbach. Dabei brachte er es auf 209 Einsätze in den Mannschaftswettkämpfen.
Erst vor drei Wochen war er noch für unsere erste Mannschaft in der Landesliga im Einsatz. Trotz seines Alters spielte er nach wie vor auf erstaunlich hohem Niveau und hatte noch viele Pläne, seinem geliebten Schachspiel nachzugehen. So wollte Jaroslav an der derzeit in seiner Heimatstadt Prag stattfindenden Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft teilnehmen. Dies war ihm nun leider nicht mehr vergönnt. Seine Schachleidenschaft war unglaublich und seine Einsatzfreude dafür vorbildlich! Jaroslav war zudem eine prägende Figur unserer hervorragenden Beziehungen zu vielen Prager Schachfreunden.
Mit Jaroslav Illetsko verlieren wir vom Schachclub Windischeschenbach einen zuverlässigen und erfolgreichen Spieler sowie insbesondere einen geselligen und sehr guten Freund!
Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Ruhe ihn Frieden, Jaroslav!

OJEM U8 – U12 und Rapid U20 in Schwandorf

Am Samstag, 01.02.205, wurden in der Aula des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Schwandorf die Oberpfalzmeisterschaften in den Altersklassen U8, U10 und U12 sowie erstmals seit Jahren wieder im Schnellschach U20 ausgetragen. Die Durchführung der Titelkämpfe in Form eintägiger Turniere im Rapid-Modus wirkte sich deutlich positiv auf die Teilnehmerzahl aus. Unter den insgesamt 79 Kindern und Jugendlichen waren auch drei Nachwuchsdenksportler vom Schachclub Windischeschenbach am Start. Im Turnier hatten alle Spielerinnen und Spieler in der Altersklasse U20 jeweils sieben, in den Altersklassen U10 und U12 sogar neun Runden nach dem Schweizer System zu bestreiten. Die elf Kinder im U8-Turnier spielten sogar ein komplettes Rundenturnier. Das ausrichtende Team vom SK Schwandorf gab sich dabei alle Mühe, damit sich die Teilnehmer sowie Eltern und Betreuer wohl fühlten.

In der Altersgruppe (AK) U12 wechselten sich bei Maximilian Warziwoda in den ersten vier Partien Siege und Niederlagen ab. Nach der Mittagspause legte er aber mit 2,5 Punkten aus drei Begegnungen einen Zwischenspurt hin, der ihn sogar in die Spitzengruppe brachte. In den zwei abschließenden Runden traf er auf den Top- und einen Mitfavoriten. Trotz guter Partieanlage und zwischenzeitlich leichter Vorteile musste sich Maximilian hier am Ende beide Male geschlagen geben. Am Ende belegte er den guten neunten Platz mit der Gewissheit, auch mit den Topspielern seiner Altersgruppe mithalten zu können.

Ähnlich gestaltete sich der Turnierverlauf von Elias Luber in der gleichen Altersgruppe. Auch er startete vor der Mittagspause mit 2,0 Zählern. Anschließend brachten ihn in den Runden fünf bis sieben zwei weitere Siege ins Vorderfeld. Aber auch Elias ging am Ende mit zwei Niederlagen etwas die Puste aus. Mit seinem elften Rang darf er aber dennoch sehr zufrieden sein, zumal er in der kommenden Saison nochmals in der AK U12 spielen darf.

Bei ihrem ersten Einzelturnier musste die erst siebenjährige Felicitas Luber in der AK U8 gleich zehn Partien bestreiten. Dabei legte sie mit drei Siegen los wie die Feuerwehr. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass die insgesamt elf Runden einfach zu viel für die Jüngsten waren. So wurden immer mehr Partien eher zufällig durch die Häufung von unmöglichen Zügen entschieden. Auch Felicitas blieb hiervon nicht verschont. Am Ende durfte sie sich mit 4,5 Punkten zurecht über einen guten siebten Platz freuen.

Jugendoberpfalzmeisterschaft in Trausnitz

Zwischen Neujahr und Heilig-Drei-König nahm ein Teil unserer Jugendspieler wieder an der Oberpfälzer Jugendeinzelmeisterschaft teil. Milo Müller startete in der U18 und war als erfahrener Teilnehmer schon ein „alter Hase“. Für Elias Luber, Maximilian Warziwoda und Linus Metelka, die in der U14 beziehungsweise in der U16 antraten, war es hingegen das erste Mal, dass sie bei diesem Turnier dabei waren.

Bei einem so starken Teilnehmerfeld wie bei einer Bezirksmeisterschaft ist es natürlich kein Zuckerschlecken, in einer erfahrenen Altersklasse wie der U16 anzutreten oder im Fall von Elias und Maximilian, eine Altersklasse höher, als man eigentlich noch spielberechtigt wäre.

Das spiegelte sich auch in den Platzierungen wider. Maximilian und Elias belegten in der U14 die Plätze 20 und 23, wobei Platz 23 bis 14 jeweils drei Punkte erreichten, also die Buchholz maßgeblich entscheidend war. Linus erreichte in der U16 den zwölften Platz.

Milo Müller ging als letztjähriger U16-Meister und Erstgesetzter der U18 als Favorit ins Turnier. Doch Maximilian Fleischmann vom SC Cham hatte andere Pläne: Mit sieben Siegen in sieben Partien ließ er der Konkurrenz keine Chance. Milo sicherte sich den zweiten Platz, was nicht nur eine starke Leistung darstellt, sondern auch die Qualifikation für die Bayerische Meisterschaft in Bad Kissingen bedeutet.

Neben der Bezirksmeisterschaft gab es außerdem ein abwechslungsreiches Abendprogramm. Während Elias, Maximilian und Linus am ersten Tag noch am Blitzturnier teilnahmen, verzichteten sie nach zwei schachgefüllten Tagen auf das Tandemturnier am zweiten Abend. Beim Werwolf-Abend am dritten Tag waren dafür alle vier wieder voll dabei.

Unsere vier Jugendspieler und Tobias, der als 2. Bezirksjugendleiter das Turnier leitete

Ergebnisse und weitere Bilder gibt es auf der Turnierseite der Schachjugend Oberpfalz.

Zweite Mannschaft hat auch am vierten Spieltag kein Glück

Zum vierten Spieltag der Oberpfalzliga war unsere zweite Mannschaft erneut auswärts tätig, dieses mal beim ASV Burglengenfeld. Gegen die Burglengenfelder, die mit zwei Niederlagen und einem 4-4 in die Saison starteten, malten wir uns durchaus keine schlechten Chancen aus.

Am sechsten Brett tauschte Svatoslav Zitek mit schwarz früh einige Leichtfiguren. Der Burglengenfelder Spieler konnte daraufhin allerdings einen Bauern auf f5 vorschieben und sich dadurch einen angenehmen Raumvorteil sichern. Den nutzte er, um einen Königsangriff in die Wege zu leiten.

Die weißen Figuren zeigen auf die schwarze Königsstellung, doch Dame und Springer haben alles unter Kontrolle. Mit dem Bauernopfer 22. …b5 23. cxb5 Tc2 erreicht Svatoslav schließlich Gegenspiel.

Der Weiße brachte seinen Läufer anschließend über c1 nach h6, aber auch diese zusätzliche Figur konnte den weißen Angriff nicht zum Ziel führen. Im 33. Zug griff der Burglengenfelder schließlich daneben und übersah, dass Svatoslav neben seinem Läufer auch noch einen ungedeckten Turm angriff. Anstatt den Läufer so zurückzuziehen, dass dieser den Turm deckte, ließ er ihn scheinbar aktiver im Zentrum stehen und gab sich geschlagen, als Svatoslav den ungedeckten Turm vom Brett nahm. (1-0)

Am vierten Brett wählte Liliane Pavlov gegen 1.e4 die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Die Partie blieb in der Eröffnung auf gewohnten Pfaden, ohne dass eine Seite einen nennenswerten Vorteil erreichen hätte können. Als Weiß den Bauern auf h7 angriff, verteidigte Liliane, indem sie ihren Bauern auf g6 vorzog und Weiß opferte mit 29. Lxg6?!

Mit 29.Lxc6 hätte Weiß weiter auf Vorteil spielen können. Hier wäre mit 29. …Dc7! 30.Tb3 Sd4 der Läufer auf e6 gedeckt, sodass man auf g6 zurücknehmen hätte können, ohne in ein Dauerschach zu geraten. In der Partie kam allerdings 29. …hxg6 30.Dxg6 Kh8 und man einigte sich nach Zugwiederholung auf Remis. (1,5-0,5)

Manfred Oppel beantwortete am achten Brett den Aufbau seines Gegners mit der Königsindischen Verteidigung. Es gelang ihm, einen Springer auf e5 zu stationieren, da er allerdings daraufhin seinen Fokus auf den Damenflügel legte, machten sich kurze Zeit später erste Platzprobleme am Königsflügel bemerkbar.

Nachdem Manfred den schwarzfeldrigen Läufer mit dem h-Bauern vertrieb, gingen dem Springer auf e5 die Rückzugsfelder aus. Mit 16. f4 Sg4 17. Lxg4 Lxg4 18. f5! Wäre der schwarze Läufer im Feindesland abgeschnitten worden. Stattdessen wählte der weiße 16. Tab1 und Manfred konnte mit g5 diese Drohung aus der Welt schaffen.

Nachdem Schwarz auch noch f5 spielen konnte, öffnete sich die Stellung und die Läuferpaare tauschten sich. In inzwischen völlig ausgeglichener Stellung einigte man sich nach Zugwiederholung zum Remis. (2-1)

Bedrich Prochazka erreichte am zweiten Brett schon früh ein Endspiel. Nach 21 Zügen hatte der Weißspieler zwar eine optisch bessere Stellung, doch der Computer gab hier bereits vollständigen Ausgleich an. In der Zeitnotphase verkomplizierte sich die Stellung erneut:

Hier hatte Weiß die Möglichkeit mit Dame d5 die Partie zu übernehmen, stattdessen wurde allerdings der passive Zug Dame d3 gespielt.

Die Stellung wäre danach wieder harmloser gewesen, im 40. Zug, also einen Zug vor der Zeitkontrolle, übersah unser Spieler allerdings einen Angriff auf seine Dame. Sekunden vor dem Zeitfall blitzte er den König nach e7 und gab sich durch den Damenverlust geschlagen. (2-2)

Am vierten Brett erreichte Johannes Denz aus der Eröffnung heraus Vorteil und konnte viel Druck auf die schwarze Stellung ausüben. Im 18. Zug entglitt ihm dieser Vorteil nach einer Ungenauigkeit wieder:

Besser wäre 18.Te1 gewesen, um die Aktivierung des Läufers nach c6 mit Lxe6! zu beantworten.

Nach 18. … Lc6 entwirrte der Schwarze seine Stellung und kam zurück ins Spiel. Nach einem Damentausch konnte Schwarz sogar die Initiative übernehmen und im 25. Zug griff Johannes erneut daneben:

Nach dem ungenauen 25. …e5 hätte 26. b3 das Gleichgewicht in der Stellung beibehalten. Nach Se2 fiel der g4-Bauer allerdings mit Schach und die weiße Stellung fällt auseinander.

Die Partie dauerte zwar noch weitere 15 Züge, für die weiße Stellung gab es allerdings keine Rettung mehr, sodass sich Johannes im 40. Zug geschlagen gab.(2-3)

An Brett sieben wählte Elsbeth Horther-Schneider eine ruhige Eröffnung gegen das Caro-Kann ihres Gegners. Nachdem sich bereits beide Läufer getauscht hatten, ergab sich für den Burglengenfelder eine Taktik, die zum Bauerngewinn führte:

Nach 13. g4 antwortete Schwarz mit Sxg4 und nach 14.Tg1 Sh6 blieb das erhoffte Gegenspiel aus.

Die restliche Partie blieb trotz des schwarzen Mehrbauerns ereignislos. Das Eindringen des Springers auf h6 in die weiße Stellung über f5 und h4 endete in einem Abtausch und Schwarz bot daraufhin im 26. Zug in immer noch vorteilhafter Stellung überraschend Remis. (2,5-3,5)

Am fünften Brett kam Stefan Simmerl nach einer ungenauen Herangehensweise seines Gegners schnell in Vorteil:

Nach dem vermeintlichen Opfer 7. Lc4! gerät Schwarz in ernsthafte Schwierigkeiten. Nach 7. …Db6 wählte Stefan allerdings die Fortsetzung 8.Dxb6, statt der besseren Alternative 8.Sb5, bei der Schwarz nach Tc1 dem Druck auf das Feld c7 nicht mehr standhalten kann.

Nach 8.Dxb6 war Stefan immer noch in Vorteil. Nachdem der Schwarze seinen Springer nach c6 entwickelte, wurde dieser zum neuen Angriffsziel für die weißen Figuren und schon kurze Zeit später ergab sich die nächste Möglichkeit für Stefan:

Als der schwarze Läufer auf die Grundreihe zurückkehrte, um den schwachen Bauern auf b6 zu decken, hätte 13. Sxc6 bxc6 14. La6 Ta8 15. Lb7 Txa4 16.Lxc6+ mit Doppelangriff auf König und Turm eine Qualität gewonnen. Stattdessen spielte Stefan 13.Tc1 und verstärkte den Angriff auf c6. Nach 13. …Sge7 konnte Schwarz aber die meisten Probleme lösen.

Nach einem eher ausgeglichenen Mittelspiel erreichte Stefan nach der Zeitkontrolle ein besseres Endspiel:

Nach dem fragwürdigen 40. … Th2 folgte 41. Txg6+ Kc5 42. Th6 Txh6 43. gxh6 und Stefan hatte zwar ein gewonnenes Endspiel vor sich, das aber auch nach der Zeitkontrolle nicht einfach zu navigieren war.

Stefan kämpfte bis über den 60. Zug hinaus um den Sieg. Die Gewinnidee wäre hier 62.Ta7 gewesen. Zieht der Turm, gewinnt man nach Tb7+ entweder den letzten schwarzen Bauern oder, falls Schwarz Tb8 spielt, wandelt man nach einem Doppelangriff auf König und Turm um. Zieht der König, gewinnt man nach Tb7 erneut den Bauern. In Zeitnot ist das aber nicht leicht zu finden, sodass Stefan auf Nummer sicher ging und ins Remis abwickelte. (3-4)

Am Spitzenbrett wurde derweil noch in einer komplizierten Stellung gekämpft. Nach einer ruhigen Eröffnung, die von langfristigen Figurenmanövern geprägt war, konnte Miroslav Kalous die h-Linie öffnen und den schwarzen König in Bedrängnis bringen, als er mit seiner Dame in die Königsstellung eindrang.

Nach dem 40. Zug war noch immer ein Großteil der Figuren am Brett. Nach 42. …Td1 war Miroslav gezwungen, seine Dame aus der schwarzen Stellung zurückzuziehen. Daraufhin tauschten sich die Türme und das Zentrum öffnete sich, was sich letztendlich für den schwarzen König als böse Überraschung herausstellen sollte.

Mit 49.Ld6+ blies Miroslav erneut zum Angriff. Der König flüchtete auf g8 und mit Sd8 war der Angriff scheinbar beendet. Nachdem der weiße Läufer auf a3 eine sichere Zuflucht fand, griff der Schwarze übereifrig mit Dxa4?! zu und nach 52. Dh3! Dc6+ 53. Kg1! war Matt auf h7 nicht mehr zu verhindern. (4-4)

Nach einem sehr knappen Kampf konnten wir uns damit in ein Unentschieden retten, wobei wir in dieser Begegnung einige Chancen und damit auch einen Mannschaftssieg nur knapp ausließen. In der Oberpfalzliga stehen wir damit aktuell auf dem sechsten Platz:

Unser nächster Gegner ist die DJK Regensburg Nord in einem Heimspiel am 12. Januar.

Überzeugende Vorstellung im Viererpokal

Am vergangenen Sonntag empfingen wir im Feuerwehrhaus den TSV Nittenau zum Achtelfinale im Viererpokal. In gewohnter Aufstellung waren wir nominell der klare Favorit und wurden dieser Rolle mit einem am Ende deutlichen 3½-½ voll und ganz gerecht.

An Brett 3 (W) wählte Philipp Mark gegen das abgelehnte Damengambit die Abtausch-Variante und stand nach zweifelhafter Aufgabe des Läuferpaars durch seine Gegnerin schon früh besser. Seine Chancen stiegen weiter als die Nittenauerin nach Abschluss der Entwicklung einen Doppelangriff übersah, der sie einen Bauern kostete:

Brett 3: Nach dem schwarzen Zug 9…0-0? gewann Philipp mit dem Doppelangriff 10.Db1! einen Bauern.

Als sich die Gastspielerin mit h7 auch noch für die Hergabe des falschen Bauern entschied, war es vollends um die schwarze Stellung geschehen. Neben dem Materialnachteil rollte zusätzlich ein starker Angriff auf ihren Monarchen zu, der nicht mehr zu parieren war:

Brett 3: Mit dem Eingreifen des g-Bauern wurde die Verteidigung endgültig überfordert.

Wenige Züge später gab Schwarz in Anbetracht von Matt oder Damenverlust die Partie auf. (1-0)

An Brett 4 (S) bekämpfte Rudi Schicker die Englische Eröffnung mit der Symmetrievariante, musste seinem Gegner aber einen leichten Vorteil in Form von mehr Raum und Druck auf der Diagonale h1-a8 zugestehen, den dieser jedoch nicht auszubauen vermochte. Nach einigen ungenauen Zügen des Nittenauers neigte sich die Waagschale zu Gunsten des Schwarzen:

Brett 4: Mit 17…Sg4! hätte Rudi die Initiative an sich reißen können, doch er wählte 17…Tfe8 und hatte damit eine gute Gelegenheit auf Vorteil verpasst.

In der Folge blieb die Stellung im Gleichgewicht aus dem keiner der Kontrahenten auszubrechen vermochte. Erst als Rudi im 22. Zug daneben griff, ergab sich für den Gast die Chance auf einen nennenswerten Vorteil:

Brett 4: Nach dem wenig überzeugenden 22…Tbd8? von Rudi hätte der Weiße mit 23.a4! einen Freibauern am Damenflügel bilden können, der ihm einen klaren Vorteil und ernsthafte Gewinnchancen eingebracht hätte. Er entschied sich jedoch für 23.e4 und hatte seine Chance ebenfalls verpasst.

Schließlich fanden sich beide Spieler mit der wieder ausgeglichenen Stellung ab und einigten sich noch vor der Zeitkontrolle aus Remis. (1½-½)

An Brett 1 (S) entschied sich Stephan Schmahl gegen den Aufzug des d-Bauern für die Nimzoindische Verteidigung. In einer der Hauptabspiele, namentlich der Rubinstein-Variante, folgten beide Spieler bis zum 10. Zug gängiger Theorie. Anschließend verfolgte der jugendliche Gegner jedoch einen minderwertigen Plan und geriet mit seiner offenen Königsstellung in Nachteil:

Brett 1: Nach dem zweifelhaften 13.g4? legte Stephan mit 13…Sg6 sofort den Finger in die Wunde der geschwächten schwarzen Felder rund um den weißen König.

In den folgenden Zügen verpasste der Windischeschenbacher jedoch mehrfach den Sprung nach f4, wonach der Weiße seine Stellung wieder stabilisieren hätte können. Doch auch er fand nicht die optimalen Züge und stellte seinen wichtigen Zentralbauern auf e4 ein. Mit seinem starken Zentralspringer ergaben sich plötzlich taktische Möglichkeiten für Stephan:

Brett 1: Der Nittenauer wollte sich mittels 20.Sxg6?? und Figurentausch entlasten, ermöglichte Stephan dadurch aber eine wenn auch lange, doch nahezu forcierte Gewinnabwicklung, basierend auf der entblößten weißen Königsstellung. Mit 20…Dg3+! 21.Kh1 Dxh3+ 22.Kg1 Dxd3 23.Sxf8 Dh3+ 24.Kg1 Lxg4 25.De1 Lf3+ 26.Txf3 Dxf3+ 27.Kh2 Txf8 hätte er sich glatte drei Mehrbauern und eine klare Gewinnstellung sichern können. Aufgrund des günstigen Wettkampfstandes und aus Furcht vor einer möglichen Fehlkalkulation spielte er jedoch 20…fxg6, was zwar immer noch gewonnen war, aber leider eine schöne Möglichkeit ungenutzt ließ.

Aufgrund von aufkommender Zeitnot fand Stephan leider mehrfach nicht die besten Züge, konnte aber trotzdem ein gewonnenes Turmendspiel erreichen:

Brett 1: Die weißen Figuren sind gebunden und Schwarz kann entweder seinen h-Bauern nach h4 oder seinen König entlang der Grundlinie nach c8 bringen, wonach die Umwandlung des Freibauern auf b3 nur noch eine Frage der Zeit ist.

Stephan entschied sich für den ersten Plan und setzte seinen Gegner im 65. Zug matt. (2½-½)

An Brett 2 (W) duellierte sich Tobias Brunner mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden in einer der Hauptvarianten des Geschlossenen Sizilianers. Der Übergang zum Mittelspiel verlief in üblichen Bahnen, wobei der Computer die schwarze Stellung etwas bevorzugt. Tobias ging trotz allem optimistisch zu Werke, übertrieb es jedoch im 19. Zug:

Brett 2: Nach dem übertrieben optimistischen 19.h4? von Tobias hätte der Nittenauer mittels 19…f6! für vorteilhafte Verwicklungen sorgen können, er war jedoch im Verteidigungsmodus und zog 19…h5? wonach sein möglicher Vorteil verflogen war.

Im weiterhin komplizierten Mittelspiel verlor der Gast mehr und mehr den Faden, was Tobias die Gelegenheit zu starkem Druckspiel gegen den schwarzen Königsflügel gab:

Brett 2: Mit 24.Kf2! konnte Tobias die Drohung Lxh5! mit unwiderstehlichem Königsangriff aufstellen, doch er ging an seinem Glück vorbei, zog 24.Te2 und musste sich mit Ausgleich begnügen.

Doch auch der Nittenauer konnte in der scharfen Stellung Fehler nicht vermeiden und verlor schließlich in seinem Bestreben, die Stellung zu vereinfachen einen wichtigen Bauern. Trotz Damentausch boten der Raumvorteil am Königsflügel und der Mehrbauer dem Weißen einen klaren Vorteil:

Brett 2: In schlechterer Stellung konnte Schwarz mit 35…Kf8! mit der Idee …Ke8-d7 maximalen Widerstand leisten, doch wollte er sich vermutlich nicht auf passive Verteidigung beschränken und versuchte sich mit 35…b5? aus der Umklammerung zu befreien, womit er jedoch vom Regen in die Traufe kam.

Tobias nutze die Fesselung auf der b-Linie, um einen weiteren Bauern zu gewinnen. Da zudem der schwarze Springer nach dem Schlagen auf d3 auf Abwege geriet, war der Rest nur noch eine Sache der Technik, die der Windischeschenbacher tadellos meisterte. (3½-½)

Mit diesem gelungenen Jahresabschluss konnten wir unser selbst gestecktes Minimalziel im Viererpokal erreichen und in das Viertelfinale einziehen, das im neuen Jahr, konkret am 16. März stattfinden wird.

Dort hoffen wir natürlich wieder auf ein Heimspiel und freuen uns auf die Herausforderung gegen einen starken Gegner.

Im Namen des Siegerteams wünsche ich als Pressewart allen Vereinsmitgliedern, Freunden und Unterstützern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!